Japan (2015) – Tokushima – Die Ōnaruto-Brücke

Japan (2015) - Tokushima - Onaruto BrückeIch wage hier einmal die Behauptung, dass es in Japan wirklich viele Brücken gibt, denn wo es viele Inseln zu verbinden gilt, müssen auch viele Brücken entstehen. Diese Brücken sind durchaus großartige Leistungen und so ist es durchaus nicht die schlechteste Idee diese architektonischen Kunstwerke zu besuchen.

Erfreulicherweise hatte sich das Wetter von einem extrem verregneten Vortag zur einem durchaus warmen und sonnigen Tag gewandelt. Es gab zwar noch sehr ausgedehnte und dunkle Wolkenfelder, doch der Tag war, was das Wetter betraf, mehr als gut.

Die Ōnaruto-Brücke wollten wir nicht zu einer beliebigen Uhrzeit besuchen, sondern wenn die Gezeitenströmung angeblich eindrucksvolle Strudel produzierte. Deshalb waren wir an die Vorgaben der Natur gebunden.

Etwas Sorge bereitete mir die Tatsache, dass wir mit einem Bus zu unserm Tagesziel fahren mussten. Dabei spielte die Tatsache, dass es ein Bus war einen entscheidenden Aspekt, denn ich hatte auf früheren Reisen lernen müssen, wie klein diese Busse sind. Tatsächlich wurde ich dieses Mal auch nicht enttäuscht, denn der Bus war so klein wie ich ihn erwartet hatte. Dazu kam, dass sich eine durchaus ordentliche Menschenmenge an der Bushaltestelle versammelt hatte.

Japan (2015) - Bus Japan (2015) - BusZum Glück befanden wir uns am Anfang der Schlange, so dass es gelang einen akzeptablen Sitzplatz zu ergattern. Der Doppelplatz reichte gerade einmal für mich und meinen Rucksack und damit war es eigentlich schon ein bisschen beengt.

Selbst die sehr schlanken Japaner im Bus, versuchten es zu vermeiden zu zweit auf einer der Bänke zu sitzen und wenn sie es taten, wirkte es auch etwas gequetscht.

Jedes Mal wenn der Bus an einer Bushaltestelle stoppte konnte man leicht beunruhigte Blicke aus dem Fenster beobachten, denn der Bus war voll und jeder Fahrgast mehr bedeutete ein bisschen mehr zusammenrücken. Doch zum Glück hielt sich das zu- und ausstiegen in etwa in der Waage.

Ich war trotzdem froh, als wir nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt unser Ziel erreicht war.

Zum Anfang hatten wir nicht die Brücke direkt angesteuert, sondern einen Ort von dem wir mit einem Ausflugsb0ot zur Bücke fahren konnten, um dem Gezeitenstrudel ganz nah zu kommen.

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Japan (2015) – Ausflugsboot Onaruto Brücke

Nach dem Entrichten unseres Obolusses und einer kurzen Wartezeit, ging es aufs Boot, welches ich durchaus sehr hübsch und schnittig fand.

Während die meisten Fahrgäste es sich im Schiff gemütlich gemacht hatten, blieb ich draußen und genoss die Fahrt, die erfreulich ruhig war, denn zu wilden Seegang verträgt mein Magen überhaupt nicht.

Unter der Brücke angekommen, wo sich der Strudel befinden sollte begann das Boot im Gezeitenstrom zu verharren und obwohl ich mir sehr viel Mühe gab, ich konnte keinen Strudel entdecken. Lediglich unterschiedlich ausgeprägte Wellen Verläufe sah ich.

Japan (2015) - Onaruto Brücke
Japan (2015) – Onaruto Brücke

Kurz vor Ende des Aufenthlat3es entdeckte ich vor unserm Boot eine wie Eis glatte Wasseroberfläche, die nach wenigen Metern abrupt durch einen mehr wilde Wasseroberfläche abgelöst wurde. Hier war es das erste Mal, dass ich wirklich die verschiedenen Strömungen deutlich erkennen konnte.

Ich fragte mich später, wie die anderen Fahrgäste diesen Ausflug empfunden hatten und obwohl ich es irgendwie nicht schlecht fand, werde ich diesen Ausflug wohl nicht noch einmal durchführen.

Japan (2015) - Onaruto Brücke - In der Strörmung
Japan (2015) – Onaruto Brücke – In der Strörmung

Vom Hafen ging es wieder mit dem Linienbus, der herrlich leer war, bis zur Endstation direkt bei der Brücke, so man von verschiedenen Aussichtspunkten die Brücke betrachten konnte.

Ganz ohne Mühsal war der Ausflug aber nicht, denn man hatte sich für den Brückenbau einen Hügel zu Nutze gemacht und man sich evtl. einen weiteren Brückenpfeiler sparte. So hieß es den Hügel hinauf zu klettern und es war wirklich sehr steil und ich war mehr als froh, dass der Anstieg am Ende doch sehr moderat ausfiel.

Japan (2015) - Tokushima - Oonaruto Brücke
Japan (2015) – Tokushima – Oonaruto Brücke

Die verschiedenen Aussichtspunkte boten wirklich einen ansprechenden Ausblick und das Wetter spielte noch immer perfekt mit.

Zum Abschluss besuchten wir noch die Brücke selber. Für 500 Yen (4 Euro), durften wir ins Innere des Bauwerks und konnten aus der Nähe sehen aus wie vielen Streben dieses Gebilde erbaut worden war.

Japan (2015) - Tokushima - Oonaruto Brücke
Japan (2015) – Tokushima – Oonaruto Brücke

Leider hatte man den Besucherbereich gut abgesichert, was bedeutete, dass es nie wirklich eine freie Sicht gab. Trotzdem genossen wir den Spaziergang durch das Bauwerk und zitterten immer ein wenig, wenn wir die div. Glasplatten überquerten, die einen freien Blick nach unten ermöglichten. Besonders beängstigend war ein Stopp auf den Glasplatten, wenn die Brücke mal etwas heftiger sich rüttelte und schüttelte.

Japan (2015) - Tokushima - Oonaruto Brücke
Japan (2015) – Tokushima – Oonaruto Brücke

Von der Brücke ging es wieder zurück zum Bus, um die Heimfahrt anzugehen. Es bereitete mir keine Sorge, dass wir keinen Platz bekommen würden, denn hier befand sich der Startpunkt der Busfahrt.

So bekam ich wieder einen ordentlichen Platz und die Rückfahrt ließ sich weitest gehend genießen, wäre der Fahrer nicht etwas wild durch die Gegend geheizt, so dass es mich ab und zu auf meinem Sitz hin und her schüttelte.

Als Fazit für diesen Ausflug, muss ich sagen, dass es ein gelungener Ausflug war.

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