
Tasmanien
ist der einzige Inselstaat von Australien. Diese Tatsache hatte
große Auswirkungen auf die historische, kulturelle und geographische
Entwicklung dieses Landes. Die Insellage war optimal geeignet,
um dort Strafgefangenenlager einzurichten. So wurden Strafgefangene,
die auf dem australischen Festland besonders auffielen nach Tasmanien
deportiert.
Die Isolation der Insel half seine reiche Kolonialgeschichte zu
schützen und auch die Natur weitestgehend unberührt
zu lassen. Auch wenn es dabei einige Sünden zu beklagen gibt.
Der erste Europäer der Tasmanien entdeckte war der berühmte
niederländische Navigator Abel Tasman. Er entdeckte das Eiland
im Jahre 1642 und nannte es Van Diemen's Land. Diesen Namen verwandte
er zu Ehren des Gouverneur der niederländischen East Indies.
Im Verlauf des 18. Jahrhunderts wurde Tasmanien von vielen berühmten
Seeleuten aufgesucht. Zu ihnen gehörte Kapitän Tobias
Furneaux, James Cook und William Blight. Alle diese Besucher,
waren allerdings der Ansicht, daß Tasmanien Bestandteil
des australischen Festlandes sei.
Mehr und mehr Europäer suchten Tasmanien auf, nachdem eine erste Flotte von Soldaten und Gefangene bei Sydney Cove im Jahre 1788 siedelten. Dieser Stützpunkt diente diesen Besuchern nur als Zwischenstation bei der Umsegelung der Insel.
Im Jahre 1798 entdeckte Leutnant Matthew Flinders bei der Umsegelung von Tasmanien, daß es sich um eine Insel handelt. Die rauhe See zwischen dem australischen Festland und Tasmanien benannte der Seemann Bass Strait. Die Entdeckung der Bass Strait verkürzte die Reise von Sydney und Indien oder vom Cape of Good Hope um eine Woche.
In den späten 90ern des 17. Jahrhunderts entschloß
sich Gouverneur King von New South Wales südlich von Sydney
Cove eine zweite Kolonie in Australien einzurichten. Anfangs wollte
man in der Port Phillip Bay diese zweite Siedlung etablieren,
aber schließlich entschloß man sich am Derwent (einem
Fluß an der Südküste Tasmaniens) eine Siedlung
entstehen zu lassen. So entstand im Jahre 1804 Hobart.
Mit den ersten Siedlern kamen auch stets Strafgefangene nach Tasmanien.
Nach und nach wurden nun Strafgefangenenlager gegründet.
Im Jahre 1821 entstand eines bei Macquarie Habour, 1825 auf Maria Island
und 1832 in Port Arthur. Für mehr
als drei Jahrzehnte waren die Lager in Tasmanien die berüchtigtsten
von ganz Australien.
Im Jahre 1856 wurden die Gefangenentransporte eingestellt und es wurde das erste Parlament gewählt. Um den schlechten Ruf von Van Diemen's Land los zu werden, wurde die Insel ebenfalls im Jahre 1856 in Tasmanien umbenannt.
Heute findet man noch überall in Tasmanien Erinnerungen an
die Zeit als Tasmanien als Strafkolonie seinen Höhepunkt
erreichte. So gibt es in Port Arthur Ruinen
eines Gefangenenlagers. Auch gibt es viele von Gefangenen erbaute
Brücken und eine Vielzahl von Bauwerken aus Sandstein, die
im gregorianischen Stiel erbaut wurden.
Tasmanien hat sich in der Zwischenzeit großes Ansehen bei
dem Schutz seiner Naturlandschaft erworben. Auch spielte Tasmanien
in den letzten zwanzig Jahren weltweit eine bedeutende Rolle bei
dem Entwurf von Regelungen zum Schutz der Natur.
Seit die ersten Europäer australisches Land besiedelten,
war der Umgang mit den Einheimischen nichts worauf man hätte
stolz sein können. Ein besonders schwarzes Kapitel wurde
jedoch in Tasmanien geschrieben.
Aborigienes kamen vor ca. 10.000 Jahren nach Tasmanien, als es
noch eine Landbrücke zwischen dem Festland und der Insel
gab. Nachdem Tasmanien vom Festland abgeschnitten war, entwickelten
sich die Aborigines in Tasmanien unabhängig ihrer Verwandten
auf dem Festland weiter.
Sie lebten von der Jagt und Fischfang. Wegen des kühlen Klimas
bauten sie sich feste Unterkünfte und widerstanden auf diese
Weise der Kälte. Ihre Gesellschaft basierte auf dem Teilen
und Tausch ihre Güter. Dieses System wurde von den europäischen
Eroberern nicht verstanden.
Die Europäer entdeckten fruchtbares Land und begannen es
sogleich einzuzäunen. Als die Aborigines auf diese Weise
mehr und mehr ihrer traditionellen Jagdreviere einbüßten,
erkannten sie, daß die Fremden ihr Land stehlen wollten
und nicht mit ihnen teilen. Diese Tatsache veranlaßte die
Aborigines für das zu Kämpfen was rechtmäßig
ihnen gehörte.
Im Jahre 1806 eskalierten die Kämpfe zwischen beiden Seiten.
Die Ureinwohner erlegten die Schafherden und plünderten die
Lager. Im Gegenzug wurden die Aboriginies gejagt und erschossen.
Europäer entführten die Kinder der Aboriginies, um sie
zur Arbeit bei ihnen zu zwingen. Sie vergewaltigten und folterten
Frauen der Abogiginies, gaben ihnen vergiftetes Mehl als angebliches
Zeichen gutem Willens und stellten Fallen im Busch auf.
Im Jahre 1828 wurde von Gouverneur Arthur ein Gesetz erlassen, welches Soldaten das Recht gab Aboriginals in Arrest zu nehmen oder zu erschießen, sobald diese Land der Europäer betraten. Um die Aboriginies schließlich vollends auszurotten wurden sie auf der Tasman Peninsula zusammengetrieben und dort durch eine Menschenkette (gebildet durch australische Farmer) isoliert. Diese Menschenkette ging als Black Line in die Geschichte ein. Durch diese Maßnahmen wurden die Ländereien der Europäer von den Aboriginal bereinigt.
In der Zeit von 1829 bis 1834 wurden die Angehörigen dieses
stolzen und friedlichen Volkes überall in Tasmanien aufgespürt
und nach Flinders Island gebracht. Dort
sollten sie zivilisiert und christianisiert werden. Auf Flinders
durften sie nun zwar leben, jedoch keiner Tätigkeit nachgehen
und so führte das unstillbare Heimweh, das schlechte Essen
und Krankheiten zum Tod der meisten Aboriginies. Schließlich
überlebten lediglich 47 die Zeit und wurden im Jahre 1837
nach Oyster Cove umgesiedelt.
Es scheint fast unfaßbar, daß in den 35 Jahren, als
der erste weiße Mann das Land betrat, 183 Europäer und
fast 4000 Aboriginals getötet wurden.
Seit 1798 arbeiteten viele europäische Seeleute in der Bass Strait. Ihr Kontakt zu den Ureinwohnern bestand in den Meisten Fällen in dem Wunsch mit Ihnen Handel zu betreiben, von Ausnahmen abgesehen. Zu den Handelsgütern gehörten auch Frauen der Aboariginals. Mit diesen Frauen gründeten die Seeleute oft Familien auf den Inseln in der Bass Strait.
Im Jahre 1847 entstand eine neue Gemeinschaft von Aboriginals, deren Lebensart auf den Traditionen der Aboriginals als auch der Europäer fußte. Sie stießen zu den Aboriginals auf den Inseln der Furneaux Gruppe und bewahrten sie dadurch vor der endgültigen Ausrottung. Heute leben mehr als 65000 Nachkommen in Tasmanien und sie kämpfen für eine Wiedergutmachung des Unrechts.