Japan (2013/14) – Ise Bucht – Insel Kamishima – Ein wilder ritt

IMG_4427_ji Der Tag begann ein wenig früh, denn wir wollten das erste Boot für unseren Ausflug auf die kleinste der Inseln der Ise Bucht (Kamishima) besteigen.

Das Aufstehen fiel wirklich schwer und das lag nicht an der Uhrzeit, denn die war mit 7 Uhr wirklich als human zu bezeichnen. Wesentlich anstrengender war die Tatsache, dass kein Raum, außer dem unsrigen beheizt war. Weder der Gang, Gemeinschafts WC usw. Auch gab es nur kaltes Wasser zum Waschen. Da es nun in der Nacht wirklich spürbar kühl wurde, merkte man das auch gleich im Haus. Doch irgendwie schaffte ich es doch aus meinem Bettchen und überließ mich den kühlen Temperaturen.

IMG_3508_ji Unser Boot erreichten wir rechtzeitig und nach sehr angenehmen 20 Minuten Bootsfahrt, bei dem es erneut keine Aussicht gab, weil wir im Bootsinneren verharren mussten, die Insel Kamishima.

Bei Kamiima handelte es sich ebenso wie bei den anderen Inseln um ein Eiland, welches vom Fischfang lebt. Doch hatte man sich auch etwas auf Touristen vorbereitet und einen kleinen Wanderweg um die Insel hergerichtet. Sicherlich war auch dieser ursprünglich einmal für die Flucht vor einem Tsunami hergerichtet worden, doch es gab den Weg und er eröffnete einen wirklich netten Spaziergang.

Nach anfänglichen Orientierungsproblemen, die mir schon immer Anhefteten, verschwanden wir in den schmalen Gassen des Örtchens und erwischten sogar gleich jene, die uns auf den besagten Rundweg brachte. So angenehm der Weg zu Beginn auch war, so anstrengend wurde er alsbald für mich, denn es hieß Treppen steigen und davon nicht zu knapp.

IMG_3548_ji Schon zu Beginn, nachdem ich mich schon einige Treppen den zentralen Berg der Insel hinauf gearbeitet hatte, gab es einen über 200 Stufen Anstieg zu einem kleinen Schrein. Dieser Schrein war sogar schon einmal vom Japanischen Kaiser besucht worden. Zu dessen Ehren war ein Bäumchen gepflanzt worden, doch lange hatte das Bäumchen wohl nicht überlebt und so stand es etwas Mitleid einflößend in der Landschaft.

Ich war froh, als es nach einem weitern kurzen Treppenaufstieg für eine gewisse Zeit einmal am Hang des Berges entlang ging und sogar Ausblicke auf das Meer, andere Inseln und div. Fischerboote angeboten wurden. Da es ein herrlicher sonniger Tag war, konnte man die Aussicht wirklich.

IMG_3580_ji Eine größere Pause legten wir ein, als wir einen kleinen Leuchtturm erreichten. Dort erzählte Eri mir, dass auf Kamishima in den 1950er ein Spielfilm gedreht worden war und dadurch das Inselchen ein kleine Berühmtheit wurde und dies auch die Basis seiner Popularität war. Doch über Besuchermassen brauchten wir uns an diesem Tage nicht zu beklagen, denn es schien, als seien wir die einzigen Besucher an diesem Tag.

IMG_3763_ji Bis zum nächsten Highlight auf dem Rundweg wurden meine Knie arg strapaziert, denn es ging unablässig Trepp auf, Trepp ab und es fiel mir zunehmend schwerer den Weg zu genießen.

Bei der nächsten Sehenswürdigkeit handelte es sich um ein Gebäude welches die japanische Armee eingerichtet hatte von dem man Flugbewegungen beobachten wollte. Heute merkte man nichts mehr davon. Es gab nur diesen Betonbau, von dem ich als Besucher erneut einen schicken Blick hinaus auf den Pazifik geboten bekam.

IMG_3779_ji Ich war froh, dass der Weg sich mir jetzt als etwas gnädiger erwies. Es gab noch immer Treppenstufen, doch die gingen bergab. Auf diesem Wege verließen wir nun auch langsam den Wald durch den wir bislang gelaufen waren und erreichten die Küste.

Dass man in Japan viel Respekt vor den Naturgewalten des Meeres hat, konnte auch mir nicht entgehen, denn die Küstenlinie war wirklich sehr umfassend befestigt und abgesichert worden.

IMG_3868_ji IMG_3997_ji Wir folgten der Küste und bekamen sogar etwas Strand zu Gesicht. Doch ob die Temperaturen zum verweilen oder gar Baden einluden mochte ich zumindest für den heutigen Tage verneinen. Auch wenn die Sonne schien, so kam sie kaum gegen die kühlen Temperaturen oder den Wind an.

IMG_4074_ji IMG_4071_ji So waren wir auch einigermaßen ausgekühlt, als wir schließlich unseren Ausgangsort wieder erreichten. Zudem hatten wir hunger und stürmten sogleich in das kleine Restaurant des Ortes, wo wir uns die örtlichen Köstlichkeiten bestellten und genossen. Ich muss gesteh, ich hatte nicht unbedingt gleich eine Vorstellung von dem was ich da aß. Besonders ein Teil meines Gerichtes, welches wie Reis für mich aussah, stellte sich als winzige Fischchen heraus. Doch schmecken tat es alle mal.

Auch hatten wir eine Algenspezialität bestellt und die schmeckten auch gut. Besonders wenn man wusste wie lang und aufwendig deren Zubereitung war.

Bis zur Rückfahrt mit dem nächsten Boot, hatten wir noch reichlich Zeit, also stromerten wir noch etwas durch den Ort, schauten uns dies und das an und merkten kaum, wie sich das Wetter veränderte.

IMG_4201_ji Als wir schließlich wieder beim Hafen waren, staunte ich nicht schlecht wie es die Boote hin und her warf, die durch die kleine Zufahrt ihren Weg in den Hafen suchten. Zum jetzigen Moment fand ich es noch spannend es zu beobachten. Ich bedachte nicht, dass auch unser Boot sich diesen Elementen aussetzen musste.

Doch bevor die Rückfahrt begonnen wurde, lernten wir eine Fischerin kennen. Wir – ok Eri – plauderte mit ihr und sie zeigte uns ein paar der Meeresfrüchte, die sie gefangen hatte. Wie sie uns erzählte waren dies jedoch nur die kleinen Tiere und die waren für ein Eigenbedarf gedacht. Die großen und schönen hatte man schon verkauft.

Ich fand es wirklich nett wie offen und herzlich die Frau mit uns plauderte und uns alles zeigte.

IMG_4361_ji Nun stand uns aber doch die Rückfahrt bevor und als wir das Boot bestiegen war noch alles ruhig und ganz normal. Doch als es durch die Hafendurchfahrt ging, begann der Ritt. Auch wenn wir nichts sahen, so hatte ich manches Mal das Gefühl, das Boot würde in der Luft schweben, um dann kurze Zeit später auf die Meeres Oberfläche zu knallen.

Ich zog es ziemlich schnell vor die Augen zu schließen – nicht aus Angst 🙂 – um den Tanz über die Wellen zu verschlafen. Hier kamen mir das viele Treppen steigen sehr entgegen, denn schon kurze Zeit später war ich im Tiefschlaf verschwunden und ich staunte als es plötzlich hieß, dass die Überfahrt beendet war und wir wieder festen Boden unter die Füße nehmen durften.

In der Herberge konnten wir auch an diesem Abend als einzige Gäste verweilen und durften somit das Bad mit seinem herrlich heißen Wasser alleine genießen. Doch es sei erwähnt, dass für die Nutzung eines solchen Bades strickte Regeln gibt, wie man sich verhalten hat. Ich werde etwas später einmal gesondert davon berichten.

Am vergangenen Abend und dem heutigen Morgen hatten wir uns selber mit Lebensmitteln versorgen müssen. Doch für diesem Abend hatten wir uns ein Mahl bestellt. Was wir genau zu erwarten hatten, wussten wir nicht, doch war das Essen in den Bewertungen zum Hotel überdurchschnittlich gut bewertet.

Als wir die Tür zum Speiseraum öffneten, fielen uns fast die Kinnladen herunter. Alles war so nett hergerichtet. Es gab viele Schälchen und Tellerchen in denen die verschiedensten Fische, Krustentiere oder Gemüse dargereicht wurden.

Auch wenn der Tisch schon reichlich gefüllt wirkte, so tischte uns die Herbergsbesitzerin mehr und mehr auf.

IMG_4480_ji IMG_4457_ji Es wurde wirklich aus ausgedehntes leckeres Mahl. Einziger Wehrmutstropfen war, dass auf japanisch traditionelle Art und Weise gegessen wurde. Dies hieß auf dem Boden zu hocken und da muss ich gestehen, dass ich das nicht leisten konnte. Auf keine Art und Weise war es mir möglich eine Position einzunehmen in der ich hätte essen können. So war ich froh, als auf kurze Anfrge, mir eine kleine Box angeboten wurde, auf die ich mich hocken konnte. Dann konnte auch ich das Essen genießen.

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