Südamerika (2009) – Bolivien – 33. Tag – Auf nach Chile & Das große Ups (08.09.2009)

Welche Überraschungen dieser Tag bereithalten würde war am Morgen noch nicht zu erahnen. Ich wusste nur, dass wieder früh aufzustehen war und ein mittel langer Fahrtag vor uns lag. Doch die Sonne schien von einem herrlich blauen Himmel und was konnte da schon schlimmes passieren.

Die Fahrt begann direkt nach dem Frühstück und nachdem ich von La Paz nicht wirklich etwas mitgekommen hatte, genoss ich es sehr über die „Stadtautobahn“ aus dem Tal auf 3100 Metern hinauf auf 4100 Meter geschraubt zu werden. Dabei wunderte ich mich wieder über die bizarre Bergwelt, in die man hier die Häuser baute und ich schüttelte innerlich den Kopf mich über den Mut oder die Dummheit in solch einer der Verwitterung ausgesetzten Landschaft sein Häuschen anzuvertrauen. Nun, jeder ist seines eigenes Unglücks Schmied, oder wie das Sprichwort auch heissen mag.

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Nachdem wir La Paz führte die Fahrt durch eine als durchaus gleichförmig aussehende Landschaft und es viel schwer die Augen offen zu halten. Doch eh ich mich versah, änderte sich das Landschaftsbild. Es wurde etwas schroffer und wilder und ich war froh, mich nicht dem Schlaf, welchem ich in den vergangenen 2 Tagen mehr als ausgiebig gefröhnt hatte, nachgegeben zu haben.

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Den ersten spannenden Halt hatten wir bei einer Gräberanlage der Aymara Ureinwohner, die ihre Toten in so genannten Chullpas (Link führt auf englische Seite) besetzten. Diese Chullpas wuchsen im Laufe der Generationen, da über die vorherige Generation die nächste beerdigt wurde. So wuchsen diese Grabstätten, die Türmen ähnelten, durchaus bis auf 12 Meter.

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Unseren nächsten Halt hatten wir kurz vor der Grenze nach Chile. Das einzige was etwas zu Verwirrung und zu dramatischen Konsequenzen führte, war die Tatsache, dass beim verlassen der Chullpas der Anlasser unseres Gefährts durchaus merkwürdige Geräusche machte.

Unsere Mittagspause hatte verschiedene Notwendigkeiten. Natürlich hatten wir Hunger, doch da wir nichts mit nach Chile einführen durften, sollte so viel wie möglich verputzt werden. Doch was hier geschah schlug allen etwas auf den Magen. Das Fahrzeug war zum stehen gekommen, und beim Versuch den Motor erneut an zulassen, um eine etwas bessere Parkposition zu erhalten, passierte … nichts. Der Motor machte keinen Mucks. Also wenn dies kein Ups wert ist, dann weis ich aber auch nicht.

Trotzdem blieb man noch entspannt, ließ uns auf die herrliche Landschaft los, bereitete das Essen vor und setzte sich mit dem mechanischen Problem auseinander.

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Als es das Mittagessen gab, gab es als Nachtisch die Information, dass der Anlasser des Fahrzeuges defekt sei. Nun habe ich nicht wirklich Ahnung was dies bedeutete, so fühlte ich mich doch etwas vor der Grenze nach Chile gestrandet. Doch sogleich bekam ich die Information, dass man das Fahrzeug nur kurz an schieben bräuchte und schon würde der Motor anspringen. Ich schaute respektvoll das Fahrzeug empor, visualisierte 15 – 20 Tonnen Gefährt und hatte so meine Zweifel.

Einer aus unserer Gruppe bewies wirklich Problembewusstsein. In der Nähe des Ortes an dem wir nun wie Strandgut herum standen, befand sich eine bolivianische Kaserne. Kurzentschlossen hatte er sich auf gemacht und war dort hin gelaufen und kam mit meinem Berg an Soldaten zum Fahrzeug zurück. Mit solch einem Berg an Menschen, sollte es doch möglich sein dieses Gefährt wieder ans Laufen zu bekommen.

Bevor wir uns dem Start des Gefährts widmeten, musste wohl oder übel noch das Geschirr gereinigt werden und alles an Nahrungsmitteln aus dem Gefährt entfernt werden, denn sonst wurde es nichts mit der Einreise nach Chile. Dieses Unterfangen wurde etwas zügiger als sonst erledigt und wir hatten nun sogar noch eine schicke Verwendung für all die vielen Lebensmittel die wir vermeindlich wegwerfen würden. Die Soldaten sollten sie erhalten.

Als alles fertig war, platzierten wir uns hinter dem Fahrzeug und schon nach kurzem Anschieben, welch ein Jubel, lief die Maschine wieder.

Wir lieferten die Soldaten noch bei ihrer Kaserne ab und setzten unsere Fahrt zu bolivianischen Grenze, die nur wenige Kilometer entfernt lag fort. Auf diesem Wegstück erfuhr ich dann, dass man die Entscheidung gefällt hatte, an diesem Tag etwas weiter zu fahren als ursprünglich geplant. Man machte sich Sorge, dass das Fahrzeug vielleicht überhaupt nicht mehr starten würde. Im Moment befanden wir uns nämlich auf rund 4600 Meter und unseren Nacht-Stop würden wir auf einem nicht wesentlich niedrigen Niveau einlegen.

So würde dies ein doch noch längerer Fahrtag werden, der uns zudem von 4600 Meter hinunter auf 0 bringen würde. Dies würde für den Fahrer (im Besonderen) und für uns eine ziemliche Strapaze werden.

Zwischenzeitlich war die bolivianische Grenze erreicht. Hier hieß es aussteigen, Motor laufen lassen und das Häuschen suchen, in dem die Ausreiseformalitäten erledigt würden. Da man zwischenzeitlich ein neues Gebäude errichtet hatte, war eine kleine Irritation vorhanden. Hätten die Beschäftigen der Zollstelle nicht just zum Zeitpunkt unserer Ankunft Mittagspause gemacht, wäre die Ausreise sicherlich noch schneller von Statten gegangen. So mussten wir waren, bis die Herren gesättigt wieder hinter ihren Schaltern saßen.

Bei der Fahrt durchs Niemandsland erfuhren wir weiterhin, dass man sich entschieden hatte, trotz der technischen Probleme, uns den Nationalpark Lauca nicht vorzuenthalten und den ein oder anderen Stop einzulegen. Diese Aussicht gefiel mir, denn die Landschaft die ich schon geraume Zeit sah, verzückte mich zunehmend.

Doch bevor wir uns den Naturschönheiten widmen konnten, stand die Einreise nach Chile an. Viel Papierkram brauchten wir nicht erledigen. Zur allgemeinen Freude waren die Formulare für uns schon vor ausgefüllt worden. Wir mussten nur noch unterschreiben. Welch ein Luxus.

Durch diese tolle Vorarbeit schlich sich bei mir die Vorstellung ein, dass die Einreise ein Klacks sein müssten. Als jeder dann auch noch ohne Probleme seine Stempelchen in den Ausweis bekam, was konnte schon noch passieren. Doch was soll ich sagen, es kommt immer anders als man Denkt, denn nach dem Stempelchen im Ausweis kam die Untersuchung nach all den schönen Dingen, die nicht in das Land eingeführt werden durften und das waren durchaus einige.

Sicherlich wurde uns etwas zum Verhängnis, dass wir beim vernichten aller verbotener Lebensmittel, ein war winzige Dinge übersehen hatten. So hieß es schließlich das gesamte Gepäck abzuladen und danach auch das Handgepäck aus dem Fahrzeug zu nehmen, um es dann dann durch ein Röntgengerät zu schicken. So schnell wie das Gepäck durch dieses Gerät lief, hatte ich durchaus meine Zweifel, ob man wirklich etwas finden würde. Doch beim Fahrzeug ließ man sich etwas mehr Zeit und ließ Löcher öffnen, von denen ich auf der gesamten Reise nicht einmal zur Kenntnis genommen hatte dass es sie gab.

Doch im Großen und Ganzen fand ich es nicht so schlimm, es hatte halt nur rund 90 Minuten in Anspruch genommen. Ich mußte schon viel mehr über mich ergehen lassen.

Als alles erledigt war, setzten wir die Fahrt fort und konnten den Nationalpark genießen.

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Schließlich verließen wir den Nationalpark und es begann der Abstieg hinunter ans Meer. Die Fahrt von 4600 Metern bis hinab ans Meer führte über wild gewundene Serpentinen und ich war froh, dass diese neu und schick waren.

Je tiefer wir kamen um so weniger Vegetation gab es. Während wir uns oben in den Anden noch der dort vorherrschenden Vegetation widmen konnten, gab es schließlich nur noch Sand zu sehen. Ich tauchte damit das erste Mal in meinem Leben in einen riesigen Sandkasten ein, der nur ab und an von ein paar Kakteen belebt wurde. Es war wirklich eindrucksvoll, wie schließlich die untergehende Sonne den Sand verfärbte und mein Mund immer trockener zu werden schien.

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Im Dunkeln erreichten wir Arica, einen Tag früher als ursprünglich geplant. Hier fuhren wir erst einmal jenes Hotels an in dem wir ab dem kommenden Tag wohnen sollten. Leider zerschlug sich die Hoffnung, schon eine Nacht früher hier einbuchen zu können, das Teil war schlicht voll. So hieß es via Taxi zu einem Hotel in der Innenstadt gebracht zu werden.

Wir waren diese Unterfangen ja schon gewohnt, doch trafen wir hier auf eine besondere Problematik, denn diese Taxen besaßen einen Gastank. Dieser Tag war im Kofferraum untergebracht, was zur Folge hatte, dass unser reichliches Gepäck nicht so ohne weiteres Untergebracht werden konnte. So teilten wir den Fahrgastkabine mit Bergen an Gepäck, doch bei rund 10 Minuten Taxifahrt, ließ es sich wahrlich verkraften.

Das Hotel für die Nacht erwies sich als durchaus angenehm und geräumig. Etwas ungeschickt war eigentlich nur, dass man auf einen Lift verzichtet hatte und wer wer schon einmal 30 Kilo Gepäck die Treppe hinauf geschleppt hat, kann sich vorstellen, dass dies nicht unbedingt das größte Vergnügen bildet.

Einen schönen Abschluss fand dieser Tag in einem einheimischen Lokal und nachdem wir wieder normal 0 Erreicht hatten, ging es mir wahrlich besser und ich machte mich über die üppigen chilenischen Portionen her. So kam es, dass ich seit langem mal wieder voll und satt in mein Bettchen landete.

Zum Glück war ich sehr müde und so störte mich das anhaltende Gekläff von draußen nicht so sehr. Ich hatte diese Konzerte schon so manche Nacht auf dieser Reise genießen dürfen und so sehr ich Hunde schätze, wenn diese bis 3 Uhr in der Früh herum kläffen und es scheint als würde dies kein Ende finde, steigen im Dämmerzustand durchaus Gedanken aus dem Unterbewusstsein herauf … 🙂

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Südamerika (2009) – Bolivien – 30. Tag – Paulino Esteban Erbauer der RA II (05.09.2009)

Den Tag begann ich mit einem Ausflug auf die Veranda des Hotels. Ich hatte mir vorgenommen, meinen ersten wirklichen Versuch den Mond zu fotografieren in die Tat umzusetzen. Ich schlich mich durch das dunkle Hotel und baute schließlich mein Equipment auf. Als besonders schwierig erwies sich das scharf stellen auf den Mond und ich stellte fest, dass er ganz schön durch meinen Bildausschnitt raste.

Zumeist begann ich damit den Mond am oberen Ende des Ausschnittes zu platzieren , scharf zu stellen, um dann festzustellen, dass er mittlerweile fast am unteren Ende des Ausschnittes angekommen war. Trotzdem war ich durchaus mit dem Ergebnis meiner ersten wirklichen Mondaufnahme zufrieden.

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Irgendwie meinte ich mir an diesem Tag ein Frühstück verdient zu haben, und so nahm ich heute einmal daran teil. Leider stellte sich im Verlaufe des Tages heraus, dass es keine all zu gute Idee war und ich doch noch sehr mit meiner Erkrankung zu kämpfen hatte. So war das erreichen einer Toilette zumeist ein bedeutender Aspekt dieses Tages.

Copacabana verließen wir im weichen Morgenlicht, um in Richtung Fährstelle zu fahren. In der herrlichen Morgenstimmung war es ein wirkliches Vergnügen den Blick über die Berge und den Titicacasee streifen zu lassen.

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Die Überfahrt über den See verlief ebenso eindrucksvoll wie schon vor wenigen Tagen, doch staunte ich nicht schlecht, als ich auf der anderen Uferseite angelangt, dort eine ware Heerscharen an Menschen sah. Dann entdeckte ich eine Unmasse an Bussen, an denen sich Schulklassen formierten, um die Fahrt über den See anzutreten. Da in so ein Holzböötchen für den Personentransport gerade mal 20 Leute hinein passen, stellte ich mir vor wie lange der Personentransport und das Übersetzen der wohl rund 40 Fahrzeuge dauern würde. Zumindest war ich froh, dass wir nicht Teil dieser Schlange waren.

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Nach kurzer Fahrt durften wir eine wirkliche Legende kennenlernen. Wer hat noch nicht von Thor Heyerdahl gehört, der den Beweis antrat, dass es Urvölkern möglich gewesen war mit Booten nach ihrem Wissensstand die großen Flächen von Atlantik und Pazifik zu überqueren.

Das erste spektakuläre Schäppchen gelang ihm mit der Kon-Tiki, mit der er versuchte, von Südamerika die pazifischen Inseln zu erreichte. Dieses Unternehmen ging als grandioser Erfolg von Heyerdahl in die Geschichte ein.

Bei seinem zweiten Versuch von Afrika Südamerika zu erreichen, scheiterte er erst, denn sein Boot die RA I überstand den Transit nicht. Erst nachdem Heyerdahl die RA II von bolivianischen Indianern bauen ließ, gelang der Versuch der Querung.

Wir durften hier nun die lebende Legende Paulino Esteban kennen lernen, die Heyerdahl seinerzeit geholfen hatte die RA II zu erbauen.

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Für unseren nächsten Halt wurde wieder etwas an Kilometern bewältigt, doch bei dem herrlichen Wetter war es eine Freude den Blick über die Landschaft schleifen zu lassen.

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Nachdem wir beim Besuch von Paulino Esteban einen Schritt in die Jüngere Vergangenheit gewagt hatten, stießen wir mit dem Besuch der Ausgrabungsstätte Tiwanaku in die Zeit 1500 v Chr. vor. Hier hatte sich einst für mehr als 2500 Jahre, eine der bedeutendsten Hochkulturen den Südamerikanischen Kontinents befunden.

Leider kann man heute von der einstigen Pracht nicht mehr viel erahnen, da spätere Generationen diesen Ort als Steinbruch erachteten und ihn nachhaltig plünderten. So ist einiges an Phantasie notwendig, um den Ort vor dem geistigen Auge erscheinen zu lassen. Da bisher aber nur rund 1% der gesamten Fläche freigelegt ist und man heute versucht wissenschaftlich fundiert die Stätte wieder herzustellen, dürfte dem Besucher irgendwann einmal die gesamte Pracht vor Augen geführt werden können.

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Von Tiwanaku ging es nach La Paz, wo wir für die nächsten 3 Nächte unsere Unterkunft haben sollten. Ich hatte schon gelesen, dass die Stadt sich über einen Höhenunterschied von 1000 Höhenmetern erstreckt, doch wie gewaltig und beeindruckend das aussieht, konnte ich mir nicht ausmalen.

So genoß ich ich vollen Zügen die Fahrt von rund 4100 Meter hinunter auf 3100 Meter, bei der ich die zerklüftete Landschaft mit staunendem Blick in mich auf nahm. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass man in solch einer wilden Landschaft eine Millionenstadt errichtet.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 29. Tag – Erholung Pur (04.09.2009)

An diesem Tag stand einmal wieder eine Wanderung an (auf der Sonneninsel – Ein nicht unbedeutender Ort der Inka Geschichte). Nun war die Frage was ich mache. Ich überlegte eine ganze Weile hin und her, kam dann zu dem Entschluss, dass dieser Tag für mich ein absolut Aktivitäten freier Tag werden sollte. Ich wollte mich nur erholen. Dieses Vorhaben setzte ich auch voller Genuss durch.

Ich begann damit, früh am Morgen den Untergang des Mondes über dem Titicacasee zu bewundern und ansonsten die Veränderung des blaues des Sees im Tagesverlaufes zu genießen.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 28. Tag – Copacabana & Titicacasee (03.09.2009)

Um unser Tagesziel Copacabana am Titicacasee frühzeitig zu erreichen, setzten wir unsere Fahrt über das Altiplano (die Hochebene der Anden), früh am Tag fort.

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Richtig munter wurde ich eigentlich erst, als wir gegen Mittag den Titicacasee erreichten und dort an einem wirklich schicken Aussichtspunkt unsere Mittagspause einlegten. Die Aussicht war wirklich grandios. Der See mit seinem satten blau, eingerahmt von dem trockenen Umland waren schon ein Augenschmaus, doch die Tatsache, dass ich einen Blick auf die Königskordillere mit seinen mit Eis überzogenen Gipfeln werfen konnte, krönte das ganze.

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Nach kurzer Weiterfahrt heiß es auf eigenwillige Art und Weise den Titicacasee zu überqueren. Hierfür standen Holzbote zur Verfügung. Das Fahrzeug kam auf eine Art Floß und wurde separat zum anderen Ufer verfrachtet. Wir kamen in eine winzige Nussschale von Bot und wechselten so von einem Ufer zum anderen.

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Dieser etwas abenteuerlichen Überfahrt war es zu verdanken, dass wir uns eine Ein- /Ausreise über Peru ersparten um unser Ziel Copacabana zu erreichen. Copacabana war nämlich über den Landweg nur von Peru aus zu erreichen.

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Kurz nach unserer Ankunft in Copacabana begannen wir einen kleinen Ausflug in die Stadt, welcher einen der bedeutendsten Wallfahrtsorte Südamerikas darstellt. Schon vor den Spaniern war dieser Ort ein wichtiger religiöser Ort. Damit die Spanier ihre Dominanz zeigten, wurde hier eine mächtige Wallfahrtskirche auf den Heiligtümern der Ureinwohner errichtet.

Dass sich bis heute Einflüsse der alten religiösen Einflüsse erhalten habe, mag man daran merken, dass Copacabana die Menschen hier ihre Fahrzeuge und allerlei andere Wünsche segnen lassen, was wohl dem katholischen Urgedanken etwas zu wieder spricht.

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Nach der Besichtigung der Wallfahrtskirche und der „Dunklen Jungfrau“, der zahlreiche Wunder und Heilungen zugesprochen werden, konnte jeder machen was er wollte. Ich entschied mich für einen kleinen Spaziergang durch den Ort. Mein Rundgang fand sein Ende am Hafen, wo ich auf den Sonnenuntergang warten wollte.

Welches besondere Vorlieben die Besucher dieses Ortes zu haben scheinen, ließ sich am Hafen nicht übersehen. Neben ein paar normalen Booten, gab es Heerscharen an Schwänen Tretbooten. Es wirkte schon etwas bizarr auf mich, den Strand vor Schwänen nicht mehr sehen zu können.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 27. Tag – 10 Stunden auf der Straße (02.09.2009)

Um das Gebiet des Salzsees zu verlassen, steht ein etwas längerer Fahrtag an. Es sind zwar nur rund 310 Kilometer zu bewältigen, doch auf Grund der widrigen Straßenverhältnisse und der doch als stark verbesserungswürdigen Ausschilderung, wird für die Strecke 10 Std. veranschlagt, und dass, obwohl die letzten 120 Kilometer über geteerte Straßen führt.

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Der Morgen begann was das Wetter betraf doch etwas traurig. Es regnete zwar nicht, doch hingen tiefe Wolken über der Landschaft und hüllten alles in ein einheitliches Grau. So viel es auch nicht schwer im Fahrzeug alsbald die Augen zu schließen und die Landschaft vorüberziehen zu lassen. Ab und zu gönnte ich mir einen Blick hinaus und staunte immer wieder wie sich das Wetter, die Landschaft und die Bedingungen sich verändert hatten.

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Die Fahrt über diese Hochebene (Altiplano) bot zwar einiges an Abwechslung, doch war ich wirklich froh, als wir im letzten Tageslicht unser Tagesziel die Bergarbeiterstadt Oruro erreichten.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 26. Tag – Ein Tag auf dem Saltzsee (Salar de Uyuni) (01.09.2009)

Der neue Monat beginnt wirklich mit einem Superlativ, die Reise soll geht heute zum Salar de Uyuni führen, dem mit 12.000 Quadratkilometern größten Salzsee der Welt. Um sonst sollten wir dieser Tag nicht sein, denn er begann wie der vergangene Endete, mit dem Geratter und Geschunkel auf bolivianischen Straßen.

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Doch wehrte dieses nur gerade mal 2 Stunden und dann lag dieses Wunder der Natur vor uns.

Eine gleisend helle, glatte Fläche, die einen an Schnee erinnerte. Die Fläche war so herrlich glatt und fest, dass eine entspannende Fahrt über den See beginnen konnte. Auch wenn man sich etwas Sorgen machte, dass man dieses grandiose Naturwunder zerstören würde, so konnte man sich beruhigen, denn bei der nächsten Regenzeit würde Wasser nach fließen, erneut verdunsten und die Fläche würde wieder völlig unberührt wirken. Mit diesem Wissen ließ sich die Fahrt wirklich genießen.

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Den ersten Halt hatten wir an einem „historischen“ Gebäude. Es war der erste Versuch hier ein Stätte aus Salz zu errichten und das Gebiet etwa zu erschießen. Das gesamte Gebäude war aus Salz errichtet und auch die Innenausstattung hatte seinen Ursprung dem Salz zu verdanken.

Doch das ganze Vorhaben verhedderte sich in Streitereien zwischen Erbauer und der Region, so dass das ganze Unternehmen scheiterte. Auch die Tatsache, dass das Gebäude an die Region abgegeben wurde half nichts. Es wurde heruntergewirtschaftet und so wird dieses Gebäude alsbald nur noch Geschichte sein

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Diesem etwas traurigen Halt folgte nach längerer Fahrt durch das gleissende Weiss ein Halt in Mitten der Unberührtheit des Salzsees. Hier ließ sich die Muster im Salzes und die Schönheit des Ortes wirklich genießen.

Auch wenn in alle Richtungen nur brennendes Weiß zu sehen war, konnte ich mich kaum entscheiden wohin ich zuerst sehen sollte, so beeindruckt war ich von diesem Ort.

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Die Mittagszeit verlebten wir mitten auf dem Salzsee. Doch bevor es an die Nahrungsaufnahme ging, sollte jeder einmal alleine in eine Richtung Laufen, um dann vor Ort für sich diese Landschaft zu genießen und vorallem die absolute Stille in sich aufzunehmen. Auch wenn jeder seinen eigenen Weg suchte den Ort zu erfahren, gab es wohl keinen der dieses Naturschauspiel nicht in sich aufnahm und genoß.

Für all diejenigen, die ganz genau wissen wollen wo wir gespeist haben, hier die Koordinaten …

Südliche Breite 20° 00 Min 705 Sec
Westliche Breite 67° 38 Min 508 Sec

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Wenn ich angenommen hätte dieser Tag hätte keine weitere Steigerung mehr zu bieten, so hätte ich mich sehr getäuscht gefühlt. Mitten im See gab es nämlich eine kleine schroffe Insel „Isla de los Pescadores“ auf der Kakteen wuchsen und die einen grandiosen Kontrast zur Landschaft bildeten.

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Den vorläufigen Abschluß des Besuches des Salar de Uyuni bildete ein Stop bei den Menschen, die sich diese Salz für ihren Broterwerb auserkoren haben. So ernteten die Männer das Salz auf dem See, während die Frauen für das Trocknen, aufbereiten und Verpacken des Salzes zuständig waren. Viel bekamen sie nicht für diese Mühen, doch ist es eines der wenigen Möglichkeiten hier ein Auskommen zu finden.

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Nach diesen Eindrücken ging es endlich zu unserer Unterkunft an der wir an diesem Tag schon zwei Mal vorüber gekommen waren. Dieses Gebäude nannte sich Salz Palace. Dieses Gebäude war ein erneuter Versuch aus Salz eine Herberge entstehen zu lassen. Auch wenn diese Unterkunft von Außen etwas bescheiden wirkte, so grandioser war es von innen. Alles war möglich war, war aus Salz erbaut und zudem sehr geschmackvoll hergerichtet.

Der Boden bestand aus Salzgranulat und so lief man durch das weiße Gold der Region und ließ den Blick von einem herrlichen Detail zum anderen schweifen.

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Ein großartiger Tag fand sein Ende mit einem überwältigenden Sonnenuntergang und diese Stimmung nahm ich ganz tief in mich auf und merkte mir diesen Tag als einen der ganz besonderen vor.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 25. Tag – 200 Kilometer in 8 Stunden (31.08.2009)

Am heutigen Tag konnten wir zum wirklich ersten Mal erleben, was es bedeutet über bolivianische Straßen zu fahren. Dies bedeutete für 8 Stunden Geschunkel und Ruckel. Am besten beschreibt diesen Tag wirklich die Tagesbeschreibung des Veranstalters.

Weit sind die Wege im bolivianischen Hochland – und schlecht. Und so schütteln wir durch die wüstenhaften Ebenen, durch herrliche farbenfrohe Erosions- und Berglandschaften, passieren kleine Indiodörfer und Gehöfte, bis wir am Horizont den Salar de Uyuni auftauchen sehen.

Den Morgen begannen wir jedoch mit einer Taxifahrt zum Fahrzeug und so lernte ich noch einen anderen Blick auf die Stadt kennen.

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Danach hieß es wirklich Sitzfleisch zu beweisen und die Landschaft zu genießen wie sie am Fenster vorüber glitt und da gab es wirklich viel und vor allem verschiedene Landschaftsformen zu sehen.

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Spannend wurde es nochmal am Abend, als wir langsam auf das Hotel für die Nacht vorbereitet wurden. Wir wurden insgesamt durchaus im dunklen gelassen über das was wir vorfinden würden. Die Beschreibung des Ortes Uyuni vermittelte dabei durchaus den Eindruck, dass wir mit dem schlimmsten zu rechnen hätten.

Bevor wir in den Ort ein fuhren konnten wir noch an einem besonderen Naturschauspiel teilhaben, es war gerade die Blütezeit der Wüstenblume. Oh, wie herrlich sie in der tief liegenden Abendsonne vor uns blühten.

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Was alles so aus Plastiktüten entstehen kann ist schon erstaunlich und wohl nur bedingt schön.

Als wir vor dem Hotel hielten, dachte so manch einer, dies sei ein Scherz, denn wir sahen eine sehr unscheinbare Häuser-Fassade. Doch was uns dann geboten wurde war mehr als eindrucksvoll.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 24. Tag – Das Stadtfest (30.08.2009)

Die Stadt Potosi, welche sein Entstehen der Entdeckung von gewaltigen Silbervorkommen verdankt, war für wenige das Paradies und für viele eine Hölle. Welche Dramen sich hier abspielen, damit die Kolonialherren die Schätze einheimsen konnten, kann sich heute nur noch sehr schwer ausgemalt werden. So wurden die Ureinwohner zur Arbeit in den Minen zwangsverpflichtet und sogar für 6 Monate in den Stollen eingesperrt, um möglichst Gewinn optimiert eingesetzt zu werden. Dass dies viele Opfer forderte kann man sich sicherlich vorstellen.

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So gibt es heute das Bild, nachdem das hier gewonne Silber reichen würde, um eine Brücke von Europa nach Bolivien zu errichten und im Gegenzug die Opfer für eine ebenso lange Brücke ausreichen würden.

Selbst heute arbeiten und leben die Menschen hier unter Bedingungen die einem Mitteleuropäer als unerbittlich und unmenschlich erscheinen. Einen Einblick in das Leben und Arbeiten erhielten wir an diesem Morgen.

Zu Beginn erhielten wir einen Einblick in die Hilfsmittel, die ein Arbeiter verwendete, um diese Tätigkeiten zu bewältigen. Sie bestanden aus Coca, Zigaretten und Alkohol. Das Coca wurde besonders aufbereitet in die Backen gesteckt und so konnte der Arbeiter 12 und mehr Stunden ohne Trinken, Essen und stark vermindertem Sauerstoff die Arbeit bewältigen. Um den „bösen“ Gerüche ein Schnippchen zu schlagen, gab es besonders aromatisiert Zigaretten (ein echt übles Kraut) und 97% Alkohol. Für all diese Leckereien gab es auch genügend Begründungen, die deren Einsatz Sinnvoll und Nützlich erscheinen ließen.

Ganz konnte ich diesen Ausführungen nicht folgen, denn meine noch immer anhängige Krankheit, ließen in mir den Wunsch aufkommen unbedingt auf eine Toilette zu gehen. So lernte ich eine öffentliche Bedürfnisanstalt kennen. Ich bin mir nicht sicher, ob diese hier wesentlich übler aussah, als eine unbewirtschaftete in deutschen Großstädten, doch insgesamt fühlte ich mich nicht sonderlich auf ihr wohl.

Um die Toilette zu erreichen war ich etwas einen Berg hinunter gegangen und dass klappte noch ganz gut. Doch der Weg zurück hinauf zur Gruppe, ließ Sternchen vor meinen Augen erscheinen, was mir deutlich vor Augen führte, dass ich doch noch sehr mit den widrigen Sauerstoffverhältnissen hier zu kämpfen hatte.

Insgesamt kam ich eigentlich ganz gut damit zurecht, doch viel Bewegen durfte ich mich wirklich nicht, um nicht Gefahr zu laufen umzukippen.

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Nach dem die Erläuterungen zu den Hilfsmitteln abgeschlossen waren, besuchten wir den an gleicher Stelle statt findenden Markt. Hier erstanden die Bergleute und deren Familien alles, was sie zum Leben brauchten. Natürlich entsprach hier nichts unseren Hygienevorstellungen, besonders wenn man sah wie Fleisch verarbeitet und verkauft wurde, doch hier war man daran gewöhnt und störte sich auch nicht daran. Wie es uns ergehen würde, würde man sich hier eindecken, mochte ich mir nicht vorstellen.

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Dem Marktbesuch folgte ein Besuch der Stollen des Silberberges. Ich verzichtete darauf, denn die Stollen waren schlicht zu eng für mich. Hinein wäre ich evtl. noch gekommen, doch wäre die Frage gewesen wie weit und ob ich jemals wieder herausgekommen wäre, war mir ein zu großes Wagnis.

Zudem darf man sich die Stollen nicht wie von z.B. einem deutschen Steinkohle Bergwerk vorstellen. Hier gruben und graben die Bergleute nach Gutdünken ihre Löcher in den Berg, stützen diese nach eigenem Ermessen ab, und so ist es nicht verwunderlich, dass selbst heute die Unfallrate nicht zu unterschätzen ist.

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Für den Nachmittag war eine kleine Stadtbesichtigung an gedacht, doch wurde dem Umstand, dass an diesem Tag ein großes Stadtfest stattfand, Rechnung getragen. Denn das bunte Treiben durfte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

So fanden sich an diesem Tag Menschen aus allerlei Teilen des Landes ein, um die Tanzdarbietungen der Trachtengruppen zu bestaunen.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 23. Tag – Wie kommen wir in die Stadt (29.08.2009)

An diesem Tag stand uns der gesamte Vormittag zur Verfügung, um die Hauptstadt Boliviens zu erkunden. Was habe ich daraus gemacht? Bei mir wurde es gerade mal eine einstündige Stadtbesichtigung, die sich dann auch noch auf ganz wenige Straßenzüge um das Hotel herum beschränkte. Doch irgendwie war einfach nicht mehr drin. Ich fühlte mich noch immer mehr als schlecht und so war ich froh, dass ich zumindest das bewältigte.

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Auch wenn der Rundgang so kurz ausgefallen war, mußte ich feststellen und eingestehen, dass der historische Teil von Sucre sehr sehenswert ist. Neben den herrlichen Gebäuden herrschte ein quirliges Treiben in den Straßen und es fällt nicht schwer in die Atmosphäre des Ortes einzutauchen.

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Der Rest des Tages bestand erneut aus Fahren, denn wir wollten heute noch nach Potosi, einer Stadt, die ein Symbol von unermesslichem Reichtum, nicht weniger unermesslichen menschlichem Elend und dem Niedergang einer so reichen Stadt, darstellt.

Die Fahrt Potosi verlief, dank befestigter Straßen und einer nicht all zu großen Wegstrecke wirklich angenehm. Auch wies die Strecke verschiedene Charakteristiken auf. Zu Beginn ging es durch Täler und Serpentinen langsam von 2600 hinauf auf 4100 Höhenmeter. Nach der Überwindung dieses Höhenunterschiedes, erreichten wir eine Hochebene, die sich von dem bislang erfahrenen Wegstück deutlich unterschied. Dort war alles weitestgehend flach und es wurde intensiv Landwirtschaft betrieben. Diesen Wechsel empfand ich als sehr eindrucksvoll.

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Als wir Positio erreichten, ahnte noch niemand welches fahrerische Drama sich hier abspielen würde. Es war schon klar, dass es durch einen Feiertag zu ein paar Problemen kommen könnte, doch als wir schließlich in den engen Straßen des Ortes fest steckten und egal welche Richtung eingeschlagen wurde, das Ergebnis das selbe war, wurde doch eine gewisse Unruhe bemerkbar.

Ursache für dieses Dilemma waren stattfindende Feste, die ein Fortkommen nicht möglich machte. Zudem waren die Straßen sehr eng, denn als diese Stadt errichtet worden war, hatte niemand daran gedacht, dass sich hier PKWs, geschweige denn LKWs durch den Ort arbeiten müssten.

So verworren die Situation auch war, schließlich konnten wir befreit werden, denn man hatte jemanden vom Hotel als Lotsen heran geholt. Dennoch bewältigten wir die restliche Strecke mit Taxis, während versucht wurde unser Fahrzeug auf dem vorgesehen Parkplatz abzustellen.

Später erfuhren wir, dass die Festlichkeiten am kommenden Tag ihren Höhepunkt erreichen werden und dadurch die Stadt so gut wie blockiert ist. Nur wenige Geschäfte hätten geöffnet, die Straßen waren gesperrt und auch sonstige Dienstleistungen standen nicht zur Verfügung.

Es blieb abzuwarten wie sich das auf unser Programm für den kommenden Tag auswirken würde.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 21./22. Tag – Wildes Bolivien oder Sitzfleisch ist gefragt (27/28.08.2009)

Da ich von diesen beiden Tagen nicht übermäßig viel mitbekam, denn ich litt lieber mehr oder weniger still vor mich hin, habe ich sie einfach mal zusammengefasst.

Diese beiden Tage standen ohnedies unter dem Zeichen ein gutes Sitzfleisch zu beweisen, denn wir wollten in dieser Zeit die Hauptstadt Boliviens Sucre erreichen. An Kilometern war wohl nicht all zu viel zu bewältigen, vielleicht 300 oder 400 Kilometer (ich weiß es nicht), doch diese hatten es in sich.

Als am Morgen die Fahrt begann wurden wir gebeten unsere Taschen usw. wirklich sicher in den Ablagen abzulegen, denn es würde holprig werden. Das wurde es auch und das gesamte Fahrzeug und Insassen wurden regelmäßig ordentlich hin- und her geschüttelt. Diese Straße war nicht befestigt und wehte einem immer eine kräftige Staubwolke entgegen begegnete man einem anderen Fahrzeug. Durch den Staub sahen die Gebäude und Sträucher links und rechts des Weges stellenweise sehr Mitleid erregend aus.

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Irgendwie waren wohl alle froh, dass nach rund 7 Std. Fahrt die Tagesetappe ein Ende hatte. Doch folgte noch eine kleine Herausforderung, denn dieses Mal kampierten wir wild. Dies hatte den meditativen Effekt, dass wir die Wüste fegen durften.

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So spassig sich das anhört, so sinnvoll und nötig ist es. Die Büsche und Sträucher hatten sehr üble Dornen ausgebildet und wollte man so ein Teil Nachts nicht im Rücken spüren, so tat man gut daran diese Maßnahme mit Bedacht durchzuführen. Zudem wären die Dornen der sofortige Tod für jede Isomatte gewesen.

Ich ging früh zu Bett, doch irgendwie konnte ich nicht wirklich toll schlafen und so lag ich ab 2 Uhr Morgens wach auf meiner Matte, grübelte wo mir mein Rücken mehr weh tut oder steckte den Kopf aus dem Zelt und betrachtete den klar über mir liegenden Sternenhimmel. Eine Exkursion in die Natur versuchte ich zu vermeiden, denn es gab einfach zu viele sehr anhängliche Dornen.

Der nächste Tag begann, wie der zuvor endete, mit einem Geschunkel durch das wilde Bolivien. Doch schien die Straße heute stellenweise noch etwas ungnädiger zu sein.

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Im letzten Tageslicht erreichten wir Sucre unser Tagesziel und die Hauptstadt Boliviens. Unser Fahrzeug wurde zu einem gesicherten Parkplatz gebracht und den Rest der Stecke in die Stadt bewältigten wir mit Taxen.

Auch wenn Sucre die Hauptstadt Boliviens ist, hat sie eigentlich keinerlei Politische Bedeutung. Sie ist mehr die Stadt der Geisteswissenschaften und Studenten. Trotzdem ist es eine sehr alte Stadt und das spiegelt sich in den herrlich kolonialen Gebäuden wieder. Es war wirklich verlockend, dass am kommenden Tag die Möglichkeit bestand am Vormittag die Stadt zu erkunden.

Bei dem Hotel handelte es sich ebenfalls um ein Kolonalgebäude, welches seine Pracht hinter einer unscheinbaren Häuserfront verbarg. Ich gebe zu ich war beeindruckt. Auch das Zimmer war schick und dass es eine Terrasse gab von der man einen Ausblick auf die Stadt gewinnen konnte fand mein Wohlwollen.

Doch allzu lang genoss ich das alles nicht. Mich zog es eher in Richtung Bett und dabei war ich gespannt, ob ich die rund 2500 Höhenmeter auf denen wir uns nun befanden sich irgendwie zusätzlich bemerkbar machten.

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