Japan (2010) – Kobe – Alleine Unterwegs

20100512_050636-IMG_0464_ji Ich hatte meine Hiragana Stunde (schreiben lernen) hinter mich gebracht, was an diesem Tag noch etwas stressiger war als beim letzten Mal, denn heute wurde die Leistung der Lehrerin beurteilt. Daher war sie etwas strenger als sonst und zog den Stoff auch noch etwas gnadenloser durch.  Was es für mich zusätzlich nicht einfacher machte, war die Tatsache, dass hier allem Anschein nach, wie in Japan üblich unterrichtet wird, d.h. man muss schon auf den Stoff der Stunde vorbereitet sein, sonst hat man wirklich Probleme mitzukommen (informativer Artikel zum japanischen Schulsystem).

20100512_045622-IMG_0434_ji Ich hatte zwar entsprechend gelernt und dennoch ging es im Unterricht so flugs vorwärts, dass ich (die anderen auch) nicht in der Lage war zusätzliche Notizen zu machen. z.B. über die beispielhaft verwendeten Wörter für die einzelnen Zeichen. Was wirklich dumm ist, denn in der nächsten Woche muss man sie wissen und können.

Das einzige was mich tröstete war der Hinweis von Eri, dass wenn ich mich mal durch die beiden Silbenschriften durchgewurstelt hätte, ich im Prinzip alles lesen kann und die Kanji (chinesischen Schriftzeichen) noch als Bonus gelernt werden bräuchten.

20100512_051208-IMG_0479_ji Egal, ich war frei und konnte durch die Stadt laufen. Viel gibt es da natürlich nicht zu berichten, als die Tatsache, dass wenn es mich in die kleinen und kleinsten Gässchen verschlug, ich recht schnell den Moment erreichte, die Orientierung zu verlieren. Da war ich jedes Mal froh zu wissen, dass ich meine kleine GPS Navigation immer bei mir hatte, mit deren Hilfe ich mir notfalls heim finden konnte.

Bei meinem Rundgang kam ich erneut an jenem Schrein vorüber, den Eri und ich schon vor kurzem aufgesucht hatten. Dieses Mal betrat ich das Gelände jedoch aus einer anderen Richtung und so gab es viele neue Dinge zu entdecken.

Von hier schlenderte ich planlos durch die Stadt, schaute mir alles an und genoss das wirklich gute Wetter. Um diese Uhrzeit war die Stadt auch noch nicht so voll und so machte das herumschlendern wirklich Spaß.

20100512_060639-IMG_0593_jiAufmerksamkeit erregte unterwegs eine Übergroße Manneken Pis Statue an einer der Häuserfronten. Ich war nur froh, dass diese keinen Strahl durch die Gegend schickt wie das Original.

Schließlich erreichte ich jenes Gebiet mit all den neuen modernen Hochhäusern, wo die ganzen Designer Läden und alles was teuer ist ihre Heimat gefunden haben. Hier hatte man ausführlich die Möglichkeit völlig durch gesteilte Menschen beobachten, wenngleich das in der Innenstadt fast überall der Fall ist. Man fühlt sich teilweise auf einen übergroßen Laufsteg versetzt.

Besonders die Frauen legen sehr großen Wert darauf völlig gestylt herumzulaufen. Nun mag dies für eine Großstadt nicht besonders außergewöhnlich sein, doch durch die Anlehnung an das japanische Comic (Manga) bezgl. Makeup und Zusammenstellung der Kleidung wird  es wirklich zu etwas besonderem und sah toll und schick aus.

20100512_065908-IMG_0679_ji Mittlerweile dachte ich darüber nach den Heimweg anzutreten, als ich einen mir bekannten Turm entdeckte. Es handelte sich dabei um den “Kobe Hafen Turm” (Kobe Port Tower). Er lockte mich und so landete ich nach kurzem Fußweg am Hafen von Kobe (englischsprachiger Link).

Hier gab es neben div. Sehenswürdigkeiten auch eine Gedenkstätte zum großen Erdbeben. Da sich direkt zwischen Innenstadt und Hafen mehrstöckige Autobahnbrücken entlang zogen, mochte ich mir nicht vorstellen, wie es gewesen sein mochte, wenn man auf ihnen drauf, unter ihnen drunter oder sonst irgendwo gewesen sein mag.

20100512_074410-IMG_0873_4_5Ich schüttelte die Gedanken über dieses hefige Naturereignis ab und schlenderte weiter gemächlich über die Anlage, genoss die Aussicht aufs Wasser und betrachtete die verschiedensten Objekte die hier aufgestellt vereinigt worden waren.

Besonders auffällig waren das Kobe Maritim Museum und das Naga Pier Passagier Terminal / Kobe Merikenpark Oriental Hotel.

20100512_081541-IMG_0945_ji Das Museum fiel mit seiner sehr filigran wirkenden Stahlkonstruktion, die wohl einen Schiffsrumpf darstellt, schon von weitem heraus und das Hotel beeindruckte hingegen durch seine Form und das moderne design.

Schließlich musste ich den Rückweg antreten und dank der div. Spaziergänge mit Eri durch die Innenstadt, fand ich sogar, ohne mich großartig zu Verlaufen, heim. So hatte sich dieser Tag wirklich zu einem schönen erlebnisreichen Tag entwickelt.