Deutschland (2014) – Kurzreise nach Würzburg

Würzburg - Alte Main Brücke
Würzburg – Alte Main Brücke

Es war eine recht spontane Entscheidung einen Ausflug in Deutschland zu unternehmen. Ursprünglich wollten wir nach Rothenburg ob der Tauber, doch die Anreise, egal mit Bus oder Bahn war lang und Kompliziert. Also fiel die Entscheidung nach Würzburg zu reisen, die Stadt zu erkunden und einen Ausflug nach Rothenburg odT einzubauen.

Nun war die Überlegung, welches Verkehrsmittel Frage käme. Diese Frage beantwortete sich sehr schnell selber, wenn ich mir die Preise und Anfahrtsmöglichkeiten ansah, blieb nur noch die Fahrt mit dem Fernbus in Frage. Also wurde kurzer Hand ein Fernbus gebucht.

Am Tage unserer Fahr waren wir, bei strömendem Regen, mehr als pünktlich am ZOB (Zentraler Omnibus Bahnhof) und es war nicht zu übersehen, dass das Transportmittel Bus deutlich an Fahrgästen zugenommen hatte und auch die Anzahl der Busse dramatisch nach Oben geschossen war. So war der Aufenthaltsraum, in dem wir auf unser Transportmittel warteten, mehr als voll mit Menschen.

Pünktlich stand der Bus bereit, was auch nicht so schwierig war, das die Reise hier ihren Anfang fand und der Bus nicht noch erst von einem andere Ort anfahren musste.

Als wir den Haltepunkt erreichten, standen hier schon so viele Menschen, dass ich mir etwas Sorge bezüglich eines Sitzplatzes machte. Doch wir schafften es, dass wir einen netten Platz bekamen und wir auch zusammen sitzen konnten. Dieses Glück hatten nicht alle, denn als wir  schließlich los fuhren, war der Bus wohl bis auf den letzten Platz besetzt.

Über die Fahrt an sich lässt sich nicht viel sagen. Wir hielten kurz in Leipzig und legten einen Zwangsstopp an einer Autobahnradstätte ein.  Dabei dachte ich durchaus mit einem weinenden Auge an die Busfahrten in Japan. Diese empfand ich durchaus angenehmer, auch wenn sich an der Busausstattung nicht wirklich viel unterschied. Doch in Japan gab es bei jedem Stopp tolle, saubere und kostenlose Toiletten. Zudem konnte man sich mit herrlichem Essen eindecken, welches teilweise frisch gekocht wurde.

Als Zeitvertreib überließ ich mich dem einen oder anderem Schläfchen oder hörte Hörbücher. Das Angebot eines Internetzugangs nutzte ich nicht, doch wie ich um mich herum mitbekam, war die Anbindung nicht immer die Beste oder nicht vorhanden.

So gingen die 7 Std. Fahrt bis Würzburg irgendwie vorüber und wir waren froh das Ziel erreicht zu haben.

Würzburg - Main & Festung Marienberg
Würzburg – Main & Festung Marienberg

Die Haltetestelle in Würzburg befand sind in einer Seitenstraße beim Bahnhof und war lediglich ein Haltepunkt wie für einen ganz normalen Bus des örtlichen Nahverkehrs. Es war nicht wirklich möglich zu erkennen, dass dies ein offizieller Ort für Fernbusse war, deshalb sorgte ich mich schon etwas, ob ich den richtigen Ort für die Abfahrt in 4 Tagen finden würde.

Doch jetzt konzentrierte ich mich darauf den Weg in die Stadt und das Hotel zu finden. Da ich keinen Stadtplan hatte, musste ich den einen oder anderen Passanten fragen und abgesehen von ein paar Jugendlichen, die mich Anstarrten als wolle ich sie auffressen und den Mund nicht auf bekamen, half mir jeder sehr freundlich und bemüht weiter.

Trotz dieser Widrigkeiten, erreichten wir das Hotel nach gerade mal 15 Min. Fußweg. Die Formalitäten an der Rezeption waren minimal und so konnten wir die Räume gleich beziehen.

Würzburg - Käppele
Würzburg – Käppele

Auch wenn sich die Räume als etwas in die Jahre gekommen herausstellen, waren es große, ruhige und saubere Räume, in denen nichts fehlte. Also was wollte man mehr. Doch wie so oft liegt Dilemma im Detail und das betraf im Besonderen mich.

Das Bad mit WC war auch schön und eigentlich groß genug. Doch hatte man das WC so unglücklich verbaut, dass ich es beim Besten Willen nicht verwenden konnte. Selbst in einem Flugzeug, in dem es für mich wirklich eng ist, war eine Nutzung möglich, doch hier ging wirklich nichts. Ich musste also auf die öffentliche Toilette in der Nähe der Rezeption, 3 Etagen tiefer ausweichen.

Dieses Problem schob ich bei Seite, denn nun wollten wir lieber noch einen Ausflug in die Stadt unternehmen, denn das Wetter war wirklich angenehm sonnig.

Unser erstes Ziel war der Main und die erhoffte Aussicht auf die Festung von Würzburg. Da unser Hotel nur wenige Fußminuten vom Fluss entfernt lag, lag die gewünscht Szenerie alsbald vor unseren Füßen und wir waren bei sofort begeistert.

Da wir kein konkretes Ziel hatten liefen wir Strom aufwärts zu alten Main Brücke, die auch schon aus der Entfernung sehr verheißungsvoll anmutete mit all den Skulpturen, die sich auf ihr verteilten. Tatsächlich wurden wurden wir nicht enttäuscht und die Bücke stellte sich als ein herrlich malerisches Bauwerk heraus.

Würzburg - Alte Main Brücke Skulptur
Würzburg – Alte Main Brücke Skulptur

Zwischenzeitlich änderte sich das Wetter und es zogen dunkle Regenwolken auf, welche dem Bauwerk, der Aussicht und der ganzen Szenerie eine herrliche Dramatik verlieh, die mich alles noch mehr genießen ließ. So schlenderten wir einmal auf die andere Mainseite und zurück, um dann die Stadt zu erkunden.

Ich gebe zu mit all den größeren und kleineren Straßen kam eine gewisse Verwirrung und Orientierungslosigkeit bei mir auf, doch ich sagte mir dass dieser Bereich der Stadt ich all zu groß war, sollte es egal, sein, dass ich nicht wusste wo wir waren. So war es auch, denn irgendwie gelang es immer wieder zu ermitteln wo wir waren.

Würzburg - Touristen Information
Würzburg – Touristen Information

Glücklicher Weise kamen wir an der Touristeninformation vorüber, wo wir uns gleich mit ein paar Informationen, Startplan usw. ausstatteten.  Auch erhielten wir einen Tipp für einen Restaurant Besuch, denn die Zeit des Abendessens rückte gnadenlos näher.

Auf dem Weg zum Restaurant entschieden wir uns kurz einer der vielen Kirchen einen Besuch abzustatten. Da wir gerade am Kollegiatstift Neumünster vorüber kamen, betraten wir dieses Gebäude und waren gleich überrascht und begeistert von dessen Ausgestaltung. Mit seinen weißen Wänden wirkte das Gebäude so herrlich hell und einladend. Auch die Deckengemälde vielen uns direkt ins Auge.

Würzbrug - Kollegiatstift Neumünster
Würzbrug – Kollegiatstift Neumünster

Neben dem Kirchenschiff und dem Altarbereich gab es noch andere Bereiche, die nicht weniger eindrucksvoll waren. Leider war es nicht möglich das Stift in seiner Gesamtheit zu erleben, denn um 18 Uhr wurde das Gebäude geschlossen und wir wurden gebeten zu gehen.

Würzbrug - Kollegiatstift Neumünster
Würzbrug – Kollegiatstift Neumünster
Würzbrug - Kollegiatstift Neumünster
Würzbrug – Kollegiatstift Neumünster

Diesem kulturellen Besuch ließen wir den kulinarischen Folgen. Als wir das Restaurant erreichten, war es, obwohl es eigentlich noch früh am Abend war, wirklich voll und dennoch konnte man uns einen Platz zuweisen.

Für diesen Abend entschieden wir uns für ein Mahl aus der fränkischen Küche, was für mich hieß ein Schäufele (Schweine Schulter) zu bestellen und für Eri das Würzburger Zwiebelfleisch. Während wir auf unser Essen warteten, wurde angefragt, ob ein anderer Gast an unserem Tisch sitzen dürfe. Wir hatten nichts dagegen und diesem Umstand war es zu verdanken, dass wir nicht nur ein leckeres Essen erhielten, sondern auch zu einer sehr anregenden Unterhaltung kamen.

Sicherlich hätten wir noch lange hier sitzen und schwatzen können, doch wurde der Platz irgendwann für neue Gäste benötigt und so zahlten wir und beendeten den netten Aufenthalt in der Gaststätte.

Würzburg - Innenstadt
Würzburg – Innenstadt

Unser Tag war sehr lang gewesen, deshalb spazierten wir zum Hotel, genossen dabei aber erneut die leeren Straßen und die hübsche Innenstadt. Ließen den Abend aber nicht mehr lang werden, sondern verschwanden alsbald in unseren Betten.