Südamerika (2009) – Brasilien – 07. Tag – Verdammt viel Power (13.08.2009)

Hui, ich konnte erneut ausschlafen. Dies hat durchaus seine Bedeutung, denn schliesslich bin ich ja im Urlaub. Doch dies bildete nicht das besondere Highlight dieses Tages, sondern der Besuch des gewaltigsten Wasserkrftwerkes der Welt. Dieses Wunderwerk der Technik wurde auf einmalige Weise durch die Länder Brasilien und Paraguay geplant und mit einer gewaltigen Anstrengung an Geld, Knowhow und wirtschaftlicher Voraussicht umgesetzt.

Dass zwei Länder bei diesem Wunderwerk ihre Finger im Spiel haben, macht sich auf sehr kuriose Weise bemerkbar, denn alles wurde genau zu gleichen Teilen aufgeteilt. Selbst das Kontrollzentrum besteht aus einem Brasilianischen und einen Paraguanischen Teil. Die Turbinen für die Stromversorgung machen hier keine Ausnahme, auch sie sind zu gleichen Teilen errichtet wurden. Nur, benötigt Paraguay nur einen Bruchteil ihrer Tourbinenleistung und so wird die Überschüssige Leistung an Brasilien verkauft.

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Was den Besuch selber betraf, so war dieser ausgesprochen streng Organisiert. So waren Stops für Fotos eher selten und selbst bei diesen wurde genau festgelegt wie weit man sich bewegen darf. Am Kuriosesten war jedoch die Tatsache, dass wir, die Besucher, eine Schutzmaske beim Besuch des inneren Teil des Staudammes tragen mussten. Damit sollte verhindert werden, dass die Schweinegrippe eingeschleppt wird.

Südamerika (2009) – Brasilien – 06. Tag – Ein ultimativer Reisetag (12.08.2009)

Dies war ein Tag, so voll von Eindrücken, dass es sich auch hier mit einer wirklich grossen Anzahl an Bildern bemerkbar macht.

So unterschiedlich die verschiedenen Stationen dieses Tages auch waren, keine war weniger Eindrucksvoll. Wir begannen den Tag mit dem Besuch eines Vogelparks. Dieser hatte ursprünglich als Pflegestation begonnen und sich schließlich zu einem sehr eindrucksvollen Gelände entwickelt, auf dem der Besucher eine sehr bunte Vogelwelt zu bestaunen. Es gab zwar auch normale Voliere, doch die großen konnten durchlaufen werden und ich kam den Tieren aufregend nahe.

Auch wenn es nicht leicht ist hier eine Besonderheit herauszustreichen, sind es dann für mich die Kolibris. Diese kleinen Flitzer begeisterten mich wirklich sehr. Bei meinen Versuchen sie auf ein Bild zu bannen, musste ich immer wieder kleine Pausen einlegen und ruhige, sich nicht bewegende Blumen fotografieren, um wieder etwas Ruhe zu empfinden.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 05. Tag – Nur 750 Kilometer (11.08.2009)

Dieser Tag begann mit dem schmerzhaften klingeln des Weckers um 3 Uhr Morgens. Dies ist wirklich nicht meine Lieblingsuhrzeit und schon überhaupt nicht im Urlaub. Versöhnt wurde ich mit dem Frühstück, denn das war üppig und vor allem sehr lecker. Ich genoss es sehr.

Nach dem Verladen des Gepäck und dem Reisebeginn, bekam ich für die ersten Stunden nicht viel davon mit, denn ich war sofort eingeschlafen.

Lediglich die mehr oder weniger kurzen Stopp, um sich die Beine zu vertreten, bekam ich mit.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 04. Tag – Erkundung der Insel „Ilha Do Mel“ (10.08.2009)

Als ich beim Studium im Vorfeld der Reise die Beschreibung zu diesem Tag las, das Wort „mehrstündige“ Wanderung las und an mir herunter schaute, wusste ich, dass diese Wanderung für mich wohl eher nicht in Frage kommt. Diesem Wunsche kam man entgegen, doch verzichten brauchte ich deswegen auf die Besichtigung nicht. Ich nahm lediglich ein anderes Bötchen, welches mich zum Endpunkt der geplanten Wanderung brachte.

Wegen der halbstündigen Überfahrt machte ich mir etwas Sorge, denn ich neige doch sehr dazu Seekrank zu werden. Ich hatte dieses Mal jedoch Glück und ich konnte die gesamte Überfahrt genießen. Außer mir war nur noch der Dorfpolizist an Bord und so konnte ich nach allen Seiten über das Meer blicken. Die Hügelkette die sich auf dem Festland entlang zogen und mit zunehmender Entfernung immer besser zur Geltung kamen verzückten mich. Ich genoss es sehr sie teilweise steil und bizarr in den Himmel ragen zu sehen.

Infos zur Insel „http://de.wikipedia.org/wiki/Ilha_do_Mel“

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Südamerika (2009) – Brasilien – 03. Tag – Zugfahrt & Atlantik (09.08.2009)

Dieser Tag begann für einen Urlaub nach meinen Maßstäben sehr früh, denn schon um 6 Uhr mußte gefrühstückt werden. Auch wenn mir vorgeworfen wird, ich würde immer vom Essen reden, möchte ich hier erwähnen, dass das angebotene Mahl wirklich schick war. Ich fand alles, was mir ein Frühstück ausmacht – Ei, Wurst, Käse, Säfte und vieles mehr.

Für heute stand eine Zugfahrt auf unserem Programme, die uns vom Inland in Richtung Küste bringen sollte. Sie war seinerzeit errichtet worden, um den Güterfluß zwischen diesen beiden Regionen zu verbessern, denn die Bergkette die sie trennte machte den Güteraustausch sehr schwierig. So schwer es war Waren zu transportieren, so aufwendig, teuer und abenteuerlich war die Errichtung der Eisenbahnstrecke. Für den Ausflug sollte dies aber zumindest eine aufregende und abenteuerliche Fahrt werden und da das Wetter gut zu werden sollte, war die Spannung sehr groß. Leider spielte der Wettergott nicht wirklich gut mit. So gab es bis zur Bergkette wirklich den Anschein eines grandiosen Tages, doch als wir den höchsten Punkt erreichten und die Wetterscheide überschritten hatte, wurde es so nebelig und regnerisch, dass von den tollen Aussichten nichts mehr übrig blieb. So betrüblich sich das anzuhören mag, war es denn dann für mich nicht, denn die Fahrt führte durch tollen Regenwald und der zeigte bei diesen Wetterbedingungen sein bestes Gesicht. Allzu gern wäre ich ausgestiegen und hätte es genossen. Doch auch ansonsten gefiel mir die Fahrt gut und vielleicht ergibt sich ja irgendwann einmal die Gelgenheit die grandiosen Ausblicke zu sehen.

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Südamerika (2009) – Brasilien – 02. Tag – Chaos & Staunen (08.08.2009)

Verhältnismäßig gut ausgeschlafen erreichte ich Sau Paulo. Noch beim Aussteigen war ich der festen Überzeugung, dass der Prozess der Einreiseformalitäten und des neu Einchecken problemlos von statten gehen würde. Einen Hinweis, dass es nicht so reibungslos von statten gehen würde hätte ich bekommen können, als ich das Formular mit Fragen zur Schweingrippe ausfüllte, denn das war eine echte Tortur. Man wollte wissen wo man in den nächsten 14 Tagen wäre, mit Ortsangaben, Telefonnummern usw. Für die Art meiner Reise, also einer Rundreise war dieses Teil kaum ausfüllbar.

Im Flughafen angelangt, ging es die Einreiseformalitäten hinter sich zu bringen. Hier gab es kaum Probleme, der Schalterbeamte war, als ich dran kam so abgenervt, dass er die Formulare kaum mehr zur Kenntnis nahm. Doch bis ich hier her gelangt war, waren rund 60 Min. des Wartens in einer Schlange vergangen.

Nun hieß es das Gepäck finden, doch da der Unterschied zwischen Ankunft und Suche nach dem Gepäck so gross war gab es keine Infos mehr auf welchem das Gepäck kreisen könnte. So hieß es sich durch die Menschenmengen zu arbeiten und zuzusehen, auf welchem Band das Gepäckstück auftaucht. Ich gebe zu, nachdem ich geraume Zeit gewartet und gesucht hatte, fiel mir ein echter Stein vom Herzen, als ich mein Gepäck entdeckte.

Meinen Weg bis zum Abreiseterminal möchte ich mir hier schenken, es sei nur erwähnt, dass auch das nicht so einfach war. Ein wesentlich größerer Schock war es, als das Abflugterminal betreten wurde. Hier wimmelte es von Menschenmassen und es gab irgendwo beginnende Menschenschlangen. An welcher man sich anstellen mußte um an sein Ziel zu gelangen war wirklich nicht klar. Erst nach viel Fragen und verwirrenden Antworten fand ich die Schlange der ich mich anvertrauen wollte. Es war schließ endlich sogar die richtige.

Südamerika (2009) – 01. Tag – Gepäckgewicht egal – Rennen, rennen, rennen (07.08.09)

Zum Flughafen in Berlin kam ich ohne Probleme, doch staunte ich nicht schlecht, als sich dort schon 2,5 Std. vor dem Abflug eine ordentliche Menschenschlange gebildet hatte. Hier hatte ich das erste Mal die zaghafte Erkenntnis, dass der spanisch sprechende Mensch es liebt Schlangen zu bilden und ewig in ihnen zu warten.

Ich stellte mich einfach mit an, auch wenn ich es etwas merkwürdig fand, und erhielt nach 90 Min. Stehen meinen Bordes, allerdings mit dem Hinweis, dass mit einer 30 minütiger Verspätung zu rechnen ist. Dieses Versprechen wurde auch eingehalten und bis ich in Madrid ankam waren es zwischenzeitlich sogar ganze 45 – 60 Min. Bei nur 90 Min. Aufenthalt kann man sich sicherlich vorstellten, dass es zu einer ziemlichen Hetz wurde, bis ich es zum Gate des Weiterfluges schaffte. Das erreichte ich ziemlich fertig 5 Min. vor dem offiziellen Boarding.

Hier lernte ich auch schon die ersten Mitreisenden kennen. Ich gebe zu, dass das durchaus angenehm war, denn nun war man den Unbilden der Weiterreise nichtmehr alleine ausgesetzt.

Mit einem guten Gefühl bestieg ich den zum bersten gefüllten Flieger nach Sao Paulo, denn 3 Std. Umsteigezeit sollte die weitere Reise bequem verlaufen lassen. Wie sehr ich mich da täusche, ahnte ich zum Glück noch nicht.

Südamerika (2009) – Der Horror des Packens

Vor jeder Reise steht das Problem, dass alles gepackt werden muß. Besonders beliebt ist diese Maßnahme ohnehin nicht bei mir, doch in diesem Jahr ist es besonders schlimm. Aus den Reiseunterlagen hatte ich erfahren, dass das Gewicht des Reisegepäcks starken Kontrollen unterliegt, dies auch kontrolliert wird und im Falle einer Überschreitung sehr teuer wird.

Dieser Umstand beschäftigt mich schon geraume Zeit, denn meine Fotoausrüstung umfasst einen nicht unbeträchtlichen Anteil des mir zur Verfügung stehenden Volumens (20 + 5).  Als ich nun letztenlich all die Dinge herumliegen sah, die es zu verpacken galt, war ich mir sicher, das es eine sehr schwierige Sache werden würde.

Nachdem ein erster Packversuch vorgenommen worden war, war klar, ich habe ein großes Problem. Ich lag deutlich über dem anzustrebenden Wert. Wie ich diesem Problem entrinne ist mir nicht klar, denn es gibt Dinge auf die ich nicht verzichten möchte und einige auf die ich nicht verzichten kann und so drehe ich mich bei der Entscheidungsfindung stets im Kreise.

Schließlich traf ich zumindest ein paar folgenschwere Entscheidungen.  Ich tauschte einen Schlafsack für bis zu -5 Grad gegen einen bis +5 Grad aus. Der Reiseveranstalter empfahl die erste Variante, was sicherlich für mich bedeutet, dass ich in den Anden fürchterlich frieren werde. Doch jetzt brachte es mir 1 Kg Packvolumen Reduktion.

Südamerika (2009) – Ups, doch andersherum

Bis zum Aufbruch nach Südamerika handelt sich wirklich nur noch um einen sehr überschaubaren Zeitraum. Ich muss  zugeben, dass meine Vorfreude mit abnehmendem Abstand zum Reisetag langsam zu steigen beginnt. Diese Tatsache sollte mich auch langsam darüber nachdenken lassen, mich etwas intensiver mit meinem Reiseablauf zu beschäftigen. Ich vermute, dass ich bis heute der am schlechtest vorbereitete Teilnehmer der Reise bin.

Das merkte ich besonders an diesem Wochenende, als ich mich mit der Reisebeschreibung auseinandersetzte und verdutzt feststellte, dass die Iguazu Wasserfälle nicht in Chileliegen, sondern in Brasilien. – Nein, Scherz bei Seite. Ich gewann bei meinem Studium die Erkenntnis, dass ich nicht von Westen nach Osten reise, sondern meine Reise ihren Anfang in Brasilien haben wird. Eine durchaus wichtige Erkenntnis, denn ich hätte mich schon gewundert, warum ich auf einmal in Brasilien einreise und nicht in Chile.

Also für jeden der die nachfolgend aufgeführte Beschreibung liest, bitte bei Tag 36 beginnen und sich nach oben vorarbeiten 🙂 – oder einfach auf meine Erzählungen warten.

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