Japan (2013/14) – Hiroshima – Miyajima

20140115_082129_IMG_9018_jiFür diesen Tag hatten wir uns den Besuch einer kleinen Insel vorgenommen. Wir wollten Miyajima, die “Schrein-Insel” besuchen. Der Name war damit auch Programm, denn wir würden divers Schreine besuchen.

Besonders bekannt ist die Insel für sein großes, rotes, im Meer stehenden Tori und es war auch jene Sehenswürdigkeit, die in mir den Wunsch eines Besuches von Miyajima ausgelöst hatte.

Wir verließen das Hotel etwas früher, in der Hoffnung etwas vor den Touristenmassen auf der Insel zu sein. Als Transport diente der selbe Zug wie am Vortag, doch brauchten wir nicht so weit fahren. Leider war der Zug aber nicht weniger leer. So setzten wir uns zu einer Frau, die deutlich zum Ausdruck brachte, dass ihr das nicht passte (ungewöhnlich).

Bei der nächsten Gelegenheit wechselten wir den Platz, konnten unseren alten Platz jedoch stets im Auge behalten und merkten, dass die Frau, egal wer bei ihr Platz nahm mehr als Unglücklich war und wie eine beleidigte Leberwurst in die Weltgeschichte schaute.

Am Ziel angelangt folgte ein kurzer Weg zum Hafen, wo wir gleich auf die Fähre springen konnten. Einer der Beschäftigten hielt schon ein Absperrseil in der Hand, was er gleich nach uns spannte. Wir waren wirklich gerade noch so auf das Wasserfahrzeug gehüpft.

20140115_021138_IMG_7604_jiDie Fahrt dauerte nicht lange, oder bei dem schönen milden Wetter mit Sonne und leichten Wolken genoss ich die Aussicht aufs Meer und die Küstenlandschaft, die mir sicherlich die Wartezeit zusätzlich verkürzte.

Als bald konnte ich auch das Tori entdecken und es wirkte auf mich in echt ebenso pittoresk wie ich es mir vorstellte und ich es von den diversen Fotos kannte. Ich freute mich nun noch mehr alsbald meinen Fuß auf die Insel zu setzten und alles zu erkunden.

20140115_021634_IMG_7624_jiAuf Miyajima angelangt, stellten wir als erstes fest, dass sich die Anzahl der Touristen wirklich in grenzen hielt. Man konnte schon fast sagen, es war leer. Mit diesem positiven Eindruck starteten wir unseren Spaziergang in Richtung Tori und dem Itsukushima-Schrein.

Ebenso wie in Nara, welches ich während meiner vorletzten Reise nach Japan besucht hatte, gab es hier wild lebende Rehe, die nicht nur auf dieser Insel lebten, sondern ihr Revier in den Ort und die Inselpromenade ausgedehnt haben. Doch schienen die Rehe hier nicht ganz so aufdringlich zu sein wie in Nara. Trotzdem verfolgten sie einen, wenn sie Essen witterten oder sie begannen beherzt an Jacken usw. zu knabbern. Auch wir konnten uns nicht von solchen Interessenbekundungen retten, doch hielten sie sich bei uns in Grenzen. Andere Besucher hatten mehr aufdringliche Gesellen auf den Fersen.

20140115_070533_IMG_8683_jiNach kurzem Fußweg entlang am Meer, erreichten wir das Tori und es wirkte noch gewaltiger und eindrucksvoll als ich es schon aus der Entfernung eingeschätzt hatte. Es schien auf dem Wasser zu schwimmen oder darüber zu schweben.

Das Tor lang im Meer vor dem Itsukushima-Schrein, den wir als nächstes aufsuchten. Eri meinte, wir sollten dies lieber etwas früher tun, denn er war sehr beliebt und all zu schnell gab es dort sehr viele Besucher. Also gingen wir gleich dort hin, wurden jedoch nochmals kurz Aufenthalten, denn wir entdeckten, dass im Schrein eine Zeremonie statt fand. Wir beobachteten das Zeremoniell und es wurde noch harmonischer, als einer der Priester mit einer Flöte eine Melodie spielte.

20140115_025830_IMG_7866_jiAm Ende der Zeremonie setzten wir unseren Weg zum Schrein fort und nachdem wir unseren Obolus entrichtet hatten, betraten wir das Gelände.

Der Schrein mit seiner roten Farbe, die bis ins Detail verwendet wurde – auch die Spinkleranlange – sah sehr hübsch aus. Zudem die ansprechende Holzkonstruktion machten dieses Gebäude wirklich sehenswert. Eri erzählte mir, dass dieser Schrein regelmäßig unter Naturgewalten zu leiden hat und man hier wirklich schon Routine im Wiederaufbau besaß.

Was die Besuchermengen anbetraf, so nahmen diese zwar zu, doch man merkte, dass absolute Nebensaison war und so war es wirklich angenehm und es ließ sich das Gebäude ganz in Ruhe genießen. Besonders gefielen mir die langen Gänge und ich verharrte das ein oder andere Mal um, es noch intensiver auf mich wirken zu lassen.

20140115_031313_IMG_7970_ji20140115_033057_IMG_8074_jiAls wir den Schrein verließen standen wir schon direkt im nächsten. Dieser machte auf mich einen sehr indischen Eindruck, zumindest was die Götterbilder usw. anging. Gefallen tat er mich zudem und ich lief durch die Anlage und ließ ihn auf mich wirken.

Von diesem Schrein wollten wir zu einem Tempel der etwas etwas höher am Berg lag. Ich nahm mir also den Straßenplan und navigierte uns in eine Richtung. Auf diese Weise fanden wir zwar nicht den Tempel, aber ein nettes Lokal, in dem wir uns unser Mittagessen schmecken ließen. Ich bestellte mir Aal, denn die japanische Zubereitung mundete mir ausgesprochen gut.

20140115_033505_IMG_8098_jiVon den Beschäftigten im Lokal ließen wir uns wieder auf den richtigen Weg bringen und erreichten so schließlich den anvisierten Tempel (Daishō-in (englischer Link)). Etwas erschrocken blickte ich auf den Zugang, denn hinter diesem sah ich Treppenstufen gnadenlos in die Höhe führen. Mir graute. So war ich froh, als ich hinter dem Tor ein paar Skulpturen entdeckte mit denen ich mich erst einmal beschäftigte.

Ich fotografierte so vor mich hin und Eri folgte dem Weg, an dem die Skulpturen aufgestellt waren, weiter. Da der Weg eine Kurve aufwies, verlor ich Eri aus den Augen. Als sie zurück kam, meinte sie, ich hätte sicherlich große Freude, wenn ich ebenfalls weiter gehen würde. Tatsächlich, es wurde grandios. An dem Weg waren so viele dieser Skulpturen aufgestellt, dass ich nicht wusste wohin ich erst sehen sollte. Alle sahen sie anders aus und als besonders I-Tüpfelchen trugen sie Hand gestrickte Mützen und Schals. Es war so beeindruckend, dass ich hier eine sehr lange Zeit verweilte.

Auch der Weg mit den Skulpturen führte den Berg hinauf, doch merkte ich es kaum, da ich kaum wusste wohin ich meine begeisterten Blicke als erstes wenden sollte.

20140115_051030_IMG_8231_ji20140115_051342_IMG_8258_jiDoch irgendwann war dieser Weg zu Ende und als Geschenk realisierte ich dort, dass ich einen Großteil der steilen Treppe auf angenehme Weise überwunden hatte und nur noch ein kurzes Stück weiter nach oben klettern musste.

Dieser Tempel erwies sich im weiteren nicht weniger spannend. Es gab überall die verschiedensten Skulpturen und Gebäude und so kam es, dass dieser Ort am Ende jener war, wo wir uns wirklich am längsten aufhielten. Ich denke das macht sich auch an der Masse der Fotos bemerkbar.

Es war fortgeschrittener Nachmittag, als wir den Daishō-in Tempel verließen und wieder in Richtung Meer und dem Tori liefen. Dort hatte mittlerweile die Ebbe seinen tiefsten Stand erreicht und und nun war es auch möglich das Tor zu Fuß zu erreichen.

Wir legten zwar noch einen kurzen Stopp bei einem anderen Gebäude und seiner Pagode ein, gingen dann jedoch zum Tor um es zu Fuß zu erkunden.

20140115_074824_IMG_8841_jiAngelangt konnten wir auf dem Meeresgrund bis zum Tor laufen und es war schon gewaltig, wie es in den Himmel ragte und wie massiv es hier stand und den Gewalten trotzte.

Nachdem ich einmal meinen Blick von Himmel in Richtung Grund richtete, entdeckte ich haufenweise Münzen. Diese hatten sicherlich Touristen von Booten zum Tor geworfen und dann ihre Wünsche geäußert.

Es war schön zu realisieren, dass zwar jeder dieses Geld entdeckte, doch niemand es begann einzustecken, sondern respektvoll zu akzeptieren, dass es eine Göttergabe war.

Die Möglichkeit hier herumzulaufen, nutzten wir auch, um zum Itsukushima-Schrein zu gehen und dort über die Stege auf den Schrein zu blicken. Es war wirklich ein anderer Blickwinkel und ich hatte Freude den Ort aus diesem Winkel neu erkunden und erleben zu können.

20140115_081349_IMG_8963_jiNach dieser Erkundung, traten wir langsam den Rückweg in die Stadt ein. Wir schlenderten noch kurz durch die Souvenir- / Einkaufsstraße. Dort gönnten wir uns noch einen kleinen Snack, denn es war inzwischen wirklich spät geworden.

Auf der Bootsfahrt zurück zum Festland, hockten wir uns dieses mal ins Boot und legten ein kleines Nickerchen ein und wärmten uns auf. Auch wenn wir jetzt fast Rush-Hour hatten, bekamen wir im Zug, der uns nach Hiroshima zurück brachte, ohne Probleme einen Sitzplatz. Bis wir die Stadt erreichten, war der Zug wieder gut befüllt.

An diesem Abend wollten wir uns ein typisches Essen von Hiroshima genießen und zwar Okonomiyaki in der Hiroshima-Variante. Diese Variante bestand aus sehr viel Kohl und Meeresfrüchten und ich muss sagen, es schmeckte sehr lecker.

20140115_083422_IMG_9037_jiDas kleine Restaurant, welches wir besuchten war immer bis auf den letzten Platz besucht. Wurde einmal ein Platz frei, so dauerte es nicht lange, bis er wieder besetzt war.

Ich hatte das Glück, dass für geraume Zeit die Plätze an der Theke frei waren und ich so die Zubereitung unseres Okonomiyaki vom Anfang bis zum Ende beobachten konnte. Es war beeindruckend zu sehen wie der gewaltige Berg an Kohl, immer kleiner wurde und wir schließlich einen, an einen Pfannkuchen ähnelndes, Gericht bekamen.

Bei dem Besuch dieses Restaurants waren wir auf der gegenüber gelegen Seite des Bahnhofs gelandet. Durch das Gebäude konnten wir nicht in Richtung Hotel gehen, denn dort wurde der Weg immer durch Zugangskontrollen zu den Zügen, blockiert. Damit sah ich mich bestätigt, dass hätten wir am gestrigen Tag den falschen Weg erwischt, wären wir erst einmal vom direkten Weg abgeschnitten.

Wir entdeckten irgendwann eine Unterführung, die uns auf die Rückseite des Bahnhofes brachte, doch intuitive zu finden war dieser Weg wahrlich nicht. Aber wir erreichten schließlich unsere Unterkunft nach einem mehr als gelungenen Tag.