Japan (2015) – Osaka – Shitennoji & Tsutenkaku

Japan (2015) - OsakaDer heutige Ausflug sollte ein wenig spannend und aufregend für mich sein, denn ich wagte mich alleine in die Stadt und in die U-Bahn.

Ich muss gestehen, dass solch ein Ausflug mir doch etwas Respekt einflößte. Machte ich einen Spaziergang von unserer Wohnung, in die Umgebung, dann war dies alles ok, doch heute hieß es erst U-Bahn fahren und sich dann zu meinem Ausflugsziel durchschlagen.

Die besonderen Herausforderungen dabei waren, dass ich davon ausgehen musste, dass es nicht so leicht würde, jemanden nach dem Weg fragen zu können, keinen Stadtplan besaß,  und ich mich durch die Unterwelten Osakas arbeiten musste.

Als wir die Wohnung in Osaka bezogen, hatten wir ein kleines Gerät bekommen, welches sich „Pocket WiFi“ nannte. Dieses Gerät besitzt eine Sim-Karte,  über die es eine Verbindung ins Internet aufbaut. Gleichzeitig bildete es einen Hotspot, über den ich mich mit meinem Smartphone einwählen könnte, schon standen mir GPS und Kartenmaterial zur Verfügung und eine Navigation war damit, ohne Probleme für mich, möglich.

Anmerkung

In Japan gibt es so etwas wie *Prepaid SIM-Karten* nicht wirklich. Auch ist das Mieten von SIM-Karten sehr teuer, besonders, wenn man sich mehr als ein oder zwei Wochen aufhält, ist es fast unerschwinglich.

Mittlerweile gibt es für Touristen ein WiFi-Netzwerk, welches kostenlosen Zugang ermöglicht, doch dazu benötigt man ein i-Phone oder Android – Phone.
Mit meinem Windows –  Phone war die Nutzung nicht möglich. Auch stellten wir fest, dass man einen Pocket – WiFi mieten konnte, doch das Problem war, dass man das Gerät an einem Flughafen abgeben musste, was ein sehr zeitaufwendiger und teurer Ausflug würde, wenn man lediglich das Gerät zurückgeben wollte, ohne das Land via Flieger verlassen zu wollen.

Weiterhin lernten wir während des Aufenthalts, dass mittlerweile, durch Städte oder auch Unternehmen, kostenloser Zugang über WiFi angeboten wird, doch so manches Mal waren die Zugänge für mich nicht verständlich, da die Zugangseiten rein auf japanisch waren oder man sich umständlich registrieren musste;  natürlich waren auch keine Zugänge verfügbar, wenn man sie am dringendsten benötige.

An anderer Stelle hatte ich schon erwähnt, dass das Navigieren in japanischen Städten durchaus seine Tücken hat, da es nirgends Straßenschilder gab und wenn es sie geben würde, hätte ich so meine liebe Not, diese lesen zu können.

Japan (2015) - OsakaAuch für Japaner, die ein Gebiet nicht kannten, stellt das Finden von Plätzen  und Orten eine Herausforderung dar, besonders durch die extrem dichte Bebauung und die oft vorhandenen kleinen verwirrenden Gässchen, wird es zusätzlich erschwert,  sein Ziel auszumachen.

Zurück zum „Pocket – WiFi“. Hier hatte man uns nämlich die Information unterschlagen, dass es eine Beschränkung des Datenvolumens gab,  und das hatten wir schon nach wenigen Tagen aufgebraucht. Damit wurden wir jedoch auf eine Daten-Geschwindigkeit reduziert, die dieses Gerät fast unbrauchbar machte. Selbst das Abrufen von eMails entwickelte sich zu einem sehr zeitaufwändigen Unterfangen und war auch nicht immer von Erfolg gekrönt.

An die Nutzung von Diensten, die mehr Datenverkehr produzierte /Volumen verbrauchten, war somit kaum zu denken. Also hatte ich kaum eine Hoffnung,  mein Smartphone mit Karte verwenden zu können.

Ich musste also irgendwie zusehen mein Wunschziel, einen Tempel, zu erreichen.

Japan (2015) - OsakaDie Fahrt mit der U-Bahn war nicht ganz so dramatisch, denn es war Sonntag und da konnte ich für die U-Bahn einen Tagesfahrschein erwerben. Zudem brauchte ich die U-Bahn nicht zu wechseln, sondern konnte mit einer Linie bis zu meinem Ziel fahren.

Erfreulicherweise hatte man in Osaka den Stationen, neben ihren Namen, auch Nummern gegeben, und die U-Bahnlinie war farblich markiert. Es gab auch Informationen in der Bahn, und zwar auf Englisch, und damit war es wirklich kein Problem bis an mein Ziel zu kommen.

Am Ziel angekommen, stellte sich die Frage,  welchen der vielen Ausgänge ich nehmen müsse. Leider war auf dem Informationsschild, auf dem die Ausgänge beschrieben waren,  nirgends der Name _des_  Tempels, den ich zu besuchen gedachte,  aufgeführt.

Ich schaute wohl etwas verdutzt in der Gegend herum, so dass mir ein Bahnbeschäftigter zu Hilfe kam und mir auf Englisch erklärte, welchen Ausgang ich nehmen müsse, und er erklärte mir, dass ich nur einer großen Straße zu folgen hätte.

Japan (2015) - OsakaIch war sehr froh und dankbar, eine solch gute Hilfe erhalten zu haben und machte mich voller Zuversicht auf meinen Weg. Doch schon beim Verlassen des U-Bahn – Bereiches stellte sich heraus, dass dieser Ort ein wahrlich großer Bahnhof war und ich nicht sicher war, ob ich auf dem Rückweg wieder zur richtigen U-Bahn finden würde.

Doch nun fand ich erst einmal meinen Ausgang und eine große Straße, von der ich hoffte, dass es jene war, der ich zu folgen hatte.

Ich marschierte etwas vor mich hin, war mir zwar bezüglich der Richtung sicher, doch hatte ich keine Idee, wie weit ich zu laufen hatte. Da hatte ich die Idee,  einen kostenfreien HotSpot zu suchen, um evtl. eine Karte laden zu können, um dann etwas mehr Überblick zu bekommen.

Leider scheiterte ich an dieser Unternehmung. Doch ich stellte fest, dass ich mit viel Geduld über meinen Pocket-WiFi lokales Kartenmaterial laden konnte (ca. 5-10 Minuten dauerte das Laden des lokalen Kartenausschnitts).

Anmerkung

Vielleicht mag sich der ein oder andere fragen, warum ich das Kartenmaterial nicht offline auf meinen Smartphone speichere, um es zu nutzen. Da muss ich leider entgegen, dass das Google Kartenmaterial, mit meinem Windows-Phone, dies nicht vorsieht und bei anderen Anbietern,  wo es so etwas gibt, es kein verwertbares Karten –  Material über Japan gibt. Besonders der Dienst „Here“ von Nokia präsentiert Japan so, als gäbe es gerade mal eine Straße

Jetzt,  wo ich feststellen konnte wo ich war und wohin ich wollte, wurde alles viel einfacher.

Allerdings musste ich mir eingestehen, dass ich, ohne dieses Hilfsmittel,  den Tempel wohl eher nicht gefunden hätte.

So ging es zügig und ohne weitere Probleme zu meinem gewünschten Ziel, dem Shitennoji Templej, den ich nun tatsächlich ohne Probleme fand.

Japan (2015) - OsakaDie Anlage des Tempels erwies sich als wahrlich groß und, obwohl der zentrale Bereich renoviert wurde und nicht besonders hübsch verpackt in der Mitte der Anlage in den Himmel ragte, gab es sehr viel zu sehen.

Mich erfreute zusätzlich, dass die Anzahl der Besucher wirklich sehr überschaubar war, und ich alles ganz in Ruhe genießen konnte.

Japan (2015) - OsakaBesonders beeindruckte mich ein Gebäude, welches hinter einer kleinen Mauer versteckt war. Als ich dort durch das Tor trat, sah ich zuerst eine weite, schöne,  glatt gerechte Steinfläche und anschließend die Gebäude. Alles sah so harmonisch und schön aus,  und so blieb ich überdurchschnittlich lang dort.

Japan (2015) - OsakaMein Rundgang durch die Anlage erstreckte sich über fast 4 Std. und ich wollte nicht wissen, wie lange es gedauert hätte, wäre ein Bereich davon nicht renoviert worden.

Japan (2015) - OsakaDank des „funktionierenden“ GPS traute ich mir am Ende meines Aufenthalts zu, noch einen weiteren Ort, nämlich den alten Fernsehturm von Osaka, zu besuchen.

Ich hatte ihn, schon bei meiner Ankunft in diesem Gebiet, entdeckt und hatte mir insgeheim gewünscht, ihn auch zu besuchen, doch ohne Stadtkarte hatte ich diese Idee seinerzeit verworfen.

Mein Weg führte mich noch an einem anderen Tempel vorüber, der mit seinem,  extrem modern aussehenden,  Eingangstor meine Aufmerksamkeit fesselte. Es sprach nichts dagegen, dort auch einen kleinen Halt einzulegen.

Japan (2015) - Osaka Japan (2015) - OsakaDieser Tempel erwies sich als sehr populär für die einheimische Bevölkerung, denn diese strömten wirklich Scharenweise auf das Gelände und zelebrierten dort ihren Glauben.

Den Fernsehturm fand ich auch ohne jegliche Probleme und was mich irgendwie am meisten freute, war die Tatsache, dass ich ihn nicht über den Hauptweg anlief, sondern über einen nicht ganz so populären Weg.
So konnte ich den Turm erst einmal alleine genießen, was sich jedoch änderte, als ich die Hauptstraße zum Turm erreichte.

Japan (2015) - OsakaDort gab es massenweise Restaurants, viel Werbung und noch mehr Touristen, die mit den verrücktesten Posen versuchten, ein Selfie oder Gruppenfotos zu machen.

Den Turm zu besteigen stand nicht auf meinem Programm. Dies hatte ich vor vielen, vielen Jahren schon einmal getan und dabei gelernt, dass in den Fenstern Draht eingearbeitet wurde, der zwar die Aussicht nicht einschränkte, doch beim Fotografieren nicht wirklich viel Freude bereitet.

So entschied ich mich,  meine nächste Herausforderung anzugehen und eine U-Bahnstation zu finden,  über die ich wieder in Richtung Wohnung fahren konnte.

Japan (2015) - OsakaDank Smartphone und GPS gelangte ich, auch durchaus zügig,  bis in die Nähe der Station, doch dort begann das Suchen. Leider gab es hier keine großen Schilder,  die den Zugang zur Station markierten, so wie ich es aus Berlin, oder anderen Städten, kannte. Stattdessen waren es wahrlich kleine Logos, die nicht besonders auffällig waren.

Ich arbeite mich bis zu einem Bahnhof von JR (Japanese Railway – Japansichen Eisenbahn) vor und fragte dort einen der Bediensteten. Ich erhielt zur Antwort, dass dies nicht die U-Bahn sei, aber er gab mir einen Hinweis wohin ich müsse.

Mal wieder rechts und links verwechselnd marschierte ich los und fand die Station natürlich nicht. Deshalb suchte ich mir einen jungen Menschen, in der Hoffnung, dass er mir helfen konnte und Englisch sprach.

Ich wurde nicht enttäuscht, und der junge Mann erwies sich als extrem hilfsbereit. Nachdem er meinte, wir seien schon ganz in der Nähe, zückte er sein Smartphone, suchte den Bahnhof und brachte mich, nach der ein- oder anderen Verwirrung,  zu ihm.

Ich bedanke mich und verschwand in den Untergrund, wo ich nochmals etwas raten musste,  wohin ich genau musste. Da halfen mir die Farbmarkierungen der U-Bahn, und dass ich eine Vorstellung davon hatte, in welche Richtung ich genau zu fahren hätte.

Dank der Nummerierung der Haltestellen, fand ich ohne Probleme zurück zu meinem Ausgangspunkt und zur Wohnung.

Ich war froh über dieses Abenteuer, über die vielen netten und hilfreichen Menschen,  sowie über den Umstand, dass ich ein paar Daten aus meinem Poket-Wifi-Router quetschen konnte.

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