Japan (2011) – Kyoto – 02-03 – Viel Tee gegessen (Matcha)

20110404_095325-IMG_2640_ji 3 Matratzen, japanischer Art :-), waren so das Minimum, was mir die Nacht erträglich machte. Dennoch spürte ich meinen Rücken, als ich am Morgen das Aufstehen in Angriff nahm. Zeit zum Jammern blieb allerdings nicht viel, denn wir wollten heute das “10 Yen Gebäude” ansehen.

Natürlich hieß das Gebäude nicht so, sondern es handelte sich um den Byōdō-in Tempel, der lediglich heute seine Fassade auf dem Rückseite des 10 Yen Stück zeigt und aus meiner Sicht ein wirklich hübsches Gebäude darstellt.

Vor der Bewunderung der Schönheit stand ersteimal wieder die Anreise. Da das Gebäude nicht im Zentrum Kyotos zu finden ist, war Zug fahren angesagt. Wir waren glücklicherweise so früh am Zug, so dass es keine Probleme gab einen Sitzplatz zu ergattern.

20110404_043817-IMG_2197_ji Am Reiseziel angelangt, entdeckte ich vor dem Bahnhof ein paar putzige Frauen Figuren. Eri erklärte mir, dass wir hier in einer sehr berühmten Gegend für die Produktion von grünem Tee wären und es sich bei den Figuren um Abbilder von Frauen in den Teefeldern handelt. Wie ich im weiteren noch feststelle, drehte sich hier wirklich sehr viel um das Thema Tee.

Schon der erste Snack, eine Art frittierter Keks, war in seiner Grundmasse ordentlich mit grünem Tee durchsetzt. Es schmeckte wahrlich lecker. So ließ sich der weitere Weg, mit dem Snack in der Hand, durch eine der engen Straßen, die zudem durch Reparaturarbeiten verengt wurde, ertragen, denn Fußgänger, Radfahrer und Autos teilten sich den verbliebenen spärlichen Platz.

Auf letzten Metern zum Byōdō-in Tempel reihten sich Geschäfte, Restaurants und Teehäuser aneinander. Bei fast allen spielte das Thema grüner Tee eine sehr bedeutende Rolle.

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Der Byōdō-in Tempel zeichnete sich für mich durch seine sehr hübsche Parkarchitektur und das sehr ästhetisch schön anmutende Hauptgebäude aus. Ich bedauerte lediglich, dass hier der Frühling noch nicht so weit Einzug gehalten hatte, dass all die Pflanzen in voller Pracht dieses malerische Gelände mit Farbe füllten. Dennoch gefiel es mir so gut, dass wir uns außergewöhnlich lang hier aufhielten.

20110404_060213-IMG_2314_ji Besonders Freude hatte ich an den erblühten Kirschblüten. Um diese wenigen frühen Boten des Frühlings scharrten sich die Besucher und fotografierten was das Zeug hielt. Da wurde selbst ich, mit meinem stets zuckenden Finger, in den Schatten gestellt.

Wir streiften noch durch das in der Anlage befindliche Museum und zu den anderen Gebäuden. Doch alles überstrahlte das Hauptgebäude, das egal aus welcher Richtung man es anschaute, einen großen Eindruck auf mich vermittelte.

Es war vorgerückter Nachmittag, als der Hunger zu drücken begann und wir eines vor den Türen des Tempels liegenden Restaurants aufsuchten. Wir besuchten eines, in dem hausgemachte Nudeln in Suppe angeboten wurden. Natürlich waren diese Nudel auch durchsetzt mit grünem Tee und was soll ich sagen, es schmeckte lecker.

20110404_084155-IMG_2453_ji Selbst das Eis, welches sich Eri als Nachtisch gönnte und das wie ein kleines Kunstwerk einher kam, konnte dem grünen Tee nicht entkommen. Doch es schmeckte ihrer Informationen zu Folge ebenfalls ausgesprochen gut.

So konnten wir bis zu diesem Zeitpunkt wahrlich behaupten, dass wir reichlich Tee an diesem Tag gegessen hatten.

Als nächstes Ziel stand der Ujigami-jinja Schrein auf unsere zu besuchenden Sehenswürdigkeiten. Um zu ihm zu gelangen galt es den örtlichen Fluss zu überqueren. Dies zu bewältigen gab es zwei Möglichkeiten, zum einen eine Autobrücke oder über hübsche rote Bücken zu denen im Fluss liegenden Inseln.

20110404_085343-IMG_2471_ji Dass wir uns für die Inselvariante entschieden war zweifelsfrei. Besonders, da es dort hübsche Kirschbäume gab. So flanierten wir am Fluss entlang und genossen die Pracht der Kirschblüten.

Auf den Ujigami-jinja Schrein waren wir schon sehr gespannt, denn er war  von der UNESCO zum Weltkulturerbe Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu) ernannt. Natürlich wollten wir erkunden warum dies so war.

Obwohl es sich nicht um ein atemberaubend beeindruckendes Gebäude handelte, verströmte es seinen Charme und als historisches Gebäude, hatte es auf jeden Fall die Auszeichnung zum Weltkulturerbe verdient.

20110404_092922-IMG_2566_ji Was mich etwas verwunderte, waren die beiden Sandhügel in der Anlage. Ich dachte spontan man hätte irgendwelche Reparaturarbeiten. Ach, wie peinlich war diese Überlegung. Nein, es war Sand, dem an erwarb und dann wieder verstreute, um dadurch seine Seele zu reinigen. Tja, so geht es einem, wenn man sich nicht auskennt.

Damit endete unser Ausflug ins historische Kyoto für diesen Tag. Nun galt es nur noch wieder zum Hotel zurückzukehren. Was erneut bedeutete Zug zu fahren. Da nun die Rushhour begann, war der Zug relativ voll und dennoch ergatterten wir einen bequemen Sitzplatz.

20110404_103057-IMG_2712_ji In Kyoto stürmten wir nur noch einen Supermarkt in dem wir uns für den Abend verpflegten. Doch die Preise in diesem Markt  schlugen uns etwas auf den Magen und so machte dieser Einkauf nicht wirklich Spaß. Trotzdem verließen wir mit vollen Tüten das Geschäft und überließen uns einem ruhigen und gemütlichen Abend mit Blick auf den beleuchteten Tō-ji Tempel.

 

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Japan (2011) – Kyoto – 01-03 – Die Schönheiten der Stadt

20110403_085951-IMG_1820_ji Es stand eine, nach japanischen Verhältnissen, lange Reise an. Ganze 3 Tage wollten wir Kyoto erkunden. Nun waren wir zwar schon im Vergangen Jahr dort und es mag Stimmen geben, die sagen “Warum schon wieder”, doch Kyoto hat so viel zu bieten, dass selbst 100 Besuche nicht reichen würden alles zu erkunden. Vielleicht im super Schnelldurchgang ist es möglich einen tieferen Einblick zu gewinnen, doch ernsthaft ist all die Herrlichkeit nur mit viel Zeit zu erleben und genießen.

Im Gegensatz zum letzten Besuch wählten wir für die Anreise nach Kyoto diesmal nicht den Shinkansen, sondern einen ganz normalen Zug. Mit dem waren wir zwar etwa 60 Minuten unterwegs, gegenüber 15-20 Min. mit dem Shinkansen. Doch kostete es uns nur etwa 10 Euro, was deutlich billiger war, als die Fahrt mit dem Schnellzug. Die mit etwas 35 Euro zu buche geschlagen hätte.

20110403_050221-IMG_1581_ji Doch hatte dafür der lokale Zug so seine Tücken und das waren die zu transportierenden Menschenmengen. Gerade auf der Strecke Kobe, Osaka, Kyoto pendeln sehr viele Leute und so ist es selbst außerhalb der Rushhour durchaus eine Kunst, einen Sitzplatz zu erhaschen. Wir konnten uns Anfangs nur einen Notsitz sichern, was schon nicht schlecht war. In Osaka nutzten wir das frei werdenden etlicher Sitzplätze und kamen so zu einer bequemeren Art des weiter Reisens.

In Kyoto angekommen, standen wir vor dem Problem, wie erreichen wir das Hotel. Doch dank SmartPhone, Google Street Map, GPS und somit der Anzeige des Standortes in einem Stadtplan, des zurückzulegenden Weges und die aktuelle Position, müsste es doch zu schaffen sein. Insbesondere da das Hotel nur 15 Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt liegen sollte.

Tja “müsste”. So toll das mit der Technik ist, doch ob es denn letztlich Klappt ist dann die Frage. Nun gut, zu Beginn liefen wir in die falsche Richtung und es dauerte auch etwas, bis wir unseren Fehler bemerkten.

20110403_053702-IMG_1620_ji Danach lotste uns das Gerät durch die diversen Straßen – natürlich waren diese ohne Straßennamen – bis hin zu einem Tempel, bei dem sich das Hotel befinden sollte. Wie wir hinterher wussten, waren wir mit dieser Position Gold richtig gewesen und hätten gleich das Hotel erobern können. Doch war laut Karte des SmartPhones das Ziel noch nicht erreicht. Also irrten wir etwas herum, da die Straßenführung nicht ganz klar war.  Diesem Umstand war es letztlich zu verdanken, dass wir zu einem Flohmarkt Besuch kamen. Diese Möglichkeit nutzten wir ausgiebig aus.

Schließlich war die Zielkoordinate erreicht, doch weit und breit war ein Hotel zu sehen. Wir irrten noch etwas herum, riefen dann jedoch lieber im Hotel an und wurden vom Personal eingefangen.

Wie sich herausstellte, waren wir hinter de Hotel gelandet und erst durch einige verwinkelte Ecken und Wege erreichten wir schließlich das eigentliche Gebäude.

20110404_123823-IMG_2752_ji Für diesen Besuch hatten wir uns für ein traditionell eingerichtetes Hotel entschieden. Das hieß auf dem Boden auf Tatami Matten schlafen und sitzen. So romantisch das ist und so sehr japanisch es anmutet. Für mich war es  nicht einfach und für die Nacht stapelten wir gleich 3 Matratzen, so dass ich einigermaßen schlafen konnte.

Nach dem wir uns eingerichtet hatten, stand unserem ersten Ausflug nichts mehr im Wege. Für den heutigen Tag hatten wir uns für den Kiyomizu Tempel entschieden. Einem der meist Besuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die Fahrt mit dem Bus verlief wirklich gut. Wenngleich das Fahren mit diesem Beförderungsmittel immer mehr an Begeisterung bei mir hier in Japan einbüßt, denn irgendwie sind meiner Ansicht nach die Busse nicht so toll designend.

Zum einen ragen die Räder wie gewaltige Hügel in den Fahrgastraum und machen das Sitzen wenig komfortabel. Doch am unangenehmsten ist für mich die Tatsache, dass die Busse schnell sehr voll sind und der Gang dementsprechend voll gepackt mit Menschen ist. Sich beim Aussteigen durch diese Menschen zu quetschen gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben. Insbesondere ich doch etwas mehr Raum brauche als der normale Europäer, geschweige denn Japaner. Doch auf dieser Fahrt blieb mir all das erspart.

20110403_084029-IMG_1777_ji Dafür steckten wir gleich nach dem Aussteigen in einem Pulk von Menschen, die alle in Richtung Tempel unterwegs waren. Ich denke die Fotos geben einen kleinen Einblick, wie man vorwärts geschwemmt wurde.

Wir bogen kurz vor dem Zugang in die Anlage in eine etwas weniger belebte Straße ab und so war der Anstieg den Berg hinauf zum Tempel deutlich angenehmer.

Begrüßt wurden wird durch ein herrlich leuchtendes rotes Tor. Dazu die anfangende Kirschblüte. Es vermittelte  genau das Bild welches ich von Japan habe. Es war nur schön und die Sonne, die uns seit den Mittagsstunden begleitete, steuerte ihres dazu bei.

Ich denke und hoffe die Bilder vermitteln einen Eindruck von der Anlage und dem gesehenen.

Die Sehenswürdigkeiten schließen hier in Kyoto, vielleicht in ganz Japan, durchaus früh. Dies mag dem Umstand geschuldet sein, dass es ab 18 Uhr ohnehin zumeist mal schneller, mal langsamer dunkel wird. Man kann wirklich froh sein, wenn die Anlagen bis 18 Uhr offen sind, was hier der Fall war.

Wir nutzten die Zeit dann auch wirklich gut aus, was jedoch zur Folge hatte, dass wir den Berg wieder mit reichlich Volk verließen.

20110403_103121-IMG_2098_jiDer Anstieg zum Tempel, dies hatte ich vergessen zu erwähnen, war durchaus als steil zu bezeichnen. Um so mehr staunte ich, als ich auf dem Weg nach unten eine Rikscha zu sehen bekam. In dem sich zwei Fahrgäste befanden und die schließlich von nur einem “Männchen” den Berg nach oben gezogen wurde und das wahrlich zügig. Ich war beeindruckt.

Unsere Rikscha war der Kyotoer Linienbus. Wir gesellten uns an der Bushaltestelle zu den Wartenden. Als der erste Bus die Haltestelle erreichte, war er mehr als voll und so verzichtete ich einvernehmlich mit Eri auf den Zustieg. Was andere Fahrtgäste nicht davon abhielt sich dazu zu quetschen. Wir ließen noch weitere 3 Busse an uns vorüber fahren, doch die Situation besserte sich nicht wirklich. Es wurde eher schlimmer.

Mittlerweile war ein Mitarbeiter der Busbetriebe aufgetaucht und versuchte die Menschen etwas zu organisierten und die aufkeimenden aggressiven Stimmungen zu kanalisieren. Eine der Maßnahmen bestand darin andere Buslinien anzupreisen und zu Vermitteln, dass sie zwar nicht zum gewünschten Ziel führen, man jedoch nur einen kurzen Fußweg hätte, um zum Ziel zu gelangen. Dieses Angebot nahmen wir schließlich an und so stiegen wir in einen fast leeren Bus und konnten wirklich bequem in Richtung unseres Zieles fahren.

Das letzte Stück Weges vom Kyotoer Hauptbahnhof mussten wir wieder laufen, doch nach der Erfahrung vom Vormittag wussten wir wo das Hotel sein müsste.

20110403_142047-IMG_2158_ji So schafften wir es wirklich bis in die Nähe des Hotels, fanden jedoch nur den Zugang zum Tempel. Hier mussten wir Hilfe bei der Zugangskontrolleuren zum Tempel erbitten, um den Weg ins Hotel zu finden. Wie sie herausstellte war dieser genau neben dem Tor des Tempels, doch da er vollständig verschlossen war, konnten wir wirklich nicht gleich darauf kommen, dass dort der Zugang war.

Vom Hotelzimmer aus hatten wir einen genialen Blick auf die Tempel Anlage. Erfreulicherweise war diese illuminiert und hatte dieses Zimmer wahrlich einen herrlichen Mehrwert.

Vor der Nacht auf dem Boden, trotz 3 Matratzen hatte ich etwas Angst und ich war gespannt was mein Rücken sagen würde.

 

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Japan (2010) – Kobe – Hyogo daibutsu

20100605_062821-IMG_7996_jiJeder Tempel versucht auf seine Weise seinem Glauben Ausdruck zu verleihen.

Im Tempel Nofuku-ji wird dies durch eine wirklich große Buddha Statue getan. Doch bevor man sie sehen kann, muss man sie erst finden.

Wir näherten uns der Statue via Zug und schon kurz nach dem Aussteigen stellte sich die Frage in welche Richtung es gehen sollte.

Die Auskunft am Blumenstand des Bahnhofs war zwar nicht schlecht, doch löste es unser Wegeproblem nur teilweise. So lenkten wir uns erst einmal ab und legten einen kurzen Stopp auf dem Flohmarkt ein, der direkt vor der Haltestelle abgehalten wurde. Neben viel Krimskrams gab es auch etliche Stände an denen Hand gemachte Dinge verkauft wurden und die waren wirklich hübsch anzusehen.

20100605_061537-IMG_7983_ji Doch dann stellten wir uns der Herausforderung den Weg zu finden. Zumeist ist es so, dass die angestrebten Sehenswürdigkeiten wirklich gut versteckt liegen und sie erst entdeckt werden, wenn man kurz vor ihnen steht. So war es auch hier.

Wir liefen durch wenig attraktiv anmutende Straßen, waren manches Mal verwirrt ob der korrekte Richtung, bis wir schließlich um eine Ecke bogen und vor der Statue standen.

20100605_063428-IMG_8014_ji Als wir nun zu Füßen der Statue standen, musste auch ich  eingestehen, dass sie groß war und bei dem herrlichen Wetter dieses Tages mehr als eindrucksvoll wirkte. Ich war begeistert.

Zudem war es herrlich ruhig, kaum ein Besucher verirrte sich heute hier in und so lies sich die Statue und die gesamte herrliche Tempelanlage genussvoll erleben.

Es war zwar nur eine kleine Anlage, doch überall gab es größere und kleinere Dinge, die es zu entdecken galt und so hielten wir uns wirklich lange auf.

Zudem boten Bäume herrlichen Schatten. Es wehte ein laues Lüftchen und so ließ sich die Hitze des Tages wirklich gut ertragen.

20100605_110800-IMG_8220_jiAuf dem Heimweg, legten wir noch einen kurzen Halt in der Innenstadt ein, was einen wirklich krassen Kontrast zum ruhigen Tempel Aufenthalt darstellte. Doch es mussten Lebensmittel erstanden werden.

Ich nutze zudem die Gelegenheit etwas zu fotografieren. Welche Überraschung 🙂

 

Japan (2010) – Kobe – Ausflug Kobe West

20100602_101301-IMG_7839_jiAls kleine nachmittägliche Unterhaltung, stand an diesem Tag ein Ausflug nach West Kobe auf dem Program. Auslöser für diesen Besuch war mein Wunsch die Akashi Kaikyo Brücke (Akashi Kaikyo Ohashi) Brücke aufzusuchen, die die Brücke mit der größten Stützweite zwischen den Pfeilern sein sollte.

Im Rahmen der Vorbereitungen dieses Ausfluges entdeckten wir noch etliche andere Sehenswürdigkeiten, die sich auf dem Weg zur Brücke befand und so war schnelle in herrliches Programm für den Nachmittag zusammengestellt.

Bezüglich des Wetters brauchten wir uns keine Gedanken zu machen, denn die Sonne schien von einem makellos blauen Himmel. Dies bedeutete aber auch hohe Temperaturen und sehr hartes Licht. So war ich nicht wirklich Undankbar, dass wir nach unserer Ankunft an der ersten Sehenswürdigkeit erst einmal unser Mittagsmahl zu uns nahmen.

20100602_044136-IMG_6642_ji Es stellte sich heraus, dass unser gewähltes Restaurant ein bekanntes Sushi Lokal ist, was sich aber auch in den Preisen ausdrückte. Trotzdem blieben wir. Eri stellte ein kleines Menü zusammen, wobei wie sich beim Bezahlen herausstellte, sie genau die Preise im Auge behalten hatte und wir wirklich relativ günstig davon kamen.

Im übrigen wählte Eri zumeist die Speisen aus, denn selbst wenn ich mittlerweile leidlich Hiragana lesen konnte, brachte mich das bei den Speisekarten nicht weiter. Sie bestanden zumeist aus Kanji (chinesischen Schriftzeichen), was das erste Hindernis darstellte, denn das kennen der Hiragana Zeichen bedeutete zudem noch lange nicht, dass ich irgendwelche Worte kannte (ok, ich kannte welche, doch die waren nicht hilfreich – Katze, Hund und Apfel 🙂 )  … also gab ich mich jedes Mal in die vertrauensvollen Hände Eris. Ehrlicherweise muss noch gesagt werden,  es war für Eri nicht so schwierig meinen Geschmack zu treffen, zum einen ich als kleiner Allesesser, und zum anderen mochte die selben Dinge wie ihr Vater.

Das Sushi, welches wir vorgesetzt bekamen war steilweise etwas exotisch in seiner Zusammenstellung, schmeckte aber extrem gut und wir genossen beide den dieses Mahl.

Zusätzlich Freude bereitete mir die Beobachtung eines Nachbartisches. Dort hatte sich eine Gruppe von Frauen niedergelassen. Sie orderten ebenfalls umfänglich Sushi, begnügten sich aber nicht nur mit dem Genuss, sondern sie analysierten jedes Stückchen aufs genaueste. Leider konnte ich nicht feststellen, ob sie mit der Arbeit zufrieden waren, doch sie aßen es und so konnte es nicht all zu schlecht sein.

20100602_054632-IMG_6772_ji Gut gesättigt machten wir uns schließlich auf den Weg zu unserer ersten Sehenswürdigkeit, dem Sumadera Tempel.

Als wir die Anlage betraten, ahnten wir nicht wie groß sie ist. Erst der Blick auf ein Hinweisschild ließ uns ahnen, dass es viel zu entdecken galt. Zudem sah man der Anlage nicht an, dass sie schon im Jahr 886 erbaut wurde. Auf Grund der sehr neu anmutenden Gebäude hatte ich spontan vermutet, es sei eine völlig neue Tempelanlage.

Wie ich beim Aufenthalt lernte bildet dieser Tempel die Hauptanlage der Sumadera Sekte des Shingon Buddhism.

20100602_061624-IMG_6856_ji In der Anlage gab es so viele Gebäude, Skulpturen und mehr, dass ich überhaupt nicht wusste, wohin ich zuerst schauen sollte. Zudem zerrann mir die Zeit zwischen den Fingern. Nur die glühend brennende Sonne veranlasste mich ab und an mich in den Schatten zurückzuziehen und mir ein kaltes Handtuch auf den Kopf zu legen (irgendwie hatte ich mich seit dem Besuch der heißen Quellen Bad daran gewöhnt 🙂 ) … nein, im Ernst, ich war kurz vor einem heftigen Sonnenstich.

20100602_063442-IMG_6928_ji Ebenso eindrucksvoll wie der Tempel war der Friedhof, der die Anlage umgab, wenngleich der Kinderfriedhof im besonderen Maße traurig und Nachdenklich stimmte.

Vom Tempel ging es mit der Bahn nur wenige Stationen weiter zum Suma-Ku, hier gab es eine Gondel, die uns hinauf in die Berge bringen sollte und uns Aussicht auf die Stadt und die Küste geben sollte. Dies weckte große Erwartungen, die in vollem Umfang überragend erfüllt wurde.

Was sich erst bei der Ankunft herausstellte war, das diese Gondel auch Zugang zu einer Freizeitanlage für Kinder bot, dies spiegelte sich in der Aufmachung und Gestaltung deutlich wieder. Nun war dies mehr putzig als stören, doch brachte es dennoch einen spannenden Aspekt in den Besuch.

Nachdem wir den ersten Teilabschnitt unserer Fahrt nach oben in einer ausgewachsenen Gondel durchführten, hieß es schließlich in ein sehr abenteuerliches Gefährt umzusteigen. Es sah aus wie Plastikwannen, die via Laufband den Berg hinauf fuhren. In solch eine Wanne passte ich mal so gerade hinein und es rumpelte und schunkelte gewaltig, als es nun langsam den Berg weiter hinauf ging.

20100602_075041-IMG_7046_ji Dieses Gefährt schien nicht nur mir Spaß zu bereiten, sondern beobachtete man andere Personen oder gar Gruppen an Jugendlichen, so hatten sie wirklich viel Spaß daran. Ich machte mir lediglich Sorgen, ob ich oben geordnet aussteigen konnte. Zu meiner Freude gelang es.

Eigentlich konnte man die Fahrt noch weiter fortsetzen, dies jedoch via Sessellift, doch ich verzichtete gerne darauf, insbesondere da wir mit dieser Station den perfekten Aussichtspunkt auf die Küste Kobes erreicht hatten.

Dass diese Anlage schon erheblich in die Jahre gekommen war, war nicht zu übersehen, doch irgendwie verlieh dies wiederum dem ganzen seinen eigenen Reiz.

20100602_092612-IMG_7818_ji Ich nutze die Gelegenheit ein paar Panoramafotos zu erstellen und die Aussicht zu genießen. Die Fahrt nach Unten schob ich etwas vor mir her, denn ich musste ja wieder in die Plastikwanne einsteigen und vor der grauste es mir schon etwas. Trotzdem schaffte ich es unbeschadet wieder unten anzukommen.

Als letzer Punkt an diesem Tag stand die Akashi Kaikyo Brücke auf unserem Programm. Eri führte mich dazu zu einem Punkt, von dem man die gesamte Brücke bewundern konnte. Irgendwie drängte sich mir aber der Eindruck auf, dass dieser Aussichtspunkt von ihr nicht ganz selbstlos gewählt worden war, denn an selber Stelle befand sich ein Outlet-Center 🙂 – So genoss ich erst die Aussicht auf die Brücke und danach ging es ins Center.

20100602_121501-IMG_7955_ji Als die Geschäfte gegen 20 Uhr schlossen, tauchten wir wieder beim Aussichtspunkt auf und mir wurde eine nett beleuchtete Brücke präsentiert. An diesem Abend hatte ich sogar etwas Glück, denn man illuminierte in bunten Farben. Es hätte aber auch durchaus nur rot, grün oder alles andere sein können.

 

Japan (2010) – Kyoto – „Tag des Kimono’s“ (3/3)

20100525_062028-IMG_4615-002-1024x Es hatte am Vorabend aufgehört zu regnen und auch die Wettervorhersage für diesen Tag verhieß, dass es ein durchweg schöner, sonntiger Tag werden sollte. Dieser Umstand hatte zweierlei Bedeutung. Zum einen konnten wir unseren Ausflug einmal trockenen Fußes überstehen. Zum anderen hatte sich Eri vorgenommen sich an diesem Tag einen Kimono zu mieten, um mit ihm unseren Stadtausflug zu genießen.

Das ganz hört sich vielleicht exotisch an, doch in Wirklichkeit ist es das nicht, denn in Kyoto laufen zum einen relativ viele Frauen im Kimono herum, dazu gibt es noch die Geishas und Meikos (in Ausbildung befindliche Geishas), deren “Berufsbekleidung” dieses Gewand bildet.

Als ob dies das Stadtbild nicht deutlich genug prägen würde, gibt es eine durch die Stadt geförderte Maßnahme (verbilligter Eintritt zu den Sehenswürdigkeiten), dass Touristen sich Kimonos mieten und mit diesen das Stadtbild zusätzlich auflockern und einen historischen Flair verleihen.

So kam es, dass ich mich mit Eri an diesem Morgen in einer Kimono-Vermietung wieder fand. Kurz gab es noch die Idee, ich solle mich auch entsprechend einkleiden, doch da kamen mir meine Dimensionen zu Hilfe, denn in meiner Größe gab es nichts. Ich brauchte mich also nicht neu einzukleiden.

Das Aussuchen eines Kimonos war vergleichsweise einfach, obwohl wir vor etlichen Ständern mit Gewändern standen und diese fast überquollen an Kleidungsstücken. Aber nach rund 15 Minuten waren alle Entscheidungen gefällt und der passende Kimono ausgewählt. Was nun folgte war der langwierigere Teil, das anziehen.

Diesem Prozedere wohnte ich nicht bei. Ich saß für rund eine Stunde in einem Warteraum und war gespannt welche Verwandlung hier vollzogen wurde.

Da wir nicht die einzigen waren, die in diesem Laden einen Kimono mieteten, saßen alsbald andere Männer um mich herum, die auf ihre weibliche Begleitung warteten. Doch im Gegensatz zu mir, hatten sie sich auch entsprechend einkleiden lassen. Waren halt nur deutlich früher fertig als die Damen.

Als Eri in der Tür auftauchte, war ich sofort begeistert, denn sie sah in ihrem Kimono wirklich hübsch aus.

20100525_040254-IMG_4119_ji Eri hatte gehofft in Turnschuhen herumlaufen zu können, doch daraus war nichts geworden. Sie trug neben dem Kimono auch die passenden traditionellen Schuhe und auch die Handtasche war dem Outfit angepasst worden. Wie auch immer das Gesamtbild war wirklich sehr anmutend und ansprechend.

In den Straßen oder der U-Bahn hielt sich die Aufmerksamkeit, die Eri auf sich zog in Grenzen, was ihr sicherlich ganz recht war. Doch als wir unseren ersten Ausflugspunkt den Yasaka-Schrein erreichten, stürzte sich eine Reisegruppe von Chinesen auf sie und erst nachdem auch der letzte ein Foto mit ihr geschossen hatte, wurde sie freigegeben und wir konnten selber die Anlage besichtigen.

20100525_042200-IMG_4190_ji Obwohl wir mittlerweile schon etliche Tempel und Schreine gesehen hatte, genoss ich es immer wieder die Farben, Formen und die Stimmung auf mich wirken zu lassen.

Als besonders kontrastreich empfand ich die Tastsache, dass sich der  Yasaka-Schrein am Ende einer sehr belebten Straße befand, auf die man durch das Tor des Schreins hinunter schauen konnte. So blickte man aus der Ruhe der Anlage hinunter auf das geschäftige Treiben der Straße.

20100525_043753-IMG_4217_ji Große Märsche hatten Eri und ich heute nicht geplant. Das ließ ihre Bekleidung wirklich nicht zu und so war es praktisch, dass sich in unmittelbarer Nähe unser nächstes Ziel befand. Eine kleine Straße im Gion Viertel (englischsprachiger Link), in der der Besucher einen kleinen Einblick in die historische Baukunst der Stadt erhielt. So wirkten die kleinen Holzhäuser im Vergleich zu den Betonbauten rings herum putzig, hübsch und geruhsam.

Natürlich waren es heute Geschäfte, Restaurants und ähnliches, doch tat es dem Eindruck den es hinterließ keinen Abbruch. Lediglich schade fand ich, dass die Straße mit Autos befahren werden durfte, was den Eindruck und die Ruhe beim Gehen doch störte.

20100525_044121-IMG_4235_ji Durch die frühe Zeit unseres Besuchen, hatte ich leider das Pech, dass sich nicht viele Geishas und Meikos in der Straße aufhielten. Am Abend sah dies wohl ganz anders aus. Doch ich hatte etwas Glück und entdeckte ein paar herrlich gekleidete Damen.

Mit dem Ende diese Straße, die uns diesen netten Einblick in die Vergangenheit gewährt hatte, erreichten wir schon unser nächstes Ziel, den Kennin-ji Tempel, der eine der Schulen des japanischen ZenBuddhismus darstellt.

20100525_045550-IMG_4314_ji Von außen unterschied sich das Gebäude durchaus von den bisher gesehenen Tempeln, denn die Fassaden wirkten durch ihre Fachwerkarchitektur sehr wuchtig und vielleicht auch etwas Europäisch. Doch innen fand sich die Leichtigkeit der japanischen Architektur wieder und die größeren und kleineren Gärten lockerten den Gebäudekomplex zusätzlich auf.

In diesem Tempel gab es einen Teeausschank. Etwas zögernd nahm ich das Angebot an und staunte nicht schlecht wie dieser Tee schmeckte. Er erinnerte mich sehr stark eine eine sehr leckere Gemüsebrühe. Sicherlich hinkt der Vergleich, doch mir drängte sich dieser Geschmakseindruck förmlich auf und so wurde dies der erste Tee den ich in Japan selber kaufte.

Obwohl dieser Tempel durchaus rege besucht wurde, war es in ihm Ruhig und gemütlich und so hockten wir uns mal wieder auf die div. Treppen oder Bänke und genossen die teilweise sehr meditative Stimmung.

20100525_061341-IMG_4595_ji Da wir zumeist durch das Gebäude liefen, hatten wir uns am Eingang von unseren Schuhen trennen müssen und wir liefen barfüßig durch das Haus. Ging es hinaus in den Garten, in benachbarte Gebäude oder gar das WC, standen immer Pantoffeln bereit in die man schlüpfen konnte, um diese Wege zu erledigen.

Mit Abschluss dieses Aufenthaltes, wollte sich Eri langsam von ihrem Kleidungstück trenne, denn man hatte sie ordentlich eingeschnürt, was ihr so manches Mal den Atem raubte und so ging es auf direktem Wege zurück zum Kimono-Verleih.

Bevor wir Kyoto verließen, wurde sich noch mit lokalen Süßigkeiten eingedeckt. Wer nun glaubt sie seien für mich, der hat weit gefehlt. Nein, sie waren für Freunde und Bekannte, denn wer in Japan eine Reise tut, bringt von dort Souvenirs mit und überreicht sie anschließend an die daheim gebliebenen.

20100525_101627-IMG_4891_ji Die erworbenen Dinge gibt es dann auch zumeist nur an diesem Ort und so ist es ein beliebtes und begehrtes Mitbringsel.

Bevor wir unseren Zug in Richtung Heimat bestiegen, machte mich Eri noch auf den Bahnhof und seine Architektur aufmerksam. Diese war mir völlig entgangen, denn ich hatte wie immer mit den gewaltigen Menschenmassen zu kämpfen. So bekam ich zum Abschluss noch die durchaus aufregende Architektur des Kyotoer Bahnhofs zu sehen.

Nachdem ich mich erst langsam umgesehen hatte, entdeckte ich immer mehr Dinge, die meine Aufmerksamkeit erweckte und so kam es, dass wir doch deutlich länger in der Stadt blieben als vermutet.

20100525_103725-IMG_4938_jiSchließlich ging es doch Heim und die Fahrt im Zug wurde zum besonderen Erlebnis des abendlichen Pendelverkehrs.

Als wir zum Bahnsteig kamen, gab es schon so lange Menschenschlangen, dass wir entschieden den nächsten Zug zu nehmen. Dadurch waren wir nach gerade mal 15minütiger Wartezeit die Ersten in der Schlange, als es ums Einstigen ging. Doch selbst jetzt würde ich es als ausgesprochenen Glücksfall bezeichnen, dass wir Sitzplätze bekamen. Die restlichen Menschmassen quetschen sich in die Gänge und fuhren dicht gedrängt mit uns in Richtung Osaka und weiter nach Kobe.

 

Japan (2010) – Kyoto – Ein paar von Kyoto’s Schätzen (2/3)

20100524_055202-IMG_3640_ji Der neue Tag begann, wie der vergangene aufgehört hatte, mit viel Regen. Na, eigentlich stimmt es nicht ganz, mit mehr Regen. Trotz allem, hatten wir ein schönes Besichtigungsprogramm für den Tag zusammengestellt.

Unsere Ziele lagen heute etwas entfernt von der Innenstadt und so hieß es erst einmal wieder U-Bahn fahren, doch das störte nicht, denn hier war es ja schließlich trocken.

Doch genug vom Regen, den sieht man noch genügend in den Bildern.

20100524_021218-IMG_3121_jiUser erstes Ziel war der Kaju-ji Tempel (englischsprachiger Link). Dieser Tempel wurde im Jahre 890/930 errichtet und wurde an jener Stelle gebaut, an der die Frau des Tenno die meiste Zeit ihres Lebens verbracht hatte.

Von Touristen wird dieser Tempel eher  selten besucht, was er nicht verdient hat. Doch bei einem Angebot an rund 3000 Sehenswürdigkeiten (Tempel / Schreine / Gärten …) in der Stadt, gibt es immer wieder Schätze, die im Verborgenen existieren.

20100524_021145-IMG_3116_jiDieser Umstand war für uns gut und so genossen wir auch fast ganz allein  das Terrain. Es war einmal wirklich angenehm, nicht von Menschenmassen durch den Park getrieben zu werden, sondern die Ästhetik der Gebäude und den herrlich arrangierten Garten ganz in Ruhe genießen.

Ok, die Pfützen im Grass und auf den Wegen waren so tief, dass es so manchen Balanceakt bedurfte, um einigermaßen trockenen Fußes vorwärts zu kommen.

20100524_024809-IMG_3263_jiIch bewunderte besonders mit welcher Kunstfertigkeit der Garten hergerichtet worden war, und war dann noch erstaunter, als wir den kleinen See der Anlage erreichten und sah wie kunstgerecht er arrangiert worden war. Besonders die Flächen pittoresk auf mich.

So hielten wir uns außergewöhnlich lange in diesem Tempel auf, doch die nächste Sehenswürdigkeit rief und so ging es weiter zum Zuishin-in Tempel. Zum Glück lag er nur wenige hundert Meter vom Kaju-ji Tempel und so ließ sich die geschäftige Straße an der wir entlang trotteten ertragen.

20100524_043614-IMG_3439_jiFreudig nahm ich zur Kenntnis, dass wir diesen Tempel von innen besuchten. Das gab wahrlich Gelegenheit etwas zu trocknen. Von den Innenräumen durfte zwar keine Fotos gemacht werden, doch die herrliche Gartengestaltung machte dies alle mal Wett. Es fiel mir wirklich schwer, mir vorzustellen, dass dieser Tempel im Jahre 991 erbaut, heute noch aktiv genutzt wurde und keine sichtbaren Alterserscheinungen aufwies.

So hockten sich Eri und ich so manches mal auf die Treppen, die in den Garten zeigten und wir genossen das satte Grün, das plätschern des Wasser und die völlige Ruhe, denn hier waren wir wirklich ganz allein.

20100524_042139-IMG_3402_jiDas nächste Stück Weg, welches uns zum Daigo-ji Tempel brachte zeigte nur  wenig interessant und war eher gefährlich.

Wir mussten an einer Art Landstraße entlang laufen an dem es keinerlei Einrichtungen für Fußgänger gab. Da nicht mit sonderlich viel Rücksicht von Seiten der Autofahrer zu rechnen war, hieß es aufpassen wie ein Lux, damit dieses Stück Weges heil überstanden wurde.

20100524_050306-IMG_3530_jiDoch trotz dieses Ungemach gab es einen Einblick in das normale, fast ländlich anmutende Leben in Japan. Dies bedeutete, dass es zwischen den Häusern, bei denen es sich um Einfamilienhäuser handeln konnte, oder auch richtige Wohnblocks, Felder zu sehen gab. So bekam ich meine ersten Reisfelder zu Gesicht.

Während es sich bei den zuvor besuchten Anlagen um kleinere Tempel handelte, war der Daigo-ji Tempel flächenmäßig wirklich gewaltig. Zudem lagen die diversen Gebäude, die den Tempel bildeten, in einem Wald /großzügige Parkanlage  verstreut. Eine Informationstafel teilte uns mit  dass wer einen Überblick über die gesamte Anlage erhalten möchte, einen der Berge der Tempelanlage besteigen müsse. Diesen Aufstieg schenkten wir uns, denn auch so war es eindrucksvoll.

20100524_060957-IMG_3690_jiMal ging es durch Alleen, mal über einfache Wege und  immer wieder gab es die verschiedensten Gebäude zu entdecken. Ich gebe zu, dass lediglich das Wetter diesen Aufenthalt etwas erschwerte und eintrübte.

Besonders erinnere ich mich an ein kleines Gebäude, welches an einem kleinen See liegend in den Wald eingebettet lag. Mit seiner roten Farbe, leuchtete es so herrlich, dass man ob dieser Schönheit nur jauchzen konnte.

20100524_062714-P5240292_jiDer Tag war mittlerweile erheblich fortgeschritten und wir hatten nun noch den Besuch einer Anlage auf unserem Programm. Diese konnten wir später am Tag besuchen, denn dort bestand nicht die Gefahr einer frühen Schließung, so wie es bei den bislang aufgesuchten Tempeln der Fall war.

Zu nächsten Sehenswürdigkeit hieß es erst wieder an einer Straße entlang zu laufen, so wenig spektakulär dies war, gab es dennoch etwas zu entdecken. In diesem Fall war es ein Friedhof, den ich mir im Vorrübergehen betrachtete.

Oh, ja noch einmal das Thema  Wetter. Für den Abend war noch stärkerer Regen vorher gesagt worden. Ich fragte mich wie der Regen noch stärker werden könnte, denn meine Schuhe, die Hose, Hemd, alles war so nass, dass ich sicherlich an einem Wet T-Shirt Contest teilnehmen könnte (ok, ob das 20100524_081456-IMG_3829_ji jemand sehen wollen würde, lassen wir mal dahin gestellt).

Doch wie freue es mich, dass die Vorhersage falsch lag. Es hörte auf zu regnen und so war es wirklich angenehm, als wir unser letztes Ziel den Fushimi Inari-Taisha Schinto-Schrein erreichten.

Ausgesucht hatte ich ihn mir, da im  Reiseführer ein Bild einer ewig langen Alleen aus Tausenden von scharlachroten Torii gesehen hatte und dieser mich wirklich lockte. Was ich aber nicht ahnte wie gewaltig diese Alleen waren.

20100524_081429-IMG_3826_jiAnfangs nahm ich nur zur Kenntnis, dass der Tempel restauriert oder  repariert wurde und somit einige Gebäude verschalt waren. Da es aber genügend andere Dinge zu sehen gab, nahm ich diesen Umstand wirklich nur am Rande war.

Schließlich erreichten wir die erste Torii Allee. Hier vermutete ich noch, dass es sich um nur wenige Meter Allee  handeln  würde, doch schnell merkte ich, dass diese Allee mehr als beeindruckend waren. Von Eri erfuhr ich schließlich noch, dass wenn wir durch alle Alleen laufen wollten, wir wohl deutlich mehr als eine Stunde bräuchten. Ich war platt.

20100524_084523-IMG_3979_jiDie Torii zogen sich durch Wald und bildeten einen grandiosen Kontrast zur umliegenden Natur. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, warum dieser Schrein der beliebteste in Japan ist.

Auch wenn die Torii so herrlich leuchteten, konnten sie nicht darüber hinweg täuschen, dass es mittlerweile langsam dunkel wurde und wir mit diesem eindrucksvollen Erlebnis unsern Ausflugstag beendeten.