Tag 32, 25.3.2007, Sonntag

Ort: Tasmanien 14. Tag - Bicheno 03. Tag
Nacht: 3 Grad
18 Grad - keine Wolken - sonnig

Landkarte

 

Ich muss zugeben, dass es mir in der Nacht doch etwas kalt wurde. Mein Schlafsack war einfach fuer Themperaturen unter 10 Grad nicht ausgelegt. So war ich ehrlich gesagt froh, als ich schliesslich aufstehen konnte, um mir eine heisse Dusche zu goennen.

Sah man von den niedrigen Themperaturen ab begann dieser Tag mehr als verheisungsvoll, denn weit und breit war keine Wolke zu sehen und die Sonne verbreitete herrliche Morgenstimmung mit molligen Themperaturen und so freute ich mich schon sehr auf meinen Ausflug in den Freycinet Nationalpark, auch wenn er mit 11 Uhr erst sehr spaet beginnen wuerde. So ging das eben, wenn man auf Busse angewiesen war.

Die Zeit bisdahin liess sich aber trefflich nutzen. So startete ich einen kleinen Rundrang, der mich auf den Aussichtspunkt "Wahlers Lookout" brachte. Bei dem schoenen und zumeist klaren Wetter konnte ich eine ansehnliche Aussicht ueber Bicheno und weiter nach Norden geniessen. Danach ging es wieder zur Felsenkueste, wo ich mich intensiver mit dem Kuestenwanderweg und den Schoenheiten dort auseinandersetzte.

Schliesslich ging es auf 11 Uhr zu und so platzierte ich mich an der entsprechenden Haltestelle. Was mich zuerst wunderte, war, dass das Maedchen nicht auftauchte, denn sie wollte heute in den Park fahren. Auch von dem Bus war schliesslich nichts zu sehen und ich nahm ersteinmal an, dass die Fahrt heute wohl ausgefallen ist. So ging ich in die oerliche Baeckerei und erstand ein paar Pies fuer den Tag. Auch sichtete ich das Internetangebot hier und stellte fest, dass es voellig egal war, wo im Ort man Online ging, es war gleichermassen teuer.

Da ich den Kuestenwanderweg nur teilweise erkundet hatte, setzte ich meinen Spaziergang dort fort. Waehrend dieses Rundgangs kam ich mit einem aeltern Mann ins gespraech. Zum Ende unseres Gespraeches fragte ich ihn noch, wann denn auf Winterzeit umgestellt wuerde. Ich muss zugeben, dass ich etwas dumm schaute, als er meite, dass dies heute der Fall gewesen sei. Das erklaerte sofort das Bus-Phaenomen, denn ich war einfach zur falschen Uhrzeit an der Haltestelle gestanden. So kam ich auf jeden Fall zu einer Stunde extra.

Nach dem geplatzten Ausflug in den Nationalpark musste ich mich heute mit der weiteren Planung meines Urlaubes auseinandersetzen. Um nicht alleine auf dem Problem herumzudoktorn, marschierte ich in die oertliche Touristeninformation. Erfreulicherweise aenderten sich die Ansprechpartner hier taeglich und am heutigen Tage hatte ich durchaus Glueck mit meinem Gegenueber. Die Informationen die ich bekam begeisterten mich hingegen weniger. So stellte sich heraus, dass meine Weiterreise an der Nordkueste erst wieder am Freitag moeglich gewesen waere und bei aller Liebe und Begeisterung zu Bicheno, das war mich eindeutig zu viel Zeit und das selbst, wenn ich fuer geraume Zeit in den Freycinet Nationalpark abtauchen wuerde. So fiel eine etwas schmerzliche Entscheidung, naemlich, dass ich den ganzen Nord-Osten Tasmaniens auslassen wuerde und direkt nach Launceston fahren wuerde. Fuer den naechsten Tag wuerde ich in den Nationalpark fahren und meine Rueckkehr so legen, dass die Weiterfahrt weitestgehnd natlos von statten ging.

Wir buchten auch noch einen Zeltplatz fuer mich. Ich bekam die Nummer 19. Was das bedeutete war mir nicht so ganz klar und wo er liegen wuerde ebenfalls nicht. Das galt es am kommenden Tag im Rangerbuero herauszubekommen. Etwas schmerzten mich nur die 12 Dollar die eine Zeltplatzstellflaeche kosteten. Denn es gab keine Sanitaeranlagen, keine Dusche nichts, sondern nur ein Platz wo ich mein Zelt hinpflanzen konnte.

Mit all diesen Infos war ich eigentlich bedient fuer den Tag und wollte den Tag nur noch mit einer schicken Pizza ausklingen lassen. So orderte ich eine die sich Spicy Bicheno (oder so aehnlich) nannte. Ich holte dieses Mal auch gleich die grosse Version, denn der Moegliche Rest wuerde mein Fruehstueck werden.

Auf dem Zeltplatz stellte ich fest, dass ich direkte Zeltnachbarn bekommen hatte. Sie standen so dicht an meinem Zelt, dass ich mir wirklich Gedanken machte, ob das gut gehen wuerde. Erstmal hockte ich mich jedoch in die Zeltplatzkueche und verputzte meine Pizza. Einem Franzosen, der ganz lechzend auf sie schaute, bot ich ein Teil an und so kamen wir ins Gespraech.

Als ich schliesslich wieder bei meinem Zelt war, waren meine Zeltnachbarn, ein aelteres Ehepaar, aufgetaucht. Ich klaerte sie ueber meine Zweifel bezueglich der Naehe unserer Zelte auf, doch man meinte, es sei kein Problem. Wir plauderten noch eine ganze Weile, bis es so kuehl wurde, dass ich dann doch lieber im Schlafsack verschwinden wollte.

 

 

 

 

 

 

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Tag 33, 26.3.2007, Montag

Ort: Tasmanien 15. Tag - Freycinet Nationalpark 01. Tag
20 Grad - keine Wolken - sonnig

Landkarte

 

Ich muss schon ziehmlich dumm geschaut haben, als ich am Morgen den Kuehlschrank der Kampingplatzkueche oeffnete und er einfach nur leer war. Von meiner Pizza war weit und breit nichts zu sehen. Dass sie einer Aufraeumaktion zum Opfer gefallen war, war auszuschliessen, denn das geschah ausschliesslich waehrend des Tages. Also blieb nur eine Vermutung. Ich war Opfer eines Mudraubes geworden. Nun war mein anderes Essen tief in meinem Gepaeck verschwunden und so musste ich wohl mit knurrendem Magen meinen Ausflug in den Park beginnen.

Meinen Zeltnachbarn erzaehlte ich noch von diesem Erlebnis und auch sie waren doch einigermassen ueber solch ein Ereignis ueberrascht. Spontan bot man mir ein Toastbrot an. Als ich als Brotaufstrich Vegimate akzeptierte ergab dies wieder herrlichen Gespraechsstoff.

Schliesslich erkundigte ich mich bei der Zeltplatzverwaltung, ob nicht doch aufgeraeumt wurden war. Doch es war eindeutig nicht der Fall gewesen. Was ich schick fand war dann, dass man mir auch hier Eier, Speck und Toast anbot, damit ich was zum Fruehstuecken haette. Ich musste aber auf in Richtung Bus und so lehnte ich das freundliche Angebot dankbar ab.

Die Fahrtteilnehmer in den Park war wirklich ueberschaubar und so konnte sich dieses Unternehmen wohl wirklich nur halten, weil man neben den Fahrgaesten auch noch den Posttransport nach Coles Bay bewerkstelligte.

Coles Bay die letzte Ortschaft, wenn man sie so nennen darf, vor dem beginn des Nationalparks war dann auch der Punkt an dem der Bus deutlich an Fahrtgaesten gewann. Hier traf ich dann auch das Maedchen aus Bicheno wieder. Sie hatte die Zeitumstellungs-Klippe meisterhafter umschifft als ich.

Auf der Fahrt kam ich mit einem jungen Mann aus Melbourne ins Gespraech. Er war Musiker. Er meinte, dass er keine Fotos haette und wenn er auf meine zugreifen koenne, wuerde er mir stattessen mit seiner Musik aushelfen. Das fand ich sehr verlockend und so gab ich ihm meine E-mail Anschrift und war gespannt, ob aus dieser Verabredung was werden wuerde.

Kurz for dem Beginn der Wanderwege gab es noch einen Halt im Ragerbuero, wo die diversen Formalitaeten zu erledigen waren, wie z.B. Nationalparkgebuehr entrichten usw. Fuer mich hiess es meinen Zeltplatz zu bestaetigen und zu bezahlen. Bevor ich jedoch Geld herausrueckte, erkundigte ich mich was Zeltplatz 19 bedeutete. Ich schluckte ganz schoen, denn die 19 war zum einen einfach die Nummer des Stellplatzes. Doch mit 19 war ich so weit vom Park entfernt, dass ziehmlich viel Asfaltlatscherei zu bewaeltigen gewesen waere. So fragte ich ob es einen anderen Platz gaebe. Ich bekam die 53. Welch ein Unterschied. Es war der Zeltplatz der am naechsten an den Wanderwegen lag. Also guenstiger haette es nicht kommen koennen.

Bevor man mich an meinem Zeltplatz rauswarf, brachte man die anderen erstmal zum Beginn des Wanderweges. Das war insofern angnehm, denn so konnte ich grob abschaetzen wie weit ich denn nun wirklich noch bis zum Beginn der Wanderwege zu laufen haette. So aus dem Fahrzeug sah das ganze dann auch nicht so wild aus, doch alles in allem waren es dann doch rund 30 Minuten Fussweg.

Nachdem man mich an meinem Zeltplatz abgesetzt hatte, wurde sogleich das Zelt aufgebaut. Auf dem Nachbarstellplatz baute man gerade seine Zelte ab und so war es ggf. gut bei ihnen zu erfahren wo, Wasser und dergleichen zu bekommen waere. Die Info war nicht toll, denn das naechste Wasser gab es am Beginn der Wanderwege, also die 30 Minuten Fussweg entfernt. WCs waren nicht weniger weit entfernt, also musste gut bedacht werden wie man den Tag ausklingen lassen wuerde oder begann. Zudem erzaehlte man mir, dass es hier ein extrem zudringliches Possum geben sollte, welches nachdruecklich nach Essen verlangte. Es versuchte wohl nicht ins Zelt einzubrechen, aber ansonsten musste es ein echter Plagegeist sein. Man riet mir die Nahrungsaufnahme vor Sonnenuntergang beendet zu haben.

Mit diesem Rat im Kopf marschierte ich schliesslich los in Richtung Wanderwege. Dazu musste ich der Strasse folgen und hoelle aufpassen, dass ich nicht von einem der diversen Fahrzeuge erwischt wurde. Fuer Fussgaenger gab es hier nichts, sondern nur die Strasse und die war etwas kurvig und Huegelig, also nicht besonders uebersichtlich. So war ich froh schliesslich sicher am Beginn der Wanderwege angelangt zu sein.

Natuerlich erinnerte ich mich, wie es hier vor vielen Jahren ausgesehen hate und ich musste feststellen, dass viel Geld investiert worden war. Es gab jetzt einen riessigen Parkplatz und auch der Wanderweg war ziehmlich aufgemoebelt worden. Ich sah im Moment nur Ansaetze des neu in Gestalltung befindlichen Weges, doch das was da entstand trug den Menschenmassen die er bewaelatigen sollte wirklich Rechnung.

Vom Parkpaltz waren es rund 250 Hoehenmeter bis zum Aussichtspunkt meines und vieler, vieler anderer Menschen. Es ging eigentlich von Beginn an mehr oder weniger steil berg an und bei der grossen Hitze des Tages kam ich doch ordentlich ins Schwitzen. Es stoerte mich weniger, dass ich laufend ueberholt wurde, erher freute es mich, dass ich ohne groessere Probleme den Aufstieg bewaeltigte. Etwa nach der Haelfte des Aufstiegs, gab es riessige Findlinge zu bestaunen die links und rechts des Weges lagen. Sie lagen wie Murbeln am Hang und mir gefiel es sie anzusehen.

Etwas zu meinem Leidwesen hatte man auf etlichen Stuecken des Anstieges zu Treppen umgebaut. Diese Treppen waren sehr huebsch durch Natursteine erstellt worden, es aenderte jedoch nichts, dass Treppen fuer mich wesentlich anstrengender und schlecht fuer die Knie waren als ein einfach nur steiler Weg. Nach etwa 30 Minuten war der Pass und die Abzweigung zum Aussichtspunkt erreicht. Es war nun nur noch ein kurzes Stueck Weges und dieses Stueck war mit seinem Holzsteg, der sich an einem riessigen Felsen entlangschmiegte die richtige Einstimmung, bevor einem die herrliche Aussicht auf die Wineglas Bay eroeffnet wurde.

Als ich ankam wimmelte es von Menschen und so hatte ich genuegend Zeit zu Atem zu kommen und schonmal die Aussicht zu geniessen. Viel anderes als hier oben anzukommen hatte ich ohnedies nicht vor.

Waehrend meines Aufenthaltes sah ich allerlei Menschen kommen und gehen und es war schon erstaunlich wie unterschiedlich sie dieses herrliche Bild wuerdigten. Doch wie schnell solch ein herrlicher Ort seinen Reiz verlieren konnte lernte ich auch noch.

Der Aussichtspunkt war mal wieder ziehmlich bevolkert. Neben den vieln Leuten tauchten auch 3 Jugendliche auf. Sie hockten sich auf einen der grossen Felsen, assen etwas und schienen es sich gut gehen zu lassen. Schliesslich sprangen sie herum, schossen ein Gruppenfoto und setzten sich dann voellig ueberstuerzt in Bewegung. Ich dachte mir nichts dabei, doch nur eine Minute nach ihrem Verschwinden bemerkte eine aeltere Frau, dass ihre Geldboerse mit allem darin, was wichtig ist, verschwunden war. Die Kerle hatten sich, nach einhelliger Meinung, an dem Eigentum der Frau vergangen.

Die naechste halbe Stunde wurde noch ziehmlich aufregegt ueber das Geschehne gesprochen, die Polizei benachrichtigt, das Rangerbuero informiert und die Kreditkarten gesperrt. Ich muss gestehen, dieser Vorfall etruebte mich auch etwas, denn wer konnte mit soetwas rechnen.

Spaeter am Tag erschien auch noch das Ehepaar vom Zeltplatz und wir plauderen ausgesprochen nett ueber die herrliche Natur hier.

Im weiteren Verlauf kam auch noch eine kleine gefuehrte Gruppe vorrueber. Ihr hatte ich es zu verdanken, dass ich erfuhr, warum die Wineglass Bay so hiess wie sie hiess. So erfuhr ich, das vom gegenueberliegenden Berg, die Bucht tatsaechlich dem Kelch eines Weinglases galt. Doch erklaerte es nicht die Farbe, denn welcher Wein ist schon blau.

In fruherer Zeit war die Buch auch Fahlfaengern nuetzlich gewesen. Man hatte die Wale fruher auf den Strand gelegt und Zerteilt. Das Blut welches sich dabei in die Bucht ergoss, faerbte das Wasser wohl rot und damit sah es aus wie Rotwein.

Schliesslich war die Sonne so weit gesunken, dass die ersten Schatten den Strand der Weinglass Bay beruehrten und ich mich aufmachte wieder in Richtung Zelt. Der Abstieg ging angenehm zuegig und dabei waren die Treppensufen wiederum hilfreich.

Am Zelt angelangt war ich so guenstig angekommen, dass der Sonnenuntergang fast bevor stand. Ich schnappte mir was zum Essen und Trinken; Wasser hatte ich mir vom Parkplatz am Wanderweg mitgenommen; und hockte mich an die Kueste. Auch wenn an der Stelle an der die Sonne untergehen sollte Rauchschwaden den Himmel verschlierten, verhiess es herrlicher Sonnuntergang zu werden. So liess sich den geziehlten Waldbraenden in diesem Fall auch ein positiver Aspekt abgewinnen.

Als die Sonne in herrlichen Farben untergeganen war, wollte ich auch der Possumbegegnung aus dem Wege gehen und zog mich in mein Zelt zurueck. Die ueber mich herfallenden Moskitos beschleunigten dieses Vorhaben dann zusaetzlich deutlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 34, 27.3.2007, Dienstag

Ort: Tasmanien 16. Tag - Freycinet Nationalpark 02. Tag
morgens: stark bewoelkt
20 Grad - aufgeslockerte Bewoelkung - sonnig
Landkarte

 

Ich wollte diesen Tag inclusive Sonnenaufgang geniessen. Also koch ich schon kurz nach 5 Uhr aus meinem Zelt. Leider hatte das Wetter etwas dagegen mir einen schoenen Tagesanfang zu goennen. Trotzdem packte ich all meine Sachen zusammen und machte mich wieder an die 30 Minuten Asfaltlatschen.

In der Kuehle des Morgens war dann der Anstieg zum Aussichtspunkt auch viel angnehmer und dazu war ich fast alleine. Nur eine kleine Dreiergruppe war an mir vorbeigezogen. Sie traf ich dann auch am Aussichtspunkt wieder. Sie waren etwas entteuscht, dass es keinen Sonneuntergang zu sehen gegeben hatte. Ich meinte, dass selbst bei wolken freien Himmel waere der Sonnenaufgang ihnen versagt geblieben, denn der fand an einer anderen Stelle statt. Diese Information hatte ich meinem Aufenthalt in Swansea zu verdanken und so hatte ich nicht mit einem Sonneaufgang ueber der Winglass Bay gerechnet.

Bei dem etwas traurigen Wetter blieb auch ich nicht sehr lange, sondern begang meinen Abstieg hinuter zum Stand. Wie ich hier feststellte war dieser Teil des Weges viel weniger aufgearbeitet worden und so hatte er hier noch sehr viel Ahnlichkeit mit dem Weg, den ich in Erinnerung hatte. Es hatte aber auch zur Folge, dass die Tritte fuer mich manchmal ein klein wenig gross waren und ich mich etwas anstellte, bis ich schliesslich wieder festen Boden unter den Sohlen fuehlte.

Als ich den Strand schliesslich betrat, war ich nur kurz alleine, denn schon sah ich ein paar Maedchen die mit Rucksaecken beladen sich auf dem Weg aus dem Park machten. Ansonsten blieb es sehr lange ruhig erst ab etwa 10 Uhr begann langsam der Besucherstrom zu beginnen und je mehr die Zeit fortschritt, um so mehr Menschen wurden es. Ich selber hatte es mir auf einem Felsen am Strand gemuetlich gemacht, denn ein freies Stueck Himmel ueber dem Meer schien sich auf den Nationalpark zuzuarbeiten. Die Luecke kam auch tatsaechlich naher, doch so langsam, dass ich bald nichtmehr warten konnte, denn ich wollte noch ein Stueckchen laufen.

So machte ich mich schliesslich auf von der Wineglass Bay zum gegenueberliegenden Strand dem Hazard Beach zu gehen. Schon zu Beginn dieses Wegstueckes kam ich mit einem Australier ins Gespraech und wir plauderten das gesamte Stueck Weges. So fiel es nicht ganz so leicht der Natur die gebuehrende Aufmerksamkeit zu widmen. Was ich jedoch deutlich erkannte war, dass auch hier die anhaltende Trockenheit ihren Tribut gefordert hatte. Alles war verdrocknet und auch das Stueck Feuchtgebiet war weit davon entfernt feucht zu sein. Der Boden sah eher knochen trocken aus.

Am Hazart Beach angelangt, trennten sich unsere Wege. Ich machte ein paar Fotos und das nicht zu frueh, denn ich war gerade fertig, als eine kaum endente Karavane an Menschen hier am Strand eintrudelte.

Es war Mittag, also machte ich es mir ersteinmal gemuetlich und machte mich ueber Essensvorraete und mein Wasser her. Von meinem Essen angelockt platzierte sich schliesslich ein Wallerbie (ein Kangaroo) nicht weit von mir. Es liess sich auch nicht an vorruebergehenden Wanderern verschrecken. Es blieb stur stizen, bis ich schliesslich meinen Weg fortsetzte, um dann zu sehen, ob nicht irgendetwas essbares zurueckgeblieben war. Doch ich hielt mich hier eisern an die Aufforderung der Nationalparkverwaltung den Tieren kein Essen angedeien zu lassen.

Der weitere Weg fuehrte der Kueste folgend durch den Busch, der die Hazarts, jene kleine Bergkette, die dem Park ein unverwechselbares Gesicht verlieh, einrahmte. Anfangs war es so trocken, dass es schon sehr trostlos wirkte was man zu sehen bekam. Unterbrochen wurde das ganze durch einen kleinen Abstecher auf einen Strand, von dem man ueber kleine Felsen hinweg den Hazart Beach ueberschauen konnte.

Im weiteren Verlauf wurde der Busch doch wieder etwas gruener und ab und zu gab es auch ein paar Voegel zu sehen. Wanderer gab es hier nicht so viele. Doch baute ich mein Stativ auf, so konnte ich sicher sein, dass Leute auftauchten. Die einen fragten neugierig was ich hier mache und andere draengten sich nur genervt an mir vorrueber.

Je mehr der Tag fortschritt um so mehr gewannd die Sonne die Oberhand ueber das Wettergeschehen und mein Wasservorrat abegann dramatisch zu schmelzen.

Als der Weg nur durch den Busch fuehrte war ich schon einigermassen begeistert von der Natur, doch schliesslich wurde zudem der Blick auf das Meer und die Umliegende Landschaft freigegeben und da musste ich mich schon das ein oder andere Mal hinhocken, um es in vollen Zuegen zu geniessen. So kam es, dass ich viel spaeter das Ende des Walderweges erreichte als ich urspruenglich beabsichtigte.

Irgendwie war ich dann aber auch froh, als mein Ausflug sein Ende fand, denn mein Wasser war alle und zum Ende ging es manchmal wieder etwas steiler auf und ab oder ueber die ein oder andere Felsplatte, auf denen ich mich nicht sonderlich sicher fuehlte.

ERneut reichte ich meinen Zeltplatz puenktlich zum Sonnenuntergang. An diesem Tage hatte sich aber eine Gruppe von Jugendlichen etliche Zeltplaetze von meinem entfernt eingenistet. Den Laerm den sie veranstallteten reichte jedoch, um den Eindruck zu gewinnen sie waren meine direkten Nachbarn. Schliesslich dehnten sie ihr Einzugsgebiet bis zu mir aus und die Tierbeobachtungen die ich bislang durchfuehren konnte waren futsch, denn alle Tiere suchten das weite.

Der Sonnenuntergang war dann auch nicht ganz so grandios wie am Vortag, denn ein Wolkenbad uber dem Horizont verhinderte, dass ich ihn ganz sehen konnte. Dennoch das Lichtspiel in den Wolken war einfach nur als herrlich zu bezeichnen.

Da ich durch mein fruehes zu Bett gehen dem Possum so geschickt aus dem Wege geganen war, wenngleich ich es hatte irgendwo rumoren hoeren, wollte ich auch an diesem Tag schnellst moeglich im Zelt verschwinden, auch waren an diesem Abend die Moskitos noch agresiver als sonst und meine Stiche breiteten sich ueber Stellen meies Koerpers aus, wo ich mich ernstlich fragte, wie die Ficher da hingelagt waren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 35, 28.3.2007, Mittwoch

Ort: Tasmanien 17. Tag - Bicheno
14 Grad - bewolkt - kalter starker Wind

Landkarte

 

Als ich am Morgen aufstand war ich noch der Ansicht den Shuttle Bus am spaeten Nachmittag zurueck nach Bicheno zu nehmen. Als ich jedoch aus dem Zelt kroch und das mehr als traurige Wetter zur Kenntnis nahm, begann ich ohne gross weiter nachzudenken, mit dem Packen. Meine Abreise wurde auch dadurch unterstuetzt, da die Moskitos am heutigen Tage nicht weniger blutgierig waren als am Tag zuvor.

Noch rechtzeitig platzierte ich mich an der Strasse und wurde vom Shuttle Bus aufgelesen. Fahrt ging dann ersteinmal nur bis Coles Bay, wo eine 30minuetige Unterbrechung anstand. Ich hatte wahrlich nichts dagegen, denn so kam ich zu ein paar Fotos der Hazarts, die man von hier wirklich sehr gut sehen konnte.

Da man mir versicherte, dass es auf jeden Fall heute noch ordentlich regnen wuerde, entschied ich mich in Bicheno angelangt mir eine Cabin auf dem Zeltplatz zu mieten. Ich ham die Billigst moegiche Version, doch selbst die kostete rund 55 Euro. Dafuer gab es wieder ein Schlafzimmer, Zimmer mit Stockbetten, Kuech, Bad und Wohnzimmerecke. Nun muss ich aber sagen, dass diese hier den Vergleich mit Swansea (die auch deutlich teurer war) in keinster Weise stand hielt.

Irgendwie hatte ich mir in den Kopf gesetzt meinen Pizzaverlust hier wieder auszugleichen. Doch leider wurde nichts draus, denn der Laden hatte zu. Stattdessen ging es zum oertlichen Metzger, wo ich mir ein paar Wuerstchen einsackte. Kangaroo-Wuerstchen gab es diesmal nicht. So landete welche aus Lammfleisch in meinem Einkaufsbeutel.

Die Bewoelkung ueber Bicheno nahm deutlich zu und so schien es mir angebracht mich in meine Cabin zurueckzuziehen. Zu tun gab es allemal noch genuegen auch wenn es nur Dinge wie Tagebuchschreiben, DVDs brennen oder Batterien laden war. Nebenbei tat ich mir das australische Fernsehprogramm an und da keine Fernbedienung zur Verfuegung stand tat mich mir so manche schmerzhafte Show an.

Irgendwann realisierte ich, dass sich draussen etwas mit dem Wetter veraendert hatte. Der starke fast stuermische Wind hatte es geschaft ein Loch in die Wolkendecke zu reisen und es gab sehr ansehnliche Lichtspiele.
Anfangs zierte ich mich noch etwas mich nach draussen zu wagen, doch dann schnappte ich ir all mein Zeug und marschierte auf den Walers Lookout.
Belohnt wurde ich mit dramatischen Licht und Wolkenspielen und jede Sekunde gab es etwas anderes zu sehen. Schliesslich faerbte sich der Himmel auch noch etwas und ich war sehr froh, den Ausflug unternommen zu haben.

Alleine blieb ich hieroben nicht. Es gesellte sich eine Neuseelaenderin zu mir. Sie wollte den Sonnenuntergang erleben. Doch da musste ich sie etwas entteuschen, denn sie hatte ihn um 15 Minuten verpasst. Ebenso wie ich hatte sie eine Uhrzeit im Kopf, die voer 14 Tagen stimmte, nun aber nichtmehr. Ich hatte mich aber an den beiden vorhergehenden Tagen diesbezueglich korregieren koennen.