Die letzten Straßenwindungen auf dem Lyell Highway hinunter nach Queenstown stellt eine außerordentliche Erfahrung dar. Auf dieser Fahrt sieht man eine stark mit Erosion überzogene Landschaft. Die Hügel leuchten in den buntesten Farben. Es wird dem Besucher schnell klar, daß diese Zerstörung der Landschaft seine Ursachen bei den Mienengesellschaften zu suchen ist.
Im Jahre 1881 wurden Goldvorkommen im Queen River entdeckt. Diese Tatsache brachte gute Zukunftsaussichten in diese Region. Zwei Jahre später begann der Abbau der reichen Vorkommen am Mt. Lyell. Dieser intensive Abbau zog sich über fast ein Jahrzehnt hinweg. Während dieser Zeit ignorierte man gänzlich die reichen Kupfervorkommen dieser Gegend. Erst 1891 begann sich die "Mt Lyell Mining Company" auf den Abbau des Kupfers zu konzentrieren. Diese Entscheidung erwies sich als sehr gut, denn dadurch wurden sehr hohe Profite erwirtschaftet.
Im Jahre 1899 erbaute die Minengesellschaft eine 35 Kilometer
lange Eisenbahnstrecke zwischen Queenstown und Strahan.
Diese Strecke diente nun dem Kupfer- und Personentrasport bis
an die Küste. Die entstandene Bahnstrecke war wirklich spektakulär.
So wurden 48 Brücken erbaut und in manchen Teilstücken
war es so steil, daß selbst die zwei Zugmaschinen die Steigungen
nur mit zusätzlicher Unterstützung überwinden konnten.
Gegen Ende des Jahrhunderts wies Queenstown eine Einwohnerzahl von 5051 auf und war die dritt größte Stadt in Tasmanien. Es gab 14 Hotels. Den Abbau erledigten 28 Gesellschaften und zum Schmelzen standen 11 Öfen zur Verfügung. Die größte Gesellschaft war jedoch die Mt Lyell Mining & Railway Company. Ab 1933 war sie schließlich die einzige Gesellschaft in diesem Gebiet.
Nach 20 Jahren des Abbaus von Rohstoffen waren um Queenstown die Regenwälder systematisch abgeholzt worden. Es waren 3 Millionen Tonnen von Holz in den Öfen verfeuert worden. Die Abgase, welche der Schmelzprozess mit sich brachte ging ungereinigt in die Umwelt und durch den hohen Regenfall der Region zurück in den Mutterboden. Die Erde wurde mehr und mehr vergiftet. Es konnten keine Bäume und Sträucher nachwachsen, um der stark einsetzenden Erosion Einhalt zu gebieten. Buschfeuer trugen ihr übriges zu der Zerstörung bei.
Heute stellt der Abbau von Rohstoffen noch die Hauptindustrie
des Ortes dar. Ein anderes Standbein des Ortes ist der Tourismus.
Besonders anziehend ist für die Touristen die Mond ähnliche
Landschaft um Queenstown. Diese Tatsache verhindert den intensiven
Wunsch der Einheimischen die Landschaft wieder in seinen Ursprungszustand
zurückzuversetzen. So gibt es ein großes Fragezeichen
was das Thema Aufforstung und Wiederherstellung der Natur betrifft.