016 – Tonga

63. Tag – 26.03.05 Samstag

Tonga (Tofoa Ort) – Luft Raus

Wetter:
– Auckland: bewölkt, sonnige Abschnitte, warm, schwül
– Tonga (Nacht): warm, leichter Wind, schwül

Ein wenig aufgeregt und traurig war ich schon, dass nun meine Zeit in Neuseeland zurück war. Voller Vorfreude auf eine drückende Hitze war ich zudem auch nicht. Doch hatte es mir nun einmal vorgenommen und nun wollte ich meine kleine Entdeckungstour durch den Südpazifik beginnen. Obwohl ich noch etwas Essen übrig hatte entschloss ich mich mein restliches Geld im Bistro der Herberge zu lassen, obwohl ich mir im Klaren darüber war, dass die Freundlichkeit doch etwas zu wünschen übrig lässt. Es kam an diesem Tag jedoch etwas anders.

Erst einmal stellte ich fest, dass jemand mein Brot gestohlen hatte. Es war in diesem Fall nicht schlimm, doch es traf mich doch, dass solch ein primitiver Mundraub hier in der Herberge stattfand. Er wog umso mehr, da meinem Zimmergenossen seine Milch gestohlen wurde. Da hatte sich jemand wirklich ausgiebig aus den Vorräten anderer bedient. Ich orderte daher aus dem Grund mein kleines Frühstück im Bistro. Bevor ich jedoch meine Bestellung los lies, erkundigte ich mich bei der Frau hinter der Theke, ob sie schon 1992 hier war, sie käme mir nämlich bekannt vor. Sie arbeitete seit 1991 hier und so war es kein Wunder, dass ich sie kannte. Als ich ihr erzählte dass ich nach Samoa fahre, war sie ganz verzückt, denn sie selber war Samokanerin. Sie wiederum erklärte mir, dass sie mit einem Tasmanier leiert war, was ich mit der Information quittierte, dass Tasmanien eines meiner bevorzugten Länder und Reiseziele war. Dass dadurch eine gewisse Sympathie vorhanden war, brauch ich nicht zu erwähnen. So bekam ich an diesem Tag ein Lächeln und einen teil des von mir bestellten Essens kostenlos. Solch einen Abschied lies ich mir wirklich gefallen.

Danach blieb nicht mehr viel Zeit, sondern es hieß sich an der Strasse zu platzieren und den Shuttlebus zum Flughafen abzuwarten. Obwohl dieser alle 20 Minuten fahren sollte, wartete ich und eine reihe von anderen Leuten, fast 40 Minuten. Dadurch war das Fahrzeug natürlich entsprechend voll. Ich musste mich mit einem Notsitz begnügen. Doch hatte er den Vorteil, dass ich mich nicht neben jemanden quetschen musste. Die Fahrt zum Flughafen verlief dann aber auch anders als gedacht, denn wir hatten gerade die Fahrt auf einer Schnellstrasse begonnen, als es einen gewaltigen Knall gab und mir war sofort klar, was passiert war. Ein Reifen war explodiert. Ich sah nur die Zeit davonrennen und ich begann mir langsam Sorgen zu machen was mit meinem Flieger sei. Witziger Weise war direkt ein anderer Shuttlebus hinter uns und so hieß es lediglich umzusteigen und die Fahrt fortzusetzen und so war die Verzögerung im Grunde kaum mehr eine Bemerkung wert.

Im Flughafen von Auckland eierte ich dann doch etwas ratlos herum, denn mir war beim besten Willen nicht klar wo ich meinen Schalter finden könnte. Erst die Inanspruchnahme eines Servicedesk brachte Erleuchtung. Als ich schließlich am Schalter stand und meine Bordkarte in die Hand gedrückt bekam, staunte ich nicht schlecht, denn laut meines Tickets sollte mein Flieger Auckland um 13 Uhr verlassen, doch nun war der Zeitpunkt an dem ich den Flieger besteigen sollte auf 16 Uhr festgelegt. Ich überlegte, ob ich vielleicht nicht richtig bei der Rückbestätigung meines Fluges zugehört hätte, oder ich im Internet falsch gelesen hatte. Mit diesen Zweifeln machte ich mich daran die Zeit zu überbrücken. Ich fand zum glück ein Aussichtsdeck und nachdem ich es mir dort gemütlich gemacht hatte, lies sich durch ein Schläfchen und das Beobachten von Flugzeugen, wie sie starteten und landeten, die Zeit doch angenehm überbrücken.

Schließlich wurde es Zeit die Ausreise hinter mich zu bringen und zu meinem Gate zu gehen. Darüber gab es nun wirklich nicht viel zu berichten, außer dass ich gemütlich an meinem Gate herum saß und mich wunderte, dass es eher weniger als mehr Leute wurden. Schließlich fand ich heraus, dass man während meiner Wartezeit das Gate geändert hatte. Da musste man schon mal drauf kommen. Doch aus dem Besteigen des Fliegers um 16 Uhr wurde auch nichts. Die Zeit schritt unaufhörlich weiter und es wurde immer später. Schließlich landete meine Maschine und es entstiegen Passagiere die nun wohl aus Tonga kamen. Hier ergab sich das erste Mal etwas Abwechslung, denn es hatte sich Polizei am Ausgang platziert und die pickte sich den einen oder anderen aus dem Menschenstrom heraus um eine Passkontrolle durchzuführen. Erstaunlicherweise waren es zumeist arabisch aussehende, oder Hippies. Unter den Opfern auch eine Familie. Diese entpupten sich jedoch als harter Brocken für die Polizisten, denn egal mit welcher Sprache sie versuchten Kontakt mit den Leutchen aufzunehmen, sie bekamen es immer mit einem Schulterzucken quittiert. Auch die Frage nach dem Passport oder Flugticket brachte nichts. Selbst, als man ihnen einen Pass vor die Nase hielt um ihnen zu zeigen, was man von ihnen haben möchte, zuckte man nur mit den Schultern. Das Spiel ging rund 30 Minuten, dann nahm man sie erst mal mit.

Mir hatte dieser Umstand nun auf jeden Fall soviel Zeit vertrieben, dass ich nun endlich in den Flieger durfte. Obwohl ich am Schalter auf die Besonderheiten meines Sitzwunsches hingewiesen hatte und man meinte, man würde dies berücksichtigen, saß schließlich ein stattlicher Tonganer und ich nebeneinander. Dass das eng war, brauche ich nicht zu erwähnen. Erfreulicherweise war die ganze Reihe neben mir frei und als niemand mehr zustieg und Anspruch auf diese Plätze erheben konnte, siedelte ich um- Der Flug hingegen verlief ohne Probleme und war mit 2:20 Std. zudem angenehm kurz. Hier erfuhr ich jedoch das erste Mal was gewesen war und sich mein Flug verzögert hatte. Die Maschine in der ich dass hatte wohl technische Probleme gehabt und dadurch hatte sich alles verzögert. Ob mich das aufmuntern sollte wusste ich nicht genau.

Das Essen im Flieger war äußerst sparsam. Es gab gerade mal einen müden Burger, oder ersatzweise Salat. Ich nahm mich des Burgers an und war danach wahrlich nicht satt. Gegen 23 Uhr kam ich schließlich in Tonga an und da wir über die herangerollten Treppen den Flieger verlassen sollten, konnten wir sowohl vorne und hinten aussteigen, was den Vorgang doch deutlich beschleunigte. Eigentlich erwartete ich eine Wand von feuchter Luft, als ich den Flieger verlies, doch es war durchaus angenehm. Warm war es sicherlich, doch ein leichter Wind brachte angenehme Kühle, trotz der merklichen Schwüle. Die Einreiseformalitäten waren extrem unkritisch und auch eine Gepäckkontrolle, trotz meiner Angabe gebrauchtes Zelt mitzuführen, wurde mir erspart. Nachdem Geld gewechselt war, verlies ich den Flughafen, und sah mich einer riesigen Menschenmenge gegenüber. Hier hatten sich reichlich Verwandte und Bekannte eingefunden um ihre Reisenden zu empfangen.

Schnell fand ich jemanden der ein Schild zaghaft in die Höhe hielt auf dem der Name meiner Unterkunft stand. Als schließlich alle Gäste eingefangen waren, ging es los. Dabei staunte ich nicht schlecht welche Automassen sich um diese Uhrzeit hier über die Strasse rollten. Nach 30-minütiger Fahrt war ich angekommen und wurde wirklich freundlich begrüßt. Viel von der Anlage konnte ich in der Nacht noch nicht erkennen, doch es schien ein netter Platz zu sein. Ich wurde schließlich zu meiner Unterkunft – einem Fale – gebracht. Eine kleine Hütte mit Bett und Ventilator. Das WC und Dusche befanden sich in meinem speziellen Fall außerhalb, was aber nicht störte, denn dafür hatte ich angenehm viel Platz.

Da ich schon rechtschaffen müde war, haute ich mich direkt ins Bett und schlief auch schnell ein. Doch wie es so geht, bekam ich mit dass ein Moskito sein Unwesen im Zimmer trieb. Mich beunruhigte dies jedoch nicht. Ich stand auf, plünderte meinen Rucksack und kramte das in Neuseeland erworbene Moskitonetz heraus. Danach lies sich vortrefflich schlafen und wenn das Vieh mal an meinem Ohr vorbeihuschte, grinste ich wohl selbst im Schlaf an dem Gedanken an seine vergeblichen Versuche an mich heranzukommen.

 

64. Tag – 27.03.05 Sonntag (Ostersonntag)

Tonga (Atata Insel) – Hitze pur

Wetter: 34 Grad, sonnig, etwas Wind

In der Nacht hatte ich, sah man vom Moskito ab, wirklich gut geschlafen, denn ein leichter Wind sorgte für die nötige Abkühlung und es wurde sogar so frisch, dass ich kurzzeitig auf eine Decke zurückgreifen musste, was ich eigentlich anfangs nicht benötigte.

Am Vorabend hatte ich erfahren, dass es an Sonntagen in Tonga im Prinzip nichts zu tun gibt. Alles hat geschlossen und das Wort alles ist in diesem Falle wörtlich zu nehmen, auch Restaurants usw. kann man nicht geöffnet vorfinden. Um so erleichterter war ich, als ich das Angebot bekam an diesem Tag einen Ausflug auf eine vorgelagerte Insel zu unternehmen. Auf diese Insel konnte man dann auch nur am Sonntag fahren und damit war das Programm für diesen Tag schon klar.

Bevor es jedoch losging, stand das Frühstück auf dem Programm und da war ich schon sehr gespannt was man hier geboten bekäme. Es stellte sich heraus, dass ich zwei Scheiben Toast, Butter, ein Stück Melone, Kokosnuss und ein Ei bekam. Ach die Banane möchte ich nicht vergessen. Ich bin kein großer Bananenesser, doch dieses Stück Frucht schmeckte ausgesprochen lecker und hatte nichts mit den Standartbananen die ich aus deutschen Supermärkten kannte, zu tun.

Für den Ausflug auf die Insel hatten sich fast alle Leute der Unterkunft entschieden und so machten sich schließlich eine ganze Reihe von Leuten auf den Weg. Nach kurzer Fahrt war der Hafen erreicht und wir zogen auf ein winziges Boot um, wo es wirklich hieß „Zusammen zu rücken“, damit jeder einen Platz bekam. Ich saß zum Glück so, dass mir stets ein leichter Wind um den Kopf wehte, doch anderen ging es weniger gut, denn sie saßen unter Deck und dort herrschte eine brütende Hitze. Wir prüften die Temperatur kurz und stellten heraus, dass dort 40 Grad herrschten.

Nach rund 45 Minuten Fahrt erreichten wir die kleine Insel Atata. Um zu ihr zu gelangen, mussten wir durch zwei Riffe fahren und nachdem diese passiert waren, wurde das Wasser wieder schön ruhig. Mich tröstete dies hingegen nicht sehr, denn mir war einfach nur schlecht. Die Insel bestand im Prinzip aus 2 Teilen einer Landzunge und einer kleinen Insel. Ich befand mich nun auf der Landzunge auf der ein Freizeitressort errichtet worden war. Dort konnten wir uns nun aufhalten, oder auch einen Spaziergang über die Insel machen. Voller Tatendrang versuchte ich mich kurz an einem kleinen Ausflug, doch schnell gab ich den Versuch, die Insel weiter zu erkunden auf. Die Sonne brannte so unerbittlich vom Himmel (34° Grad im Schatten), dass selbst hartgesottene Dauerreisende, wie es einen in unserer Gruppe gab, schließlich aufgaben und nur den Tag genossen.

Ich fand eine schicke Ecke an der mir ein Wind um die Nase wehte und im Schatten ließ es sich wahrlich gut aushalten. Gegen 1 Uhr gab es ein BBQ, doch bei der Hitze stellte sich kein großer Appetit ein. Trotzdem versuchte ich das Angebotene. Ich gönnte mir etwas Nudelsalat, Süßkartoffelsalat, Reis, eine Wurst und Knoblauchwurst. Sah man davon ab, dass alles etwas anders zubereitet worden war als ich es kannte, musste ich zugestehen, dass es durchaus lecker war. Ganz verschlief ich den Tag schließlich nicht. Ab und zu raffte ich mich auf und das ein oder andere Foto zu machen, doch der Schweiß, der mir dabei aus allen Poren schoss, ist fast unbeschreiblich. Alle Kleindungsstücke waren binnen kürzester Zeit nicht mehr in der Lage Feuchtigkeit aufzunehmen.

Als es an die Rückfahrt ging nahm ich mit Freude zur Kenntnis, dass wir nicht in dem selben mickrigen Boot zurückfahren mussten, sondern ein größeres Boot geboten bekamen. Dies hatte jedoch nur die Eigenart zur Folge, dass wir erst in ein kleines Boot mussten, welches uns in die Lagune brachte, wo das größere Boot ankerte. Vor dem Umsteigevorgang hatte ich schon etwas Angst, doch ich schaffte es ohne Probleme von einem Fahrzeug ins nächste zu wechseln.

Auf dem größeren Boot lies sich die Überfahrt auch besser ertragen und so hielt sich meine Übelkeit durchaus in Grenzen. Das war auch gut so, denn an diesem Abend nahm ich das erste Mal am Abendessen in der Unterkunft teil. Ich hatte mich für Lamm entschieden und ich muss sagen das gebotene Menü war schließlich ausgesprochen schmackhaft. Alles wurde in verschiedenen Gängen serviert und so konnte ich das Essen wahrlich genießen.

Dem Essen folgte noch die ein oder andere kleinere Unterhaltung und so kam es, dass es schließlich Mitternacht wurde, bis ich ins Bett fand. Doch da es selbst nun noch 28 Grad waren, war ich darüber nicht undankbar.

 

65. Tag – 28.03.05 Montag (Ostermontag)

Tonga (Tofoa Ort) – Kawa

Wetter: 34 Grad, Sonne, Wolken, leicht schwül

An diesem Tag sollte in der Hauptstadt und allen anderen Orten alles geschlossen sein, daher hatte nicht nur ich, sondern auch fast alle der anderen Mitbewohner dazu entschlossen, diesen Tag einfach auf der Anlage zu verbringen. Dass ich relativ früh aufstand hatte nur etwas mit der Tatsache zu tun, dass es zu einer festgesetzten Zeit das Frühstück gab.

Danach hielt ich mich in der Anlage auf und da man hier sich extrem viel Mühe beim Garten gegeben hatte, viel es wirklich nicht schwer. Alles war grün und es gab viele hübsche Blumen, Pflanzen und Bäume. So konnte ich mich so richtig austoben was meine Fotoaktivitäten angeht. Auch versuchte ich mich an ein paar Panoramafotos und da war ich froh, dass sich ab und zu die ein oder andere Wolke vor die Sonne schob. Zum einen schwitzte ich dann mal nicht so extrem aber hauptsächlich tat es den Bildern gut.

Eine kurze Änderung der Aktivität gab es, als ich mit dem Besitzer einen kurzen Ausflug in die Stadt unternahm auf dem mir die wichtigsten Dinge vorgestellt wurden. Es begann mit den Transportmöglichkeiten zwischen der Stadt und der Unterkunft, ging über wichtige Läden bis hin zu Restaurants. Anschließend war ich wirklich umfangreich informiert, aber ich war mir nicht sicher, ob ich mir das alles merken konnte.

Die bemerkenswerteste Information war für mich, dass wenn ich einen Bus verwende und mich erkundige, ob der Bus zu dem Ort fährt, wo ich hin möchte und ich die Antwort „Yes“ bekomme, bedeutete dies noch nichts. Eher bedeutete es, dass mich der Fahrer nicht verstanden hatte. Würde ich nun nach der Abfahrtszeit fragen und erneut ein „Yes“ bekommen, so wüsste ich, dass der Busfahrer mich wirklich nicht verstanden hatte. Ebenfalls nicht unwichtig war die Information, dass man in Tonga den Bustransfer nicht beim Einsteigen, sondern beim Aussteigen entrichtet.

Dem Abschluss des Ausfluges ließen wir noch ein kleines Eis folgen. Es schmeckte wirklich gut und für nur 1 Euro bekam man eine schön große Eiskugel auf die Waffel gesetzt.

Den restlichen Nachmittag verbrachte ich zumeist damit zu fotografieren, oder zu versuchen der Sonne aus dem Weg zu gehen. Bewegte ich mich mal, begann gleich der Schweiß aus den Poren zu spritzen. Dann schloss ich mich einem Pärchen an, welches Kawa kaufen wollte. Man hatte mir erklärt, dass es zu Zeremoniezwecken verwendet wurde und wohl leicht benebelnd wirken sollte. Ich wollte kein Kawa, mir war mehr nach einer anderen Geschmacksrichtung als der von Wasser, denn Flüssigkeit verschwand massenweise (4-5 Liter) in mir.

Ich bekam meine Getränke und das Pärchen ihr Kawa. Auf der Anlage zurück wurde das Zeug aufgesetzt und auch ich hatte die Ehre es zu probieren. Geschmacklich lies es sich nicht einordnen. Es hinterlies jedoch einen leichten Geschmack nach Seife im Mund. Auch war dieser leicht betäubt. Ich begnügte mich mit rund ein paar Schlucken. Die Produzenten hingegen, töteten im Verlaufe des Nachmittags den ganzen 5 Litervorrat. Mir schauderte bei dieser Vorstellung.

Bis zum Abendessen folgte ich danach nur noch dem Schatten und hoffte auf dieser Weise der gnadenlosen Hitze zu entgehen. Trotzdem zehrte mich dieser Tag völlig aus und am Abend war ich wirklich müde, obwohl ich nichts an diesem Tag getan hatte.

Dem Abendessen widmete ich mich noch – und es gab mal wieder etwas sehr leckeres. Am bemerkenswertesten war die gereichte Brotfrucht und die Sauce dazu. An dieser Kombination konnte man es sich wirklich gut gehen lassen und ich orderte sogar noch etwas nach.

An diesem Abend waren alle schnell in ihren Hütten verschwunden und das lag schlicht und ergreifend daran, dass alle nach dieser Hitzeschlacht einfach nur müde waren. Als ich mich niedergelegt hatte, dauerte es nur wenige Sekunden, bis ich im Reich der Träume verschwunden war.

 

66. Tag – Dienstag 29.03.05

Tonga (Tofoa Ort) – Kulturzentrum

Wetter: 34 Grad, Sonne, Wolken, leicht schwül

Trotz des frühen zu Bettgehens fiel es mir am Morgen ausgesprochen schwer aus den Federn zu kommen. Ich hatte etwas unter der Wärme gelitten, war aber trotzdem zu faul gewesen den Ventilator anzuschmeißen. Als Erkenntnis nahm ich aus dieser Nacht auf jeden Fall mit, dass ich unbedingt für Samoa meine Buchung ändern sollte. Dort wollte ich nämlich bislang in einem traditionellen Fale nächtigen. Was bedeutete, dass ich eine Schlaffläche bekäme mit Dach drüber und ohne Wände. Eigentlich eine schicke Sache, doch da man hier nur auf die Abkühlung des Windes hoffen konnte, war mir das zu riskant und ich wollte doch zusehen, dass ich an ein klimatisiertes Zimmer käme.

Ansonsten stand an diesem Tag lediglich ein kurzer Ausflug in die Stadt auf dem Programm und am Abend der Besuch einer Veranstaltung, bei der die Kultur von Tonga einem nahe gebracht werden sollte. Bis ich es aber letztlich schaffte mich in Richtung Ort zu schaffen, verging schließlich der gesamte Vormittag. Ich war wohl einer der letzten der die Anlage verlies. Einen Vorteil hatte das ganze, denn nun brauchte ich nicht zu laufen oder einen Bus usw. zu nehmen, sondern konnte mit dem Eigentümer der Unterkunft in den Ort fahren.

Ich verlies das Fahrzeug in der Nähe der Königsgräber, eine weitläufige Anlage, die man jedoch nicht betreten durfte. Ich schaute mir das ganze aus der Ferne an, schaute mir aber die vorbeifahrenden Fahrzeuge und die Leute an. Was die Fahrzeuge anging, so sahen diese teilweise wirklich abenteuerlich aus. Teilweise hatten sie keine Türen, keine Windschutzscheiben, oder auch die Lichter waren manches Mal nur sehr temporär vorhanden. Es gab kaum eine Beschädigung, die es nicht zu sehen gab. Bei den Leuten gab es auch vieles zu betrachten. Am augenfälligsten war, dass viele in ihrer ortsüblichen Kleidung herumliefen: Rock und Shirt. Doch das für mich bemerkenswerteste war, dass viele mit Schirm durch die Gegend liefen. Dachte ich dabei an die Sonne, die mir in diesem Moment auf den Schädel knallte, beneidete ich die Leute schon etwas über den künstlich geschaffenen Schatten.

Diesem Kulturellen Angebot wollte ich die vorgenommene Beschaffung von Shirts folgen lassen. Man hatte mir dazu den Rat gegeben zum Gemüsemarkt zu gehen. Dieser Markt befand sich in einer speziell dafür eingerichteten Markthalle, die sogar 2 Etagen besaß. In der Markthalle angelangt, was jedoch nicht so einfach war wie es sich anhört, denn die Strassen waren wirklich durch viele Fahrzeuge belegt und einen Zebrastreifen oder Ampel gab es nicht und man durfte sich selber seinen Weg durch die Fahrzeuge auf die andere Strasse suchen, begann ich dort mit der Suche nach den Shirts. Anfangs hielt ich mich in der unteren Ebene auf, wo es jedoch nur diverse Sachen gab, die ein Touristenherz höher schlagen ließen. Danach kam ich in den Bereich, in dem es Obst und Gemüse gab. Hier war das Angebot wirklich überschaubar, nicht nur in der Vielfalt an Dingen sondern auch in deren Mengen. Sicherlich war mehr aus nicht nötig zum Vertrieb, aber die Strände sahen doch etwas traurig mit den vielen leeren Stellen aus.

Im Obergeschoss, gab es schließlich viel an Bekleidung zu kaufen, doch leider nicht die gewünschten tonganischen Shirts. Normale Shirts, wie man sie überall auf der Welt erwerben kann gab es jedoch dazu zu Hauff. Ein kleinwenig frustriert zog ich nun schon von dannen, hoffte aber noch in einem der Geschäfte im Ort etwas zu finden. Doch leider brachte der erste Laden ebenfalls eine Niederlage. Im zweiten fand ich zwar ein paar Shirts, doch waren sie weit davon entfernt mir zu passen. Ich wollte gerade den Laden verlassen, als mich eine Verkäuferin fragte, was ich suchen würde. Ich erklärte ihr, dass ich gerne Shirts hätte und dass es meine gesuchte Groesse hier im Geschäft nicht gäbe. Sie erklärte mir, dass es kein Problem sei, denn man hätte einen eigenen Schneider im Haus. Nach etwas Hin und Her ging es darum, dass ich mir meinen Stoff aussuchen durfte und danach zum Schneider marschierte, damit er die korrekten Masse für mich ermitteln konnte, um die Hemden für mich zu nähen. Als ich merkte wie preiswert es war, stockte ich meinen Shirtbestellung auf 3 auf und bestellte gleich noch einen der Röcke, die hier die Männer tragen.

Witzig war dann nur noch, als ich zum Schneider musste und dieser meine Masse ermittelte und dabei doch das ein oder andere Problem hatte. Als ich ihn jedoch verlies, war ich der Hoffnung, dass ich dass bekäme, was ich mir erhoffte, ein gut sitzendes und stabiles Hemd. Meine Hemden aus Hawaii zeigten nämlich alle gewisse Schwächen und wenn es nur der Umstand war, dass sich nach und nach die Knöpfe verabschiedeten. Leider konnte ich auch nicht alle Knöpfe retten und so blieb schließlich doch die ein oder andere kleine Lücke. Dies war wiederum hier in Tonga ein kleines Problem, denn man hatte sich zumindest Grundsätzlich an die Kleiderordnung hier zu halten. Es fiel mir im Grunde nicht schwer, denn ich beabsichtigte auch hier nicht in irgend einer Weise mit freiem Oberköper usw. herumzulaufen. Doch durch die fehlenden Knöpfe sah es dann doch manchmal etwas unordentlich aus.

Den Rückweg wollte ich dann zumindest ein Mal zu Fuß zurücklegen, doch ich schätze, dass ich nicht all zu Weit kam. Mir kamen andere Besucher aus meiner Unterkunft entgegen und die meinten es sei noch ein schönes Stück Weges. Ich überlegte nicht lange, realisierte nur den Schweiß, der aus allen Poren schoss und hob, als gerade ein Taxi vorüberfuhr, instinktiv die Hand um es zum Anhalten zu bewegen. Ich lief hin und erkundigte mich nach dem Preis. Der Fahrer meinte 5 T Doller. Ich meinte 4 seien genug, worauf ich zu hören bekam „No, 5 is OK“. Die Antwort kam so überzeugt, dass sich kaum etwas entgegnen lies. Ich stieg ein und genoss es die restlichen Kilometer nicht durch die brütende Hitze laufen zu müssen.

Bei meiner Unterkunft angelangt merkte ich alsbald, dass ich mir auf dem kurzen Stück Weges schon einen schönen Wolf gelaufen hatte und ich hatte nun schöne Probleme ordentlich zu Laufen. Es kamen auch Zweifel in mir auf, ob ich am Abend überhaupt bis zur Anlage, wo die tonganische Kulturveranstaltung stattfinde sollte, laufen könne. Zum Glück nahmen so viele von uns an der Veranstaltung teil, dass man uns dort hinfahren wollte. Das fand ich wirklich prima und ich brauchte mir keine Sorgen mehr zu machen die Veranstaltung zu verpassen. Am Nachmittag versuchte ich mich und meine Kleidung einigermaßen zu trocknen und bis zum Abend war es auch ganz gut geglückt.

Die abendliche Veranstaltung wurde schließlich auch sehr nett. Anfangs wurden wir unseren Plätzen zugewiesen und konnten ein paar Musikanten, die auf einer Bühne vor uns Platz genommen hatten, lauschen. Sie verwendeten unterschiedliche Gitarrenarten und die Musik wirkte frisch und unterhaltend. Anschließend wurde eine Kawa Zeremonie abgehalten. Mag ich meinem Reiseführer glauben, so wird solch eine Zeremonie zu unterschiedlichen Anlässen abgehalten. U.a. auch für eine Hochzeit, bei der die Braut einen kräftigen Schluck nehmen muss, bevor sie bereit ist in den Stand der Ehe treten zu dürfen.

Kawa wird aus den Wurzeln einer Pfefferpflanze gewonnen und wird nicht nur in Tonga konsumiert. Zudem genießt man es nicht nur für feierliche Anlässe, sondern, man, besonders Männer, verkürzen sich den Abend mit diesem Getränk. Seine Popularität mag sicherlich an seinen leicht betäubenden, beruhigenden Eigenschaften liegen. Mir hatte es ja nicht so gemundet und so drückte ich mich um die Teilnahme bei dieser abgehaltenen Zeremonie.

Der Zeremonie folgte das Essen in Form eines Büffets. Da mal wieder reichlich Leute auf das Büffet zustürmten, beschränkte ich mich erst mal aufs fotografieren und schaute zu wie die Leute ihre Teller mit den verschiedenen Leckereien füllten. Während die Leute alles aufluden was es so gab, wurde noch ein Spanferkel hereingebracht. Es war gold-braun und duftete herrlich. Doch wie es aufgeschnitten wurde, mutete etwas martialisch an, denn in wilden Messerhieben wurde auf das Objekt eingestochen. Schließlich schloss auch ich mich der Schlange an und bei der großen Vielzahl an Leckereien, füllte sich mein Teller auch zusehends. Es gab vielerlei verschiedene Salate, Fleischsorten und natürlich das Spanferkel. Das ganze mundete mir so gut, dass ich sogar ein zweites Mal ans Büffet ging und mir etwas nachholte.

Noch nicht alle hatte zuende gespeist, als die Tanzdarbietungen begannen. Es wurden viele verschiedene Tänze dargeboten und sie wurden auch mit Namen benannt, doch merkten konnte ich mir das beim besten Willen nicht. Das einzige was mir auffiel, war die Tatsache, dass sich der Teil, der von den Frauen vorgetragen wurde doch in gewisser Weise den Tänzen ähnelte, die ich auf Hawaii oder auch in Neuseeland bei den Maori gesehen hatte. Der Tanz der Männer unterschied sich dabei doch. Dies mag vielleicht daran liegen, dass ich entsprechende Tänze nicht zu sehen bekommen hatte, oder weil sie sich tatsächlich stark unterschieden. Die Tänze waren sehr dynamisch und wurden sehr energisch vorgetragen. Besonders eindrucksvoll waren jene Tänze, in denen die der Frauen und die der Männer gemischt waren. Hier ging es manches Mal schnell und dann wieder langsam weiter.

Obwohl die ganze Darbietung ziemlich lange dauerte, war ich etwas traurig, als sie dann doch zu Ende war. Doch hatte ich hier wirklich mal ein schönes Programm geboten bekommen. In der Unterkunft zurück, war mit mir nicht mehr viel los. Zum einen schmerzte meine wundgeriebenen Stellen und zum anderen war ich von den Temperaturen doch etwas gezeichnet und müde. Ich freute mich nur noch auf mein Bett und den Ventilator, der mich mit etwas Abkühlung versorgte.

 

67. Tag – Mittwoch 30.03.05

Tonga (Tofoa Ort) – Inselausflug

Wetter: 30 Grad – sonnig – bewölkt

Das Wetter war an diesem Morgen leider nicht der Gestallt, dass es einem Inselausflug angemessen gewesen wäre. Es war zwar warm, doch verbarg sich die Sonne oft hinter Wolken oder Wolkenschleiern. Trotzdem freute ich mich auf den Ausflug. Schon nach wenigen Metern Fahrt gab es den ersten kurzen Stop. Wir hielten am Haus des Prinzregenten. Ich stieg aus, um ein Foto zu schießen. Dazu musste ich die gut befahrene Hauptstrasse überqueren, was nicht ganz ohne Tücken war, denn obwohl man hier in Tonga nicht mehr als 40 km/h fahren darf, gehörte solch eine Überquerung zu den unangenehmeren Dingen. So kam es, dass ich über die Strasse lief und dadurch den Wachmann in seinem kleinen Häuschen schon etwas nervös machte und ich konnte auch durch die Scheiben Erkennen, dass er etwas unruhig auf seinem Stuhl hin und her rutschte. Um seine Nervosität nicht weiter zu steigern, hielt ich gebührenden Abstand zum Tor und brachte meine Aufgabe auch zügig hinter mich.

Die weitere Fahrt war so interessant, zum Glück saß ich ganz vorne im Fahrzeug, dass ich schließlich meine Kamera zückte und das ein oder andere Foto machte, denn es gab da kleine LKWs auf denen auf der Ladefläche Menschen transportiert wurden, Leute die mit Schirm an der Strasse entlang flanierten und etliches mehr. Auch schien es mir durchaus von Interesse die sich nicht wechselnde Landschaft festzuhalten. Dass sich die Landschaft nicht änderte stimmt natürlich nicht. Die Vegetation änderte sich schon gelegentlich, doch ansonsten fiel auf, dass es nie mal Bergauf oder Bergab ging. Neben der Landschaft gab es noch reichlich Kirchen zu sehen. Wenn es eine Ansammlung von Häusern gab, so war die Kirche meist nicht sehr weit entfernt, oder es gab gleich derer mehrere. Eine wirklich pompöse Kirche gab es zu sehen, als wir in einen Ort kamen, der wohl nur von Mormonen bewohnt war. Hier machte das ganze Umfeld auch durchaus den Eindruck von gewissem Reichtum.

Schließlich erreichten wir unser erstes Ziel, die Blow Holes. Ich fürchtete mal wieder, dass die See zu ruhig wäre und es nichts zu sehen gäbe, doch diese Befürchtung bewahrheitete sich nicht. Diese Blow Holes stellten sich schließlich als ausgesprochen hübsch heraus. Ich befand mich nun nämlich an einer steil abfallenden Felsenküste, an der man vortrefflich entlang schauen konnte. Zu Füssen dieser Küste gab es ein paar Felsenplateaus, die in Kaskaden angeordnet waren. In diesen gab es diverse Löcher und unter den Plateaus hatte das Wasser den Felsen ausgehöhlt. Rollte nun eine Welle heran, wurde das Wasser in die Höhlen gedrückt. Doch schoss nicht gleich eine Fontaine aus den entsprechenden Löchern. Erst stieg durchaus sanft Wasserdampf aus ihnen empor. Dann hielt das ganze Spiel für den Bruchteil einer Sekunde inne um dann in einer explosionsartigen Wucht eine gewaltige Fontaine in den Himmel zu blasen. Je gewaltiger die Wellen waren, die auf die Plateaus zurollten, um so gigantischer wurden die Fontainen. Meine Begeisterung kann man sicherlich vorstellen. Etwas verdutzt schaute ich schon, als ich plötzlich zwei Leute zwischen den Blow Holes auftauchen sah. Sie arbeiteten sich durch das emporschießende und in Wucht abfließende Wasser bis zu den eigentlichen Löchern im Felsen und setzten sich der ganzen Wucht der Blow Holes aus. Ich fand das ganze durchaus leichtsinnig und als ich sah wie sie im Grunde Spielball der Naturgewalten waren, war ich mir sicher, dass es nicht ganz ungefährlich war. Wie ich später erfuhr, war eine der beiden Personen hier in Tonga geboren und hatte sich eine Wunschliste all derer Dinge gemacht, die sie bei ihrem Besuch hier erledigen wollte. Dabei war halt auch der Aufenthalt zwischen den Blow Holes. Doch es schien mir, dass sie es wohl nicht noch einmal machen wurde. Ihre aufgeschürften Hände gaben ein eindrucksvolles Bild von der Naturgewalt und ich konnte es verstehen, dass sie es nicht noch einmal machen wollte. Solch ein herrliches Naturschauspiel zu verlassen, fiel mir ausgesprochen schwer. Doch es stand noch so viel auf dem Programm, dass es schließlich weiter gehen musste.

Die weitere Fahrt wurde anschließend von etlichen Stops unterbrochen, doch gab es keine Sensationen zu sehen, sondern es waren lediglich Stops bei denen das Essen für das Mittagessen eingekauft wurde. So füllte sich das Fahrzeug schließlich mit Kokosnüssen, Bananen, Wassermelonen und all den vielen anderen Leckereien, die die Insel so zu bieten hatte. Auch hielten wir an einem der vielen kleinen Läden, die es hier am Straßenrand gab. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen, konnte man in diesen hinein gehen. Die meisten Läden bestanden aus einer Hütte, die je nach Angebot und wahrscheinlich Geld des Eigentümers, lang war. An der Front gab es ein riesiges Fenster mit Theke und das Fenster war vergittert. Kaufte man dort etwas, so wurden einem die erworbenen Dinge durch einen Spalt im Gitter übergeben. Da in Tonga Kriminalität kaum vorhanden ist, wunderte es einen schon, dass die Läden so aufgebaut waren. Doch es hatte sicherlich seine Gründe.

Einer unserer nächsten Stops war an jenem Platz, an dem Kapitän Cook hier in Tonga anlandete. Es war eine Lagune, die sch sicherlich für solch ein Manöver gut eignete. Ansonsten war dieser Ort nicht sonderlich spektakulär und außer einer Gedenktafel, gab nicht viel Anlass hier solch ein bedeutendes Ereignis zu vermuten. Wie überall gab es hier einen kleinen Souvenir-Stand und dank der beiden Japanerinnen in unserer Gruppe, gingen die Damen, die ihre Waren feil boten auch nicht leer aus.

Die weitere Fahrt unterbrachen wir dann noch an einer Stelle, an der Frauen einem traditionellen Handwerk hier auf der Insel nachgingen. Es wurde Tapa produziert. Tapa entstand wohl aus dem Bast einer bestimmten Baumart und es bedurfte einiger Bearbeitungsschritte, bis schließlich am Ende ein „Bekleidungsstück“ dabei heraus kam. Ohne es böse meinen zu wollen, so sah dieses Teil ein wenig so aus, als würde man einen Kartoffelsack tragen. Getragen wurden diese Gewänder zu wirklich besonderen Anlässen, wie Hochzeiten, Beerdigungen usw. Es war also schon wirklich etwas besonderes. Betrachtete man dazu die viele Arbeit die investiert wurde, so war es ohnedies wirklich etwas ganz besonderes.

Anschließend besuchten wir ein Monument welches zu Ehren des 28. Tu’i gebaut wurde und mittlerweile schon 300 Jahre alt war. Es waren riesige Steinquader die zu einer kleinen Pyramide gestapelt waren. Doch gab es nur rund 3 oder 4 Stufen. Viel konnte man von dem Monument nicht mehr sehen, denn die Natur hatte das Gebiet eindeutig rückerobert.

Auch der nächste Stop war einem Steinmonument gewidmet. Bei diesem Gebilde wusste man aber nicht wer es erbaut und wie es entstanden ist. Es sah aus wie ein großes Tor, welches zwei Pfosten hatte und in Einkerbungen in der Mitte der Felspfosten, war ein weiterer Felsen eingelassen. Die Steine waren nun auch so gewaltig, dass diese nicht ohne weiteres hätten bewegt werden können. Was zudem auffiel war, dass die Felsen schon völlig erodiert waren. Ich fragte mich, ob sie, als sie aufgestellt wurden, auch schon so zerklüftet wirkten, oder eine glatte Oberfläche aufwiesen.

Nach all diesen vielfältigen Eindrücken wurde es Zeit für unsere Mittagspause. Dazu waren wir zu einem Strand gefahren, um diesen jedoch zu erreichen, mussten wir erst eine kleine Grabstättenanlage durchqueren. Für einen Europäer sicherlich eine etwas befremdliche Tatsache, doch stellte man sich vor, dass man den Toten einen schonen Ort ausgesucht hatte, so war dieser Platz sicherlich etwas ganz besonderes. Der Strand war nicht besonders groß. Ich schätze, er hatte lediglich eine Länge von 100 Metern und er wurde durch Felsen begrenzt. Doch hübsch war er mit seinem weißen Sand alle mal. Besonders eindrucksvoll war, dass der Strand durch eine Barriere, die etwa 50 Meter vor dem Ufer lag, vom eigentlichen Meer abgetrennt war und somit das Wasser ruhig und warm vor uns lag. Wir hockten uns hier unter die Bäume, denn die Sonne brannte trotz der Wolken unerbittlich vom Himmel. Hier wurde sich über die Melonen, Kokosnüsse usw. hergemacht. Ich hatte mir bei unserem Stop an dem Lebensmittelladen einen kleinen Burger gekauft, den ich mir hier schmecken lies und ich war erstaunt, dass er sogar mundete. Meist wurde das Fleisch nämlich nicht zubereitet, sondern einfach nur so wie es war gebraten, ohne es zu Salzen usw.

Dieses Gebiet mit dem Strand hatte noch ein weiteres Geheimnis, welches wir etwas später entdecken durften. Es gab eine Tropfsteinhöhle. Deren Besuch stellte mich schließlich hart auf die Probe. Nicht weil der Boden so glitschig war und ich aufpassen musste, nicht ständig hinzufallen, oder weil es immer tiefer hinunter in den Berg ging. Für mich wurde die extrem hohe Luftfeuchtigkeit zu einer echten Herausforderung. Dass Wasser schoss mir nur so aus den Poren und binnen Sekunden konnten meine Kleidungsstücke keinen Tropfen Wasser mehr aufnehmen. Das einzige was mir etwas Trost spendete war die Tatsache, dass auch die anderen nicht viel weniger litten. Am tiefsten Punkt der Höhlenerkundung, befand sich ein kleiner Süßwassersee. Hineinspringen wollte keiner, auch wenn ich mich erinnerte, dass es wohl möglich sei. Ich war nicht undankbar, als ich die Höhle endlich verlies und ich wieder etwas weniger auslief und auch mein Kreislauf wieder etwas normaler wurde.

Der nächste Halt hatte wieder etwas mit dem Meer zu tun. Wir besuchten einen Ort an dem die brandende See eine gewaltige Felsenbrücke geschaffen hatte, über die sogar der Weg führte, über den wir dieses Naturmonument erreichten. Um die Brücke etwas besser sehen zu können, hieß es das Fahrzeug zu verlassen und etwas durch das Unterholz zu laufen. Auch mussten wir ein kleinwenig klettern, doch das behagte mir überhaupt nicht und so begnügte ich mich schließlich mit dem etwas eingeschränkten Blick auf dieses Bildnis.

Mit der Brücke waren die Besonderheiten des Gebietes jedoch noch nicht erschöpft, denn es gab hier eine wirklich grandiose Steilküste zu bestaunen. Hier brandeten die Wassermassen stetig gegen die etwa 30 Meter empor ragenden Felswände. Am Fuße der Wände gab es wieder ein paar Felsenplateaus, doch diese waren nicht unterspielt wie bei den Blowholes, trotzdem brachen sich die Welle an ihnen und brachten es teilweise zu einer gewaltigen Gischt.

Nun ging es schon wieder langsam in Richtung Unterkunft. Doch zuvor besuchten wir einen Ort an dem die einsetzende Ebbe weite Flächen des Meeresboden freilegen. Diese Zeit nutzten hier die Schweine der Region, um den Meeresboden nach Nahrung zu durchwühlen. So kamen wurden diese Schweine als „Fischende Schweine“ bekannt. Doch nicht nur die Tiere wühlten sich durch den Meeresboten, auch viele Leute versuchten diesem Geschenk der Natur etwas fürs Überleben zu entlocken und ich hatte durchaus den Eindruck, dass sie dabei erfolgreich waren.

Den Abschluss dieses Tages bildete der Besuch einer Kolonie von Flughunden. Eigentlich gab es eine offizielle Stelle auf der Insel, doch an der uns präsentierten gab es mindestens ebenso viele Tiere, die die Bäume bevölkerten. Die Tiere hingen wie Tapfen in den Bäumen, bekriegten sich ab und zu, wenn ihnen jemand zu eng auf den Pelz rückte oder sie ließen sich fallen und flogen davon. Es war auf jeden Fall ein eindrucksvolles Schauspiel. doch durch die hohen Bäume war es etwas schwierig die Tiere besser beim Flug zu beobachten.

Abends in der Herberge saßen fast alle Herbergsbewohner kurz zusammen und plauderten etwas. Das war ungewöhnlich, denn normalerweise machte jeder sein eigenes Ding und man unterhielt sich meist nur kurz im Verlaufe des Tages oder am Abend. Mich hatte die Hitze mal wieder geschafft und so zog ich mich alsbald lieber wieder in mein Fale und in die Nähe des Ventilators zurück.

 

68. Tag – Donnerstag 31.03.05

Wetter: 33 Grad – bewölkt – sonnige Abschnitte

Die Unterkunft hatte sich in der vergangen Nacht deutlich geleert und als an diesem Morgen die letzten aufbrachen, waren Ernst und ich nur noch alleine in der Anlage. Das war wirklich angenehm, denn nun konnte ich den Tag völlig in Ruhe genießen. Da die Temperaturen wiedereinmal sehr unangenehm zu werden schienen und auch eine gewisse Schüle über der Insel lag, versteckte ich mich etwas in meinem Fale und lies mich durch den Ventilator mit kühler Luft einhüllen. Beim lauschen meiner Hörspiele verging so die Zeit wie im Fluge. Wurde es mir dann doch etwas zu warm, sprang ich in die Badehose und gönnte mir ein kleines Bad im Pool, der trotz der Hitze gut erfrischte. Seinen Abschluss fand der Tag wie immer bei einem sehr schmackhaften Mal, welches ich wie immer sehr genoss.

 

69. Tag – Freitag 01.04.05

Wetter: Nacht: es regnet, Gewitter, es wird zunehmend schwüler, 28 Grad
                Tag : bewölkt, schwül, kaum Sonne, es ist sehr warm

Heute war der Tag, an dem ich meine georderten Hemden abholen sollte. Gefreut hatte ich mich schon sehr darauf, denn wann hatte ich mir schon mal Hemden schneidern lassen. Da Ernst auch in die Stadt wollte, taten wir uns zusammen und orderten ein Taxi. Auch wenn man in Tonga durchaus die Ruhe weg hat, so war dann die Stunde die wir auf ein Taxi warteten auch für uns recht lang. Wir ließen uns bei der Post absetzten, um dann unseren verschiedenen Aufgaben nachzugehen.

Bei mir stand erst einmal das versenden von Postkarten auf dem Programm. Obwohl ich in der Post der Zweite in der Schlange war, musste ich geraume Zeit warten bis ich an die Reihe kam, denn so einen kleinen Schwatz unter Bekannten kann man ja nicht unterbrechen, nur weil Leute warten um bedient zu werden. Doch irgendwann bequemte man sich mich zwischen dem Plausch auch noch abzufertigen. Dieser Vorgang dauerte dann keine Minute. Anschließend machte ich noch ein Foto vom Königspalast, was nicht ganz so einfach war, weil wie üblich ein schicker Zaun um das Anwesen platziert war. Zudem baute man gerade ein hässliches Festzelt vor dem Gebäude auf, was es nicht gerade einfacher machte das Gebäude angemessen zu fotografieren.

Diesem Touristischen Highlight folgte der Versuch einen Teil meines Fluges von Touristenkasse auf Buissines-Class hochzustufen. Doch daraus wurde nichts. Um auf dem Heimflug die höhere Klasse verwenden zu können, hätte ich den gesamten Flug, also auch die Flüge die ich schon gemacht hatte, anheben und bezahlen müssen. Das fand ich dann doch zu unanständig und versuchte mich schon jetzt geistig auf die enge Bestuhlung bei der Lufthansa einzustimmen. Nach diesem niederschmetternden Ergebnis, hoffte ich nun durch die Abholung meiner Hemden wieder etwas bessere Laune zu bekommen. Doch stellte sich heraus, dass die Hemden noch nicht fertig waren. Ich ärgerte mich zwar nicht drüber, doch meine Enttäuschung stand mir auf jeden Fall ins Gesicht geschrieben. Darauf versprach mir der Schneider, dass die Hemden auf jeden Fall am kommenden Tag fertig sein würden. Ich war nun mal gespannt, ob er sein Versprechen einhalten würde.

Zum Abschluss spazierten Ernst und ich noch durch die Gemüsehallen. Er war nämlich noch auf der Suche nach Kokosnüssen, die er als Gruß nach Hause senden konnte. Ich hatte ja Zweifel, dass so etwas klappen würde, doch da Ernst es schon mehrfach praktiziert hatte und die Teile immer angekommen waren, ist es auf jeden Fall eine tolle Idee. Am Ende unseres Rundgangs über den Markt erstanden wir noch ein paar Happen zu Essen. Es handelte sich dabei um verschiedene Hünchenfleischarten die alle frittiert waren. Dazu gab es Gemüse, welches ich erst mal für Reis gehalten hatte, sich später als irgend etwas anderes herausstellte. Das ganze war ausgesprochen preisgünstig und nachdem ich mich am späteren Nachmittag darüber hergemacht hatte, stellte es sich auch als reichhaltig heraus.

Bevor Ernst und ich zur Herberge zurück kehrten ließen wir uns noch in einen anderen Bereich des Ortes fahren, denn dort sollte es einen deutschen Fleischer geben und bei diesem sollte es möglich sein Teewurst und Leberwurst zu erstehen. Nachdem ich nun so lange auf vernünftige deutsche Wurst verzichtet hatte, war das auf jeden Fall eine wirkliche Verlockung. Um so größer war die Enttäuschung, als wir im Laden keinen Verkäufer vorfanden und wir unverrichteter Dinge weiterfahren mussten.

Am Nachmittag flüchtete ich mal wieder vor der Hitze in dem ich es mir im Pool gemütlich machte. So lies es sich wirklich bis zum Abend gut aushalten. An diesem Tag freute ich mich schon besonders auf das Abendessen, denn heute sollte es eine so genannte Tongaplatte geben. So kam es, dass Ernst und ich heute mal richtiggehend pünktlich am Tisch erschienen und nachdem wir unsere obligate Vorspeise Toast mit Knoblauchbutter und Salat verputzt hatten, bekamen wir die Tongaplatte vorgesetzt.

Ich versuchte gleich zu erfassen, was ich hier vorgesetzt bekam, doch ich entdeckte nicht gleich alles, denn einige Sachen waren sehr hübsch in Blätter verpackt. Doch nach und nach lüftete sich das Geheimnis und ich wusste was ich hier alles verputzte. So gab es einen gewaltig großes Stück Fisch, Spinat auf Tongaart mit Kokosmilch angemacht, eine Tonga Currywurst, leckere Sauce und als Beilage Brotfrucht. Die Brotfrucht gab es als Kartoffelersatz und sie schmeckte mir sogar etwas besser, wenngleich man auf jeden Fall viel Sauce zur Frucht brauchte, weil sie sehr trocken war. Das Geheimnis um die Tonga Currywurst wurde erst später gelüftet. Erst lies man mich raten woraus sie gemacht worden war. Ich kam natürlich nicht drauf und eine optische Untersuchung des Objektes brachte mich auch nicht weiter. Ich wurde darüber aufgeklärt, dass es sich um eine Banane handelte, auf der sich Ketchup und Curry befand. Ich wunderte mich, dass die Banane überhaupt nicht nach Banane schmeckte, doch warum musste man auch alles wissen wie es gemacht wurde, wenn es doch schmeckte.

Obwohl Ernst ein extrem guter Esser war, war er kurz davor vor dieser Platte zu kapitulieren, denn er hatte sich, ebenso wie ich ja noch ein paar Leckereien auf dem Gemüsemarkt gekauft und schon verputzt. Aber selbst ohne diese Ausgangssituation war dieses Essen als äußerst opulent einzustufen. Wer nun aber glaubt, wir hätten nun noch auf den Nachtisch verzichtet, der täuscht sich gewaltig, denn für diese Kleinigkeiten fand sich doch immer noch ein kleines Plätzchen.

Ich war so gesättigt, dass ich schon fast Mühe hatte mich in Richtung meiner Unterkunft zu bewegen, doch dieser kleine Fußmarsch musste sein. Ich hockte mich anfangs noch kurz vor meine Hütte, zog es dann jedoch vor im kühlen Luftstrom meines Ventilators zu verschwinden.

 

70. Tag – Samstag 02.04.05

Wetter: Nacht: Regenschauer am Morgen, schwül, 30 Grad, bewölkt, kurze sonnige Abschnitte

Nachdem Ernst und ich fast 2 Tage allein in der Anlage gewohnt hatten, erfuhren wir während des Frühstücks, dass es an diesem Tag wieder neue Gäste geben sollte. Die Hütten in der Anlage waren in kleinen Dörfern zusammengefasst, wobei unser Dorf aus 3 Hütten bestand. Eine Hütte sollte heute wieder bezogen werden und Ernst und ich überlegten, ob wir dem neuen Bewohner ein Visum erteilen sollten. Wir kamen überein, dem Neuankömmling eine Chance zu lassen und abzuwarten wer sich dort niederlassen würde.

Kurz nach dem Frühstück stand wieder eine Fahrt in die Stadt an, denn ich wollte ja noch in den Besitz meiner Shirts kommen. Ernst kam auch heute mit, denn wir wollten noch mal prüfen wie es mit der Leberwurstversorgung aussieht. Doch bevor wir uns um die Wurst kümmerten, holte Ernst noch einen Film von der Entwicklung ab und ich war gespannt wie es mit den Hemden aussah. Im Laden wurde ich höflich begrüßt und das lies nichts gutes Hoffen, doch ich täuschte mich. Die Hemden waren weitestgehend fertig. Eines konnte ich schon mal anprobieren und es saß perfekt. Zudem hatte es eine sehr angenehme Größe. Doch mitnehmen konnte ich sie noch nicht, es musste noch etwas erledigt werden. Ich wurde nochmals um eine Stunde vertröstet.

Diese Zeit nutzten Ernst und ich erneut für einen Streifzug über den Gemüsemarkt. Allerdings versagten wir uns heute den Einkauf von etwas Essbarem, denn der vorherige Tag hatte gelehrt, dass es dann zuviel wurde, wenn man in der Herberge auch noch ein Abendessen bestellt hatte. Da der Rundgang über den Gemüsemarkt nicht so lange dauerte, entschlossen wir uns noch in der Besten am Ort befindlichen Eisdiele vorbeizuschauen.

Ernst orderte sich ein Schokoeis, ich hingegen wollte das neueste Produkt der Warenpalette ausprobieren einen Milch-Shake. Während ich meinen Shake orderte, stand ein Tonganer hinter mir und dieser hatte ein Logo von Ferrari auf seinem Shirt. Dies nahm ich mal zum Anlass ihn anzuquatschen. So recht kamen wir nicht vorwärts, denn seine Englischkenntnisse waren nicht so ausgeprägt. Während wir sprachen, machte ein Junge ein paar Bemerkungen, die sich wohl allem Anschein auf mich bezogen. Daraufhin bekam der Kleine eine gewischt, was hier nichts besonderes ist und der Vater meinte „Das ist mein Sohn“. Ich bekam nun meinen Shake und so hockte ich mich zu Ernst vor die Eisdiele. Dort quatschen wir und ich beobachtete ab und zu die Leute auf der Straße, was an einem Samstag wirklich interessant war, denn an diesem Tag war die Stadt ganz besonders voll.

Schließlich war es soweit, ich konnte den zweiten Anlauf in Angriff nehmen und meine Shirts abholen. Dieses Mal waren sie auch tatsächlich fertig und ich zog glücklich von dannen. Etwas Unstimmigkeiten gab es dann noch an der Kasse, denn die Abrechnung was ich schon bezahlt oder nicht bezahlt hatte, war nicht ganz klar. Witzigerweise stellte sich mir ein Tonganer zu Seite und erkundigte was los sei und er machte den Eindruck, als wolle er mir aus meinem Dilemma helfen. Doch schließlich klärte sich alles auf und als ich den Restbetrag entrichtet hatte, durfte ich den Laden verlassen.

Ernst und ich schnappten uns ein Taxi, was wegen der hohen Besucherzahl in der Stadt nicht ganz einfach war. So kam es auch, dass wir eines erwischten, welches noch weniger Vertrauenserweckend aussah, als so manch anderes zuvor verwendete Fahrzeug. So war hier die Windschutzscheibe doch nachhaltig beschädigt und man sah mehr Bruchstücke als ganze Glasstücke.

Wir ließen uns nun als erstes zu dem Laden mit der Leberwurst bringen, doch auch heute war niemand dort. Ernst erkundigte sich bei Leuten in der Nähe und erfuhr, dass der Laden wohl für immer geschlossen hätte. Das traf uns wirklich hart und auch am Abend als wir davon in der Unterkunft erzählten war man betroffen. Man versuchte auch gleich herauszufinden was die Ursache sei. Es stellte sich heraus, dass der Ladenbesitzer nach Neuseeland umgesiedelt war, um sich dort einer schwerwiegenden Krankheit zu stellen.

Von unserem Taxifahrer ließen wir uns dann noch zur Herberge bringen, doch wir erreichten sie nicht mit ihm, denn während der Fahrt begann der Wagen plötzlich zu stottern und blieb schließlich stehen. Unser Fahrer mühte sich ab den Wagen wieder zum Laufen zu bringen, doch mehr als ein müdes Husten kam aus dem Motorraum nicht hervor. Ich warf schließlich einen Blick auf die Tankanzeige und die schien sogar bei Minus Litern angekommen zu sein. Ich wies den Fahrer darauf hin, doch entweder war er sich klar darüber oder er überhörte es beflissentlich. Schließlich verlies er den Wagen, ging zum Kofferraum und holte einen leeren Ersatzkanister heraus. Er wollte auch gleich losmarschieren, doch da erklärten Ernst und ich ihm, dass wir den Rest dann doch laufen würden. Er bekam dann sogar noch eine Mitfahrgelegenheit, denn der Ladenbesitzer, vor dessen Laden wir liegengeblieben waren, brachte ihn zur nächsten Tankstelle. Ernst und ich liefen den letzten Kilometer zurück und amüsierten uns köstlich über dieses Erlebnis.

Wie schon an den Tagen zuvor, nutzte ich den Pool, um der Hitze zu entfliehen und so bekam ich auch mit, als schließlich der neue Bewohner für mein Dorf eintraf. Es stellte sich schnell heraus, dass er der rechte Bewohner für unser kleines Dorf war und wir verstanden uns alle direkt sehr gut.

Nach dem abendlichen Abendessen war auch an diesem Tag klar, dass nur ein Bad im Pool die nötige Erleichterung bringen kann. Auch Didi, unser Neubürger im Dorf, war von der Vorstellung, sich hier etwas Erleichterung zu verschaffen, angetan. So plauderten wir, im Wasser planschend eine Weile, bis uns kalt genug war, um in unseren Betten zu verschwinden.

 

71. Tag – Sonntag 03.04.05

Wetter: 32 Grad, bewölkt, sonnig, schwül

Sonntag auf Tonga, das hatte ich mittlerweile gelernt heißt, es ist nichts los und man muss sich rechtzeitig überlegen was man gerne unternehmen möchte. Ernst hatte sich entschlossen nach Pangaimotu (eine kleine vorgelagerte Insel) zu fahren und ich hatte mich ihm angeschlossen. Erleichtert war ich bei der Vorstellung, dass die Überfahrt zu dieser Insel deutlich kürzer ausfallen sollte als die nach Atata, so würde ich hoffentlich von einer möglichen Reisekrankheit verschont.

Ein Grossteil der Bewohner meiner Unterkunft wollte an diesem Tag erst noch in die Kirche, denn zum einen sollte dort der König zu sehen sein und zum anderen wollten sie mal ganz nah am sonntäglichen Leben der Leute in Tonga sein. So lieferten wir sie bei der Kirche ab und wir nahmen die erste Fähre zur Insel. Auch wenn die Überfahrt erheblich kürzer ausfiel als nach Atata, war sie nicht viel angenehmer, denn das Boot war mehr als reichlich mit Ausflüglern gefüllt. Es waren zum überwiegenden Teil Amerikaner, was grundsätzlich keine Bewertungskriterium ist, doch leider produzierten sie hier im Pazifik, so hatte ich es auch schon anderen gehört, eine Art Mallorca Stimmung. Ich war mal gespannt wie es werden würde.

Auf der Insel angelangt, sicherten sich Ernst und ich einen hübschen schattigen Platz, an dem auch noch ein schönes Lüftchen wehte. Von diesem Ort konnte man aufs Wasser, ein altes Wrack und die Hauptinsel von Tonga schauen. Es war ein hübsches Plätzchen. Trotzdem wollte ich die Insel nun erst einmal erkunden, denn es war noch nicht ganz so heiß. Ich schnappte mir daher meine Fotoausrüstung und folgte dem Strand um die Insel. Wenn ich ein Fotomotiv entdeckte wurde es eingefangen und auch einige Panoramabilder wurden geschossen. Besonders günstigt war, das im Moment Niedrigwasser herrschte. So konnte ich die ganze Insel umrunden. An einem Inselabschnitt befanden sich nämlich ein kleiner Mangrovenwald, der bei Flut überschwemmt wurde und dann nicht erlaubte trockenen Fußes vorwärts zu kommen.

Als ich die Wind abgewendete Seite der Insel erreichte kam ich gehörig ins schwitzen, denn nun brannte die Sonne ohne Gnade auf mich nieder und alsbald begann mein Kreislauf etwas verrückt zu spielen. Trotzdem wurden auch weiter Fotos gemacht, denn dieser Strandabschnitt war bislang der hübscheste auf meinem Rundgang. Hier begegnete ich dann auch Ernst, der sich auch aufgemacht hatte, um noch das ein oder andere Tier vor die Linse seiner Kamera zu bekommen. Auch wenn er kein Tier entdeckte, so fanden wir eine Kokosnuss, die perfekt zum versenden nach Deutschland geeignet war.

Auf dem Weg zurück zu unserem Liegeplatz erzählte mir Ernst, dass sich neben uns die Gruppe von Amerikanern ausgebreitet hatte und einen schönen Lärm verursachte. Wie ich feststellen durfte hatte Ernst nicht übertrieben, doch nun waren alle guten Liegeplätze weg und wir mussten uns mit dieser Unannehmlichkeit abfinden. So machte ich es mir auf einer Liege gemütlich und beobachtete die Schnorchler oder auch die Kerle vom Wrack des Schiffes, dessen Nase bestimmt 10 Meter aus dem Wasser emporragte.

Ernst orderte sich Fish&Chips und die sahen wirklich nicht schlecht aus, doch ich wollte mir den Magen bis zum Abend nicht all zu voll schlagen und orderte lediglich ein paar Fritten. Die Portion fiel dann aber so üppig aus, dass ich gern bereit war sie zu teilen.

Irgendwann gegen Mittag tauchte Didi und auch das Ehepaar aus unserer Unterkunft auf. Didi gesellte sich zu uns und so hatten wir unsere Präsents deutlich erhöht, doch kamen wir nicht gegen unsere lautstarken Nachbarn an.

Die restlichen Stunden des Nachmittags war ich dann nur froh, dass eine leichte Briese wehte, die mir die Hitze etwas erträglicher erscheinen lies. Erst als es langsam auf den Zeitpunkt der Rückfahrt zuging, schnappte ich mir nochmals meine Kamera um ein paar Fotos zu machen. Das Licht hatte sich nämlich so geändert, dass man eine wesentlich bessere Sicht über das Meer und die umliegenden Inseln hatte.

Auf der Rückfahrt war das Boot nicht weniger gefüllt als auf der Hinfahrt. Da ich nun aber unter Deck saß, wo es keinen Wind gab, begann alsbald der Schweiß aus allen Poren zu fliesen. Ich war so damit beschäftigt mir die Flüssigkeit aus den Augen zu wischen, dass ich keine Zeit hatte Seekrank zu werden. Somit hatte alles sein gutes.
An diesem Abend stand ein besonderes Mahl auf dem Programm und da ich so etwas noch nie in meinem Leben gegessen hatte war ich doppelt gespannt. Es sollte Hummer geben.

Bevor wir jedoch diesen Kulinarischen Höhepunkt erreichen sollten, gab es eine Brotfruchtsuppe, welche auch sehr lecker war.

Aus Rücksicht auf meine Unfähigkeit einen Hummer korrekt verspeisen zu können, hatte man ihn so vorbereitet, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauchte an das leckere Fleisch zu kommen. Unterstrichen wurde das Essen durch die sehr schmackhafte Sauce. Ich lies es mir wirklich schmecken.

An diesem Abend war es so warm, dass uns ein extra Ventilator spendiert wurde, der uns etwas Erleichterung verschaffen sollte. Wir genossen es und auch der Nachtisch aus Eis half die Hitze etwas zu vergessen. Wir lehnten uns gerade alle entspannt zurück und lobten das vortreffliche Mahl, als es um uns schwarz wurde. Irgendwo hatte es einen Stromausfall gegeben und so lag die ganze Gegend im Dunkeln. Nun merkte man erst mal wie Dunkel es werden kann, denn es war kein Weg und keine Häuser mehr zu sehen. Es mussten daher Taschenlampen beschafft werden, damit wir überhaupt den Weg zu unseren Hütten finden konnten. Dort wurde mir schlagartig klar, dass dies eine wirklich unangenehme Nacht werden könnte, denn es würde keinen Ventilator geben. Es gab zwar ein Notstromaggregat auf der Anlage, doch irgendwie versagte es seinen Dienst und erst als der Strom nach ca. 1 – 2 Std. wieder zur Verfügung stand, hätte auch das Aggregat funktioniert.

Nun ging auch mein Ventilator glücklicherweise wieder, doch mir war so warm, dass ich nicht zur Ruhe kam. So entschied ich mich kurz Entschlossen wieder ein Bad im Pool einzulegen. Didi gesellte sich zu mir und auch Ernst kam zu uns, ohne jedoch dem Kühl des Wassers zu frönen, und so hatten wir dann noch einen herrlichen Ausklang dieses Abends.

 

72. Tag – Montag 04.04.05

Wetter: bewölkt, 32 Grad, Sonne, leichter Wind

An diesem Tag wollte ich der bevorstehenden Hitze durch ein zünftiges s Nichtstun ein Schnippchen schlagen. So schlief ich erst einmal so lange es möglich war, so dass ich das Frühstück auch nicht verpasste.

Während ich mein Toast und das Obst verdrückte, kam ein Mann herein, der eine Unterkunft zu suchen schien. Nachdem er von uns gehört hatte, dass es hier gut sei, nahm er Kontakt an der Rezeption auf und buchte sich ein. Dabei bekamen wir mit, dass in seinem Schlepp auch noch Kinder waren. Didi und ich, die wir gemeinsam frühstückten, machten da schon ein etwas längeres Gesicht, denn wir sahen die Poolnutzung deutlich in Gefahr. Deshalb kamen wir auch gleich überein den Pool noch so lange in Beschlag zu nehmen, bis die Familie hier einziehen würde. So kam es, dass wir recht kurz nach dem Frühstück eine kurze Nutzung des Pools einlegten.

Ansonsten versuchte ich während des Tages der Sonne aus dem Wege zu gehen oder mal wieder die ein oder andere Pflanze abzulichten. Am Nachmittag musste ich, ob ich wollte, oder nicht, mit dem Packen meiner Rucksäcke beginnen. Dabei stellte ich fest, obwohl ich das Zelt nicht mehr im Rucksack verstaute, sondern außen befestigte, dass der Platz sehr knapp war. Ich fragte mich ernsthaft wie es kommen konnte, dass mir immer mehr der Stauraum ausging.

Inzwischen war die Familie in der Anlage eingetroffen und es kam wie wir es befürchtet hatten, die Kinder nahmen den Pool in Beschlag und verließen ihn auch erst wieder gegen Abend.

Nach dem Abendessen, welches heute aus einer Roulade bestand, wollten Didi und ich nochmals den Pool nutzen. Um diese Uhrzeit war eine Nutzung zwar nicht mehr gestattet, doch da er in unserem Dorf stand und wir außer uns niemanden störten, schien es für uns in Ordnung zu sein. So konnten wir uns noch mal richtig gut abkühlen, um dann erfrischt in unseren Fale zu verschwinden.