Südamerika (2009) – Brasilien – 15. Tag – Piranhas an der Schnur (21.08.2009)

Informationen zum Pantanál … http://de.wikipedia.org/wiki/Pantanal

Heute stand Reiten auf dem Programm. Nicht wirklich das womit man mich locken kann. So meinte ich, dass ich eher nicht an dieser Aktivität teilhaben möchte. Als ich dann hörte, dass man auch von Seiten der Pferdebesitzer eine nicht Teilnahme anraten würde, hatte ich zumindest eine offizielle Ausrede.

Zudem war ich noch völlig beseelt von dem herrlichen Sonnenaufgang am Morgen und das herrliche Licht was über der Landschaft lag, lockte mich eher die Kamera zu nehmen und auf Vogelpirsch zu gehen, als durch die Gegend geschaukelt zu werden.

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Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen zuzusehen wie die Pferde verteilt wurden und dann in einer langen Reihe in Richtung Buschland aufgebrochen wurde. Trotz dieses romantischen Anblicks, kam bei mir kein Gefühl von Verlust auf.

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Ich gebe zu, weit kam ich bei meiner Vogelexkursion nicht wirklich. Ich schätze mal, dass ich gerade 500 Meter Stück Straße schaffte. Doch auf dieser kurzen Wegstrecke gab es so viel an Tieren zu beobachten, dass ich einfach nicht vorwärts kam.

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Besonders große Begeisterung fand bei mir, ein kleines fast der Austrocknung nahes Wasserloch. Hier tummelten sich allerlei kleinere Vögel. Diese Nutzen dieses Gewässer für ausgiebige Waschorgien. Ich habe noch nie so viele Vögel so begeistert baden sehen. So hielt ich mich hier besonders lange auf.

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Als ich zur Unterkunft zurückkehrte, war ich doch erstaunt, dass der Reitausflug schon vorüber war. Zudem erfuhr ich, dass einer aus meiner Reisegruppe, diesen Ausflug nicht ganz Schadlos überstanden hatte. Was genau passiert war weiss ich nicht, er war jedoch kopfüber vom Pferd geplumpst, nachdem das Tier wohl etwas unwillig war die Last weiter zu tragen. Nach dem Abwurf muss das Pferd auch noch, in guter alter Westlernmanier, gebockt und buckelt haben. Na, da war ich um so mehr froh, dass ich dieses Abenteuer ausgelassen hatte.

Nach dem Mittagessen, stand das nächste Highlight des Tages an. Ein Piranhas Angelausflug. Ich gebe schon wieder zu, dass weder das Thema Angeln, noch Fisch im allgemeinen oder Piranhas im Speziellen Begeisterungswallungen hervorrief. Doch trotzdem nahm ich an dem  Ausflug teil, allerdings nur als Zuseher.

Zur Angelstelle ging es heute das erste Mal mit dem für dieses Gebiet typischen Fortbewegungsmittel. Es war ein Pickup, auf dessen Ladefläche 2 Bänke befestigt waren und auf denen die Passagiere Platz nehmen durfte. Eine unter Umständen sehr zugige Erfahrung oder auch bei Trockenheit sehr staubig.

Da die zu befahrende Strecke eher eine Piste als eine Straße ist, gab es gehörige Schläge auf das Hinterteil und den Rücken und so manches Mal wurde man ordentlich durch geschüttelt. Irgendwo machte es aber Spaß. Zumindest ein Mal.

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Am Angelplatz angelangt wurde Fleisch vorbereitet und nach einem kurzen Fußmarsch durch den Busch, war jene Stelle erreicht an der sich den Nervenkitzel Piranhas Angeln gestellt werden sollte. Jeder hatte dazu sein Stöckchen mit Schnur und Hacken. An den Haken kam ein kleines Stück Fleisch und das ließ man ins Wasser hängen. Bei unserem Guide dauerte es auch nicht lange, bis er das erste Tier aus dem Wasser gezogen hatte. Bei allen Anderen dauerte es eher langer, denn zumeist fraßen die Fische den Köder ohne sich fangen zu lassen.

Beobachtete man den Guide, erkannte man schnell, warum er ein deutlich besseres Händchen hatte, denn nachdem er merkte, dass ein Fisch am Köder war, zog er kräftig an der Leine und der Fisch war erledigt. Machte man das nicht so, wurde der Köder lustig gefressen. Trotzdem kam im Verlaufe der Zeit einiges an Fischen zusammen.

Eines merkte man aber auch, dass unser Guide mit den Tieren sehr respektvoll umging. Wenn sie noch irgendwie zuckten, sprang er eher einmal zurück ,als den Helden zu spielen. Also ganz so ungefährlich scheinen diese Tierchen wahrlich nicht zu sein.

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Die Rückfahrt durfte ich im Fahrerhaus verbringen und so hatte ich eine sehr bequemen Rückfahrt. Auch war dieser Fahrer wirklich sehr behutsam und so durfte sich auch das Geschunkel auf der Ladefläche in Grenzen gehalten haben. Ein klein wenig Nachteilig war mein Platz lediglich in Sicht auf die Tiere, die wir auf der Fahrt zu sehen bekamen. Hier gab unser Guide per Klopfen Zeichen, dass gehalten werden sollte. Nun mußte ich jedes mal Aussteigen, um zu sehen was es zu sehen gab, doch eigentlich passte das alles sehr gut und ich hatte viel Spaß bei dieser Rückfahrt.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 14. Tag – Auf ins Pantanál (20.08.2009)

Am Morgen war von dem Unwetter nicht mehr viel zu merken. Die Landschaft lag jungfräulich vor einem, so als wäre nichts gewesen. Ich hatte nichts dagegen, unter diesen Voraussetzungen ins Pantanál aufzubrechen.

Am Abend hatte ich schon begonnen mein Gepäck vorzubereiten und hier hatte sich schon herausgestellt, dass es etwas schwierig wird. Ich hatte mich ämlich was das Volumen meines Gepäcks angeht und dem Rucksack in den alles sollte etwas verschätzt. Ich bekam zwar alles hinein, doch fürchtete ich beim öffnen, dass alles explosionsartig heraus katapultiert würde.

Für die Fahrt ins Pantanal stand ein kleiner Bus zur Verfügung, der für mich, etwas eng war. So war die Fahrt nicht übermäßig bequem. Aber wer hatte auch schon behauptet, dass ich zum Spaß hier sein.

Die erste Zeit verschlief ich, doch als wir die Hauptstraße verließen und auf eine Piste abbogen, lohnte es sich alle mal aus dem Fenster zu schauen. Die Landschaft ähnelte, dem was wir schon geraume Zeit sahen, doch nahm der Tierreichtum deutlich zu. So wurde ab und an angehalten und weil und Guid etwas entdeckt hatte, was sich zu beobachten lohnte. So bekamen wir allerlei Getier und Pflanzen zu sehen und die Anreise wurde sehr kurzweilig. Dass das geholper und geschunkel ab und zu Unterbrochen wurde, hatte auch wirklich seinen Reiz.

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Sehr erfreut war ich auch über die Tatsache, dass wir an ein paar Cowboys vorüber kamen und auch hier einen klein Stopp einlegten.

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Schließlich erreichte der Bus die Unterkunft, deren Namen auf eine der Attraktionen des Orten hinwies, nämlich blaue Papageien. Die Lage der Gebäude war grandios. Es lag in einem offenen Teil dieser Savannenlandschaft an mehreren Wasserlöchern. Diesem Umstand sollte es zu verdanken sein, dass es hier wahrlich viel Tierleben gab und somit auch viel zu entdecken gab. Zudem kamen am Abend die besagten blauen Papageien ans Wasser. Alles in allem rosige Aussichten für die kommenden Tage.

Weniger begeistern tat der Umstand, dass Gemeinschaftszimmer bezogen werden sollten. Im Grunde störte mich das ja nicht, doch all zu oft hatte ich in ver Vergangenheit wegen meines Schnarchens große Probleme geabt. So meinte ich, dass ich dort nicht schlafen könne. Ich würde auch gern auf einer Isomatte irgendwo auf einer Veranda liegen. Doch daraus wurde nichts. Ich erhielt stattdessen ein eigenes Zimmer. Was für eine hübsche Überraschung.

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Eine erste Erkundung der Wasserlöcher ergab, dass diese voll mit Ksimanen waren. Sie kamen auch gleich heraus gekrochen, und so konnten sie ausführlich bestaunt werden. Auch wenn die Vorstellung, dass der Mensch nicht in sein Beuteschema gehört beruhige, wurde ein gewisser respektvoller Abstand gehalten. Bis auf den Streichelkaiman. Diesen durfte man von Hinten vorsichtig am Strand streicheln. Dies lag mir eher fern und so verzichtete ich darauf.

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Bevor wir unseren Nachmittäglichen Ausflug in die Landschaft unternahmen, gab es noch eine kleine Einführung in das Gebiet. So erfuhr ich, dass dieses Gebiet eine Fläche des Deutschland vor 1989 einnahem und es ein wahres Tier und vorallem Vogelparadies ist. Dadurch, dass der größte Teil des Gebietes nicht erschlossen ist und nur via Pferd erlebt werden kann, dürfte das wohl auch noch eine Weile so bleiben.

Die Region kennt zwei Jahreszeiten, die sich aber nicht durch große Temperaturschwankungen bemerkbar macht, sondern anhand der Wassermenge die sich hier befinden. So gibt es jene Zeit in der das Gebiet weitflächig überschwemmt ist und die Zeit, in der es mehr oder weniger Trocken ist. Wir waren hier währen der Trockenzeit.

Mit diesen und viel mehr an Informationen begannen wir unseren Ausflug. Hier gab es so viel zu sehen und zu entdecken, dass das Auge mehr als ruhelos durch die Landschaft glitt.

Etwas unangenehm wurde es für mich, als wir gleich zu Beginn an einem See vorrüber kamen. Hier schlug unser Guid einen Weg via Machetee. So brauchte nichtmehr mit dem Gestrüpp gekämpft werden, mehr mit dem völlig durchweichten Untergrund. Es kam wie es kommen musste ich versank bis zur Hälte meiner Wade. Beim Versuch mich zu Befreien versank der andere Fuß auch gleich und mein Schuh blieb im Dreck verschwunden.

Es dauerte einiges an Zeit und Mühe, bis ich auch dieser Situation befreit war.

Der weitere Weg brauchte dann nur noch genossen werden, auch wenn ich den Untergrund argwöhnisch beobachtete und ich auch aufpassen musste.

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Der Tag wurde mit der Beobachtung der blauen Papageien am Haus abgeschlossen und so fand ein durchaus abenteuerlicher Tag sein Ende.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 13. Tag – Erster Eindruck Pantanál (19.08.2009)

Informationen zum Pantanál … http://de.wikipedia.org/wiki/Pantanal

An diesem Tag sollte ich einen ersten Eindruck vom Pantanál erhalten, denn es stand ein Bootsausflug auf dem Rio Salobra auf dem Programm.

Doch begonnen wurde der Tag mit einem wirklich tollen Frühstück Büfett. Es gab wieder Wurst, Käse, Brot, Kuchen, Obst, Müsli und viel mehr. Das ganze dazu wider sehr ansprechend präsentiert, so das es eine Freude war sich den Genüssen hinzugeben.

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Nach diesem fürstlichen Mahl stand die Abfahrt zu unserem Ausflug an. Doch bevor diesen begannen, mussten wir uns von einem Mitglied verabschieden, denn heute begann die Überführung des Fahrzeugs nach Bolivien.

Nicht weit von Miranda entfernt begann schließlich unser Ausflugsabenteuer in typischen Fischerbooten der Einheimischen. In diese kleine Nussschale zu klettern erwies sich für mich mal wieder als etwas kniffelig, denn schwankender Boden ist nicht meine Welt und so war ich froh, als ich schließlich saß und die Fahrt nur noch genießen brauchte.

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Schon kurz nach dem Beginn des Ausflug gab es die ersten Vögel zu sehen. Mein Bootsführer tippte mir auch immer gleich auf die Schulter, wenn er etwas entdeckte, damit auch ich in dem vielen Grün die Vielfalt der Tiere entdecken konnte.

Neben den vielen Vögeln, gab es auch Wasserschweine und Kaimane zu sehen. Wirklich alles in allem sehr aufregend.

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Am Endpunkt des Vorstoß auf den Rio Salobra gab es eine kurze Unterbrechung der Fahrt, die ich mit einem Kniefall in den Schlamm begann. Hier durfte, wer wollte baden und das kühl des Flusses genießen. Ich gebe zu, ich verzichtete darauf.

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Ich denke die Rückfahrt machte den Bootsführern am meisten Spaß, denn hier drehten sie mal so richtig am Gashebel und rasten den Fluss hinunter. Dass es auch mir Spaß gemacht hat, über den durch das dichte grün windende Fluss, hinweg zuschießen, kann ruhig zugegeben werden. Trotz der rasanten Fahrt wurde ab und an gehalten, um erneut div. Vögel bestaunen zu können.

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Den Abschluss dieses Ausflug bildete mal wieder ein herrliches Mittagessen. Es gab ein typisches Pantaneiro-Gericht – also viel Fisch. Ich schaute mir ihn nur an, denn mit Fisch habe ich es nunmal nicht so sehr. Satt wurde ich aber alle mal.

Zurück in Miranda schauten wir noch in einer Einrichtung vorbei, in der man die handwerkliche Kunst der Ureinwohner der Region bestaunen konnte und auch das ein oder andere Schmuckstück erwerben konnte.

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Mit diesem Besuch war unser heutiges Programm beendet und der restliche Tag stand zur freien Verfügung. Diese Tatsache nutze ich, um mich in den örtlichen Supermarkt zu verkrümeln und mir das ein oder andere zu kaufen. Besonders wichtig war mir, meinen Vorrat an Mückenstich zu erweitern, denn lieber einmal zu viel etwas aufgespürt, als noch mehr wie ein Streuselkuchen auszusehen, als es ohnehin bis jetzt der Fall war.

Der Tag endete mit einem gewaltigen Gewitter. Die Wassermassen an diesem Abend vom Himmel fielen, hatte ich wohl im gesamten vergangenen Jahr nicht in Deutschland abbekommen. Zudem schlug der Blitz regelmäßig in die Stromversorgung ein, so dass ich ab und zu kurz im Dunklen saß und viel verehrender ich keinen Internetzugang mehr hatte.

Südamerika (2009) – Brasilien – 12. Tag – Das Ende einer Reise (18.08.2009)

Dieser Tag sollte wieder ein Fahrtag werden, jedoch mit mehreren Besonderheiten. Zum einen sollte die Fahrt mit 4 Std. sehr kurz ausfallen, doch wesentlich bedeutsamer sollte sein, dass wir uns heute für die nächsten Tage vom Fahrzeug trennen. Wir würden nämlich für die nächsten Tage im Pantanál (ein riesiges Schwemmland) verschwinden, um anschließen mit dem Flieger nach Bolivien weiter zu Reisen. Das Fahrzeug würde von hier überführt werden, was die Bewältigung von etlichen tausend Kilometern bedeutet.

Erst einmal durfte der Tag aber geruhsam begonnen werden. Auch wenn der Himmel am Morgen sehr traurig wirkte, so war zumindest ein Regenschauer wie in der Vornacht nicht vorgekommen. Es gab lediglich ab und zu leichte Regenschauer.

Ich nutze den Morgen, um die Umgebung etwas zu erkunden und dabei den ein oder anderen Vogel zu entdecken, die hier auf dem Zeltplatz in großer Vielfalt vorzufinden waren. So entdeckte ich doch tatsächlich meinen ersten Kolibri in freier Natur – ein tolles Gefühl.

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Geräusche des Waldes

Kurz vor unserer Abfahrt tauche noch eine kleine Affenfamilie auf, die es sich in den Bäumen gut gehen ließ. Es war sehr schön einmal diese Tiere in freier Natur erleben zu können.

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Die Fahrt verschlief ich zumeist, doch wenn es etwas sehen gab, genoß ich es, dass angehalten wurde und wir verschiedenste Tiere und Pflanzen sehen konnten.

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Unser Hotel in Miranda gefiel mir wirklich ganz gut, wenngleich erst einmal eine andere Aktivität im Vordergrund stand. Das Gepäck mußte neu zusammengestellt werden. Wir nahmen für die kommenden Tage nur das wesentliche mit und der Rest des Gepäcks sollte via Fahrzeug seinen Weg nach Bolivien finden. Zum Glück bekamen wir Packlisten an die Hand und so war die Zusammenstellung eher ein Klacks als eine Mühe.

Nach dieser Arbeit genoß ich noch eine herrlich erfrischende Dusche, doch irgendwie immer mit dem Gedanken an einen möglichen kleinen Stromschlag.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 11. Tag – Der Arche Noha sehr nah (17.08.2009)

Noch nie war ich dem Freischwimmerdabzeichen innerhalb eines Zeltes so nah wie in dieser Nacht. Was war passiert?

Als ich am vergangenen Abend im Bett verschwand war es so heiß, dass ich großzügig auf eine Decke verzichtete. Auch hatte ich nur das Innenzelt aufgebaut, um so etwas mehr Luft im Zelt zu haben. Um etwaigen Wetteränderungen Rechnung zu tragen, hatte ich das Zelt in einem der überdachten Flächen anvertraut. Doch all dies erklären aber noch nicht den Wassereinbruch im Zelt.

Ich hatte schon mitbekommen, dass in der Nacht die heiß und trocken begonnen hatte, viele Wetterleuchten den Himmel erhellten. Ich dachte aber darüber nicht weiter nach, vor allem was dies bedeuten könnte. Ich drehte mich stets um und schlief weiter. Irgendwann setzte ein heftiger Wind ein und ich merkte, dass das Wetterleuchten in ein ordentliches Gewitter, mit gewaltigen Sturmböen gewechselt hatte. Auch das ignorierte ich noch, denn ich hatte mein Zelt ja untergestellt.

Irgendwann ließ sich der Sturm und er Regen nicht weiter ignorieren, denn der Regen fiel mittlerweile waagerecht und wurde durch den Sturm gegen das Zelt gepeitscht. Das führte schließlich dazu, dass irgendwann der Wasserpegel in meinem Zelt zu steigen begann. Ich gebe zu, besonders aufregen tat mich das nicht, sonder ich nahm mein Handtuch, was sehr saugfähig sein sollte, und wischte alles fleißig auf. So hielt ich das Unangenehme an dieser Situation etwas in Grenzen.

Irgendwann hatte ich kleine Lust mehr zu wischen. Ich stellte meine Ausrüstung einfach so zusammen, dass die empfindlichen Dinge keinen Schaden bekommen, kroch unter die trockene Seite des Schlafsacks, zog die Beine ein, damit sie nicht in der Pfütze lagen und schlief ein und weiter.

Am Morgen sah ich mir die Bescherung an und stellte mit Befriedigung fest, dass es nicht mehr viel schlimmer geworden war und mein Handtuch fleissige Saugarbeit geleistet hatte.

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Diese Wolke zeigte am Morgen genau das was ich von der Nacht gehalten hatte.
Ein großer Daumen nach unten

Das Element Wasser blieb an diesem Tag weiter bestimmend, doch auf wesentlich angenehmere Weise. Wir wollten am Oberlauf des Rio da Prata schnorcheln gehen und dabei den Fischreichtum des Gewässer kennen lernen.

Das einzige was mir diesbezüglich etwas Sorge bereitete war die Tatsache, dass ein Neoprenanzug getragen werden musste. Ich hatte große Zweifel, dass es einen in meiner Größe gäbe. Um es vorweg zunehmen, es gab einen und durch ein Wunder bekam ich ihn mit Hilfe auch zu. Doch eine ordentlich geschnürte Salami oder Leberwurst gibt sicherlich ein hübscheres Bild ab als ich.

Den Ausflug ins Wasser mußte ich mir leider noch hart erlaufen, denn zum Einstieg in den Fluß mussten rund 40 Min. Fußweg bei großer Hitze in einem Neoprenanzug und zu großen Neoprenschuhen zurück gelegt werden. Das brachte mich wirklich ordentlich ins Schwitzen und meine Konzentration ließ dabei durchaus etwas nach. So blieb ich an einer Wurzel hängen und knallte voller Länge auf den Waldboden. Ich fühlte mich wie einer der Urwaldriesen die hier sicherlich irgendwann einmal umgehaut wurden.

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Der Schnorchelausflug wurde wirklich toll. Nach einer kurzen Einweisung, ließen wir uns mit der Strömung treiben, bei 25 Grad Wassertemperatur sehr angenehm. An Fischen gab es wirklich sehr viel zu sehen und auch wenn überwiegen die dicken Brocken ihre Aufmerksamkeit auf sich zogen, so gab es neben ihnen noch sehr viele kleine Fische zu entdecken.

Apopo „kleine Fische“. In diesem Gewässer gibt es einen wirklich sehr unangenehmen Zeitgenossen – der vielleicht im ein oder anderen deutschen Freibad eingesetzt werden sollte. Dieses Fischchen findet es total toll, sollte jemand ins Wasser urinieren, dem Strahl zu folgen und in den Menschen einzudringen. Hat man ihn mal als Gast, so kann er nur noch via Operation entfernt werden. Also achtete jeder peinlichst darauf, dass einem kein Missgeschick passierte.

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Richtig spannend wurde die Reise den Fluß hinunter, wenn sich Baumstämme durchs Wasser zogen oder das Wasser so flach wurde, dass ich mir wie ein strandender Wal vorkam.

Ich gebe zu, dieses Vergnügen hätte den ganzen Tag noch so weiter gehen können. Doch nach diesem Ausflug war ich rechtschaffen hungrig und müde. Beidem wurde in der Lodge Rechnung getragen. Es gab ein Büfett mit schicken Leckereien und danach konnten wir uns in die bereitgestellten Hängematten legen und ein Erholungs- / Verdauungsschläfchen einlegen.

Auf der Rückfahrt zum Zeltplatz entdeckten wir wieder allerlei Tiere und da immer angehalten wurde, konnten wir sie auch beobachten. Leider waren sie zumeist etwas weiter weg, doch das tat dem herrlichen Ausblick keinen Abbruch.

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Neben Wildtieren gab es auch Rinder zu sehen

Den restlichen Nachmittag verlebte jeder wie er mochte. Die meisten die noch kein Außenzelt über ihrem Zelt hatten, so wie ich, nahmen dies erst einmal nach.

Südamerika (2009) – Brasilien – 10. Tag – Fast komplett verschlafen (16.08.2009)

Nachdem es in der Nacht für meine Verhältnisse vor dem Hotel etwas turbulent zugegangen war, stand ich nach rund 2 Std Schlaf etwas gerädert auf. Eigentlich sollte ich froh, sein, dass ich der Dusche kein warmes Wasser entlocken konnte, denn so wurde ich zumindest etwas munterer.

Auch wenn dieses Hotel vielleicht etwas einfach gehalten war, so wurde beim Frühstück sehr viel Wiedergutmachung betrieben. Es gab ein wahrlich überwältigendes und mich begeisterndes Angebot.

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Was den weiteren Verlauf bis zur Ankunft in Jardim gegen Mittag anging, muß ich gestehen habe ich nur eine sehr verschwommene Erinnerung. Mir war lediglich in Erinnerung geblieben, dass wir kurz hielten für einen kleinen Einkauf, dann bei einem Ständen mit Holzschnitzereien stoppten und auch noch an einem Stand Erdnüsse mitnahmen. Damit hatte es sich aber auch schon mit meinen Erinnerungen. Doch auch wenn ich die ganze Zeit schlief, so recht auf die Beine kam ich dadurch nicht.

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Auf unserem Zeltplatz angekommen, nahm ich am Mittagessen teil und baute danach, wie alle anderen mein Zelt auf, doch dann landete ich auch schon wieder auf der Isomatte und war sofort wieder eingeschlafen.

Zum Glück wurde ich geweckt, damit ich den noch stattfindenden kleinen Ausflug mitmachen konnte. Den wollte ich nämlich nicht verpassen. Hier besuchten wir einen Ort an dem es die Möglichkeit gab Papageien in freier Natur zu beobachten.

Dass es dieses Ressort überhaupt gibt ist einen glücklichen Umstand zu verdanken. Der heutige Besitzer hatte das Grundstück erworben und mit wenig Begeisterung festgestellt, dass es auf dem Gelände ein gewaltiges Loch gab. Er wollte sich schon wieder von diesem Grund und Boden trennen, als ein Freund ihn darauf aufmerksam machte, dass dort Papageien wohnten und man dies vielleicht Touristisch nutzen könne. Gesagt, getan und so stellt dieses Loch seinen eigentlichen Gelderwerb heute dar. Erfreulicherweise hatte man sich nun auch darum bemüht, die Landschaft zu renaturieren, sie zu reinigen, denn das Loch hatte trefflich als Müllhalde herhalten dürfen. So findet der Besucher hier ein wirklich ansprechendes kleines Stück Land auf dem neben den Papageien auch div. Pflanzen und andere Tiere beobachtet werden können.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 09. Tag – Weit ist der Weg & Wie man eine Brücke NICHT baut

Auch wenn dies ein etwas längerer Fahrtag war, so brauchte nicht übermäßig früh aufgestanden werden. Ich gebe zu dennoch habe ich gleich erst einmal ein Schläfchen eingelegt. Bekam aber trotzdem mit, dass wir bei herrlichem Wetter den Tag begannen und es sicherlich heiss werden würde.

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Nach dem Ersten Halt nahm ich dann doch mal die Landschaft wahr und fühlte mich durchaus an deutsche Landschaften erinnert. Alles war sehr ländlich und es wuchs das Getreide kräftig. Von dem Urwald den es hier früher einmal gegeben hatte und der den Besiedlern alles abverlangte. Heute jedoch sah ich nur noch blühende Agrarlandschaft, die den Nachkommen der Besiedler wohl ein ordentliches Auskommen brachte.

Zu Mittag hielten wir in einem kleinen Ort, in dem wir uns erneut an einem Büfet laben durften. Dieses war jedoch etwas anders als alle bisherigen. Dieses Mal kam man mit riesigen Spießen an den Tisch und man bot uns die daran steck enden Fleischsorten an. Hatte man Interesse, ließ man sich ein Stück abschneiden und bekam es vorgelegt. Hui, war das lecker und vor allem mal wieder sehr viel. Doch es wird nicht gejammert, sondern genossen.

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Kurz hinter dem Ort bekamen wir noch ein wirkliches Kuriosum zu sehen. Eine Brücke der besonderen Art. Man hatte sie begonnen von zwei Seiten des Flusses zu bauen, doch irgendwie bastelte jeder vor sich hin und als man sich näherte, merkte man, dass es nicht so recht passen wollte. Kurzerhand bastelte man einen Schlenker ein und so wurde es passend gemacht.

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Die Weiterfahrt fand noch ein paar erfreuliche Unterbrechungen. So stoppten wir an einer Farm, wo Kühe gerade für das Markieren vorbereitet wurden und so bekamen wir auch unsere ersten Südamerikanischen Cowboys zu sehen. Diesem Halt folgte ein stop an einer altertümlichen Dampfmaschine. Es war schon spannend solch einen Dinosaurier hier mitten in der Landschaft zu sehen.

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Bevor wir unser Tageszeit erreichten entdeckte ich auf den verschiedenen Feldern eine große Ansammlung an Termitenhügeln. Wie ich erfuhr sollte ihr Vorkommen ein Hinweis dafür sein, dass der Boden sehr ausgelaugt ist.

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Zum Schluß nur noch eine kleine Anmerkung zu Dourados. Es war Wochenende und die Dorfjugend feierte diesen Umstand. Dies war nicht zu überhören und zu übersehen. So hatte man sich neben dem Hotel platziert, sämtliche Anlagen ihrer Fahrzeuge aufgetret, die aus ordentlich Bässen bestand und genoß den lauen Sommerabend. Man hätte sich daneben stellen sollen, dann wäre der Genuß sicherlich größer gewesen. Wurde es doch etwas zu beschaulich, drehte man noch kurz den Motor auf und ließ ihn sein Lied in die Nacht jaulen und untermalte dies ab und an durch das quatschen durchdrehender Reifen.

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