Südamerika (2009) – Bolivien – 23. Tag – Wie kommen wir in die Stadt (29.08.2009)

An diesem Tag stand uns der gesamte Vormittag zur Verfügung, um die Hauptstadt Boliviens zu erkunden. Was habe ich daraus gemacht? Bei mir wurde es gerade mal eine einstündige Stadtbesichtigung, die sich dann auch noch auf ganz wenige Straßenzüge um das Hotel herum beschränkte. Doch irgendwie war einfach nicht mehr drin. Ich fühlte mich noch immer mehr als schlecht und so war ich froh, dass ich zumindest das bewältigte.

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Auch wenn der Rundgang so kurz ausgefallen war, mußte ich feststellen und eingestehen, dass der historische Teil von Sucre sehr sehenswert ist. Neben den herrlichen Gebäuden herrschte ein quirliges Treiben in den Straßen und es fällt nicht schwer in die Atmosphäre des Ortes einzutauchen.

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Der Rest des Tages bestand erneut aus Fahren, denn wir wollten heute noch nach Potosi, einer Stadt, die ein Symbol von unermesslichem Reichtum, nicht weniger unermesslichen menschlichem Elend und dem Niedergang einer so reichen Stadt, darstellt.

Die Fahrt Potosi verlief, dank befestigter Straßen und einer nicht all zu großen Wegstrecke wirklich angenehm. Auch wies die Strecke verschiedene Charakteristiken auf. Zu Beginn ging es durch Täler und Serpentinen langsam von 2600 hinauf auf 4100 Höhenmeter. Nach der Überwindung dieses Höhenunterschiedes, erreichten wir eine Hochebene, die sich von dem bislang erfahrenen Wegstück deutlich unterschied. Dort war alles weitestgehend flach und es wurde intensiv Landwirtschaft betrieben. Diesen Wechsel empfand ich als sehr eindrucksvoll.

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Als wir Positio erreichten, ahnte noch niemand welches fahrerische Drama sich hier abspielen würde. Es war schon klar, dass es durch einen Feiertag zu ein paar Problemen kommen könnte, doch als wir schließlich in den engen Straßen des Ortes fest steckten und egal welche Richtung eingeschlagen wurde, das Ergebnis das selbe war, wurde doch eine gewisse Unruhe bemerkbar.

Ursache für dieses Dilemma waren stattfindende Feste, die ein Fortkommen nicht möglich machte. Zudem waren die Straßen sehr eng, denn als diese Stadt errichtet worden war, hatte niemand daran gedacht, dass sich hier PKWs, geschweige denn LKWs durch den Ort arbeiten müssten.

So verworren die Situation auch war, schließlich konnten wir befreit werden, denn man hatte jemanden vom Hotel als Lotsen heran geholt. Dennoch bewältigten wir die restliche Strecke mit Taxis, während versucht wurde unser Fahrzeug auf dem vorgesehen Parkplatz abzustellen.

Später erfuhren wir, dass die Festlichkeiten am kommenden Tag ihren Höhepunkt erreichen werden und dadurch die Stadt so gut wie blockiert ist. Nur wenige Geschäfte hätten geöffnet, die Straßen waren gesperrt und auch sonstige Dienstleistungen standen nicht zur Verfügung.

Es blieb abzuwarten wie sich das auf unser Programm für den kommenden Tag auswirken würde.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 21./22. Tag – Wildes Bolivien oder Sitzfleisch ist gefragt (27/28.08.2009)

Da ich von diesen beiden Tagen nicht übermäßig viel mitbekam, denn ich litt lieber mehr oder weniger still vor mich hin, habe ich sie einfach mal zusammengefasst.

Diese beiden Tage standen ohnedies unter dem Zeichen ein gutes Sitzfleisch zu beweisen, denn wir wollten in dieser Zeit die Hauptstadt Boliviens Sucre erreichen. An Kilometern war wohl nicht all zu viel zu bewältigen, vielleicht 300 oder 400 Kilometer (ich weiß es nicht), doch diese hatten es in sich.

Als am Morgen die Fahrt begann wurden wir gebeten unsere Taschen usw. wirklich sicher in den Ablagen abzulegen, denn es würde holprig werden. Das wurde es auch und das gesamte Fahrzeug und Insassen wurden regelmäßig ordentlich hin- und her geschüttelt. Diese Straße war nicht befestigt und wehte einem immer eine kräftige Staubwolke entgegen begegnete man einem anderen Fahrzeug. Durch den Staub sahen die Gebäude und Sträucher links und rechts des Weges stellenweise sehr Mitleid erregend aus.

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Irgendwie waren wohl alle froh, dass nach rund 7 Std. Fahrt die Tagesetappe ein Ende hatte. Doch folgte noch eine kleine Herausforderung, denn dieses Mal kampierten wir wild. Dies hatte den meditativen Effekt, dass wir die Wüste fegen durften.

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So spassig sich das anhört, so sinnvoll und nötig ist es. Die Büsche und Sträucher hatten sehr üble Dornen ausgebildet und wollte man so ein Teil Nachts nicht im Rücken spüren, so tat man gut daran diese Maßnahme mit Bedacht durchzuführen. Zudem wären die Dornen der sofortige Tod für jede Isomatte gewesen.

Ich ging früh zu Bett, doch irgendwie konnte ich nicht wirklich toll schlafen und so lag ich ab 2 Uhr Morgens wach auf meiner Matte, grübelte wo mir mein Rücken mehr weh tut oder steckte den Kopf aus dem Zelt und betrachtete den klar über mir liegenden Sternenhimmel. Eine Exkursion in die Natur versuchte ich zu vermeiden, denn es gab einfach zu viele sehr anhängliche Dornen.

Der nächste Tag begann, wie der zuvor endete, mit einem Geschunkel durch das wilde Bolivien. Doch schien die Straße heute stellenweise noch etwas ungnädiger zu sein.

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Im letzten Tageslicht erreichten wir Sucre unser Tagesziel und die Hauptstadt Boliviens. Unser Fahrzeug wurde zu einem gesicherten Parkplatz gebracht und den Rest der Stecke in die Stadt bewältigten wir mit Taxen.

Auch wenn Sucre die Hauptstadt Boliviens ist, hat sie eigentlich keinerlei Politische Bedeutung. Sie ist mehr die Stadt der Geisteswissenschaften und Studenten. Trotzdem ist es eine sehr alte Stadt und das spiegelt sich in den herrlich kolonialen Gebäuden wieder. Es war wirklich verlockend, dass am kommenden Tag die Möglichkeit bestand am Vormittag die Stadt zu erkunden.

Bei dem Hotel handelte es sich ebenfalls um ein Kolonalgebäude, welches seine Pracht hinter einer unscheinbaren Häuserfront verbarg. Ich gebe zu ich war beeindruckt. Auch das Zimmer war schick und dass es eine Terrasse gab von der man einen Ausblick auf die Stadt gewinnen konnte fand mein Wohlwollen.

Doch allzu lang genoss ich das alles nicht. Mich zog es eher in Richtung Bett und dabei war ich gespannt, ob ich die rund 2500 Höhenmeter auf denen wir uns nun befanden sich irgendwie zusätzlich bemerkbar machten.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 20. Tag – Alles ganz anders (26.08.2009)

Schon bei der Exkursion am Vorabend war mir klar, dass ich an der heutigen Wanderung nicht teilnehmen würde. Es würde für mich zu anstrengend sein und wenn ich mich im Nebelwand fotografisch austoben wollen würde, käme ich wohl über die ersten paar Farne nicht hinaus. Also ließ ich es bleiben.

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Die Alternative die mir zur Verfügung stand war nicht schlecht, riss mich aber wirklich nicht vom Hocker. Ich wollte durch den Ort Laufen und mich etwas umsehen. Da das mit dem Fotografieren aber wieder etwas schwieriger war, da ja der Bolivianer nicht so gerne oder überhaupt nicht abgelichtet werden will, hielt sich meine Begeisterung wirklich in Grenzen. Nun kann man wohl einwenden, ich könne ja nur Gebäude fotografieren, doch da es im Ort nur so von Menschen wuselt und sicher jemand vor jedem Hause hockt, ist diese Idee auch nur bedingt umsetzbar.

Egal, ich begann meinen Ausflug mit den anderen und fuhr mit in den Ort. Dort wurde ich entlassen und ich stand erstmal etwas dumm in der Gegend herum. Da es bis zur Weiter fahrt der Gruppe noch etwas dauerte, passierte das, womit nicht gerecht werden konnte. Einer der Guides hatte eine Idee. Er fragte, ob ich mir Wasserfälle ansehen wolle und ich die Taxikosten tragen würde. Na, das war keine Frage, ich stimmte zu und so saß ich alsbald in einem Taxi und der Ausflug zu 3 Wasserfällen begann.

Da sich meine spanisch Kenntnisse mehr als in Grenzen halten, kam zwischen mir und dem Fahrer nicht wirklich eine Unterhaltung auf und so konnte ich mich etwas mehr auf die Straße konzentrieren. Besonders bemerkenswert war einfach, dass gelegentlich die Teeerdecke aufhörte, tiefe Löcher vorhanden waren oder irgend welche Tiere auf der Straße herum standen, die erst dazu bewegt werden mussten die Bahn frei zu machen. Diesem Umstand verdankte ich, dass sich die Stimmung zwischen mir und meinem Fahrer Louis lockerte und als wir die Wasserfälle erreichten schon viel lockerer miteinander umgingen.

Auch wenn ich Eintritt für die Besichtigung der Wasserfälle entrichten mußte, es war es auf jeden Fall wert, auch wenn wir hier von satten 1 Euro sprechen.

Man hatte einen schicken Andre tauglichen Weg ge bastelt und so konnte ich diesen Ausflug sehr genießen.

Ich möchte hier überhaupt nicht viele Worte über die Eindrücke verlieren, sondern lasse einfach die Bilder für sich sprechen. Ich war auf jeden Fall sehr beeindruckt und hätte den ganzen Tag hier verweilen können.

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Ursprünglich hatte ich gedacht, ich würde nach diesem Ausflug noch etwas im Ort bleiben, doch ich fühlte mich so ausgelaugt und fertig, dass ich Louis bat mich zum Zeltplatz zu bringen. Trotz nicht vorhandener Kommunikation mit Worten bekamen wir das super hin.

An Zeltplatz hockte ich mich noch etwas in den Schatten und wollte Bilder sortieren, doch so recht in Schwung kam ich damit nicht. Ich schaffte es immerhin noch Fotos von Kolibris zu machen – wie das weis ich schon nicht mehr. Denn ich zog mich dann schnell ins Zelt zurück, schlief ein und da begann meine fast 3 tägige Leidensgeschichte. Dass ich nicht besonders wehleidig bin, kann ich nicht behaupten, doch das was ich in dieser Nacht mitmachte war nicht mehr schön. Ich fühlte mich mehr als Ehlend.

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Da störte es mich auch sehr wie man in Südamerika sein Geschäft zu erledigen hat, denn hier landet das verwendete Papier nicht in der Schüssel, sondern man muss es in ein Eimerchen neben der Toilette schmeißen. Doch irgendwann ist so ein Behältnis halt voll. Nö, das ist nicht so toll.

 

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Südamerika (2009) – Bolivien – 19. Tag – Stadt unter dem Himmel (25.08.2009)

Was das Frühstück betraf, so hatte ich ehrlich gesagt mit einer kleinen Enttäuschung gerechnet, doch wie das gesamte Hotels, war auch das wirklich als schick zu bezeichnen und so begann dieser Tag durchaus erfreulich.

Heute stand ein durchaus überschau barer Fahrt an, denn schon gegen Mittag sollten wir unser Ziel Samaipata und den dortigen Zeltplatz erreichen.

Auch wenn ich von den ersten Metern der Fahrt noch etwas mitbekam, versank ich doch recht schnell im Schlaf der Gerechten. Mitbekommen da ich allerdings noch, dass plötzlich ein Bolivien bei der Stadtdurchqerung vor uns auftauchte, sich vor unser Fahrzeug stellte und wie ein Giftzwerg auf und ab sprang und mit den Armen so wild fuchtelte, dass man meinte er sei ein Kolibri. Er hatte sich wohl durch eines unsere Fahrmanöver übervorteilt gefühlt, doch wer das Gewimmel an Autos und die Art und Weise wie hier gefahren wird sieht, kann sich darüber nur wundern.

Dass man bei Ampeln anhält fand ich schon erstaunlich, denn eigentlich wurde ständig gedrängelt, gehubt und irgendwie versuch vorwärts zu kommen. Ich fand das schon etwas beängstigend.

Wie gesagt ansonsten bekam ich von dem ersten Teil der Fahrt nicht viel mit und wunderte mich etwas, als wir einen kleinen Stop machten, dass wir durch eine durchaus liebliche Berglandschaft fuhren an dessen steilen Hängen herrliches Grün zu sehen gab.

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Als wir Samaipata erreichten war ich erst einmal etwas erschrocken als ich die Häuser usw. sah, doch das verflog sehr schnell, als wir den inneren Bereich des Ortes erreichten. Hier war der Ort wirklich sehr ansehnlich und wirkte sehr malerisch.

Die Straße zum Zeltplatz wirkte auf mich sehr herausfordernd. Die Straße war eng, nicht befestigt und das Fahrzeug schrammte an den Büschen und Bäumen vorüber.

Der Platz dem wir unsere Nachtruhe für die nächsten zwei Nächte anvertrauen wollten erwies sich als sehr hübsch gelegen und der Eigentümer hatte ihn sehr durchdacht angelegt und für einen gemütlichen Aufenthalt optimiert.

Es sei noch erwähnt, dass mit dieser Rast nun langsam unser Aufstieg in die Höhen der Berge begann. Wir befanden uns hier zwar nur auf rund 1600 Höhenmeter, doch in den nächsten Tagen sollte noch einiges mehr an Höhe anstehen.

Nach dem Aufbau der Zelte und einem kräftigenden Mittagsmahl, begann der zweite Teil des Tages ein Ausflug zum „El Fuerte de Samaipata„. Dazu stiegen wir in die geländegängigen Fahrzeuge eines örtlichen Veranstalter um, und eine steiler Aufstieg über befestigte Wege auf rund 2000 Meter begann.

Bei „El Fuerte de Samaipata“ handelte es sich um eine religiöse Anlage, die im Verlaufe ihrer Existenz zweier Religionen Platz bot. Das besondere war, dass die Eroberer das vorgefundene nicht zerstörten, sondern den Komplex erweiterten.

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Was mich erstaunte war einfach die Tatsache, dass man so weit oben eine Stadt erreichtet hatte, in der rund 2500 Menschen lebten. Für alle Bauten mußte alles herbeigeschafft werden und da hier auch Könige lebten, kann man sich vorstellen, dass die edelsten Dinge ihren Weg hier hinauf fanden.

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Auch wenn die Anlage sehr eindrucksvoll war, konnte sie nur schwer die wirkliche Pracht, Sinn und Zweck aller hier zu entdeckenden Nischen und Löcher vermitteln. Doch der Guide erklärte mit viel Sachverstand alles und so erstand diese Metropole vor dem geistigen Auge.

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Südamerika (2009) – Bolivien – 18. Tag – Ankunft Bolivien (24.08.2009)

Ich nehme fast an, dass dies einer der kürzesten Berichte werden wird, denn zum einen ging es heute nur darum von Brasilien nach Bolivien zu reisen und zum Anderen durften wir uns, an unserem Ziel angekommen etwas ausruhen.

Die Ausreise aus Brasilien ging früh am Morgen wirklich reibungslos von statten, so dachten wir. Als wir jedoch mit unserem Bus die Fahrt fortsetzen wollten, wurden wir angehalten und die Papiere des Fahrers gefilmt. Irgendwas passte dabei den Beamten nicht und so war Schluss mich der Busfahrt. Wir mussten stattdessen in Taxen umsteigen.

Bevor wir diese jedoch bestiegen ging es darum die Einreiseformalitäten für Bolivien zu erledigen. Ich füllte mein Formular so gewissenhaft wie möglich aus und war dann doch etwas enttäuscht, als man weder das Passbild, die Angaben oder sonstiges Prüfte. Ich erhielt meinen Stempel und für mich war die Einreise erledigt.

Die Taxen die uns zum Flughafen brachte, hätten in Deutschland nicht einmal den Schrottplatz verlassen dürfen, geschweige denn auf Straßen fahren dürfen. Doch was solls, man wurde am Flughafen abgeliefert und somit sollte man nicht weiter darüber nachdenken.

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Ahh .. hier geht es nach Bolivien

Der Flug war angenehm und nach einem Getränk und einem, nennen wir es mal Sandwich, waren wir auch schon in Santa Cruz. Hier vereinigte sich unsere Reiseleitung wieder und wir hatten „unser“ Fahrzeug wieder.

Wie wir erfuhren war die Überführung von Brasilien nach Bolivien nicht ganz so unkritisch verlaufen, wie man gehofft hatte. So führte heftiger Regen zu einigen Staus durch liegenbleibendene LKWs oder der Bolivianischen Zoll war auch nicht so unkritisch gewesen. Doch letztlich zählte, dass nun alles wieder beisammen war.

Das Hotel in dem die Nacht verbracht werden sollte, lag zwar an einer sehr befahrenen Straße, doch mein Zimmer und der herrliche Innenhof entschädigen alle Mal. Dieses Zimmer war größer als meine Wohnung und der Innenhof strahlte ein Tropisch es Ambiente aus. Ich fühlte mich gleich sehr wohl hier und es war schon fast schade, dass es nur eine Nacht hier sein würde.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 17. Tag – Das Pantanal wird verlassen weiter in Richtung Boliven (23.08.2009)

In der Nacht hatte es ein kleines Gewitter gegeben und es hatte zu Regnen begonnen. Auch wenn es am Morgen ersteinmal trocken war, gab es ab und an Schauer, die schließlich in einen leichten Dauerregen überging.

Heute ging es hinaus aus dem Pantanal weiter nach Corumba, um dann am folgenden Tag nach Bolivien weiter zu reisen. Ich gebe zu, dass bei dem etwas missligen Wetter der Aufbruch nicht so schwer fiel.

Die Staubpiste war heute eine Schlammpiste und so hatte die Stecke durchaus einen etwas anderen Charakter. Das Fahrzeug war binnen kürzester Zeit vollständig zugesaut. Die Entfernung für das Geschunkel wurde auf spannende Weise bemessen. Die Brücken auf dieser Strecke wurden gezählt und da es etwa pro Kilometer eine Brücke gab, war es ein praktisches Mittel seinen Standort zu ermitteln und eine Vorstellung zu haben wie weit noch zu fahren sei. Unsere Unterkunft hatte an Brücke 42 gelegen.

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Eine spannende Unterbrechung unserer Fahrt gab es an der Brück über den Rio Paraquay. Von unserer Seite stieg sie wie ein gewaltiger Hügel an, um diesen Fluß zu überwinden. So bot diese Brücke einen netten Ausblick auf das Buschland und den Fluß. Durch den Anstieg kam es etwas vor, als würde man einen kleine Hügel besteigen und vielleicht sollte dies schon eine kleine Einstimmung auf die gewaltigen Berge Boliviens sein.

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Corumba erreichten wir um die Mittagszeit. Der Ort machte einen etwas herunter gekommenen Eindruck, was aus der Sicht eines Fotografen durchaus verlockend war. Auch das Hotel mochte nicht das neuste sein, doch mir gefiel es, besonders der innen liegend Hof, um die die Zimmer über 6 Etagen angeordnet waren. Leider hatte dieser Hof auch den Nachteil eine gewaltige Lärmbrücke zu sein, dennoch sah es schick aus.

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Erfreulicherweise konnte man auch das Dach des Hotels besteigen und von dort den Ausblick auf die Stadt genießen. Ich nutze das natürlich aus.

Nach einem, mir gut schmeckenden Mittagessen, bei dem wir wieder von Fleischspieß unser Essen abgeschnitten und vorgelegt bekamen, ging es gut gesättigt auf einen an den Ort grenzenden Hügel. Auf ihm befand sich eine große Christus-Statue. Die 12 Apostel die ihn umgaben waren gewaltige Sendemasten. Ich fand dieses Bild toll und bizarr.

An der extrem steilen Straße, die unserem Bus viel Kraft abverlangte, gab es in Form von Skulpturen kleine Bilder, die die Leidensgeschichte Christus zeigte. Die Figuren waren zwar eher naive Kunstwerke, doch an ich es toll, dass man so etwas hat entstehen lassen.

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Vom Hügel selber bot sich dem Betrachter ein schicker Blick auf Corumba und das Pantanal. Es sah aus, als würde die Zivilisation an die Natur grenzen und sich nicht weiter vor wagen, oder die Natur konnte sich tapfer verteidigen.

Vom Hügel ging es wieder hinunter in die Stadt und zum Hafen. Dort unternahmen wir eine kleine Bootsfahrt auf de, Rio Paraquay. Unser Bötchen kam einem Seelenverkäufer schon sehr nahe. Da störte es nicht einmal, dass wir uns immer schön gleichmäßig Steuerbord und Backbord verteilen mussten, damit das Boot keine Schlagseite bekam. Eher fiel das morsche Holz und das stellenweise durch rostete Metall auf. Doch er Ausflug war nett und man ließ sich eine schöne frische Priese um die Nase wehen.

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An diesem Abend fand an diesem Abend ein kleines Konzert statt, in dem eine Künstlerin ihr Können zeigte. Als sie nach dem ersten Stück ihre Ansprache hielt, hatte sie auch uns entdeckt und begrüßte uns exklusiv und widmete den nächsten Song den Gästen aus fernen Landen.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 16. Tag – In den Sand gesetzt (22.08.2009)

Informationen zum Pantanál … http://de.wikipedia.org/wiki/Pantanal

Die Unternehmung für diesen Tag fand zu 100% meine Zustimmung. Ich freute ich auch schon darauf, denn es sollte mit den schon bekannten Pickups tiefer ins Pantanál gehen, um dort noch das ein oder andere für uns unentdeckte Tier zu finden.

Weit kamen wir nach dem Fahrtbeginn wirklich nicht. Wir waren vielleicht 500 Meter gefahren und schon wurde das erste Mal gehalten, denn unser Guide hatte Otter entdeckt. Wie er das immer machte, dass er die Tiere entdeckte wird mir auf immer ein Rätsel bleiben, doch diese Fähigkeit genoss ich sehr.

Was die Otter angeht, so war ich wirklich verdutzt was für riesige Pfoten (die mich sehr stark an Hände erinnerten) diese Tiere haben. Wie das Tier nun eine Fisch fraß war schon etwas gewöhnungsbedürftig, doch es schmeckte allem Anschein nach.

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Bis zu unserem größeren Stopp an einer Kreuzung, an der ein winziger Laden seine Stellung hielt, hatten wir so viele Tiere gesehen und genossen, dass sich schon jetzt abzeichnete, dass es sehr eng auf meiner Speicherkarte in der Kamera werden würde.

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Den Aufenthalt in der Raststätte nutze jeder auf seine Weise. Ich gönnte mir eine Mate Limmo. Sie schmeckte ähnlich wie der Tee, also etwas bitter. Damit der Schmerz gleich etwas größer ausfällt, hatte ich mir zwei Flaschen gegönnt. Es wurde letztlich durchaus etwas schwierig das grüne Getränk zu vernichten. Aber was macht man nicht alles, um den Urlaub unvergesslich zu machen.

Weit kamen wir auch nach diesem Stopp nicht. Wir hielten an einem anderen See, auf dem sich wahre Heerscharen an Tieren tummelten. Ich wusste überhaupt nicht wohin ich zuerst schauen sollte.

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Auch wenn ich nicht genug bekommen konnte mehr und mehr Vögel gezeigt zu bekommen, fand ich es doch sehr spannend, als wir an eine Gruppe von brasilianischen Cowboys vorüber kamen. Sie trieben ein paar Kühe und Reittiere. Vornweg kämpfte der Cooki mit seinen Lasttieren, denn eines wollte partou nicht auf ordentliche Weise seine Pflicht erfüllen. Er bekam das Tier aber schließlich auf den rechten Weg.

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Das was nun folgte wird mir wirklich lange in Erinnerung bleiben. Wir verließen die Piste und setzten die Fahrt auf einem sehr sandigem Weg fort. Hier gab der Fahrer so richtig Gas und ich wunderte mich erst warum er so über den Weg schoss. Er erklärte es mir, denn der Sand war so weich, dass er stecken bleiben würde, würde er zu langsam fahren, oder gar stehen bleiben. So wurde dieses Wegstück zur reisten Sufshow, denn so weich der Sand unter den Räder war, so schwammen wir mal links mal rechts auf dem Weg. Ging es durch Kurven kam es mir vor als würden wir wie durch eine Welle surfen. Es war einfach nur Toll. Der Fahrer kurbelte die ganze Zeit sehr heftig am Lenkrad und konzentrierte sich auf diese Aufgabe.

Ich war schon etwas enttäuscht, als wir unser Tageszeit, ein kleines Wasserloch im Nirgendwo erreichten. Hier begannen wir einen kleinen Fußmarsch durchs Unterholz, in der Hoffnung noch mehr Tiere zu entdecken. Anfangs versuchte ich noch mir irgendwie zu merken, wie es zum Fahrzeug zurück geht, doch bald gab ich es auf und verließ mich darauf, dass ich die Truppe nicht verliere und der Guide wußte was er tat (diesbezüglich hatte ich keine Sorgen).

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Nachdem wir glücklich nach einem etwa zweistündigen Marsch durchs Unterholz zum Fahrzeug zurückkehrten, gab es ein leckeres Buschmahl. Es bestand aus Reis und Fleisch. Auch gab es etwas Salat.

Damit wir es uns gemütlich machen konnten wurden kurzerhand ein paar Palmblätter abgeholzt und es wurde ein herrliche Sitzfläche – ähnlich einer Decke – bereitet.

Während wir saßen, aßen und danach eine kleine Pause genossen, veränderte sich der Himmel deutlich. Auch hörte man immer wieder Gewittergrollen. Ich fürchtete schon, wir würden in heftigen Regen kommen, doch diese Befürchtung erfüllte sich nicht. Stattdessen ereilte uns etwas viel Aufregenderes.

Die Rückfahrt ging wieder über die Sandpiste und der Fahrer surfte in bekannter Manier über den Weg, durch die Kurven und ich genoss dieses Abenteuer. Wurde der Sand etwas tiefer, wurde herunter geschaltet und das Fahrzeug ackerte durch den weichen Untergrund. Das ging auch zumeist gut, bis plötzlich der Motor abstarb und wir sehr tief im Sand fest steckten.

Auch wenn es für uns Anfangs schon eher Aufregend war, wandelte es sich etwas in Besorgnis, als das Fahrzeug nicht wirklich aus der Misslichen Situation befreit werden konnte. Da half kaum die Palmen-Blättern und Äste unter den Rädern. Auch das Freilegen der Reifen hatte nicht wirklich geholfen. Ich hatte schon den Eindruck, dass ein gewisses Maß an Unruhe einschlich.

Doch was für ein Glück wir hatten, ist kaum zu ermessen. Die gesamte Zeit auf dieser Piste hatten wie ein anderes Fahrzeug gesehen, doch jetzt kam ein dicker Traktor vorüber. Er wurde gestoppt und der Fahrer gebeten uns zu retten. Für dieses Kraftpaket war es eine leichte Übung aus aus dem Sand zu zerren.

Ich zumindest war durchaus erleichtert, als das Fahrzeug wieder festen Boden unter den Rädern hatte und trotzdem genoss ich auch den weiteren Surf über die Sandpiste.

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Erneut legten wir ein Pause bei der kleinen Station ein. Doch im Gegensatz zum Morgen waren nun etliche Einheimische hier, die den Ort ordentlich beschallten. Auch liefen nach und nach mehr von anderen Ausflugsfahrzeugen ein, so dass es schließlich richtig voll wurde.

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Dass es auf dem Weg zurück zur Lodge noch einiges zu sehen gab, braucht wohl nicht gesondert erwähnt werden. Neben den Tieren, versank die Sonne langsam golden hinter dem Hintergrund.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 15. Tag – Piranhas an der Schnur (21.08.2009)

Informationen zum Pantanál … http://de.wikipedia.org/wiki/Pantanal

Heute stand Reiten auf dem Programm. Nicht wirklich das womit man mich locken kann. So meinte ich, dass ich eher nicht an dieser Aktivität teilhaben möchte. Als ich dann hörte, dass man auch von Seiten der Pferdebesitzer eine nicht Teilnahme anraten würde, hatte ich zumindest eine offizielle Ausrede.

Zudem war ich noch völlig beseelt von dem herrlichen Sonnenaufgang am Morgen und das herrliche Licht was über der Landschaft lag, lockte mich eher die Kamera zu nehmen und auf Vogelpirsch zu gehen, als durch die Gegend geschaukelt zu werden.

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Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen zuzusehen wie die Pferde verteilt wurden und dann in einer langen Reihe in Richtung Buschland aufgebrochen wurde. Trotz dieses romantischen Anblicks, kam bei mir kein Gefühl von Verlust auf.

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Ich gebe zu, weit kam ich bei meiner Vogelexkursion nicht wirklich. Ich schätze mal, dass ich gerade 500 Meter Stück Straße schaffte. Doch auf dieser kurzen Wegstrecke gab es so viel an Tieren zu beobachten, dass ich einfach nicht vorwärts kam.

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Besonders große Begeisterung fand bei mir, ein kleines fast der Austrocknung nahes Wasserloch. Hier tummelten sich allerlei kleinere Vögel. Diese Nutzen dieses Gewässer für ausgiebige Waschorgien. Ich habe noch nie so viele Vögel so begeistert baden sehen. So hielt ich mich hier besonders lange auf.

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Als ich zur Unterkunft zurückkehrte, war ich doch erstaunt, dass der Reitausflug schon vorüber war. Zudem erfuhr ich, dass einer aus meiner Reisegruppe, diesen Ausflug nicht ganz Schadlos überstanden hatte. Was genau passiert war weiss ich nicht, er war jedoch kopfüber vom Pferd geplumpst, nachdem das Tier wohl etwas unwillig war die Last weiter zu tragen. Nach dem Abwurf muss das Pferd auch noch, in guter alter Westlernmanier, gebockt und buckelt haben. Na, da war ich um so mehr froh, dass ich dieses Abenteuer ausgelassen hatte.

Nach dem Mittagessen, stand das nächste Highlight des Tages an. Ein Piranhas Angelausflug. Ich gebe schon wieder zu, dass weder das Thema Angeln, noch Fisch im allgemeinen oder Piranhas im Speziellen Begeisterungswallungen hervorrief. Doch trotzdem nahm ich an dem  Ausflug teil, allerdings nur als Zuseher.

Zur Angelstelle ging es heute das erste Mal mit dem für dieses Gebiet typischen Fortbewegungsmittel. Es war ein Pickup, auf dessen Ladefläche 2 Bänke befestigt waren und auf denen die Passagiere Platz nehmen durfte. Eine unter Umständen sehr zugige Erfahrung oder auch bei Trockenheit sehr staubig.

Da die zu befahrende Strecke eher eine Piste als eine Straße ist, gab es gehörige Schläge auf das Hinterteil und den Rücken und so manches Mal wurde man ordentlich durch geschüttelt. Irgendwo machte es aber Spaß. Zumindest ein Mal.

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Am Angelplatz angelangt wurde Fleisch vorbereitet und nach einem kurzen Fußmarsch durch den Busch, war jene Stelle erreicht an der sich den Nervenkitzel Piranhas Angeln gestellt werden sollte. Jeder hatte dazu sein Stöckchen mit Schnur und Hacken. An den Haken kam ein kleines Stück Fleisch und das ließ man ins Wasser hängen. Bei unserem Guide dauerte es auch nicht lange, bis er das erste Tier aus dem Wasser gezogen hatte. Bei allen Anderen dauerte es eher langer, denn zumeist fraßen die Fische den Köder ohne sich fangen zu lassen.

Beobachtete man den Guide, erkannte man schnell, warum er ein deutlich besseres Händchen hatte, denn nachdem er merkte, dass ein Fisch am Köder war, zog er kräftig an der Leine und der Fisch war erledigt. Machte man das nicht so, wurde der Köder lustig gefressen. Trotzdem kam im Verlaufe der Zeit einiges an Fischen zusammen.

Eines merkte man aber auch, dass unser Guide mit den Tieren sehr respektvoll umging. Wenn sie noch irgendwie zuckten, sprang er eher einmal zurück ,als den Helden zu spielen. Also ganz so ungefährlich scheinen diese Tierchen wahrlich nicht zu sein.

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Die Rückfahrt durfte ich im Fahrerhaus verbringen und so hatte ich eine sehr bequemen Rückfahrt. Auch war dieser Fahrer wirklich sehr behutsam und so durfte sich auch das Geschunkel auf der Ladefläche in Grenzen gehalten haben. Ein klein wenig Nachteilig war mein Platz lediglich in Sicht auf die Tiere, die wir auf der Fahrt zu sehen bekamen. Hier gab unser Guide per Klopfen Zeichen, dass gehalten werden sollte. Nun mußte ich jedes mal Aussteigen, um zu sehen was es zu sehen gab, doch eigentlich passte das alles sehr gut und ich hatte viel Spaß bei dieser Rückfahrt.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 14. Tag – Auf ins Pantanál (20.08.2009)

Am Morgen war von dem Unwetter nicht mehr viel zu merken. Die Landschaft lag jungfräulich vor einem, so als wäre nichts gewesen. Ich hatte nichts dagegen, unter diesen Voraussetzungen ins Pantanál aufzubrechen.

Am Abend hatte ich schon begonnen mein Gepäck vorzubereiten und hier hatte sich schon herausgestellt, dass es etwas schwierig wird. Ich hatte mich nämlich was das Volumen meines Gepäcks angeht und dem Rucksack in den alles sollte etwas verschätzt. Ich bekam zwar alles hinein, doch fürchtete ich beim öffnen, dass alles explosionsartig heraus katapultiert würde.

Für die Fahrt ins Pantanal stand ein kleiner Bus zur Verfügung, der für mich, etwas eng war. So war die Fahrt nicht übermäßig bequem. Aber wer hatte auch schon behauptet, dass ich zum Spaß hier sein.

Die erste Zeit verschlief ich, doch als wir die Hauptstraße verließen und auf eine Piste abbogen, lohnte es sich alle mal aus dem Fenster zu schauen. Die Landschaft ähnelte, dem was wir schon geraume Zeit sahen, doch nahm der Tierreichtum deutlich zu. So wurde ab und an angehalten und weil und Guid etwas entdeckt hatte, was sich zu beobachten lohnte. So bekamen wir allerlei Getier und Pflanzen zu sehen und die Anreise wurde sehr kurzweilig. Dass das geholper und geschunkel ab und zu Unterbrochen wurde, hatte auch wirklich seinen Reiz.

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Sehr erfreut war ich auch über die Tatsache, dass wir an ein paar Cowboys vorüber kamen und auch hier einen klein Stopp einlegten.

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Schließlich erreichte der Bus die Unterkunft, deren Namen auf eine der Attraktionen des Orten hinwies, nämlich blaue Papageien. Die Lage der Gebäude war grandios. Es lag in einem offenen Teil dieser Savannenlandschaft an mehreren Wasserlöchern. Diesem Umstand sollte es zu verdanken sein, dass es hier wahrlich viel Tierleben gab und somit auch viel zu entdecken gab. Zudem kamen am Abend die besagten blauen Papageien ans Wasser. Alles in allem rosige Aussichten für die kommenden Tage.

Weniger begeistern tat der Umstand, dass Gemeinschaftszimmer bezogen werden sollten. Im Grunde störte mich das ja nicht, doch all zu oft hatte ich in Vergangenheit wegen meines Schnarchens große Probleme grabt. So meinte ich, dass ich dort nicht schlafen könne. Ich würde auch gern auf einer Isomatte irgendwo auf einer Veranda liegen. Doch daraus wurde nichts. Ich erhielt stattdessen ein eigenes Zimmer. Was für eine hübsche Überraschung.

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Eine erste Erkundung der Wasserlöcher ergab, dass diese voll mit Ksimanen waren. Sie kamen auch gleich heraus gekrochen, und so konnten sie ausführlich bestaunt werden. Auch wenn die Vorstellung, dass der Mensch nicht in sein Beuteschema gehört beruhige, wurde ein gewisser respektvoller Abstand gehalten. Bis auf den Streichelkaiman. Diesen durfte man von Hinten vorsichtig am Strand streicheln. Dies lag mir eher fern und so verzichtete ich darauf.

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Bevor wir unseren Nachmittäglichen Ausflug in die Landschaft unternahmen, gab es noch eine kleine Einführung in das Gebiet. So erfuhr ich, dass dieses Gebiet eine Fläche des Deutschland vor 1989 einnahem und es ein wahres Tier und vor allem Vogelparadies ist. Dadurch, dass der größte Teil des Gebietes nicht erschlossen ist und nur via Pferd erlebt werden kann, dürfte das wohl auch noch eine Weile so bleiben.

Die Region kennt zwei Jahreszeiten, die sich aber nicht durch große Temperaturschwankungen bemerkbar macht, sondern anhand der Wassermenge die sich hier befinden. So gibt es jene Zeit in der das Gebiet weitflächig überschwemmt ist und die Zeit, in der es mehr oder weniger Trocken ist. Wir waren hier währen der Trockenzeit.

Mit diesen und viel mehr an Informationen begannen wir unseren Ausflug. Hier gab es so viel zu sehen und zu entdecken, dass das Auge mehr als ruhelos durch die Landschaft glitt.

Etwas unangenehm wurde es für mich, als wir gleich zu Beginn an einem See vorüber kamen. Hier schlug unser Guid einen Weg via Machetee. So brauchte nicht mehr mit dem Gestrüpp gekämpft werden, mehr mit dem völlig durchweichten Untergrund. Es kam wie es kommen musste ich versank bis zur Hälte meiner Wade. Beim Versuch mich zu Befreien versank der andere Fuß auch gleich und mein Schuh blieb im Dreck verschwunden.

Es dauerte einiges an Zeit und Mühe, bis ich auch dieser Situation befreit war.

Der weitere Weg brauchte dann nur noch genossen werden, auch wenn ich den Untergrund argwöhnisch beobachtete und ich auch aufpassen musste.

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Der Tag wurde mit der Beobachtung der blauen Papageien am Haus abgeschlossen und so fand ein durchaus abenteuerlicher Tag sein Ende.

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