Japan (2016) – Nagasaki – Einbeiniges Tori

Japan (2015) - NagasakiMittlerweile hatten wir Nagasaki erreicht. Bislang war ich  noch nie so tief im Süden Japans gewesen.

Ich war gespannt, wie sich diese Stadt, die durch den Abwurf einer Atombombe ausradiert worden war,  heutzutage präsentiert. Hiroshima hatte ich auf der Reise zuvor gesehen und ich war beeindruckt, wie man dort dieses Thema aufgearbeitet hatte und nun versucht, auf die Schrecken eines solchen Waffeneinsatzes hinzuweisen.

Unser Hotel steht etwas außerhalb vom Zentrum der Stadt, doch wie wir feststellten,  war es gerade mal 800 Meter vom Friedenspark, dem Ort des Bombenabwurf und der Gedenkstätte,  entfernt. So lag es nahe,  diesen Besuch direkt an den Anfang unserer Besichtigung der Stadt zu stellen.

Wieder standen wir vor dem kleinen Problem, dass wir im Hotel zwar erfahren konnten, wo sich der Park befand, uns auf dem Wege dorthin jedoch weder  Karte, noch Navigation über Smartphone, zur Verfügung stand.

Japan (2015) - NagasakiDa war es gut, dass hier in der Stadt durchaus regelmäßig Schilder zu finden waren, die einem den Weg zur gewünschten Sehenswürdigkeit Wiesen, und auf diese Weise konnten wir den Friedenspark durchaus zügig finden.

Bevor wir jedoch den Park erreichten, kamen wir zu der Stelle,  an der seinerzeit die Bombe einschlug.
Dort hatte man mit einem sehr schlichten Denkmal diesen Bombentrichter markiert.

Japan (2015) - NagasakiEs fällt heute wirklich schwer, sich das Ausmaß der Vernichtung vorzustellen. Lediglich, wenn man sich die Originalaufnahmen, die es dort gibt ansah, kann man ermessen, dass dieser Ort nur noch ein wüstes und leeres Stück Land war.

Auch der Friedenspark, mit seinen Skulpturen und den Hauptdenkmal einer übergroßen männlichen Skulptur, deren einer Arm in den Himmel gerichtet ist und der andere horizontal zur Erde zeigt (Der zum Himmel gerichtete Arm soll zeigen, woher das Unheil über die Stadt kam, und der horizontale Arm soll den Wunsch nach Frieden symbolisieren), ließen mich die verheerende Situation,  die seit dem Abwurf herrschte, kaum erfassen.

Japan (2015) - Nagasaki Japan (2015) - Nagasaki Japan (2015) - NagasakiAuf dem weiteren Weg trafen wir immer wieder auf Objekte, die das Inferno überstanden hatten und nun als  „Mahnmal gegen Krieg“ zu sehen ist.

An unserem nächsten Ziel entdeckten wir einen anderen Teil der Geschichte Nagasakis, nämlich die der ersten Kontakte mit Europa und der Christianisierung des Süden Japans.

So findet man heute noch verschiedentlich europäische Gebäude und auch einige kirchliche Häuser, die von jener Zeit zeugen.

Japan (2015) - NagasakiDas Christentum, welches kurz eine Blütezeit im Süden Japans hatte, fand sein Ende, als sich die politische Lage Japans änderte, der Kontakt mit dem Ausland und seinen Folgen nicht mehr gerne gesehen wurden und nach und nach verbannt worden waren.

Wir erreichten eine Kirche, die stolz in den Himmel ragte und ein Zeichen des Christentum in dieser Gegend symbolisierte.

Japan (2015) - NagasakiDer weitere Weg war nicht sonderlich spektakulär und so war ich froh, als wir schließlich einen wirklich spannenden Ort erreichten. Es handelte sich dabei um einen Schrein.

Das Besondere war, dass es dort ein Tori gab, welches lediglich ein Bein hatte. Erst konnte ich es mir nicht erklären, doch eine Informationstafel klärte den Umstand auf.

Japan (2015) - NagasakiDieses Tori hatte grundsätzlich die Atombombe überstanden, doch es war nur eines der beiden Beine übrig geblieben. Anstatt es wieder aufzubauen, hatte man sich hier entschieden dieses Tor,  so wie es war,  zu erhalten.

Es gab noch etwas anderes,  was  die Verwüstung überstanden hatte und das waren zwei Bäume, die am Eingang des Schreins heute stark und grün in den Himmel reichten. Es war so schön anzusehen, welche Kraft und Vitalität die Bäume heute ausstrahlten, auch wenn man die ein oder andere Wunde im Stamm versiegelt hatte, um deren Überleben auch weiterhin zu sichern.

Japan (2016) - NagasakiMit diesen, sehr beeindruckenden,  Symbolen des Überlebens und neuen Lebens, beendeten wir unseren Ausflug, denn unser Hotel befand sich nur rund 50 Meter von diesem so eindrucksvollen Ort entfernt.

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