Japan (2018) – Osaka – Namba bei Nacht

Langsam begann sich die Nacht über Osaka (Namba)  auszubreiten und das Ende dieses grandiosen Tages begann, doch dieser letzte Abschnitt des Tagesausfluges begann mit einem gehörigen Schreck.

Wir waren wirklich lange unterwegs und sind viel gelaufen. So hatten wir uns  ein Abendessen verdient. Um dem Hunger entgegenzuwirken, besuchten wir ein chinesisches Restaurant, welche u.A. für ihre Teigatschen berühmt sind.

Während unseres Aufenthalts in dem Lokal, musste ich die Batterie in meinem Fotoapparat wechseln. Dazu hatte ich bei meinem Rucksack den Kamerateil geöffnet, um an die Batterien zu kommen. Hier befanden sich neben den Batterien auch meine ganzen Objektive und  Spiegelreflexkamera, die ich an diesem Tag nicht zum Einsatz gebracht hatte.

Japan (2018) - Osaka - Namba bei Nacht

Nachdem wir gesättigt waren, verließen wir das Restaurant. Während wir die Treppen vom Restaurant nach unten kletterten, hatte mein Guide die Idee, noch ein besonderes Eis im Straßenverkauf des Restaurants zu erwerben. Gesagt getan.

Ich hatte gerade das Eis in Empfang genommen und machte mich darüber her, als es einen ordentlichen Knall gab und der Rucksack schlagartig leichter wurde. Nach einer ersten Verwirrung, musste ich realisieren, dass ich wohl den Kamerateil des Rucksacks nicht richtig geschlossen hatte und nun meine gesamte Fotoausrüstung auf den Boden geknallt war. Überall lagen meine Objektive, Batterien, Filter und der Fotoapparat. Ohhhhh … was für ein Schreck.

Eine Beschäftigte vom Verkaufsstand rannte gleich los, und half all meine Sachen einzusammeln. Das fand ich mehr als nett und auch mein Guide reichte mir ein Teil nach dem anderen, bis ich schließlich alles wieder beisammen hatte.

Ich prüfte kurz die Kamera und meinte festzustellen, dass alles in Ordnung war. Für eine Prüfung der Objektive und Filter hatte ich nun keine Zeit und ruhige Gelegenheit und so packte ich erst einmal alles ein und hoffte das Beste.

Trotz dieses Desasters setzten wir unseren Weg durch Namba fort. Mittlerweile war die Zeit schon deutlich fortgeschritten, was bedeutete, dass sich die Straßen und Einkaufsarkaden dramatisch mit Menschen gefüllt hatte.

Als erstes erreichten wir auf unserem Weg den Hozenji Tempel. Bei ihm handelt es sich um einen Tempel, den man wohl immer aufsuchen kann, so dass die Leute die bis spät in die Nacht oder Morgen arbeiten auch die Möglichkeit bekamen ihren religiösen Wünschen nachzukommen. Das fand ich eine wirklich tolle Sache.

Der weitere Weg führte uns durch mehr oder weniger kleine Gässchen und so merkte ich für kurze Zeit nicht, wie dicht die Masse Mensch in den Straßen mittlerweile geworden war.

Dies änderte sich, als wir das Gebiet um den Dotobori-Osaka Nacht Markt erreichten. Hier hieß es sich stellenweise einfach nur geschickt in den Fluss an Menschen einzufädeln und zu versuchen etwas vom Umfeld zu erhaschen.

Zum Glück gab es immer wieder die Möglichkeit dem Strom zu entrinnen und die übergroßen Dekorationen an den Häuserwänden und die riesigen Neonanzeigen zu bestaunen.

Wenn ich schon in diesem Gebiet war, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, um die bei Touristen sehr beliebte „The Glico Running Man“ Neon-Leuchtreklame zu besuchen. Auch wenn dieses Werk seien Ursprung als Werbung begonnen hatte, hat sie heute einen gewissen Kultstatus erreicht.

So überlebt dieses Stück Zeitgeschichte den steten Wandel des Gebietes und es wurde sogar in die Neuzeit überführt, in dem man es in eine LED-Variante (nicht ohne Zweifel und Wiedersprüche) überführte.

Japan (2018) - Osaka - Namba bei Nacht

Zum Abschluss genoss ich noch den Blick über den Dotonbori Kanal, was bei dem vielen Leuchten und Blinken wirklich eindrucksvoll war, besonders da sich all das Licht im Wasser des Kanals spiegelte.

Nun war es aber Zeit diesen Ausflug zu einem Ende zu bringen und so brachte mich mein Guide zum Umeda Bahnhof der Hankyu Eisenbahngesellschaft.

Wir verabschiedeten uns und konnte meinem Guide wahrlich nicht genug danken für solch einen grandios spannenden und erlebnisreichen Tag.

Da ich auf meinen Ausflug zum Berg Kongo gelernt hatte, wo mein Zug zurück nach Kobe abfahren würde, konnte ich heute souverän meinen Zug finden und die Rückreise nach Kobe antreten.

Nachtrag …

Für alle die es interessiert: Meine Kamera und die gesamte Ausrüstung hatte den mehr als unsanften Sturz auf den harten Boden der Einkaufspassage schadlos überstanden. Das erleichterte mich extrem, denn es standen noch ein paar mehr als herausragende Ausflüge auf dieser Reise an, für die ich meine Spiegelreflex Kamera mehr als benötigte, auch wenn ich mit den Fotos aus meiner kleinen kompakten Kamera überdurchschnittlich zufrieden war.

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