Norwegen – … und ich lebe noch – Gefahr von oben

i0080 Dieses Erlebnis hat sich erneut in Norwegen zugetragen.

Es sollte nur ein kurzer Urlaub in Mittel-Norwegen sein. Ich wollte den Snøhetta besteigen und den Herbst in den Bergen erleben, denn diese Zeit in den norwegischen Bergen ist einfach nur wunder schön. Die Bäume und vor allem die Moose leuchten in herrlichen Farben, so dass einem der  Atem stockt.

Ich hatte wahrlich eine schöne Zeit im Nationalpark. Meistens war ich alleine und konnte somit die herrliche Natur und Ruhe in vollen Zügen genießen. Auch die Besteigung des Snøhetta war ein schöner Erfolg. Es war zwar sehr windig und kalt auf dem Gipfel gewesen, doch die Aussicht und der herrliche Blick über die Landschaft ließ mich diese Widrigkeiten vergessen.

An meinem letzten Abend im Nationalpark lernte ich sogar noch einen Jäger kennen. Er jagte Elche.

So eine Jagt hat es in sich und man muss sich alles hart erarbeiten, denn man konnte nicht mit einem Fahrzeug einfach an das gejagte Tier heranfahren und es abtransportieren. Der Jäger musste alles via Rucksack durch den Park bis zu seinem Fahrzeug tragen. Unter Umständen durfte er den Weg mehr als einmal zurücklegen. In Falle dieses Jägers brauchte er einen ganzen Tag, um bis an den Rand des Parks, wo sich sein Auto befand.

Ich erzählte dem Jäger, dass ich am nächsten Tag den Nationalpark verließ um zurück zu meinem Ausgangspunkt zu gelangen und dazu zeigte ich ihm meine geplante Wanderroute. Er meinte daraufhin, dass ich zwar den richtigen Weg nähme (es war der offizielle Wanderweg), doch teilte er mir mit, dass ich den Weg abkürzen könnte.
Die Abkürzung, die er mir zeigte, sollte mir etwa einen halben Tag Zeitersparnis einbringen. i0076Das einzige Problem war, dass diese Alternative, mich durch ein Manöver der Armee führen sollte.

Ich sagte dem Jäger, dass der Weg durch ein Manövergebiet führt. Er erklärte daraufhin, dass jeder durch dieses Gebiet läuft, um den Weg abzukürzen. So entschloss auch ich mich, diese Abkürzung zu verwenden.

Als ich am Morgen loslief war es nicht so ruhig wie sonst. Eigentlich war ich nur gewöhnt den Wind und Wasser zu hören, doch an diesem Tag mischte sich leicht Geräusche von Maschinen  dazwischen. Woher diese Geräusche kamen, konnte ich nicht ermitteln und so ignorierte ich es.

Ich erreichte alsbald das Manöver Gebiet. Dort lass ich die Warnschilder, doch ich vertraute noch der Aussage des Jägers, dass es keine Problem sei und betrat das Gebiet.

Ich kam trotz Morastigem Untergrund, der mich regelmäßig bis zu den Knöcheln einsinken lies wirklich gut vorwärts und ich freute mich über den Zeitgewin.

Doch plötzlich flog mit großem Lärm und ganz niedrig ein Düsenjet (Jet) fast über mich hinweg. Ich erschrak ganz schön. Doch so schnell der Flieger aufgetaucht war, war er auch schon wieder verschwunden.
Doch eh ich mich versah kam er wieder und dieses Mal noch niedriger als zuvor. Ich beobachtete ihn und staunte nicht schlecht, als er plötzlich etwas zu verlieren schien. Schnell merkte ich, dass er nichts verlor, sondern abwarf. Es waren wohl Bomben, denn als diese den Boden erreichten, gab es heftige Detonationen und die Erde unter mir schien zu beben.

Ich brauchte nun wirklich nicht lange, um zu erkennen, dass ein Weiterlaufen in das Gebiet hinein mehr als sträflich wäre. So drehte ich mich nur um, und versuchte so schnellst Möglich das Gebiet hinter mich zu bringen.

Während ich verzweifelt versuchte, durch den Morast vorwärts zu stapfen, kamen immer wieder Jets eingeflogen und hinterließen ihre Fracht. Mir wurde mit jedem Abwurf flauer in der Magengegend.

Schließlich hatte ich es geschafft. Ich war raus aus dem Manöver-Gebiet und wohl auch nicht zu spät, denn nun warf man wohl die dickeren Dinger ab, denn, obwohl ich mich zwischenzeitlich hinter einem Hügel befand, der mich vom Gebiet trennte, erwischte mich solch eine Schockwelle, dass ich mir nicht vorstellen mochte, wie es mir ergangen wäre, wenn ich näher gewesen wäre.

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Ich musste mich nun erst einmal hinsetzten und das Erlebte verdauen, denn obwohl ich keine Angst gehabt hatte, fühlte ich mich in meiner Haut wahrlich nicht wohl. Es dauerte auch eine ganze Zeit, bis ich meinen Weg fortsetzte.

Auf dem weitern Fußmarsch schien es mir, als wolle sich jemand für den erlittenen Schock entschuldigen, denn die Sonne blitze zwischen den Wolken hervor und bestrich die ganze Landschaft mit ihrem herrlichen Licht, dass all die Moose, Gräser und Bäume in ihren herrlichen herbstlichen Farben zu leuchten begannen. Ich muss gestehen, dass mich dieser Anblick das Erlebte für einen Moment vergessen ließ.

Norwegen – … und ich lebe noch – Die Strömung

i0064 Während dieses Urlaubs fuhr ich in den Norden Norwegens. Dort gibt es die Inselgruppe der „Lofoten„. Sie sind auch heute noch ein kleiner Geheimtipp für Norwegenbesucher. Es gibt nicht viele solch landschaftlich reizfolle Gegenden in dieser Welt. Es gibt herrliche Strände und steile wild in den Himmel aus dem Meer ragende Berge. Die Menschen sind nett und die Häuser bunt. In einem schönen Sommer kann ich mir fast keinen schöneren Platz vorstellen an dem ich meine Zeit verbringen mag.

Um auf die Lofoten zu gelangen, war ich auf eine Fähre angewiesen, das so genannte Postschiff. Diese Schiffslinie verbindet den Süden Norwegen mit dem Norden. Neben seinem historischen Zwecke dem Transport von Post, Gütern und Lebensmitteln, sind die Hurtigruten heute für den Tourismus sehr bedeutend und auf jeden Fall eine Reise wert. Auch als Transportmittel, um die Küste abzuklappern und die verschiedenen Regionen zu erkunden, bietet sich diese Linie bestens an. Für mich war sie nur das Transportmittel, um von Bodø auf die Lofoten zu gelangen.

Die Überfahrt war erfreulich ruhig und so konnte ich die Reise ohne Seekrankheit überstehen und das kleine Fischerdorf, welches wir erreicht hatten von der ersten Minute an genießen.

Auf dem Weg zur Jugendherberge, vielen mir neben den vielen hübschen Häusern gleich die Gestelle ins Auge die es über all zu sehen gab. Dank div. Fernsehdokumentationen konnte ich sie relativ leicht identifizieren. Auf diesen Gestellen wurden Fische zum Trocknen auf gehangen und entwickelten sich dabei zu einem beliebten Lebensmittel, dem Stockfisch.

Bis zur Jugendherberge war es nur ein kurzer Spaziergang. Zu meiner Freude stelle ich fest, dass sich um eine der div. Fischerhütten handelte und dadurch mehr als freundlich und urtümlich auf mich wirkte. Ich freute mich gleich darauf mich hier einzuquartieren.

i0054Es war die Zeit der Mitternachtssonne. Dies bedeutete, dass es nie wirklich dunkel wurde. 24 Stunden am Tag gab es genügend Licht. Aus diesem Grunde schliefen die Besucher der Herberge zu sehr seltsamen Zeiten.
Meist standen sie erst gegen Mittag auf, dafür waren sie jedoch bis zum frühen Morgen mit verschiedensten Dingen beschäftigt. Für die Frischlinge in der Herberge, so wie mich, war dies etwas verwunderlich.

Eine der Beschäftigungen bestand darin, im Hafen Fische zu fangen, um sie dann in der Herberge zum Verzehr vorzubereiten.

Auch ich schloss mich einmal solch einem Angelausflug an, wenngleich dies mein aller erster Versuch zu Angeln in meinem Leben war. Um so erstaunter war ich, dass ich sogar etwas fing und dies sogar, obwohl ich lediglich den Hacken ohne jeden Köder ins Wasser hielt. So kam ich zu einem kostenfreien und sehr leckeren Mahl.

Es gefiel mir in der Herberge zwar, doch wollte ich die Inselgruppe der Lofoten noch etwas nähre kennenlernen. Aus diesem Grunde fuhr ich mit einem Bus zu einem Ort mehr am Ende der Inselgruppe.

Als ich den Ort erreichte, stellte sich heraus, dass das Hotel und der Zeltplatz von einem Feuer zerstört worden war. Doch erlaubte mir der Besitzer, sein Grundstück dennoch zu nutzen und ich konnte mein Zelt aufstellen wo immer ich wollte.

i0075Ich entschied mich für die Strand nähe, obwohl ich mir wegen des sehr stürmischen Windes dort ein klein wenig Sorge bezüglich meines Zeltes machte. Ich vertraute darauf ein ordentliches Zelt erworben zu haben, versank die Heringe tief im sandigen Untergrund und wartete ab, was passieren würde. Tatsächlich erwies sich mein Zelt als Sturm tauglich.

Während meiner Zeit auf diesem Zeltplatz, hatte ich großes Glück mit dem Wetter. Es schien zumeist die  Sonne und auch Wolken verzogen sich zumeist am frühen Morgen. Auf diese Weise zeigte das Gebiet sich von der nur erdenklichst schönsten Seite. Als besonderes Highlight freute ich mich auf das Erleben der Mitternachtssonne, denn von meinem Zelt konnte ich über das Meer genau auf jenen Punkt blicken an dem die Sonne ihren niedrigsten Stand über dem Horizont erreichen sollte, bevor sie wieder begann den neuen Tag einzuleiten.

In einer Nacht stand ich deshalb gegen Mitternacht auf, um mir den „Sonnenuntergang“ anzusehen. Die Sonne sank zusehends, doch als sie den Horizont fast erreicht hatte, begann sie sogleich wieder mit ihrem Aufstieg. Es war wirklich beeindruckend und wunder schön. Leider blies ein unerbittlich kalter und starker Wind, so dass ich alsbald lieber wieder in meinem Zelt verschwand.

Ich erkundete in den folgenden Tagen noch die nähere Umgebung und wurde ein immer größerer Fan von den landschaftlichen Schönheiten. So schmerzte es schon etwas, als ich dazu entschied zu meinem Ausgangsort auf den Lofoten und der dortigen Jugendherberge zurückzukehren.

Wenn die Reise hierher via Bus wirklich komfortabel war, so wurde meine Rückreise durchaus etwas beschwerlich, denn es gab an diesen Tagen keinen Bus mit dem ich die Rückreise hätte bewerkstelligen können. Mir blieb nichts weiter übrig, als die Strecke zu Fuß zurückzulegen.

So packte ich alles zusammen, schulterte meinen Rucksack und begann den Marsch. Der mir schon frühzeitig eine Überraschung bereitete. Ich erreichte nämlich eine Bucht, an der sich das Meer tief in die Inseln gegraben hatte. Blickte ich über die Bucht hinweg, so sah ich jene Straße auf der mein Weg weiter führen sollte. Auch wenn diese Bucht nur etwa 100 Meter breit war, verhinderte sie den direkten weg. Ich musste wie alle der Straße folgen, die sich um die Bucht herum schlängelte. Dies verlängerte meine Weg wirklich deutlich und ich verstand warum ich an diesem Tage 30 Kilometer Weg zurück legen musste, um mein Ziel zu erreichen.

Als ich schließlich die Herberge wieder erreichte, befanden sich viele neue Gäste in ihr und sie schienen auch erst in den letzten Tagen angekommen zu sein, denn alle hielten sich noch an den normalen Tag- / Nachtrhythmus. Auch schien es nicht bekannt zu sein, wie herrlich man Fische im Hafenbecken angeln konnte.

i0103Dies begeisterte ein Mädchen aus Südafrika so sehr, dass sie es gleich mal ausprobieren wollte. So hockten wir uns in eines der Boote, ruderten in den Hafen, hielten unsere Angelschnüre ins Wasser und fingen natürlich überhaupt keinen einzigen Fisch. Ich gebe  zu, es war mehr als frustrieren.

In die Herberge zurückgekehrt erzählten wir von unserem Pech. Diese Schilderung nahm ein junger Belgier zum Anlass, uns auf die Möglichkeit hinzuweisen, eine richtig lange Angelschnur zu mieten und bei Flut hinaus aufs offene Meer zu rudern, um dort unser Angelglück zu versuchen.

Ich fragte das Mädchen, ob sie mitkommen wolle und da sie diesem Unternehmen zustimmte verabredeten wir uns für den späten Abend.

Als die Flut gegen Mitternacht ihren höchsten Stand erreicht hatte, machten wir uns auf unser Angelglück zu versuchen. Doch bevor wir dieses Glück einforderten, mussten wir ein anderes Problem lösen, denn das Wasser war so hoch gestiegen, dass der Steg, an dem das Boot lag, ganz von Wasser überspült war. Es wurde so wahrlich ein Akt verhältnismäßig trocken in das Boot zu klettern und den Angelausflug zu beginnen.

Innerhalb des Hafens klappte alles noch wunderbar. Wir ruderten und kamen gut vorwärts. Schließlich erreichten wir die Hafenausfahrt und schon hier merkten wir, das es etwas unruhiger wurde. Ok, eigentlich mussten wir uns ordentlich festhalten, damit wir im Boot blieben und rudern konnten..

Wir ruderten bis etwa 50 Meter vor den Hafen. Dort versuchte das Mädchen zu Angeln und ich ruderte, damit wir nicht all zu weit abgetrieben würden. Sie war so sehr in das Angeln und ich in das Rudern vertieft, dass wir nicht bemerkten, dass wir trotz meiner ruder Versuche nach und nach abgetrieben wurden.

Als wir es schließlich bemerkten, erschraken wir schon etwas und stellten sofort das Angeln ein und schauten erst einmal, ob wir irgendwo noch den Hafen sehen konnten, was nicht wirklich der Fall war. Uns wurde klar, dass wir uns in einer echt üblen Situation befanden und es wohl viel Arbeit kosten würde zurück ans Land zu gelangen. Zum Hafen zurück zu kommen, daran wollten wir schon jetzt kaum glauben.

Da ich alleine nicht gegen die Gewalten ankam, hockte sich das Mädel neben mich, jeder packte ein Ruder und nun versuchten wir gemeinsam dem Land und der Rettung näher zu kommen. Doch anstatt, dass sich die Situation besserte, verschlimmerte sie sich, denn wir wurden mehr und mehr abgetrieben und das Land wurde zusehends kleiner.

Ich nahm die Bedrohlichkeit der Situation natürlich auch wahr, doch versuchte ich sie nichts davon merken zu lassen, denn in ihren Augen und ihrer Stimme manifestierte sich ein gehöriges Maß an Panik. Mit ruhigen Worten versuchte ich sie zu beruhigen, doch wirken tat es nicht wirklich.

Während wir gegen die Wellenberge an ruderten, grübelte ich unter Hochdruck was wir nur machen könnten, um aus dieser verzwickten Situation heraus zu kommen. Als einzige Lösung sah ich, irgend wie zu versuchen wieder in Richtung Land zu runder, doch viel Hoffnung hatte ich wirklich nicht und so musste ich eingestehen, dass wir wirklich in der Klemme saßen.

Während ich die Situation weiter durchdachte, entdeckte ich in einiger Entfernung das Licht eines  Fischerbootes. Zu meinem Erstaunen kam es sogar immer näher an uns heran und schließlich war es sogar in Rufnähe. Schnell stellte sicher heraus, dass man zu unserer Rettung gekommen war und dass es sich um den Herbergsvater handelte, der solch eine Situation schon  hatte kommen sehen.

In der ganzen Zeit, in der wir uns draußen auf dem Meer abmühten, hatte man uns beobachtet und dabei recht früh festgestellt, dass wir uns unaufhörlich in eine schwierige Situation brachten und so hatte man gleich das Fischerboot bestiegen, um die Opfer von Wind und Wellen einzufangen.

i0078Auch wenn man uns nun wohlwollend in Schlepp nahm, wollte man uns doch noch zeigen worauf wir uns eingelassen hatten. Denn man setzte den Kurs so, dass wir in der rauhen See ordentlich durchgeschüttelt wurden. Ich kam mir vor, als würde ich auf einem wild bockenden Pferd sitzen, was mich unbedingt loswerden möchte. Es störte mich aber in keinster Weise, denn die Erleichterung über die glückliche Wendung dieses Abenteuers überwog all das.

Als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, hatte ich kurz die Überlegung, ob ich auf die Knie sinken soll und den Boden küssen. Doch so schnell die Idee aufkeimte, war sie auch schon wieder verschwunden.

Ich war mehr als erleichtert, als wir schließlich wieder im Hafen und bei der Herberge waren.

An diesem Abend und dem nächsten Tag mussten wir uns einiges an spitzen Bemerkungen anhören. Keine der Bemerkungen war bösartig und so nahm ich es wie es gemeint war, als Amüsement für alle

Noch heute denke ich ab und zu darüber nach, wo wir wohl gelandet wären, wenn man uns nicht eingefangen hätte. Vielleicht in Grönland?

Norwegen – … und ich lebe noch – Mein Absturz

i0104 Mein erster Urlaub allein führte mich nach Norwegen.

Ich hatte mir eine kleines Tal ausgesucht, welches mich zum größten Fjord Norwegens führen sollte. Es war der Sognefjord und dieser erstreckt sich etwa 200 Kilometer vom Meer ins Landesinnere.

Ich war ohne Halt von Deutschland bis nach Mittel-Norwegen gefahren und obwohl mir die Anreise wirklich in den Knochen steckte, verließ ich voller Tatendrang den Zug, um meine Wanderung zu beginnen.

Die Haltestelle lag oben auf dem Fjell (Hochebene) und somit stand mir ein steiler Abstieg hinunter ins Tal bevor, gefolgt von einer etwa 30 Kilometer langen Wanderung, bis zu meinem Ziel, einem Zeltplatz im Orte Flåm‎ am Aurlandsfjord (Seitenarm des Sognefjord). Doch die Begeisterung endlich in die norwegische Natur einzutauchen war einfach zu verlockend.

Ich gebe aber zu, dass ich nicht all zu weit kam bei meiner Wanderung, denn all zu bald merkte ich, dass ich einfach nur zu müde war und ich die Landschaft nicht gebührend genießen konnte. Ich verließ daher den Weg und suchte mir eine nette Stelle in Mitten eines kleinen Hain, in dem ich mich sicher und geschützt fühlte.

Nachdem mein Zelt errichtet war, legte ich mich in die Sonne und genoss diesen herrlichen warmen Tag. Etwas unglücklich war ich lediglich über die vielen Mücken. So sah ich als bald aus wie ein Streuselkuchen.

Eine der Mücken erwischte mich an den Zehen und eh ich mich versah, wurde dieser dick und rot. Es sah nicht wirklich toll aus. Es schien, als hätte mich eine kleine Entzündung ereilt. Während der Nacht wurde mein Zeh immer dicker und schmerzte mehr und mehr. Auch kam ich nicht mehr wirklich in meine Wanderschuhe, was mein weiteres Fortkommen etwas erschwerte.

Ich versuchte unverrichteter Dinge meine Wanderung fortzusetzen, doch die Schmerzen waren einfach zu unangenehm und so entschied ich mich, meine Reise mit der Eisenbahn fortzusetzen, denn zu meinem Glück gab es in diesem Tal die Flåmsbahn. Ein Kleinod norwegischer Eisenbahn Bau Kunst und sehr beliebt bei Touristen.

So schleppte ich mich nur noch bis zur nächsten Haltestelle und legte die Strecke bis zum Fjord und dem dortigen Zeltplatz wirklich bequem zurück.

Auch wenn ich nicht durch diese herrliche Landschaft laufen konnte, so bot mir die Fahrt einen angemessenen Ausblick auf die Natur und die Umgebung. Hinzu kamen die abenteuerlichen Tunnel die mit viel Schweiß in den Fels gehauen worden waren. Ich muss gestehen, ich genoss die Fahrt in vollen Zügen.

i0062In Flåm‎ angelangt, ging es direkt zum Zeltplatz. Dort wollt ich abwarten, ob sich die Entzündung zurückbildet.
Medikamente hatte ich keine mit und so hoffte ich auf eine natürliche Heilung. Leider wurde der Zeh immer bunter und er schmerzte immer mehr. So blieb mir schließlich nichts anderes übrig, als einen Arzt aufzusuchen. Doch wie macht man das, wenn man kein norwegisch spricht und kein Wörterbuch dabei hat.

Ganz mutig fragte ich ein paar Passanten nach einem Arzt und zu meinem Glück ist das norwegische Wort für Arzt fast identisch mit dem deutschen und so verstand man, was ich meinte.

Schließlich erreichte ich ein großes Gebäude, welches meiner Meinung nach so etwas wie ein Krankenhaus sein könnte. Ich ging also hinein. Es gab etliche Hinweisschilder, doch lesen konnte ich diese nicht. So dauerte es einige Zeit bis sich mein Irrtum herausstellte. Es war kein Krankenhaus, sondern eine Seniorenresidenz. Auch wenn der Irrtum vielleicht verständlich sein konnte, so war ich froh, dass mich niemand bemerkt hatte und ich mich ungesehen wieder zurückziehen konnte.

Doch wie ich nun herausfand, war ich nicht weit von der Arztpraxis entfernt. Ich hätte die Straße lediglich ein paar Meter weiter laufen müssen.

Die Untersuchung verlief ohne Probleme, denn der Arzt sprach, welch Überraschung Deutsch und dies wollte mir auch beweisen. Ich war wirklich dankbar für diesen Umstand. So verstand ich auch ohne Probleme, dass mein Zeh kein ernsthaftes Problem hatte. Ich sollte ihn trocken halten und schonen und dann würde sich schon alles wieder regeln. Ich bekam auch noch ein Rezept und nachdem ich meinen Besuch bezahlt hatte, konnte ich meinen Urlaub entspannter fortsetzen.

Ich besorgte mir die Medikamente und nachdem ich mich noch zwei weitere Tage auskurierte ging es mir sichtlich besser und ich hatte auch wieder Lust wandern zu gehen. Aus diesem Grunde erkundigte mich bei der Zeltplatz Besitzerin welche Wanderung sie mir empfehlen könne.

Sie konnte mir auch gleich einen Tipp geben und zeigte mir einen Ausflug vom Tal hinauf ins Fjell. Mit ihrer Wanderwegempfehlung, gab sie mir auch noch den Hinweis, dass es kein ausgewiesener Wanderweg war und somit die Markierungen eher spärlich seien. Ich müsse mir den Weg selber suchen und erarbeiten. Dies galt besonders für jenen Teil des Ausfluges der mich wieder vom Fjell hinunter ins Tal bringen sollte, was zudem auch der schwierigere Teil der Route sein sollte. Über diesen Umstand freute ich mich am meisten, denn das war genau das, wie ich mir mein Wandererlebnis hier in Norwegen vorstellte.

Am Abend bereitete ich alles für den Ausflug for und machte mich relativ früh am kommenden Morgen auf den Weg. Der Anstieg in die Berge war wirklich sehr steil. Aber es machte mir trotzdem sehr viel Spaß und ich genoss die Aussicht. Besonders begeistert war ich, als ich schließlich das Hochplateau, das Fjell erreichte.

Bis dahin hatte ich keine Probleme gehabt dem Pfad zu folgen und ich war sehr zuversichtlich, dass dies so weitergehen würde.

Weit oben im Fjell erreichte ich schließlich den Punkt von dem ich auf anderem Wege mich wieder in Richtung Tal orientierte. Ab diesem Punkt musste ich das Hochland ohne jeden Weg zu queren und ich muss gestehen, es machte viel Spaß. Ein paar Landmarken, wie ein hübscher kleiner See, welcher sich in eine Senke schmiegte, wiesen mir den richtigen Weg. Auf diese Weise kam ich wirklich gut und schnell vorwärts.

i0105Lustig wurde es, als ich einer kleinen Horde Schafen begegnete und sich eines der Tiere mir an meine Versen heftete. Das Tier trottete so beharrlich hinter mir her, dass ich fürchtete es würde mich für immer folgen. Leider reagierte das Tier auch nicht auf meine Versuche es los zu werden und so hoffte ich nur, dass sich das Thema im weiteren Verlaufe erübrigen würde. So kam es dann auch und ich konnte mich wieder mehr auf den Weg konzentrieren, was jedoch immer schwieriger wurde, denn nach und nach verlor sich dieser zwischen den Gräsern. Alsbald stand ich an einem Hang und weit und breit kein weg mehr. Ich hatte nun wirklich keine Idee wohin ich mich wenden sollte.

Ich entschloss mich meine Landkarte zu studieren, doch auch das brachte keine große Erleuchtung. So entschied ich mich einem Etwas zu folgen was wie ein Pfad auszusehen erschien. Allerdings verlief sich dieser Hauch eines Pfades schließlich und zu meinem Verdruss, wurde das Gelände immer steiler und schwere zu begehen.

Schließlich meinte weiter unten auf der gegenüberliegenden Hang Seite einen gut definierten Pfad zu entdecken. Ein Abgleich mit der Karte bestätigte denn Eindruck. Deshalb begann ich vorsichtig den Hang  hinunter zu laufen (ok, klettern oder rutschen).

Schließlich erreichte ich aber einen Punkt, an dem es nicht mehr weiterging. Ich befand mich nun oberhalb einer Felsklippe. Ich schaute etwas verzweifelt an ihr hinunter und sah nicht wirklich eine Möglichkeit dieses Stück Fels zu überwinden. Auch der Hang den ich zuvor herunter gekommen war, lockte nicht mit einem Aufstieg. So versuchte ich der Klippe zu folgen und hoffte, dass sich eine Möglichkeit des Abstieges ergeben würde.

Schließlich hatte diese Klippe noch ein Höhe von rund 5 – 7 Metern und da ich keine andere Wahl sah nach unten zu gelangen, entschied ich mich einen Versuch zu starten und durch klettern dieses Hindernis zu überwinden.

Zur Absicherung hielt ich mich an einem Ast fest, als ich kurze Zeit später abrutschte und nur noch an diesem Ast hing.

In Filmen hatte ich gesehen, wie Menschen ewig lang an Klippen usw. hingen, doch bei mir dauerte es wirklich nicht lange, bis der Ast durch meine Hände zu gleiten begann und ich ahnte, dass das nicht gut gehen würde. Bei einem Blick nach unten entdeckte ich ein Geröllfeld mit ausgewachsenen Felsen und meine Zuversicht dies heil überstehen zu können sank zusehends.

Als ich mich schließlich im freien Fall befand, war nichts mehr von jeglicher Zuversicht übrig. Beim Aufschlagen auf die Felsen war ich nur froh, dass ich nichts knacken oder knirschen hörte. So meinte ich, dass wohl doch ein super schneller Schutzengel sich meiner angenommen hatte.

So war es dann auch. Ohne bedeutende Pläsuren konnte ich aufstehen und die Felsenwand hinauf schauen, die ich nur wenige Sekunden zuvor im freien Fall habe an mir vorüber gleiten sehen. Meine Erleichterung und Glücksgefühl, machte sehr wackeligen Beinen Platz und ich musste mich erst einmal hin hocken um das Erlebte zu verdauen.

Es dauerte schon eine Weile bis der Schock verdaut war und ewig konnte ich hier auch nicht hocken, denn ich wollte auf jeden Fall noch bei Tageslicht ins Tal zurück kehren. Also stand ich auf und lief auf jene Stelle im Tal zu, wo ich den Wanderweg vermutete und tatsächlich fand ich ihn.

Er war zwar noch immer sehr verwirrend, da er sich dauernd gabelte und auch ab und an ins leere verlief, doch im Großen und Ganzen hielt ich die Richtung und blieb auf dem Hauptweg. Da störte es auch kaum dass ich so manches Mal eine Bachquerung durchführen musste und dabei meine Wanderschuhe nach und nach durchweichten.

i0083 Mulmig wurde mir wieder, als der eigentliche  Abstieg ins Tal anstand, denn hier war es nun so steil, dass ohne den Weg kein Aussicht  bestand ins Tal zurückzugelangen. Zusehends wurde ich verunsichert, als ich den Weg nochmal gänzlich aus den Augen verlor, doch da ich nun etwas vorsichtiger geworden war, lief ich etwas zurück und suchte so lange, bis ich den wirklichen Pfad wiedergefunden hatte.

Von nun an ging es ohne weiteren Zwischenfall hinunter ins Tal. Und als ich es schließlich erreicht hatte merkte ich wie die ganze Anspannung der vergangenen Stunden von mir abfiel und meine Knie wirklich zu zittern begannen.

Da ich für diesen Moment wirklich genug vom Laufen und Abenteuer hatte, nutzte ich erneut die Eisenbahn um zurück nach  Flåm‎ zu gelangen.

Eigentlich hatte ich ursprünglich beabsichtigt noch etwas länger hier im Tal zu verweilen, doch in der Nacht quälten mich die Erinnerungen und ich fasst den Entschluss meine Reise fortzusetzen und an anderer stelle neue Abenteuer und Herausforderungen zu suchen, ohne gleich um mein Leben bangen zu müssen.

Japan – Was essen die Japaner überhaupt? z.B. Okonomiyaki

Okonomiyaki, dieser Pfannkuchen aus Kohl, Mehl, Ei und einer fast unbegrenzten Möglichkeit der Variation, ist eines der Gerichte, die mir wirklich sehr gut munden und ich immer gerne esse.

Ich war in der glücklichen Lage, dass meine Reisen nach Japan mich immer in die Kansai-Region führten, wo Okonomiyaki zu den regionalen Spezialitäten zählt.

Ich kann nur empfehlen, wer einmal ein anderes japanisches Geschmackserlebnis erfahren möchte, als nur Sushi, sich diesem Gericht anzunehmen.

Japan – Was essen die Japaner überhaupt? z.B. Natto

IMG_7989_ji Diese japanische kulinarische Besonderheit, möchte ich dem geneigten Leser wahrlich nicht vorenthalten.

Nun gebe ich zu, dass selbst bei den Japanern das Land sich in zwei Fraktionen teilt. Es gibt die, die Natto "hassen" und die, die es "lieben".

Ich muss gestehen, dass ich mittlerweile zu jenen gehöre, die Natto mögen.

Einschränkend muss ich aber gestehen, dass es etwas von der erworbenen Marke abhängig ist und zudem benötige ich immer einen Spritzer Senf und Sojasauce, der zumeist dem Produkt beiliegt :-).
IMG_7995_ji Was neben dem Geschmack, den Verzehr etwas als wagemutig erscheinen lassen mag, ist die schleimige Substanz, die die Bohnen nach dem Zubereiten umgibt. Führt man schließlich die Bohnen zum Mund, so ziehen sie lange etwas klebrige Fäden hinter sich her her und all zu leicht hat man mit diesen Fäden seinen persönlichen Kampf.

Wie schon gesagt ich mag es und schätze es zum Frühstück, aber auch zu anderen Mahlzeiten.

Als Snack gibt es das ganze auch noch und das ist wirklich lecker. Man schüttet die völlig trockenen Bohnen in den Mund und wenn man nun genüsslich auf ihnen herum kaut, nehmen sie die zuvor beschriebene Konsistenz an.

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Ich empfehle auf jeden Fall sich einmal dem Genuss noch Natto hinzugeben.

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