017 – West Samoa

73. Tag – Dienstag 05.04.05

Tonga (Fofoa Ort) / Samoa (Apia) – 1 Tag – 2 Länder

Wetter:
Tonga: bewölkt – Schleierwolken – 33 Grad – kaum Sonne
Samoa (Nacht): warm, schwül

Nachdem ich in den vergangenen Tagen das Frühstück auf jene Dinge begrenzt hatte, die mir angeboten wurden, hatte ich für heute den Entschluss gefasst, neben dem Obst, Weisbrot und Tee, mir ein Rührei schmecken zu lassen. Wie sich herausstellte schmeckte es extrem gut und ich fragte mich was man dort hineingezaubert hatte, dass es so extrem mundete.

Diesen Tag, bis zum Verlassen von Tonga, wollte ich mir durch die erneute Teilnahme am Inselausflug verkürzen. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit, denn es war bewölkt und ab und zu konnte man schon meinen es würde ein Regenschauer herunter kommen. Im Gegensatz zum vergangenen Mal, gingen wir die Highlights der Insel in umgekehrter Reihenfolge an. Es wäre nun töricht nochmals alles bis ins kleinste aufzuzahlen, daher beschränke ich mich auf die Änderungen, die bei dieser Rundreise aufgetreten sin.

Es begann damit, dass alle Besucher der Unterkunft an diesem Ausflug teilnehmen wollten und somit der Kleinbus mehr als bis zum letzten Platz gefüllt war. So wurde kurzer Hand ein Plastik-Gartenstuhl hineingestellt und schon passten alle in das Fahrzeug. In Deutschland undenkbar, doch hier in Samoa durchaus ein probates Mittel um sich aus solch einem Engpass zu befreien. Ich war trotzdem nur froh, dass ich vorne neben der Fahrerin sitzen durfte und mich nicht irgendwo dazwischen quetschen brauchte. Ebenfalls wie auf dem letzten Ausflug, sollten heute die Nahrungsmittel während der Fahrt eingesammelt werden, doch dies stellte sich als extrem schwierig heraus, denn niemand boot Waren feil. Es schien wie verhext. Auch Menschen sah man kaum auf den Strassen und man konnte schon fast mutmaßen, dass ein Feiertag sei und wir wüsten nichts davon. Dies war zwar Unsinn, doch es änderte nichts an der Situation.

Einer unserer nächsten Stops war bei der Pyramide, die zu ehren des 28. Königs von Tonga errichtet worden war. Hier entdeckte ich eine Treppe, über die man ohne weiteres auf das Denkmal klettern konnte. Mit mir war Didi, ein Österreicher und direkter Fale Nachbar, hinaufgeklettert. Wir waren gerade oben, als er ein Schwein entdeckte. Ich dachte mir, dies sei auf alle Fälle ein hübsches Motiv und ging nicht sehr vorsichtig darauf zu, was sich alsbald als Fehler herausstellte. Ich war gerade ein paar Schritte gegangen, als das Schwein aufsprang und in Angriffsposition überging. Erschrocken und verdutzt machte ich ein paar Schritte rückwärts und hätte dabei noch fast Didi umgerannt und wir hätten dann beide zu Füssen des Tieres gelegen. Zum Glück lies sich das jedoch vermeiden.

Als ich nun genauer hinschaute, klärte sich das Verhalten der Sau auf, denn in ihrer unmittelbaren Nähe befanden sich etwa 5 Ferkel, die sicherlich noch nicht sehr alt waren. Müsste ich es schätzen, so würde ich vermuten, das sie höchstens ein paar Stunden oder Tage alt waren. Ich gab meinen Versuch ein Foto zu schießen natürlich noch nicht gleich auf, doch wurde ich sehr argwöhnisch von dem Tier beobachtet und es machte durchaus den Eindruck, dass ich jede Sekunde wieder Opfer eines Angriffs werden könnte. Es kam nicht dazu, denn schließlich trat ich den geordneten Rückzug an.

Als wir das Gebiet mit den fischenden Schweinen erreichten, war das Niedrigwasser schon vorüber und das Gebiet war wieder im Begriff sich mit Wasser zu füllen. Trotzdem wühlten die Schweine noch fleißig im Schlamm und suchten nach der ein oder anderen Leckerei. Hier hielten wir auch bei einer Frau, die einsam mit ihrem Kind am Straßenrand saß, über das Meer schauen könnend, gleichförmig auf das Tappa Material einhämmerte. Sie arbeitete schön weiter, während sie von neugierigen Tourristen umringt wurde und ihr auf die Finger schauten.

Für das Picknick konnte schließlich doch noch das ein oder andere eingekauft werden, doch war es bei weitem nicht so üppig wie beim meinem letzten Inselausflug. Doch wenn es nichts zum Kaufen gibt, muss man sich halt mit den Dingen begnügen, die der Markt hergibt. Wir kamen an diesem Tag auch wieder bei den Flughunden vorbei, doch für diese schien es noch zu früh am Tage zu sein, denn sie hingen in den Bäumen und machten keine Anstallten sich in die Lüfte zu erheben. Das war schade, denn ich hatte mich darauf eingestellt vielleicht die ein oder andere Nahaufnahme machen zu können. Doch es lies sich nicht ändern.

Bevor wir als letztes Ziel an diesem Tag die Blowholes erreichten, schafften wir es noch ein paar Kokosnüsse zu erwerben. Ob dieser Anstrengung, schnappte ich mir nach unserer Ankunft auch eine dieser Früchte und lies mir das Kokosnusswasser schmecken. Ich war erstaunt wie viel Flüssigkeit in solch einer Nuss war, musste mir aber eingestehen, dass mir andere Flüssigkeiten etwas besser mundeten.

Auch die Blowholes enttäuschten mich nicht und so genoss ich diesen Aufenthalt ganz besonders. Mit großer Freude stellte ich fest, dass sich das Licht auch langsam besserte und durch die späte Stunde das Wasser in anderen Farben vor mir lag. Es war erstaunlich wie sich die Szenerie in vielen Feinheiten beim Wechsel der Lichtverhältnisse dem Besucher anders präsentierte. Bevor wir die Unterkunft erreichten kamen wir an jener Hütte vorüber, in der vor ein paar Tagen fleißig am Tapa gearbeitet worden war. Bis heute war wohl aus den vielen Strängen eine große Stoffbahngeworden, die nun von den Frauen mit verschiedenen Mustern bemalt wurden. Auch wenn es dabei ruhiger zuging, als beim Klopfen, den ganzen Tag auf dem Boden sitzend zu arbeiten, erschien mir auch keine all zu große Freude.

Die letzten Stunden in meiner Unterkunft verbrachte ich erst einmal damit mein Gepäck zu packen. Bei dieser Arbeit kam ich derart ins Schwitzen, das ich mich feuchter fühlte, als wäre ich gerade aus einer Dusche herausgetreten. Auch meine Hose war schlagartig völlig durchnässt und dies hatte ich selbst auf meiner Reise bislang noch nie erlebt. Schließlich war alles gepackt und nun hieß es auf das Taxi zu warten. Verkürzt wurde das ganze dadurch, dass ich ein nettes Schwätzchen mit Ernst halten konnte.

Mit etwas Verspätung kam unser Taxi und ein englisches Ehepaar und ich bestiegen es, um dem Ende des Tongaaufenthaltes entgegenzufahren. Weit kamen wir erst mal nicht, denn wir hielten an einer Tankstelle. Dies machte den Engländer so nervös, dass er durchaus seine englische Zurückhaltung vergas und der Fahrerin klar machte, dass er um 8 Uhr einchecken wollte und nicht an einer Tankstelle stehen wolle. Ich meinte, dass wir doch in Tonga seinen, doch so wirklich besänftigte ihn das nicht. Stattdessen drückte die Taxifahrerin, als wir schließlich die Fahrt fortsetzten, so richtig aufs Gaspedal und von den 40 km/h Hoechstgeschwindigkeit war nichts zu merken. So kamen wir nur mit wenigen Minuten Verspätung am Flughafen an.

Das Einchecken, bezahlen der Flughafensteuer und auch die Personenkontrolle waren unproblematisch, wenngleich ich den Menschen bei der Personenkontrolle mit meiner Fotoausrüstung etwas verwirrte. Er hatte solch seltsame Teile noch nie gesehen. Besonders die verschiedenen Köpfe für ein Stativ hatten es ihm angetan. Nachdem ihm die Funktionsweise erläutert hatte, war er aber beruhigt, meinte noch „Tolle Sachen!“ und lies mich von dannen ziehen.

Der Warteraum für meinen Flug war sehr spartanisch eingerichtet und da sich alle Passagiere, auch die, die nicht nach Tonga wollten, hier warten mussten, bis der Flug weiterging, war die Halle gut voll und es war ziemlich laut. Besonders Radau verbreiteten die Kinder, denn die waren alle samt müde und statt zu schlafen, schrieen und heulten sie herum. Während ich wartete fiel mir eine extrem extrovertierte Frau auf, die nicht nur durch ihre Kleidung, sondern auch durch ihr Mitteilungsbedürfnis auffiel. Für jetzt hatte es keine Bedeutung, doch im Verlaufe meiner Reise nach Samoa bekam ich noch etwas mit ihr zu tun.

Im Flieger saß ich neben einem Neuseeländer. Anfangs hatte ich noch gehofft mir einen schicken Platz aussuchen zu können, wo ich mehr Platz hätte, doch der Flieger füllte sich so sehr, dass ich mir dieses Vorhaben aus dem Kopf schlagen konnte. Stattdessen ergab sich eine nette Unterhaltung mit dem Neuseeländer und die rund 90 Minuten Flug vergingen wie im Fluge. Wenngleich ich mich gegen Ende des Fluges schon etwas unwohl wegen der
beengten Verhältnisse fühlte.

Als ich den Flieger schließlich verließ, schien ich in der Ausgangsschleuse gegen eine unsichtbare Wand zu laufen. Diese Wand bestand nur aus Luftfeuchtigkeit. Als ich schließlich draußen war, merkte ich, dass es zwar sehr schwül, doch auf Grund der späten Stunde, zu der die Temperaturen etwas gesunken waren, doch durchaus erträglich war. Doch als ich dann in der Schlange für die Einreiseformalitäten stand, merkte ich, sie mein Hemd zusehends feuchter wurde und ich langsam begann auszulaufen. Daher war ich sehr dankbar, als die Einreiseformalitäten zügig abgearbeitet waren und auch die Zeit, in der ich auf mein Gepäck warten musste durchaus erträglich war. Dieser Prozedur folgte dann eine mögliche Gepäckkontrolle. Ich ordnete mich schön ordentliche ein und während ich wartete, schoss die schon bekannte Frau an mir vorüber und kapierte erst sehr spät, dass sie hier nochmals kontrolliert wurde. Sie quatsche die Leute so lange voll, bis man sie vor lies. Mir blieb eine Handkontrolle erspart. Ich musste mein Gepäck lediglich durch ein Röntgengerät laufen lassen und schon war ich in Samoa. Nun stellte sich allerdings die Frage wo das Shuttle abfuhr. Doch dank einer Touristeninformation war dieses Problem alsbald keines mehr.

Während ich auf die Abfahrt wartete, kam auch ein Amerikaner vorüber, der sich nach dem Preis und den Fahrzeiten erkundigte. Ihm war die Wartezeit von 15 Minuten zu lang und so wollte er erst einmal wo anders sein Glück versuchen. Schließlich landete er wieder bei uns. Hier fragte er noch, ob er eine Quittung für das Shuttle bekommen könnte. Bei dem sagenhaften Betrag von 2.50 Euro für eine 35 Kilometer Fahrt eine berechtigte Anfrage … ich konnte mir ein Grinsen noch so gerade unterdrücken.

Schließlich gesellte ich noch besagte Frau zu uns und obwohl die Fahrt gleich begann, wurde sie durchaus schmerzhaft, denn die Frau quatschte, quatsche und quatsche. Teilweise so unsinnig, dass wir uns so manches Mal alle ansahen und nur mit dem Kopf schüttelten. Richtig lustig wurde es, als wir an einer Kirche vorüber fuhren und der Fahrer darauf hinwies wie toll sie werden würde. Daraufhin bettelte die Frau so lange um einen Stop, dass angehalten wurde, sie aussteigen konnte, um ihre Fotos zu machen.

Während wir nun hielten, meinte der Amerikaner, dass wenn der Fahrer weiterfahren würde (ohne die Frau), würde er 20 Taler (5 Euro) bezahlen. Er erhöhte noch auf 50, 100 und einer Generaleinzugsermächtigung auf seine Kreditkarte – doch der Fahrer blieb hart und lies die Nervensäge wieder einsteigen. Jeder war froh, als er schließlich das Fahrzeug wieder verlassen durfte und zum Glück gehörte ich zu einen der ersten. Während mein Gepäck entladen wurde, erkundigte sich der Fahrer noch nach der Bedeutung seines Namens, denn er hatte aus den Zeiten der Deutschenkolonien, hier in Samoa, einen deutschen Namen geerbt. Er hieß Schuster. Ich erklärte was der Name bedeutet und erklärte ihm, dass er einen schönen deutschen Namen hätte. Er freute sich und zog glücklich von dannen.

Als ich meine Unterkunft betrag, war ich freudig überrascht. Ich betrat eine großzügig gestaltete Lobby, die in Holz gehalten war und auch die Farbgebung war hübsch und dezent. Meine positive Grundstimmung änderte sich etwas, als ich begrüßt wurde und es gleich erst mal ums Geld ging. Da jedoch nicht eindeutig geklärt werden konnte, wie und was im Vorfeld schon berechnet worden war, musste das Mädchen diese Maßnahme zähneknirschend auf den nächsten Tag verlegen.

Nun wurde ich zu meinem Zimmer gebracht. Nachdem die Lobby solch ein ansprechendes Amiente gehabt hatte, war ich doch enttäuscht als es schließlich in den Keller des Gebäudes ging, wo die Steine lediglich mit einer Lackfarbe gestrichen worden waren. Auch im Zimmer setzte sich diese Art fort und selbst mit viel Phantasie hatte man immer das Gefühl, man sei im Keller. Für die Abschirmung gegen die Hitze sicherlich eine gute Maßnahme, doch hätte man sich bei der Ausgestaltung der Wand etwas mehr Mühe gegeben, wäre dieser Eindruck sicherlich zu vermeiden gewesen. Im Moment war ich allerdings zu müde. Ich schaltete die Klimaanlage ein, lies mich auf mein Bett fallen und schlief alsbald ein.

 

74. Tag – Dienstag 05.04.05

Samoa (Apia) – Noch mal Dienstag

Wetter:
tagsüber: bewölkt, sonnig, 34 Grad, schwül
abends: heftiger Regenschauer, noch schwüler

Am vergangenen Tag hatte ich das Wunder vollbracht: Ich hatte kleine Zeitreise durchgeführt. Ich hatte in Tonga den 05.04 erlebt und hatte Tonga gegen Ende des Tages verlassen. Als ich jedoch in Samoa ankam, war es wieder 05.04 und ich konnte den selben Tag noch mal erleben. Das lies ich mir wirklich gefallen.

Frühstück sollte es zwischen 7 und 9 Uhr geben, so blieb mir nichts anderes übrig, als mich zu dieser Zeit irgendwie aus dem Bett zu arbeiten. Doch bevor ich mich dem Frühstück hingeben konnte, hieß es noch ein kleines Duschbad einzulegen. Es fiel jedoch kürzer aus, als gedacht, denn der Dusche war kein Tropfen warmes Wasser zu entlocken. Auch war mein Handtuch nicht gerade so sauber wie ich es mir gewünscht hätte. So kam es, dass ich doch etwas angefressen mein Zimmer verlies und gleich mal zur Rezeption ging um die Formalitäten vom Vorabend zu erledigen und die Kleinigkeiten zu klären.

Nachdem die Geldfragen und die Wasserfragen geklärt waren, wurde ich gefragt wie ich die Unterkunft so fände. Ich muss zugeben, ich hatte nicht die Lust meinen ersten Eindruck zu schildern. Stattdessen entlockte ich mir ein müdes „Es ist in Ordnung“. Daraufhin wurde natürlich nachgefragt und da ich noch immer kleine Lust hatte mit der ganzen Geschichte herauszurücken, verwies ich zumindest auf die Handtücher.

Danach ging ich zum Essen und da hier auch die bekannte Früchte und Toast gab, verzichtete ich erst mal auf den Genuss und begnügte mich mit etwas Tee. Ich hockte gerade herum, als eines der Hausmädchen kam und sich erkundigte was mir denn nun an dem Zimmer nicht passen wurde. Es war also so gekommen wie ich es befürchtet hatte, dass der Manager, mit dem ich geredet hatte gleich mal seine Mädchen gefaltet hatte. Ich besänftigte das Mädchen etwas und nachdem ich einen Stapel sauberer Handtücher bekommen hatte, war erst mal wieder alles gut. An den kommenden Tagen gab es schließlich nichts zu meckern, es wurde eher zu viel in meinem Zimmer gemacht, als dass ich hätte noch einen Anlass gefunden etwas anzumerken.

Es war zwar noch früh am Tag und trotzdem waren die Tagesausflüge für diesen Tag schon unterwegs. Ich wollte deshalb kurz in den Ort laufen, um mich nach einem Ausflug für den kommenden Tag umzusehen. Man hatte mir gesagt, dass es rund 10 Minuten Fußweg oder 50 Cent mit dem Taxi seien. Ich entschied mich trotzdem für den Fußweg. Den Schweiß den ich dabei vergoss war es aber nicht wert gewesen. Auch gab es nichts zu sehen, was es gelohnt hätte den Weg gelaufen zu sein und so beschloss ich zukünftig auf ein Taxi zurückzugreifen.

Wieder Erwarten fand ich das Büro, in dem ich meinen Tagesausflug buchen wollte, ohne Probleme und auch die Buchung verlief reibungslos und auch der Betrag von 90 Taler (25 Euro) schien mir angemessen. Der Information, dass ich auf dem Ausflug noch Geld für die Sehenswürdigkeiten bräuchte, maß ich noch keine besondere Bedeutung bei.

Ich befand mich am Hafen vom Apia und konnte schon von weitem die Touristeninformation sehen. Es ist ein übergroßes Fale und war wirklich gut auszumachen. Nachdem ich mich mit ein paar Infos eingedeckt hatte, ging ich zu einer Gruppe von Männern, die in der Nähe für eine Tanzvorführung trainierten. Ich erfuhr, dass sie für ihre Europa-Tournee übten. Die Kerle wurden echt hart ran genommen und so hockte ich rund eine Stunde bei ihnen und schaute zu wie sie gedrillt wurden.

Anschließend lief ich noch etwas durch den Ort, schaute mir die Gebäde an und bemerkte das erste Mal die Unmassen an Taxen die hier unterwegs waren. Auch die bunten Busse, die das Straßenbild prägten waren nicht zu übersehen. Jedoch sah ich, dass diese fast immer bis zum letzten Platz gefüllt waren und so nahm ich von dem Vorhaben etwas Bus zu fahren ziemlich rasch abstand. In einem Supermarkt deckte ich mich noch mit ein paar Getränken und ein paar gesalzenen Keksen ein und nahm dann ein Taxi zurück zur Herberge. Für den lächerlichen Betrag von 90 Cent wurde ich bis vor die Haustuer gebracht. Hier freute ich mich nur noch auf mein klimatisiertes Zimmer.

Den Nachmittag verschlief ich schließlich und als ich am Abend aufstand, denn ich wollte zu einer Kulturveranstaltung, hatte sich der Himmel so zugezogen, dass es nichts gutes verhieß. Es kam wie es aussah: Erst tröpfelte es – dann goss es wie aus Eimern. Das Schauspiel des Platzregens hielt zwar nicht lange vor, doch so richtig aufhören zu regnen tat es nicht. So lies ich die Veranstaltung sausen und genoss lieber die Kühle meines Zimmers. Sich in der Unterkunft aufzuhalten war unnötig, denn es war ohnedies niemand dort, da es hier neben dem Frühstück nichts zu Essen gab, verließen gegen Abend alle das Hotel und suchten sich ein Lokal in dem man gut und billig essen konnte.

 

75. Tag – Mittwoch 06.04.05

West Samoa (Apia) – Volles Programm

Wetter: bewölkt, schwül, 32 Grad, Regenschauer

Für diesen Morgen sah ich mich tatsächlich gezwungen mir so etwas wie einen Wecker bereitzustellen, denn mein Ausflug rund um die Insel (Upolu) sollte schon um 7:30 Uhr beginnen und meine Erfahrungen der vergangenen Tage, schaffte ich es meist bestenfalls um ca. 8 Uhr aus den Federn. Etwas enttäuscht war ich schon, als ich feststellte, dass das Wetter nicht so war, dass es dem Ausflug angemessen gewesen wäre. Es war stark bewölkt, schwül und es sah ohnedies nach Regen aus.

Der Ausflug begann wie geplant. Es fuhr ein Kleinbus vor, in dem sich schon zwei Personen, ein australisches Ehepaar befand. Zum Glück hatten sie sich hinten im Bus platziert und so konnte ich mal wieder vorne neben dem Fahrer platz nehmen. Schon als die Fahrt begann merkte ich, dass es hier deutlich schneller vorwärts ging als in Tonga. Der Fahrer drückte ab und zu gut aufs Gas und mir schauderte ab und an etwas ob der Geschwindigkeit. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass er schlecht gefahren wäre. Der Fahrer Skipper, fuhr die Strecke schließlich jeden Tag und so kannte er jede Kurve und Bodenwelle auswendig.

Der erste bemerkenswerte Halt an diesem Tag war bei einem kleinen Colleage. Hier sollten wir die Möglichkeit haben uns eine Höhle anzusehen, die das Colleage mit Frischwasser versorgte. Hier lernte ich dann auch wie die weiteren Bezahlungen auf dem Ausflug vonstatten gehen sollten. Wir kamen an, irgendjemand kam angetrabt und man hatte ihm einen kleinen Betrag (2 Taler – 60 Euro Cent) in die Hand zu drücken. Ich hatte zwar gewusst, dass ich Kleingeld bräuchte, so recht war ich aber nicht darauf eingestellt gewesen, daher war ich wirklich froh, dass im Verlaufe des Ausfluges es so gerade hinkam bei den diversen Stops und dem Bezahlen.

Was die Höhle betraf, so gab sie nicht all zu viel her. Es war eine Öffnung unter dem Hauptgebäude und dort hatte sich in einem kleinen Pool das Trinkwasser gesammelt. Wesentlich interessanter fand ich da schon das Hauptgebäude, doch dem konnte ich nicht die nötige Aufmerksamkeit zukommen lassen, denn die Australier waren schon wieder im Bus verschwunden und schauten schon etwas ungeduldig. OK, viel gab ich nicht darauf, doch ich wollte deren Nerven nicht überstrapazieren.

Nach durchaus rasanter weiterer Fahrt verließen wir kurz die Hauptstrasse, die die Insel einmal umrundet und fuhren über eine unbefestigte Strasse einen Berg hinauf. Dort ergab sich ein hübscher Ausblick, soweit es das Wetter überhaupt zuließ, in ein kleines Tal und ein Dorf. Besonders bemerkenswert für mich war die Tatsache, dass die Insel herrlich üppig bewachsen war. Es gab viele dichte Wälder, die durch den vorherrschenden Pflanzenwuchs sehr exotisch wirkte. Dieser Eindruck verstärkte sich jedes Mal aufs neue, wenn ich aus dem Fahrzeug stieg, welches klimatisiert war, und ich mitten im feuchten Klima Samoas stand. Bestieg ich das Fahrzeug wieder, fror ich zumeist, denn mein Hemd war ständig völlig durchnässt.

Einen kurzen Halt gab es noch an einem kleinen Wasserfall, der leider nicht sehr gut einzusehen war. Ich schaute mich zwar nach einem besseren Aussichtspunkt um, doch zumeist verhinderte der Pflanzenbewuchs eine gute Aussicht.

Nachdem wir bislang der Nordküste der Insel in Richtung Osten gefolgt waren, hieß es nun zur Südküste zu gelangen. Zu diesem Zwecke mussten die Berge, die sich in der Mitte des Islands entlang zogen, überquert werden. Von den Gipfeln gab es nicht viel zu sehen, denn meistens waren sie von dichten Wolken verhangen. Bei dieser Querung kletterte die Strasse schließlich bis auf eine Höhe von rund 500 Metern. Betrachtete man die Tatsache, dass wir vom Meeresspiegel den Anstieg begonnen hatten, war es wirklich nicht schlecht. Wenn ich mich richtig entsinne, brachte es der höchste Berg auf Upolu auf rund 1.100 Meter.

Der nächste Halt war in einem Ort namens Amaile. Hier hatten wir Gelegenheit uns einen Ort etwas genauer anzusehen. Kennzeichnend hier war die Annordung der Versammlungshäuser der verschiedenen Chefs des Gebietes. Samoa, so hatte ich von Skipper erfahren, gehört zu 95% den verschienen Familien Clans und diese Gebiete werden auch von ihnen, den dortigen gewählten Chefs, verwaltet. Auch sprechen sie Recht. Besaß jemand Land und nutzte es nicht, so viel es wieder an die Gemeinschaft zurück. Daher machte man oft etwas so, dass man im Besitz des Landes bleiben konnte.

Diesem Stop folgten nun eine Vielzahl von verschieden langen Aufenthalten. Beim nächsten hielten wir an einem der beliebtesten Ressorts der Insel. Warum dies so war, sah ich schnell ein. Dort gab es wirklich einen der Traumstrände, wie man sie aus dem Fernsehen oder auch in Träumen kannte. So recht würdigen lies es sich nicht, denn hier begann es nun langsam zu regnen. Was mich jedoch mehr verwunderte, dass kaum Leute anwesend waren. Ich sah gerade mal ein Hand voll Menschen. Wie ich jedoch später erfuhr war dies die Nebensaison und so war die Ruhe erklärlich.

Diesem Strand folgten noch diverse andere, die alle wirklich sehr hübsch waren. Zur Übernachtung standen Fale zur Verfügung. Zumeist bestanden sie aus einer Liegefläche, die etwas über dem Boden schwebte und 4 Pfosten mit einem Dach, welches vor Regen schützen sollte. Wände gab es nicht, denn man war zumeist über jede kleine Briese dankbar die einem umstrich und etwas Abkühlung brachte.

In mir verschwanden an diesem Tag so mancher Liter an Flüssigkeit und trotzdem schien es nicht auszureichen, denn ich hatte manches Mal wirklich den Eindruck ich wurde langsam verdampfen.

Dank dem Skipper gab es auf dieser Fahrt noch einen zusätzlichen Halt. Hier wurde uns ein Ort vorgestellt der in früheren Tagen spirituellen Zwecken dienten. Was ganz genau hier gemacht wurde, lies sich für mich nicht ergründen, trotzdem war es hier eindrucksvoll. Die Sehenswürdigkeiten waren in einen hübschen Garten eingebettet und man konnte hier sicherlich auch nächtigen. Nachdem wieder der obligatorische Betrag ausgehändigt worden war, konnten wir uns die Stätten genauer ansehen. Sie bestanden im wesentlichen aus 2 tiefen Höhlen. In der einen, bei der ein dichter Pflanzenbewuchs bis in die Tiefe reichte, wurden die rituellen Handlungen durchgeführt. In der anderen Höhle gab es einen Pool, in dem das Ritual beendet wurde. Wir fragten uns, wie die Männer in die erste Höhle gelangt waren, denn es ging steil und tief nach unten, doch eine Antwort blieb man uns schuldig.

Wir waren gerade mal 50 Meter gefahren, als unser nächster Aufenthalt anstand. Dieses Mal durften wir Leute bei der Gewinnung von Kokosnussöl beobachten. Dazu wurde das Kokosnussmark aus den Nüssen geschält, getrocknet, in eine Presse verfrachtet und mehrfach gepresst und gereinigt, bis man eine völlig klare Flüssigkeit erhielt. Dieser Tätigkeit ging hier die ganze Familie nach und trotz einiger technischer Hilfsmittel schien es ein ganz schöner Knochenjob zu sein.

Die Mittagszeit war inzwischen erreicht und so waren wir schon geraume Zeit unterwegs. Daher waren wir nicht undankbar, als es hieß, dass nun unsere Mittagspause anstand. Als es jedoch das Essen gab, war ich bei den Australiern nicht mehr ganz so sicher, ob sie froh waren hier gehalten zu haben.

Neben der Verköstigung sollten hier auch ein paar Präsentationen stattfinden. So sollte uns gezeigt werden wie man Körbe flechtet und auf traditionelle Weise Feuer machte. Der Korb war wahrlich schnell fertig, doch das Entzünden des Feuers lies auf sich warten. Der Mann, er war schon 76 Jahre alt, mühte sich redlich ab und es begann auch ab und an zu Qualmen, doch die Richtige Zuendhitze wurde nicht erreicht. Nach diversen Versuchen, wurde schließlich aufgegeben und man merkte, dass es dem Mann durchaus peinlich war. Ich war schon beim Zusehen erheblich ins Schwitzen gekommen und konnte es durchaus nachvollziehen, dass es halt mal nicht klappte.

Der Präsentation folgte die Verköstigung. Sie wurde uns als original samokanische Speise vorgesetzt. Sie bestand aus Bananen mit Kokossauce, eine Art Spinat, Hühnchen und Schweinefleisch. Was mich gerade an den Bananen verdutzte war der Geschmack. Sie schmeckten wie Kartoffeln. Wie ich erfuhr waren für diese Zubereitung grüne Bananen genommen worden und man hatte sie gekocht. Egal wie, sie schmeckten sehr gut.

Ein wenig unangenehm beim Essen war, dass sich die Frauen des Hauses uns zu Füssen setzen und uns die ganze Zeit frische Luft zufächelten. So etwas, war zumindest ich nicht gewöhnt. Was mich hätte etwas stutzig machen sollen ist die Tatsache, dass man mir eine Tochter des Hauses zu Füssen gesetzt hatte und schließlich war es dann auch so weit. Ich wurde ausgehorcht, ob ich verheiratet sei oder so. Taktisch falsch antwortete ich, dass ich nicht verheiratet sei und schon versuchte man mir das Mädchen als potentielle Frau schmackhaft zu machen. Anfangs wusste ich nicht so recht wie ich darauf reagieren sollte, doch zum Glück fiel mir ein, dass man ja einfach eine Legende erfinden konnte und so hatte ich halt plötzlich eine Freundin. Ganz aufgeben tat man dann trotzdem noch nicht, aber die Hartnäckigkeit der Bemühungen mich zu verkuppeln war deutlich niedriger.

Ach ja, was das Essen betraf, so gab es auch etwas zum trinken. Es schmeckte süß sauer und wurde warm in einer Kokosnussschale dargeboten. Es schmeckte ganz gut, doch trug es zu meiner Erfrischung nicht zu recht bei. Dies mag jedoch an der Tatsache liegen, dass mir warme Getränke nicht sonderlich zusagen.

Irgendwie war ich erleichtert, als wir unsere Fahrt fortsetzten. Es ging wieder in rasantem Tempo über die Strassen der Insel und ab und an wurde angehalten. Glücklicherweise ließen die Bezahlstops langsam nach, denn das Kleingeld begann bedrohlich abzunehmen. Einen letzten Bezahlstop gab es bei einer Familie, die hinter ihrem Haus einen herrlichen Blick auf einen 130 Meter hohen Wasserfall zu bieten hatte. Damit das erhöhte Entgelt auch gerechtfertigt werden konnte, hatte man noch einen kleinen Garten angelegt, in dem man verschiedene Pflanzen und Blumen Samoas anschauen konnte. Das absolute Highlight war aber wirklich der Wasserfall. Er ergoss sich, aus dem Grünen des Unterholz kommend in die Tiefe und beeindruckte mich schon sehr.

Während der Fahrt bogen wir einmal ab und standen vor einem Fluss. Ich rechnete nicht, dass wir ihn durchfahren würden, doch da täuschte ich mich. Der Fahrer gab wieder Gas und es ging zügig durch den etwa 10 Meter breiten Fluss. Gern hätte ich ein Foto gemacht, doch wollte ich nicht darum bitten, dass er zurückfuhr und ich zu meiner Aufnahme käme. Das Wasser war an diesem Tag nämlich nicht gerade niedrig.

Das letzte Highlight dieses Tages war der Besuch und die Fütterung von Schildkröten. Zu diesem Zwecke hatte unser Fahre unterwegs ein paar Früchte eingesammelt, die er dann an einem kleinen See in kleine Stücke zerhackte. Es dauerte dann auch nicht lange, bis die ersten Schildkröten auftauchten und sich auf die Leckereien stürzten. Es wurden immer mehr von den Tieren, so dass sie schon bald übereinander und untereinander schwammen und versuchten an das Essen zu kommen.

Am Ende dieser Fütterung ging es nur noch zurück nach Apia, wo wir an unseren Unterkünften abgesetzt wurden. Es war noch so früh, dass ich auch noch Zeit hatte mich etwas frisch zu machen. Ich hatte mich nämlich während der Fahrt dazu entschlossen an diesem Abend mir noch die Tanzveranstaltung im Hotel von Aggi Grey anzusehen. Dieses Hotel und die Familie Grey bilden wahrlich eine Dynastie in Samoa und sind wohl auch eine der bekanntesten. Das Hotel selber gehört in die gehobene Preisklasse und ist für mein Budget untragbar (ca. 250 Euro die Nacht).

Ich lies mich mit einem Taxi zum Hotel fahren. Dort wurde mir vom Hotelpersonal die Tür geöffnet und ich wurde aufs höflichste begrüßt. Ich hatte zwar den Eindruck, als sich herausstellte, dass ich nur die Tanzveranstaltung ansehen möchte, dass der Grad an Höflichkeit etwas nachließ, doch sehr deutlich war es nicht zu merken.

Auf dem Weg zum Ort mit der Veranstaltung merkte man durchaus das gehobene Ambiente. Überall schwirrten Bedienstete herum und auch bei der gesamten Aufmachung wurde viel Wert auf Stiel gelegt und trotzdem war überall zu erkennen, dass sich dieses Hotel in der Südsee befand. Hier war es auch das erste Mal, dass ich viele Schnitzkunst zu sehen bekam, was ich bislang doch etwas vermisste.

Durch ein frühes Eintreffen hatte ich das Glück, dass ich in der ersten Reihe Platz nehmen konnte und einem uneingeschränkten Genuss der Show nichts mehr im Wege stand. Ob man sich an diesem Abend besonders viel Mühe gab, die Gäste zu beeindrucken lies sich nicht genau sagen, doch ich ermutete es, als eine ganze Reihe an besonders bemerkenswerten Persönlichkeiten begrüßt wurden. Auch eine Angehörige der Grey Dynastie war anwesend und beteiligte sich zum Ende der Show selber mit einer kleinen Tanzdarbietung. Die Show selber war wirklich nett und sehr schmissig gemacht. Das Publikum wurde ab und an einbezogen und zum Glück lies man mich dabei aus, bis auf die ein oder andere Anmerkung die an mich gerichtet war, wobei ich nicht genau ergründen konnte, worin diese bestanden hatte. Seinen Abschluss fand die Veranstaltung mit einem Feuertanz. Hier jonglierten ein paar Tänzer mit an beiden Seiten angezündeten Holzstangen. Es sah wirklich beeindruckend aus.

Wie ich eher durch Zufall herausbekam, beinhaltete der Eintrittspreis für die Veranstaltung auch ein Büffet- und Disert Büfettbesuch. Ich hatte nämlich nur brav einen Betrag von 55 Taler (ca. 18 Euro) entrichtet und hatte dafür 2 Tickets erhalten. Was diese bedeuteten wurde mir nicht erläutert. Nun wusste ich es schließlich doch und lies mir zumindest das Essen vom Hauptbüfett schmecken. Alleine zu speisen brauchte ich auch nicht, denn ich hatte schon während der Tanzveranstaltung neben einem Man und einer Frau gesessen, die mich schließlich einluden gemeinsam zu speisen. Wie sich herausstellte waren sie Handlungsreisende in Sachen Wein. Sie versuchten hier in Samoa australischen Wein an den Mann zu bringen. So ergab sich die ein oder andere Unterhaltung und der Abend zog sich unerwartet in die Länge. Doch irgendwann hat jeder Abend sein Ende und so lies ich mich alsbald wieder via Taxi zurück zum Hotel bringen.

 

76. Tag – Donnerstag 07.04.05

West Samoa (Apia) – Hemden

Wetter: keine Wolken, schwül, 34 Grad, leichter Wind

Dachte ich an das Frühstück, so hielt sich meine Begeisterung der Art in Grenzen es zu mir zu nehmen, so dass ich lieber liegen blieb und ausschlief. Ich hatte nämlich mittlerweile keine Lust mehr auf Toast mit Butter und Obst zum Tagesbeginn. So verließ ich mein schön kühles Zimmer erst gegen 10 Uhr, um auf der Veranda der Herberge etwas Tagebuch zu schreiben. Dort kam ich dann mit einer Deutschen und einem Dänen ins Gespräch und wir kamen schließlich überein gemeinsam mit einem Taxi in die Stadt zum Flohmarkt zu fahren. Ob nun Flohmarkt der richtige Name für diesen Markt ist, lass ich mal dahin gestellt, denn man konnte dort über Kleidung, Souvenirs bis hin zu Lebensmitteln alles kaufen. Im Grunde war es eher ein Markt.

Nach kurzer Fahrt und der Entrichtung von sagenhaften 1.30 Euro, war der Flohmarkt erreicht. Schon beim Aussteigen wurden wir aus allerlei Augen beobachtet, was mich doch jedes Mal wunderte, denn hier trieben sich so viele Ausländer herum, dass man eigentlich nicht mehr auffallen sollte. Ich ignorierte es und marschierte mit den anderen in die Markthalle unter dessen Dach sich der Flohmarkt befand. Im Grunde wollte ich mich hier nur mal umsehen, ob ich hier Hemden in meiner Größe finden würde, doch was soll ich sagen, auch hier gab es nur mickrig kleine Hemden. Als ich mich an einem Stand nach größeren Größen erkundigte, meinte man, es gäbe auf dem Markt und auch hier keine, doch man würde mir ein passendes Hemd schneidern. Ich erklärte, dass ich mich erst mal weiter umsehen würde, doch letztlich landete ich wieder hier, um Hemden in Auftrag zu geben.

Nun ging es darum über den Preis zu sprechen. Die Frau meinte, dass ein Hemd 55 Taler (ca. 18 Euro) kosten würde. Ich fand das etwas teuer, zumindest für hiesige Verhältnisse. Das sagte ich ihr auch. Sie erklärte mir, dass sie doch all ihre Arbeit liegen lassen würde, um sich nur um mein Hemd zu kümmern. Ich grinste und sagte, dass ich nun schon mehrfach vorbeigekommen wäre und ich hätte nicht erkennen können was sie alles liegen lassen würde. Auch als ich fragte was es kosten würde, wenn ich 2 Hemden abnehmen würde, blieb es beim Preis. Er wurde lediglich verdoppelt. Ich musste schließlich aufgeben und den geforderten Betrag entrichten. Doch die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, dass die Frau innerlich triumphierte, wieder einen dummen Touri gefunden zu haben, den man übers Ohr gehauen hatte

Anschließend lief ich noch etwas durch die Halle, um mich schließlich in der Ecke mit den Essständen mit einem zünftigen Mittagessen einzudecken. Für ganze 1.30 Euro bekam ich wirklich was zum satt werden. Das Essen bestand aus Hähnchenschenkel, Nudeln, Bananen (wie Kartoffeln zubereitet) und Rührei. Mit meinem Teller suchte ich mir einen freien Tisch und machte es mir gemütlich. Lang blieb ich aber nicht allein, dann setzten sich zwei Jungs zu mir. Wie sich herausstellte, waren sie Fischer und hatten nun die Zeit sich auch etwas zum Essen zu gönnen. Sie schienen sich zu wundern, dass ich hier aß und schließlich fragten sie mich auch wie mir das Samoanische Essen schmeckt und ob ich es gut essen könne. Als ich entgegnete, dass es gut schmecke, fanden sie das ganz toll.

Vom Flohmarkt gingen wir drei zu einem nahe gelegenen Internetcafe. Dort wollte ich mal wieder versuchen etwas Anschluss in meinem Tagebuch zu bekommen. Ich mühte mich auch redlich ab, doch so richtig weiter kam ich dann doch nicht. Schließlich fiel mir ein, dass ich unbedingt noch meine Flüge rückbestätigen musste und da ein Büro von Air New Zealand auf der anderen Strasse war, nahm ich dieses Vorhaben gleich in Angriff. Die Flüge zu bestätigen war kein Problem. Ich versuchte noch mal in die Business Class zukommen, doch auch hier bekam ich die selbe niederschmetternde Information wie in Tonga, dass ich nur die höhere Klasse fliegen könne, wenn ich den gesamten Flug (auch rückwirkend) Hochstufen lasse. Meine Meinung, dass ich das dann nicht machen würde, hatte sich nicht geändert und so zog ich von dannen. Ich ging zurück ins Internetcafe, denn dort saß noch der Däne. Ich erkundigte mich, was er noch machen wolle. Mittlerweile hatte sich bei ihm Hunger eingestellt und so wollte er etwas essen. Er hatte sich auch schon entschieden wo er hingehen wollte. Gegenüber des Internetcafes befand sich ein MC Donald und dort wollte er essen gehen. Ein Argument dafür war, dass das Fleisch von einheimischen Bauern gekauft wurde. Dieser Argumentation konnte ich mich nicht entziehen und meinte, ich würde dann mal mitkommen.

Das der Laden überfüllt war, konnte man wahrlich nicht behaupten und sah man die Preise, war auch klar warum. Ich war mir sicher, dass hier außer vielleicht Touristen, nicht viele Leute sich diese Preise leisten konnten. So kostete ein einfaches Menü rund 5 Euro. Ein wahrlich stattliches Sümmchen. Über den Geschmack braucht man nichts zu sagen, denn der ist schließlich genormt und so hätte man auch irgendwo anders sitzen können um solch ein Essen zu bekommen.

Nach dem Essen ging es mit dem Taxi zurück zur Herberge. Bei den 80 Cent die dafür zu entrichten waren, hatte man nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Trinkgeld brauchte man auch nicht geben, denn das ist eigentlich unüblich.

Ich hatte mir für diesen Abend vorgenommen an einer besonderen Veranstaltung teilzunehmen. Ich wollte mir eine Tanzdarbietung ansehen, die heute als Generalprobe präsentiert wurde. Man hatte eine Tanzgruppe von rund 80 Personen zusammen gestellt, die die Tänze und Trachten der pazifischen Region vorführen sollten. Man hatte schon geraume Zeit dafür geübt und heute sollte die letzte Probe sein, bevor die ganze Truppe in Kürze nach Deutschland aufbrechen würde. Sie würden dann für ein halbes Jahr im so genannten „Tropical Island“ (Eine große Anlage in Brandenburg, die ursprünglich als Werft für Zeppeline konzipiert war, und heute als Freizeitanlage mit dem Flair einer Südseelandschaft genutzt wird) auftreten und den Leuten in Europa ihre Kultur näher bringen. Da ich die Shows aus Hawaii, Tonga und Samoa kannte, war ich sehr gespannt wie die Präsentation werden würde.

Zum besonderen Anlass zog ich dann auch etwas besonderes an. Ich hatte mir in Tonga schließlich nicht nur die Hemden schneidern lassen, sondern auch den Rock für den Herrn, den man hier in Samoa Lavalava nennt. Natürlich hatte ich mir einen für festliche Anlässe machen lassen, und so passte er sehr gut zu diesem Tag. Ich zog also mein Shirt, mein Lavalava und die Sandlatschen an und damit war ich mehr als angemessen bekleidet.

Ich fuhr mit dem Taxi in die Stadt und dachte, da ich rund eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn dort war, dass es mit einem Sitzplatz kein Problem sein würde. Doch da täuschte ich mich. Es hatten sich schon etliche Leute eingefunden und die besten Plätze waren schon weg. So hockte ich mich erst mal irgendwo hin, doch ich hatte Zweifel, dass dies ein brauchbarer Platz sein könnte. Nach und nach wurden es immer mehr Leute und die hatten nichts besseres zu tun, als die Stuhlordnung nach ihrem Geschmack umzuorganisieren. So kam es, dass ich mal völlig alleine in meiner Reihe saß, keine Stühle links und rechts und dann war ich wieder in Menschenmassen eingequetscht. Schließlich platzierte sich eine Familie rings um mich und schielte immer auf meinem Platz. Hier wurde es mir dann zu blöd und obwohl es keine Plätze mehr gab, gab ich den meinigen auf.

Ich platzierte mich nun an einer anderen Ecke, wo ich zwar stehen musste, mir aber ein durchaus annehmbarer Blick auf die Bühne gegeben wurde. Es stellte sich nach und nach heraus, dass ich mit diesem Platz eine schlechte Wal getroffen hatte, denn im Grunde hatte ich immer freie Sicht. Den einzigen Nachteil den dieser Platz hatte war, dass hier eine Mutter mit ihrem kleinen Sohn saß, was für sich betrachtet nichts schlimmes ist, doch der kleine Kerl meinte mich ständig antatschen zu müssen oder er zog an meinem Hemd. Nach einer gewissen Zeit begann das wirklich zu nerven. Die Mutter versuchte zwar ab und zu mit Samoanischen Erziehungsmitteln, d.h. er bekam min. alle 2 Minuten einen Klaps, dem Einhalt zu gebieten, doch der Junge war schon reichlich abgehärtet. Er ignorierte alles was die Mutter wollte.

Bis die Veranstaltung begann verging schließlich noch eine Menge Zeit. Es wurden dann erst Reden gehalten, die an sich meist nicht sehr interessant waren, doch wenn man sie nicht versteht noch mehr an Reiz verlieren. So hatte ich schon rund 3 Stunden herumgestanden, bis die Tanzdarbietungen begannen. Es war natürlich wie immer sehr warm und so schwitzte ich doch gehörig und ich hatte einen gewaltigen Durst. Ich hatte aber versäumt etwas zu Trinken mitzunehmen und so trocknete mein Mund mehr und mehr aus.

Die Tanzdarbietung war wirklich eine Wucht. Es wurden die Tänze und Kostüme der verschiedenen Inselgruppen im Pazifik gezeigt. So zeigte man etwas von den Cook Inseln, Fiji, Tonga und Samoa aber auch etwas allgemeines. Da hier mal die Tänze alle gebündelt gezeigt wurden, konnte ich durchaus erkennen, dass es Parallelen gab, aber auch deutliche Unterschiede, die sich aber nicht nur durch die verschiedenen Kostüme auszeichneten. Die Show wurde reichlich beklatscht und da die Truppe anschließend nach Deutschland ging, gab es die diversen Ansagen zwischen den Showelementen alle in Deutsch. Das war wirklich praktisch.

Etwas Belustigung gab es durchaus auch. So lief einmal ein Hund auf die Tanzfläche und kümmerte sich nicht darum, dass er dort mehr als störte. Die Tänzer tanzten stattdessen geschickt um ihn herum, so dass der Zuschauer kaum merkte, dass dieser Störenfried herumlief. Mehr Gelächter gab es, als die Tänze von Fiji vorgeführt wurden. Hier mussten die Frauen die Hüften ordentlich schwingen und bei einem Mädchen hielt der Rock nicht so gut und er folgte bei jedem Schwung der Hüften der Schwerkraft. Sie mühte sich redlich ab das Teil festzuhalten und trotzdem gewann immer wieder die Anziehungskraft der Erde.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten die Feuertänzer. Hier wurden Fackeln gedreht, geworfen, mit den Füssen oder den Händen gefangen usw. Es war wirklich spektakulär. Diese einstündige Vorführung hatte es wirklich in sich gehabt und ich überlegte, ob ich sie mir in Deutschland nochmals ansehen sollte.

Als sich abzeichnete, dass die Vorrührung zu Ende war, verdrückte ich mich sogleich, denn mein Durst war kaum mehr auszuhalten. Auch wollte ich dem Menschenstrom zuvorkommen, um ein Taxi zu bekommen. Nun war es noch kein Problem und so war ich wenige Minuten später wieder in meiner Unterkunft.

Die Deutsche und der Däne saßen noch auf der Veranda und waren am Plaudern. Ich hatte mir an der Rezeption ein paar Flaschen zu Trinken geholt und eine der Flaschen ließ ich gleich in meinem Mund verdampfen. Ich hockte mich zu den Beiden und da die Deutsche erst am frühen Morgen aufbrach, saßen wir auch lange beisammen und plauderten über dies und das.
Nachdem ihr Taxi gekommen war, verschwanden wir Verbliebenen alsbald in unseren Zimmern, um noch etwas Schlaf zu bekommen.

 

77. Tag – Freitag 08.04.05

West Samoa (Apia) – Kino

Wetter: bewölkt, sonnig, 35Grad, schwül

Der Tatsache, dass ich ungefähr erst gegen 3 Uhr ins Bett kam, trug ich mit damit Rechnung, dass ich mir wirklich viel Zeit lies zum Aufstehen. Eine kurze Unterbrechung gab es nur, als es an meiner Tür klopfte und ich der dort stehenden Putzfrau mitteilen durfte, dass heute eine Reinigung nicht von Nöten sei. Ein „Bitte nicht stören“ Schild gab es hier nämlich nicht.

Es wurde Mittag als ich endlich so weit war mich in die Stadt fahren zu lassen, um am Flohmarkt meine Hemden abzuholen. Ich war gespannt was die Frau so produziert hatte, denn sie hatte auf eine Ausmessung meiner Person verzichtet und hatte nur gemeint, dass sie jemanden in meiner Größe in ihrer Familie hätte. Sie hatte zwar die benötigte Quadratmeterzahl für den Stoff richtig geschätzt, doch das besagte schließlich nicht viel.

Am Flohmarkt wurde ich mal wieder aus allen möglichen Augenwinkeln beobachtet, während ich mir meinen Weg durch die Stände bahnte. Ohne Probleme, was mich durchaus erstaunte, denn am Vortag war ich stellenweise doch etwas verwirrt durch die Gänge gelaufen, erreichte ich den Stand mit meinen Hemden. Was mich etwas stutzig mache war die Tatsache, dass die Frau mit den anderen Markthändlern in ihrer Nähe irgendetwas austauschte, was ich natürlich nicht verstand, und alle immer am gackern waren. Schließlich sollte ich eines der Hemden probieren. Man meinte nun ich würde hier einen halben Strip hinlegen, doch weit gefehlt, ich zog das Hemd einfach über das, welches ich schon an hatte. Dabei stellte ich fest, dass es durchaus zu knapp geschneidert war. Die Frau meinte, dass das nur an der Tatsache läge, dass ich das andere Hemd drunter hätte. Dagegen lies sich im ersten Moment nichts sagen, doch die Zweifel blieben. So ganz beiläufig erkundigte sie sich, ob ich schon verheiratet sei. Da wusste ich gleich woher der Wind weht und entgegnete, dass ich eine Freundin hätte. Mit der Behauptung verheiratet zu sein, wäre ich nicht durchgekommen, denn ich hatte ja keinen Ehering und so etwas bemerkte man dort sofort. So hatte ich erst einmal meinen Hals aus der Schlinge gezogen, doch so ganz aufgegeben wurde nicht, denn man meinte, ich solle das nächste Mal mit Freundin vorbeikommen. Ich packte nun lieber schnell die Hemden und zog von dannen.

Ich muss gestehen, dass ich nicht übermäßig glücklich war, denn ich war ziemlich sicher, das ich die Hemden kaum gebrauchen können würde. So überlegte ich, wie ich mich zerstreuen könnte. Die Lösung war denkbar einfach. Ich gehe ins Kino. Vom Flohmarkt war es nicht weit entfernt und so stand ich relativ schnell vor der Kasse und erkundigte mich was heute so lief. Da ich die meisten Filme schon gesehen hatte, blieb nur noch ein Film mit Vin Diesel mit der Bezeichnung „The Pacifier“ (Der Babynator). Was mich bei diesem Werk erwartete, wusste ich nicht, doch erschien zumindest ganz lustig zu sein. Im Moment hatte ich jedoch noch etwas Zeit und die wollte ich nutzen, um zur Touristeninformation und dem Büro von Green Turtle zu gehen.

Als ich die Touristeninformation betrat, begrüßte mich mal wieder das Mürrische Gesicht des Mädchens hinter dem Informationsschalter. Das kannte ich aber schon und so sah ich großzügig darüber hinweg. Als ich mich nach den Anfangszeigen für die Rugby Spiele am kommenden Tag erkundigte, schaute sie mich nicht nur mürrisch, sondern gleichzeitig unwissend an, was eine interessante Mischung ergab. Da sie keine Antwort parat hatte, holte sie einen ihrer Kollegen und der konnte mir sogleich diese und auch andere Fragen beantworten. Er war ihr auch beim letzten Mal zur Seite gesprungen und hatte die Legende vom freundlichen Samoaner aufrecht erhalten. Als all meine Fragen geklärt waren, ging es weiter zu Green Turtle, wo ich mich erkundigen wollte, ob es vielleicht eine weitere Ausflugsfahrt gäbe, die ich am folgenden Sonntag oder Montag in Anspruch nehmen könnte.

Bei Green Turtle angekommen wurde gerade das Büro umgebaut und daher verlief die Bedienung etwas durcheinander. Witziger Weise erinnerte sich die Frau an meinen Namen, obwohl sie mich noch nie bedient hatte. Ich überlegte, ob mir das zu denken geben sollte. Ich verdutzte sie dann aber auch und fragte, ob sie Maria sei. Sie schaute verwundert und meinte „Ja“. Nun war sie es die verdutzt war, woher ich ihren Namen kannte. Ich machte es dann schon etwas spannend bis ich ihr erklärte, dass der Manager von meiner Unterkunft ihren Namen erwähnt hatte.

Was den Ausflug betraf, so gab es nicht mehr viel Auswahl. Den Ausflug nach Opolu hatte ich schon gemacht, und so blieb nur die Fahrt nach Savai’i. Was mich jedoch an diesem Ausflug störte war zum einen der Preis, denn es kamen 2x 50 Taler (20 Euro) Taxifahrt zu dem Ausflugspreis. Auch würden viele und höhere Extrakosten für die verschiedenen Sehenswürdigkeiten hinzukommen Zudem hätte ich schon vor 5 Uhr meine Fahrt beginnen müssen, da ich die erste Fähre zwischen den Inseln erwischen müsste. Trotz all dieser Punkte entschloss ich mich den Ausflug in Angriff zu nehmen, so hätte ich doch noch einen Überblick über die andere Insel gewonnen.

Ich hatte nun noch etwas Zeit und so nutzte ich das Internetangebot. Leider stellte es sich als wirklich langsam heraus und das konnte nicht daran liegen dass 3 Leute im Moment gemeinsam surften. So hatte ich jedenfalls die Gewissheit, dass ich beim nächsten Mal wieder im Internet Cafe in der Stadt meine Arbeiten erledigen würde. Für ganze 80 Euro Cent lies ich mich dann zum Kino fahren und ereichte es keine Minute zu früh. Ich hatte gerade mal genügend Zeit um noch etwas zum Trinken zu erstehen. Als diese Versorgung beendet war, meinte das Mädchen, dass das nicht ginge. Ich hatte keine Ahnung was sie wollte und es dauerte einige Zeit bis wir herausfanden was sie meinte. Ich hatte noch mein Cap auf und den sollte ich bevor ich den Kinosaal betrat abnehmen. Es war eine etwas befremdliche Aufforderung, doch wenn das hier so war, nahm ich sie halt hier schon ab. Im Saal hätte ich sie ohnedies abgesetzt, da dort die Sonneneinstrahlung eh nicht so intensiv war.

Im Kino waren Kinder in der Überzahl und die waren teilweise so Jung, dass ich mir nicht sicher war, ob dieser Film für sie geeignet war. Es sollte mir aber egal sein, und so suchte ich mir einen Platz wo ich weitestgehend alleine saß. Bevor der Hauptfilm begann gab es etliche Trailer, was ich schon mal nicht schlecht fand, denn so bekam man eine Ahnung was es zukünftig noch geben könnte. Schließlich kam ein Trailer der mich aufhorchen ließ, denn Bilder und Geschichte kamen mir so vertraut vor. Es dauerte auch nicht lange bis die Lösung auf der Leinwand erschien. Es war der Trailer zum Film „Per Anhalter in die Galaxis“. Die Vorstellung, dass eine neue Version dieser Geschichte ins Kino kommt, begeisterte mich völlig und nun war es fast egal wie der nachfolgende Film sein würde. Doch auch der war nicht ganz so schlecht und ich musste ab und zu schon mal Lachen.

Als ich das Kino verlies, hatte ich Hunger, denn bislang hatte ich noch nichts zu mir genommen. Ich erinnerte mich an den Namen eines Lokals, welches nicht schlecht sein sollte. Ich war mir nur nicht mehr sicher, wo es genau sein sollte. So startete ich einen kleinen Spaziergang durch den Ort, der sich letztlich auf rund 2 Stunden ausdehnte. Was bei den heutigen Temperaturen nicht ganz so erfreulich war. Ich sah irgendwann ein, dass ich das Lokal nicht finden würde und lief zurück zu meiner Unterkunft. Auf diesem Weg wurde ich ständig von allerlei Kindern angequatscht, was nicht so viel Freude machte, da sich die Unterhaltung nicht so richtig einordnen lies.

Den restlichen Abend lies ich die Klimaanlage für mich arbeiten und ich genoss die Kühle in meinem Zimmer.

 

78. Tag – Samstag 09.04.05

West Samoa (Apia) – Etwas Pech

Wetter: bedeckt, Regen, sehr schwül

Als ich am Morgen relativ spät erwachte, goss es vor meinem Fenster wie aus Kübeln und ich sah die geplanten Tagesaktivitäten im wahrsten Sinne davonschwimmen. Zudem bemerkte ich, dass mein Mund völlig ausgetrocknet war, was zumeist ein Anzeichen dafür war, dass ich Krank zu werden drohte oder auch schon war. Auch hatte ich leichte Gleichgewichtsprobleme, was meinen Verdacht verhärtete. So entschloss ich mich, zumindest am Sonntag im Bett zu bleiben, um mich für den Montag auszukurieren.

Trotz meines Unwohlseins entschied ich mich am späteren Vormittag zumindest in die Stadt zu fahren um dort ein wenig Zeit im Internet-Cafe zu verbringen. Als mein Taxi kam, war die kurze Trockenzeit wieder vorüber und es begann erneut zu Regnen. Zudem hatte ich eine Diskussion mit dem Fahrer für den zu entrichtenden Fahrtpreis. Hier gab es ja keine Taxameter und so war die Abrechnung für mich zumindest etwas undurchsichtig. Der Fahrer klärte mich nun auf, auf welche Anhaltspunkte es ankäme und wonach der Preis festgelegt wurde. Diese Erklärung war nicht wesentlich einleuchtender, aber ich nahm den Preis nun so hin. Nachdem das geklärt war, fing er an und meinte, dass Taxifahren hier doch sowieso so billig sei, denn er wäre in Neuseeland Taxifahrer gewesen und das sei doch viel teurer als hier. Ich klärte ihn auf, dass selbst Neuseeland für mich ein Schnäppchen war im Vergleich zu Deutschland und müsste ich hier deutsche Preise bezahlen, müsste ich den 10 – 20fachen Betrag entrichten. Doch das sei hier sowieso nicht von Bedeutung, denn in Samoa war ich nur bereit den ortsüblichen Betrag zu bezahlen. Er stimmte mir dann zwar zu, gab aber noch immer keine Ruhe.

Während der Fahrt nahm der Regen immer weiter zu und obwohl ich nur 2 Meter von der Tür zum Internet-Cafe entfernt abgesetzt wurde, bekam ich eine ordentliche Ladung Regen ab. Im Cafe nutze ich dieses Mal die Möglichkeit PrePait zu Surfen, denn dadurch lies sich sehr viel Geld sparen und man war nicht weniger flexibel wie ohne diese Vorrauszahlung, denn den Betrag, den man nicht in Anspruch nahm, konnte man zu jedem beliebigen anderen Zeitpunkt in Anspruch nehmen.

Während ich an meinem Computer saß und vor mich hin tippte gönnte ich mir auch den ein oder anderen Blick aus dem Fenster und ich stellte fest, dass der Regen nicht gewillt war weniger zu werden. Zwischenzeitlich wurde der Niederschlag so stark, dass ich die Geschäfte auf der anderen Straßenseite nicht mehr erkennen konnte. Als das Cafe jedoch gegen 12 Uhr schloss, legte der Regen kurz eine Pause ein. Ich war mir, nach einem Blick zum Himmel nicht sicher, wie sich heute das Wetter weiter verhalten würde und daher wollte ich eigentlich ins Kino gehen. Leider gab es nichts im Angebot was ich noch nicht gesehen hatte. So fiel ganz spontan die Entscheidung doch die Rugby Spiele anzusehen. Ich schnappte mir ein Taxi und war nach relativ langer Fahrt schließlich im Apia Park, wo die Spiele stattfinden sollten.

Ich hatte am Vortag in der Touristeninformation schon gelernt, dass heute den ganzen Tag gespielt wurde. Begonnen wurde um 9 Uhr und auf allen zur Verfügung stehenden Spielflächen wurde bis zum Abend gespielt, wobei im Stationbereich die höherwertigen Spiele durchgeführt werden sollten.

Nachdem ich meinen Eintritt von 80 Euro Cent entrichtet hatte, begann ich mich etwas umzusehen. Es war so, wie es mir beschrieben worden war. Um das Station gab es noch etliche andere Spielflächen, bei denen es sich jedoch nur um Wiesen handelte. Diese hatten unter dem Regen stark gelitten, denn sie standen teilweise ordentlich unter Wasser. Da mir mein Kreislauf bei der hohen Luftfeuchtigkeit etwas zu schaffen machte, ging ich im Grunde gleich ins Stadion, denn dort konnte man sich hinsetzen und die Spiele ansehen. Nun muss ich zugeben, dass ich von diesem Spiel überhaupt keine Ahnung habe und trotzdem genoss ich das zusehen. Besonders interessant war es für mich, wenn der Ball wieder eingeworfen wurde, denn dort versuchten die Mannschaften durch Anheben eines Spielers irgendwie an den Ball zu kommen. Auch die Kämpfe um den Ball waren teilweise sehr aufregend. Dass es gelegentlich gut zu Sache ging bemerkte man spätestens, wenn mal wieder der Sanitäter kurz auf das Spielfeld musste, um einen der Spieler zu verarzten.

Während ich den Spielern gespannt zuschaute und das ein oder andere Bonbon verzehrte, merkte ich auf einmal ein mir unbekanntes Objekt im Mund. Ich fischte es heraus und staunte nicht schlecht, denn ich hielt eine meiner Kronen in der Hand. Die Vorstellung eines dieser Teile verlustig gegangen zu sein, fand ich nicht sehr beglückend, denn in Samoa wollte ich eigentlich nicht zum Zahnarzt gehen. Vielleicht war die Sorge unberechtigt, doch wenn es um die Zähne geht, wollte ich kein Risiko eingehen.

Erfreulicherweise blieb es die gesamte Zeit meiner Spielbeobachtungen und das waren mehr als 3 Stunden, im Prinzip trocken. Es kam nur ein Mal ein kurzer Schauer hernieder, doch das war nichts im Vergleich zu den vorhergegangenen Niederschlägen. Als ich schließlich ging, wurde ich am Ausgang gefragt, ob es mir gefallen hat und ich konnte es guten Gewissens bejahen. Am Station selber gab es keine Taxis und so musste ich erst einmal bis zu Hauptstraße laufen, bis ich eines einfangen konnte, damit ich wieder zu meiner Unterkunft kam. Auch dort war es dann nicht ganz einfach an ein Taxi zu kommen, doch letztlich gelang es mir und ich lies mich zur Unterkunft kutschieren.

Die meiste Zeit des Nachmittags verbrachte ich in meinem wohltemperierten Zimmer und laborierte etwas an meiner stärker gewordenen Erkältung und dem Zahn herum. Beides jedoch mit wenig Erfolg. Obwohl mir das Krater ähnliche Loch in meinem Mund arg Sorge machte, entschied ich mich irgendwann doch noch etwas zum Essen zu besorgen, denn bislang hatte ich noch nichts zu mir genommen. Als möglicher Ort schwebte mir eine in der Nähe gelegene Pizzeria vor. Wie sich herausstellte lag sie wirklich in der Nähe und so war ich nach rund 5 Minuten Fußweg schon bei ihr. Ich wollte mir anfangs die Pizza zum Mitnehmen holen, doch der Laden sah so nett aus, dass ich mich entschied dort zu Essen. Sah man von den Temperaturen ab, so vergaß man in Restaurant selber, dass man sich im Pazifik befand. Auch bei den Preisen war nichts von den Preisen hier auf der Insel zu merken, denn die waren gesalzen. Trotzdem überlegte ich zu welcher Größe ich mich überreden sollte. Schließlich nahm ich die kleinste mit schlappen 15 cm Durchmesser.

Während ich auf meine Pizza wartete, kam einer der Köche durch das Restaurant gelaufen und er begrüßte mich aufs herzlichste. Als ich ihn nun genauer ansah, erkannte ich ihn. Es war einer von den Jungs, mit denen ich via Shuttle vom Flughafen in die Stadt gefahren war und mit dem ich mich so nett unterhalten hatte. Wir plauderten nur kurz, denn er musste schließlich meine Pizza machen.

15 cm Pizza ist nicht viel, das merkte ich, als sie mir vorgesetzt wurde, doch bei dem Loch im Mund war es genug, denn all zu leicht verschwanden ganze Stücke der Pizza im betroffenen Zahn. Das Bezahlen dauerte länger als das verzehren der Pizza, doch als ich aufbrechen wollte, begann es ganz leicht zu regnen und binnen weniger Sekunden wuchs sich das zu einem gewaltigen Wolkenbruch aus. Es dauerte fast 15 Minuten, bis der Regen wieder etwas nachließ. Diese Gelegenheit nutze ich, um zurückzulaufen. Doch ganz trocken kam ich nicht durch, denn der Regen nahm dann doch nochmals kurz zu und so musste ich mich erst mal auswringen, als ich mein Zimmer erreicht hatte.

Dank meiner kleinen Hörspielsammlung lies sich der Abend mal wieder angenehm verkürzen und für genügend Abwechslung sorgen.

 

79. Tag – Sonntag 10.04.05

West Samoa (Apia) – XXL

Wetter: bewölkt, warm, schwül

Was gibt es über diesen Tag mehr zu sagen, als dass ich das Vorhaben mich auszukurieren aggressiv in die Tat umsetzte. Ich wurde nur mal wieder von den Reinigungskräften aus dem Bett gescheucht, obwohl ich sie schon am Freitag gebeten hatte, erst wieder am Montag bei mir vorbeizukommen.

Gegen Abend fühlte ich mich etwas besser und ich hatte wieder ordentlich Hunger. Weil kein anderer Laden als der Pizzeria in der Nähe war, ging es auch an diesem Abend wieder dort hin. Als ich meine Unterkunft verlies staunte ich nicht schlecht wie viele Menschen unterwegs waren, denn in Tonga waren an einem Sonntag die Straßen leergefegt. Hier kam ein Auto nach dem anderen und alle waren sie blitz blank und wirklich riesig. Zumeist handelte es sich um Pickups und mindestens immer noch eine Person saß auf der Ladefläche. Ich hatte, da die Autos alle neu und ordentlich aussahen, den Eindruck, dass man am Sonntag das gute Auto herausholt und eine Runde durch die Stadt dreht.

Dieses Mal wollte ich auf jeden Fall meine Pizza nur mitnehmen. Als ich mir das Angebot betrachtete, fiel mir auf, dass es die Pizza auch in einer XXL Ausgabe geben sollte, was einen Durchmesser von 32 Zentimeter bedeutete. Als ich meine Bestellung in Auftrag gab, schaute man mich fragend an und erkundigte sich schließlich auch, ob ich mir wirklich sicher sei diese Größe ordern zu wollen, denn dies sei doch eine sehr große Pizza. Um nicht in Diskussionen verwickelt zu werden, meinte ich, dass sie für 2 Tage reichen müsse und das hörte sich dann auch für mich nicht schlecht an. 20 Minuten später bekam ich den Karton mit der Pizza in die Hand gedrückt und das war sicherlich der peinlichere Moment, denn nun musste ich diesen riesigen Karton durch die Gegend schleppen und jeder konnte es sehen. Ich wurde dann auch, wie ich es befürchtet hatte auf dem ganzen Weg zurück aufs genaueste beobachtet.

In der Herberge hockte ich mich zu ein paar anderen Leuten auf die Veranda und begann mich über die Pizza her zu machen. Durch den Duft verlockt, verschwand schließlich der ein oder andere und erschien dann wieder mit irgend etwas vom Italiener. Es war schon lustig.

Da für mich am kommenden Morgen der Wecker auf 4 Uhr gestellt war, wollte ich nicht all zu lange auf bleiben um die Nacht nochmals zu nutzen um gegen die noch vorhandene Krankheit anzukämpfen.

 

80. Tag – Montag 11.04.05

West Samoa (Sawai’i)/Los Angeles – Ups

Wetter: sehr gemischt, warm, schwül, Regen

Obwohl ich am Vortag viel Ruhe hatte, fiel es mir schwer schon um 4:00 Uhr auf meinen Wecker zu hören. So dauerte es auch entsprechend lange, bis ich aufstand und mich für den anstehenden Tag reisefertig machte. Pünktlich stand ich zur Abholung bereit, doch was nicht kam war mein Fahrzeug. Ich hatte durchaus Zweifel, dass ich die richtige Uhrzeit im Kopf hatte. Ich verschwand deshalb wieder kurz in meinem Zimmer, um meine Notizen zu prüfen. Es stellte sich heraus, dass alles korrekt war und als ich schließlich wieder nach draußen ging, stand das Fahrzeug schon bereit. Im Auto saß Skipper. Es freute und verwunderte mich, denn er musste an diesem Tag noch den Inselausflug durchführen. Wir begrüßten uns und Skipper zerzählte etwas davon, dass jemand sich verspätet hatte. So recht verstand ich es nicht. Ich bemerkte nur, dass er ganz schön aufs Eisen trat und wir in Rallye Manier in Richtung Fährhafen, welcher in rund 45 Kilometer Entfernung lag, fuhren. Als wir schließlich ankamen, erkundigte er sich nach der Zeit und es stellte sich heraus, dass er die gesamte Strecke in rund 25 Minuten bewältigt hatte. Ich meinte nur, ob dies sein Rekord sein, verschmitzt grinste er und meinte nur „Nein“.

Im Hafengebäude erwarb ich meinen Fahrschein für die Überfahrt und lange warten, bis ich auf die Fähre durfte, brauchte ich auch nicht. Als ich mich in Richtung Fähre auf machte, war es draußen noch so dunkel, dass ich absolut nichts sah. Auch die Fähre sah ich kaum, denn mir schien ein heller Scheinwerfer vom Boot direkt in mein Gesicht. Auf der Fähre gab es ein paar Bankreihen auf denen man die 90minütige Überfahrt abhocken konnte. Zum Glück hatte ich die Fähre als einer der ersten bestiegen, denn alsbald bekam ich mit, dass die Fahrgäste die Bänke gerne als Liegeplatz verwendeten und damit schnell der zur Verfügung stehende Platz schwand.

Wir verließen im Dunklen den Hafen und so gab es keinen Grund sich krampfhaft wach zu halten. Es kam jedoch noch hinzu, dass die Fähre nach dem Verlassen des Hafens anfing zu schaukeln und ich musste mir ernsthafte Sorgen machen, dass ich reisekrank werden würde. So schloss ich lieber die Augen und schlief die meiste Zeit der Überfahrt. Ab und zu stand ich zwar auf und wanktedank des Wellengangs an die Reling, um ein paar Fotos von der Überfahrt zu machen. Wie ich dabei merkte begann sich sofort ein gewisses Unwohlsein einzustellen und so war es angebracht, mich schnell wieder hinzulegen. So war ich auch froh, als die Fähre schließlich am Hafen von Sawai’i anlegte.

Mein erster Weg führte mich trotz aller Vorsichtsmassnahmen auf die Toilette. Dort hatte man eine interessante Technik, um Toilettenpapier zu sparen ersonnen. In den einzelnen Kabinen gab es kein Papier, sondern nur in einem Behälter, bevor man die Toilette selber betrat. Hier konnte man sich nun bedienen und soviel mitnehmen wie man meinte zu brauchen. Interessant fand ich nur die Vorstellung, dass wenn man sich verschätzte und in der Toilette fest saß. Ok, lassen wir das.

Mein Fahrzeug von Green Turtle lies etwas auf sich warten, doch bislang gab es keinen Grund nervös zu werden und während ich diesen Gedanken formulierte, kam das Gefährt schon um die Ecke. Mein Fahrer begrüßte mich und meinte, ich solle mir ruhig Zeit lassen und mir erst mal was zu Essen im Laden am Hafen gönnen. Ich nahm die Anregung gerne auf, denn ein Frühstück hatte ich noch nicht gehabt. So erstand ich im Laden ein Sandwich und eine Fanta und verputzte das Ganze in Ruhe. Dann wollte der Fahrer seine Rundfahrt jedoch beginnen.

Sie begann mit der Frage, wie lange ich auf Sawai’i bleiben möchte. Ich erklärte ihm, dass dies nur ein Tagesausflug sei und ich die letzte Fähre am Abend bekommen müsse. Er erklärte mir, etwas enttäuscht, dass dies ein Fehler sei, denn diese Insel sei es auf jeden Fall wert länger zu verweilen. So war ich natürlich gespannt, ob er mit diesem Lob auf das Eiland Recht behalten würde.

Da ich alleine im Fahrzeug war, erkundigte ich mich, ob dies so bleiben würde. Es wurde mir erklärt, dass für diesen Tag keine Gäste angekündigt seien und ich somit ruhig bestimmen könne, wann und wo man halten solle. Diese Vorstellung fand ich mal wieder ausgesprochen sympathisch und ich nahm mir vor, es in Maßen zu nutzen.

Was das Wetter anbetraf, so war es im Moment durchaus freundlich gesinnt und es schien erst einmal ein etwas erfreulicherer Tag zu werden, als jener an dem ich meine Rundfahrt auf der anderen Insel machte. Auch war es heute anfangs nicht so schwül, so dass wir auf die Klimaanlage des Fahrzeuges verzichten konnten. Weit fuhren wir jedoch nicht, denn der erste Stopp sollte an einem kleinen Markt sein. Er sah so aus wie der in Apia und so hielt sich meine Begeisterung wirklich in Grenzen und ich meinte, dass wir diesen Halt durchaus auslassen könnten. Nachdem wir den Ort verlassen hatten, gab es die ersten Strände zu sehen und da im Moment auch die Sonne schien, leuchtete der weiße Sand so herrlich, dass ich um den ersten Stopp bitten musste. Der Strand war zwar nicht sehr breit, doch sah er trotzdem sehr ansprechend aus.

Auf der weiteren Fahrt ging es durch diverse kleinere Orte bei denen mir jedes Mal mitgeteilt wurde wie der Ort hieß. Merken konnte ich es mir nicht, aber ich fand es zumindest erstaunlich, dass mein Fahrer jeden Ort zu kennen schien. Neben den Ortsnamen, schien er auch noch allerlei Bekannte anzutreffen, denn fast im Takt haute er auf die Hupe um mal wieder jemanden zu Grüßen. Dass man für alles Mögliche in Samoa hupte, das hatte ich schon gelernt, doch hier konnte man schon bald meinen es sei ein kleines Hupkonzert was im Verlaufe der Fahrt entstand.

Wir kamen auch an diversen Kirchen vorüber. Besonders interessant war eine Kirche die gerade renoviert wurde. Es stand gerade mal das Gerippe des Gebäudes und es sah schon eher jämmerlich aus, doch konnte man hoffen, dass dieses alte Haus Gottes irgendwann wieder in neuem Glanze strahlen wird. Schließlich erreichten wir einen Ort, an dem man noch mal ein paar Schildkröten beobachten und sogar mit ihnen schwimmen konnte. Das Schwimmen kam für mich nicht in Frage, auch wenn ich für diese Möglichkeit bezahlen musste. Ich begnügte mich damit zuzuschauen wie die Tiere nach den Futterstücken schnappten, die mein Fahrer ins Wasser warf. Die Tiere die hier auftauchten waren relativ klein, denn als Schatten sah man weiter entfernt im Wasser ein wesentlich größeres Tier, doch das wollte beim besten Willen nicht auftauchen.

Wir beendeten gerade die Fütterung, als ein paar Regentropfen zu fallen begannen. Mein Fahrer begann gleich zu rennen und ich merkte sofort warum, denn es dauerte nur Sekunden als des von den Regentopfen in einen heftigen Wolkenbruch überging. Da ich mich nicht so beeilt hatte, wurde ich nun auch ordentlich nass. Im Gegensatz zu den anderen Regenschauern die ich bislang hier in Samoa erlebt hatte, dauerte dieser nicht all zu lange.

Die Fahrtstrecke bis zur nächsten Sehenswürdigkeit dauerte nicht lange. Sawai’i eine Insel die in ihrem Herzen einen Vulkan besitzt war in früheren Jahren nicht von Ausbrüchen verschont geblieben. Der letzte lag nun auch schon rund 100 Jahre zurück und die Lava war in einer breiten Walze vom Berg bis hinunter zur See geflossen. Verletzt oder getötet wurde niemand von diesen Lavamassen, hier handelte es sich um eine sehr zähflüssige Masse die sich nur langsam vorwärts gearbeitet hatte. Heute konnte man nur noch die erkaltete Lava sehen. Da wir direkt hier anhielten, konnte ich einen kleinen Spaziergang über das Lavafeld unternehmen. Ich konnte kaum so weit schauen, wie sich das Feld erstreckte. Die Lava wies unterschiedliche Strukturen und Muster auf, doch durch die vielen Besucher in der Vergangenheit, waren sie oft zertrampelt und man konnte es nur noch erahnen. Besonders gefielen mir große völlig glatte Lavaplatten, die Teilweise von herrlichen Rissen durchzogen waren.

Auch gefielen mir jene Stellen, an denen sich Bäume und Blumen ihren Weg durch die Lava hinauf aufs Licht gebahnt hatte. Hier sah man sehr anschaulich, wie sich die Natur irgendwann das wieder zurück holt, was ihr durch Naturkatastrophen einmal entrissen wurde.

Mittlerweile war die Sonne herausgekommen und so kam ich bei meinem Spaziergang über die Lava gehörig ins Schwitzen, denn durch den schwarzen Untergrund stieg die Temperatur hier schell und dramatisch in die Höhe. Dies war dann auch einer der Gründe, warum ich schließlich freiwillig meinen Aufenthalt hier abbrach.

Nachdem wir weitere Ortschaften, Kirchen und Strände passiert hatten, hielten wir an einer Tankstelle um dem Fahrzeug etwas Benzin zukommen zu lassen. Ich nutze diese Gelegenheit mir mal wieder etwas zu Trinken einzuverleiben. Im Verlaufe dieses Stopps lernte ich über meinen Fahrer ein amerikanisches Ehepaar kennen. Er hatte irgendwann Deutsch gelernt und wollte seine Kenntnisse nun unbedingt an den Mann bringen. Da sich das Tanken jedoch dem Ende näherte fiel die Unterhaltung auch recht kurz aus.

In dem Ort in dem wir diesen Tankstop durchgeführten, hatte eine Familie den gesamten Strand mit einer kleinen Anlage ausgebaut. Der Ort selber sah schon sehr hübsch und aufgeräumt auf, doch die Anlage schlug noch alles. Es gab einen herrlich schönen, vor allem sauberen, weißen Sandstrand an dem sich sehr hübsche Fale entlangzogen. Ich selber hatte einen schmerzhaften Ruf von Mutter Natur erhalten und hatte daher das WC aufgesucht und auch dieser Ort war so sauber und toll, dass der Rest der Anlage nur noch perfekt sein konnte. Ich hatte zwar nicht viel Zeit mir alles anzusehen, doch dies hätte wirklich ein Ort sein können, an dem sogar ich mir hätte vorstellen können den einen oder anderen Tag zu verleben. Allerdings nur unter der Maßgabe, dass es weiterhin so leer sein würde. Die Hauptsaison war noch weit weg und so hätte man die Anlage fast für sich alleine.

Als wir die Fahrt fortsetzten, kamen wir nicht weit, denn an einem anderen Eingang der Anlage, wurden wir hereingewunken und hier war dann Schluss mit dem Luxus, dass wir immer Halten konnten, denn es wurde ein neuseeländisches Ehepaar zugeladen. Als besonders Unterhaltsam stellten sie sich nicht heraus und sie schauten auch immer etwas angesäuert, wenn wir mal wieder halten sollten.

Auf der Rundstraße um die Insel wurde die Gegend immer einsamer und die Ortschaften lagen immer weiter auseinander. Es ging durch tropisch anmutende Wälder und nur ab und zu sah man ein paar Arbeiter, die damit beschäftigt waren den Randstreifen der Straße vom Unkraut zu befreien. Schließlich hielten wir bei einem Hotel. Es sollte die größte Anlage auf der Insel sein. Besonders gefiel es mir nicht, denn es wirkte alles recht zugebaut (es war aber keine Betonburg, wie man sie von anderen Orten kennt) und auch der Strand wirkte eher mickrig. So war ich doch froh, als es schließlich weiterging.

Als nächstes stand ein wirkliches Highlight auf dem Programm. Es sollte eine Hängebrücke benutzt werden dürfen. Bevor wir jedoch dort eintrafen, erzählte der Fahrer wie diese Brücke entstanden ist. Der Ort, in der sie errichtet wurde lag in Mitten eines herrlichen Waldes mit alten hochgewachsenen stattlichen Bäumen. Da die Bewohner keinen Bezug dazu hatten, begannen sie irgendwann mit der Abholzung der Baumbestände. Ein Mann aus Kanada, der eine besondere Beziehung zu diesem Ort und der Landschaft hatte, meinte, man müsse das Abholzen verhindern, den Leuten jedoch eine Möglichkeit geben etwas für ihren Unterhalt zu bekommen. Er entwickelte daraufhin die Idee in den Baumriesen eine Hängebrücke zu bauen. Er lies daraufhin Pläne entwickeln, doch wie sich herausstellte war das ganze schwieriger als gedacht. Doch der beharrliche Wille den Wald und die Leute zu „retten“ obsiegte und so war bald ein Plan entworfen. Es dauerte anschließend trotzdem noch lange, bis die Brücke gebaut war, denn es musste ein stattliches Sümmchen für die Errichtung aufgebracht werden. Doch heute gibt es jene Brücke und mochte man unserem Fahrer glauben, bot diese Brücke dem Ort eine gute Einnahmequelle. Da jeder Besucher 20 Taler (6 Euro) entrichten musste, konnte ich mir das auch gut vorstellen, dass es sehr einträglich für den Ort ist. Es war auf jeden fall mit Abstand die teuerste Sehenswürdigkeit auf beiden Inseln.

Nach dem Entrichten des Entgeltes folgte ein kurzer Fußmarsch durch den Wald, bis wir schließlich den Baum erreichten, den es zu besteigen galt. Zuerst musste man rund 10 – 15 Meter über eine Treppe einen der Bäume erklimmen. Dann stand man vor der Hängebrücke. Sie war zwar nicht spektakulär lang, doch von hier oben schaute man nur auf das Blätterdach von anderen Bäumen und Farnen. Man hatte also keine Rechte Vorstellung wie hoch man nun wirklich war.

Zuerst wagte sich das neuseeländische Ehepaar auf die Hängebrücke. Während er noch recht zügig über die Brücke hinwegmarschierte, dauerte es bei ihr schon bedeutend länger und es bedurfte wohl einiger aufmunternder Worte ihres Gatten und unseres Begleiters auf der anderen Seite, bis sie schließlich auf dem schwankenden Untergrund ihren Weg fortsetzte.

Ich war schon über so viele Hängebrücken in meinem Leben gelaufen, so dass ich annahm, dass die keine übermäßige Herausforderung für mich sei. Doch ganz so war es dann auch nicht. Denn dieses Teil begann doch all zu leicht unangenehm in alle Richtungen zu schwanken, wenn man nicht in einem vernünftigen Rhythmus über sie hinweg lief. Auch blieb ich ab und an mal stehen, um mich umzusehen und zu versuchen zu fotografieren. Dies stellte sich jedoch als schwieriger heraus als gedacht, denn mit einer Hand musste ich mich festhalten und mit der anderen die Kamera im Griff behalten und obwohl ich stand, schwang die Brücke unerfreulich hin und her. Was meine Überquerung nicht erleichterte war der Umstand, dass ich mit meiner Jackenärmel ab und an hängen blieb und es einiger Umstände bedurft mich jedes Mal zu befreien. Doch so weit können 30 – 40 Meter Hängebrücke nicht sein, dass man nicht irgendwann dort ankommt.

Hier hieß es nun den nächsten Baum weiter nach oben zu erklimmen, um von dort einen Blick auf den Regenwald zu bekommen. Hier fand ich die Neuseeländerin vor. Sie wollte beim besten Willen nicht mehr weiter nach oben und ein Rückweg kam für sie auch nicht mehr in Frage. So hatte sie Glück, dass man an diesem Baum ebenfalls eine Treppe gebaut hatte, über die man wieder auf festen Grund gelangen konnte.

Ich arbeitete mich über die Treppe weiter den Baum hinauf. Ab und zu wurde es etwas eng, denn durch den Wuchs der Äste und dem Stamm musste gelegentlich etwas enger gebaut werden. Trotz allem erreichte ich schließlich die etwa 70 Meter über dem Boden liegende Aussichtsplattform.

Die Aussicht von hier war nicht schlecht. Man konnte auf das Blätterdach des Regenwaldes schauen aus dem ab und zu ein anderer Baumriese sein Haupt reckte. Ich genoss es sehr die Aussicht zu genießen. Ärgerte mich aber über all die Dummen Touristen, die es nicht hatten vermeiden können ihre Namen, Initialen usw. in die Rinde des Baumes zu schnitzen. Ob des hohen Preises, lies ich mir durchaus Zeit bei meinem Aufenthalt hier oben. Doch irgendwann musste auch ich den Abstieg wieder beginnen. Als ich die Hängebrücke erreichte, war ich ganz alleine. Alle anderen waren schon wieder am Fuße des Baumes. So stand ich vor der Hängebrücke und überlegte, ob ich sie unbedingt nochmals überqueren müsse. Doch es gehörte schließlich dazu. Ich begann meine erneute Überquerung und da nun ein leichter Wind durch die Bäume strich, begann die Brücke doch unerfreulich zu schwanken und obwohl ich meinte nun besser vorwärts zu kommen, als auf dem Hinweg, kam ich gelegentlich so aus dem Tritt, dass ich meinte ich würde das Gleichgewicht verlieren. Da tröstete es mich auch nicht, dass sich unter der Brücke ein Netz befand. Ich fragte mich nämlich ernsthaft, wie man dort jemanden bergen wollte. Bevor die Horrorszenarien zu arg wurden war die Brücke zu ende und ich stand wieder auf einer Holzplattform und wenige Minuten später hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen.

Es war mittlerweile Nachmittag und ich muss gestehen, dass ich schon ordentlich Hunger bekommen hatte. Da war ich froh, das unser nächster Halt unsere Mittagspause war. Man hatte mich schon darauf vorbereitet, dass das Essen hier anders wäre als auf Upolu, d.h. nichts traditionelles, sondern eher eine „Fastfood“-Versorgung. Doch was ich dann erlebte, fand ich nicht so lustig. Es fing mit den Preisen an. Man wollte hier für eine Nudelsuppe tatsächlich 15 Taler (4,80 Euro) haben, was für die Verhältnisse in Samoa wahrlich an Wucher grenzt, sah man von so Luxusdingen wie Pizza, Hamburger usw. ab. Dennoch orderte sie und hatte insgeheim die Hoffnung, es würde wenigstens eine ordentliche Suppe geben. Doch auch hierbei täuschte ich mich.

Nachdem alle ihre Bestellungen abgegeben hatten, sah ich die Bedienung mit einer 5 Minuten Hühnersuppenpackung von Maggi an mir vorüber kommen auf der die Aufschrift Hühnersuppe prangte. Damit war wirklich klar, dass der Tourist hier abgezockt wurde. Ich erzählte es in netten und beschreibenden Worten meinem Fahrer, der es nur zur Kenntnis nahm. Ich wunderte mich jedoch nur, warum er hier so fleißig in der Küche usw. half.

Als die Suppe kam, hatte man zwar ein paar kleine Fleischstücke und irgendetwas Grünes hineingepackt, es änderte nichts daran, dass ich eine Maggiesuppe, die selbst in Deutschland im Supermarkt nur 50 Cent kostet hier verspeisen durfte. Den Neuseeländern ging es nicht besser, das ihnen gebotene war auch nicht doll, doch sie nahmen es ohne mit der Wimper zu zucken hin.

Als wir die Fahrt fortsetzten, erklärte der Fahrer, dass dies sein Ort sei. Damit war mir natürlich klar, warum er soviel half. Es entschuldigte aber nicht die hohen an Wucher grenzenden Preise.

Es war mittlerweile so spät, dass wir unsere Fahrt zügig fortsetzen mussten. Trotzdem gab es ab und zu mal einen kleinen Halt. Doch unser Hauptziel waren erst einmal die Blowholes von Savai’i. Um dort hin zu gelangen, ging es über eine nicht sehr gut ausgebaute Straße. Unser Fahrer tastete sich an manchen Stellen sehr vorsichtig vorwärts. Bevor wir uns jedoch den Blowholes weiter nähern konnten, mussten wir an einer kleinen Hütte halten und unseren Eintritt entrichten, der wieder mit 5 Tala (1,80 Euro) als moderat zu bezeichnen war. Beim Eintritt tröstete mich zudem, dass das Geld nicht einer einzelnen Person zu Gute kam, sondern dem ganzen Ort zu der die Blowholes gehörten.

Der weitere Weg zu dem Naturschauspiel erlaubte auch nach dem Bezahlen kein zügiges Fahren. Überall schauten Steine hervor und diese waren sicherlich nicht sehr gut für unsere Bereifung. Anfangs war von den Blowholes nichts zu erkennen und die See schien auch nicht sonderlich schöne Wellen zu produzieren, um einen ordentlichen Effekt zu erkennen. Mit den Wellen hatte ich nur bedingt recht, denn als wir die Blowholes erreichten, gab es zwar nicht viele aber dennoch gewaltige Ausstöße an Wasserfontainen.

Die Fontainen die einem hier geboten wurden waren wirklich gewaltig. War eine Welle in die Höhlen gerollt, schoss eine Wassersäule mit hohem Druck und Gewalt mindestens 20 Meter in die Höhe. Dies geschah mit solch einer Wucht, dass es an den Ausstoß einer Kanone erinnerte. Dies war sicherlich auch die Ursache, dass jemand irgendwann die Idee geboren hatte, diese Blowholes wie eine Kanone zu verwenden. Gefüllt wurde das Teil mit einer Kokosnuss.

User Fahrer näherte sich einem der Löcher und warf nun nacheinander Kokosnüsse in die Löcher, um dann in atemberaubender Wucht auf der Wassersäule tanzend davon geschleudert zu werden. Als die Kokosnüsse ausgegangen waren, landete auch noch der Korb im Loch und wurde, während er in der Höhe verschwand völlig zerfetzt.

Von den Blowholes ging es endgültig zur Fähre, denn die Zeit wurde mittlerweile etwas knapp. Aus diesem Grunde musste ich ein Highlight, einen Wasserfall, ausfallen lassen. Die Neuseeländer wollten ihn nicht sehen und so ging es auf direktem Wege zur Fähre. Wir kamen so genau dort an, dass ich, nachdem ich meinen Fahrschein erworben hatte, die Fähre besteigen konnte. Ich war nun jedoch nicht einer der Ersten die an Bord gingen und so konnte ich mir den Sitzplatz nicht frei aussuchen. Vielleicht war es auch gut, denn so saß ich neben einem jungen Mann. Wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns ganz nett, während die Fähre beladen wurde.

Ganz in unserer Nähe wurden 2 Holztransporter aufgestellt und festgezurrt. Mit Ketten wurden diese Trucks am Boden der Fähre verankert und dachte ich an die unruhige Überfahrt vom Morgen, wusste ich auch warum.

Als die Fahrt begann zog ich es vor wieder zu schlafen, denn auch jetzt legte ich keinen Wert auf eine kleine Reisekrankheit. Als das Boot den Hafen verlies, bekam ich plötzlich dauernd Holzstückchen in meinen Mund. Anfangs wunderte ich mich, doch schnell war klar wo diese herkamen. Sie wurden durch den Fahrtwind von den Holztransportern genau in unsere Sitzecke geweht. Als ich aufsah bemerkte ich, dass ich in einem wahren Hagel von Holzspänen saß und nicht nur ich schien unglücklich über diesen Umstand. Da es jedoch keine andere Möglichkeit gab, wo man sich hinsetzen konnte, kramte ich meinen Schirm hervor und verschanzte mich hinter ihm. Allerdings lies das ohnedies bescheidene Schlafvergnügen nun noch mehr nach.

90 Minuten Überfahrt können sich bei solch einer unangenehmen Situation durchaus unerfreulich sein und da ich merkte, dass durch das Holz meine Augen und Nase gehörig anfingen zu jucken, schienen sie auch so etwas wie einen kleinen Allergieanfall ausgelöst zu haben.

Als ich vom Boot herunter kam, stand mein Transport nach Apia schon bereit. Dieses Mal war es nicht Skipper und so ergab sich mal neuer Gesprächsstoff. Auf diese Weise verging die rund einstündige Rückfahrt durchaus schnell. Ich war froh als ich gegen 18:30 Uhr wieder zurück war und nachdem ich mich an der Rezeption mit etwas zu Trinken eingedeckt hatte, verschwand ich auf meinem Zimmer, um wieder in dem herrlich klimatisierten Zimmer die Zeit zu verleben. Dort machte ich mich als erstes über die Reste meiner Pizza her, denn die Hühnersuppe hatte nicht lange vorgehalten.

Irgendwann raffte ich mich auf und begann etwas zu packen, denn schließlich sollte am morgigen Abend meine Heimreise nach Deutschland beginnen. Dieses Mal arrangierte ich mal wieder alles etwas um, denn beim letzten Mal hatte der Rucksack rund 27 Kg gewogen und das war wirklich etwas zu viel um auf jeden Fall ungeschoren einchecken zu können. Bislang hatte ich einfach nur Glück gehabt. So landeten die Köpfe meines Stativs alle samt im Fotorucksack was dessen Gewicht bedeutend in die Höhe trieb. Schließlich war ich so weit, dass nur noch etliche Kleinigkeiten herumlagen.

Mit den Auswirkungen des Holzspänenbeschusses hatte ich noch immer zu kämpfen auch schien es mir angebracht ein kurzes Duschbad einzulegen. Während mir das Wasser auf den Kopf hämmerte, meinte ich, dass es vielleicht keine schlechte Idee sei nochmals die Abflugzeit meines Fliegers zu prüfen. Es war 21:20 Uhr, als ich schließlich so weit war und meinen Flugschein hervorkramte und mich der Abflugszeit widmete. Da staunte ich nicht schlecht, denn es stand dort, dass der Flieger um 00:45 Uhr am kommenden Morgen starten würde. Es fiel mir schwer es zu verarbeiten, denn das waren ja nur noch ganz wenige Stunden auch war ich durch das 3monatige verwenden von AM und PM etwas verwirrt. Ich wollte, um sicher zu gehen lieber noch mal mit dem Mädchen an der Rezeption sprechen. Ich ging dort hin und versuchte ihr an Hand meines Tickets zu erklären, wie ich es mit meinem Abflug so sah. Sie hatte jedoch keinerlei Bezug zur 24 Stunden Zeitangabe und so kamen wir nicht so recht weiter. Ich bat sie daraufhin, dass wir vielleicht am Flughafen anrufen sollten, um Gewissheit zu erhalten. Bis wir eine Nummer fanden, bei der schließlich ein Telefon im Flughafen klingelte, vergingen wieder etliche Minuten. Doch der Mann an der Leitung, der sich über solch einen Anruf etwas verwundert zeigte, bestätigte mir, dass der Flieger nun in rund 3:30 Stunden Samoa verlassen würde.

Ich schaute auf die Uhr und stellte fest dass es 21:40 Uhr war. So verteilte ich eiligst die Aufträge, dass meine Rechnung fertig gemacht und ein Taxi gerufen würde. Ich würde in der Zwischenzeit mein Gepäck packen. Ich gab mir für dieses Vorhaben gerade mal 20 Minuten. Ich flitzte in mein Zimmer und versuchte so exakt wie nur möglich die herumliegenden Dinge einzusammeln und zu verpacken. Ich hatte nämlich keine Lust irgendetwas, wegen dieses Dilemma, liegen zu lassen. Es dauerte dann aber auch genau 20 Minuten, bis die Rucksäcke gepackt vor mir standen. Auch das Taxi war schon da. Nun blieb nur noch die Unterkunft zu bezahlen und sicherzustellen, dass ich das Geld für die Taxifahrt hatte. Ich wollte ursprünglich nämlich nur mit dem Bus fahren und das kostete 10 Tala. Das Taxi hingegen 50. Irgendwie hatte ich das Geld zusammengekratzt, doch damit war mein Geldvorrat völlig erschöpft. Mir blieb nur noch die Summe für die Flughafengebühr, die in Bar entrichtet werden musste.

Als ich im Taxi verschwand, war ich sehr verdutzt, wie herzlich die Frau von der Rezeption sich von mir verabschiedete. Sie war nämlich jene gewesen, mit der ich an meinem ersten Tag das Gespräch bezüglich der verdreckten Handtücher gehabt hatte. Allerdings hatten wir uns die weitere Zeit gut verstanden.

Der Taxifahrer hatte wohl mitbekommen, dass ich es etwas eiliger hatte zum Flughafen zu kommen. Trotzdem zuckelte er gemütlich durch Apia, schwang den Kopf im Rhythmus seiner Musik während mir von seinem Duftbäumchen, welches vor meiner Nase hin und her schwang, etwas übel wurde. Schließlich bog er noch bei einer Tankstelle ein und lies in aller Ruhe den Tank füllen. Ich sagte die ganze Zeit keinen Ton, war aber am Rechnen, ob wir es auch bei seinem Fahrstil tatsächlich noch rechtzeitig zum Flughafen schaffen würden.

Daher staunte ich nicht schlecht, denn als wir die Tankstelle verließen änderte sich zwar nicht sein Fahrstiel, aber die Geschwindigkeit nahm beträchtlich zu. Es wurde nun jede Geschwindigkeitsbegrenzung überschritten die es gab und es erinnerte mich stark an die Fahrt vom Morgen mit Skipper. Die einzigen Male an denen die Fahrt etwas langsamer wurde war, wenn wir uns den Bodenwellen näherten die die Fahrtgeschwindigkeit helfen sollte zu drosseln, oder wenn mal wieder ein Hund auf die Strasse lief. Die Hunde hier hatten absolut keine Angst vor Autos. Sie setzten wirklich drauf, dass die Autos anhielten und sie gemütlich ihren Weg fortsetzten konnten. Bei meiner Fahrt brauchten sie damit aber nicht zu rechnen und so machten die Tiere so manches Mal doch einen kleinen Satz als wir uns ihnen im Highspeed näherten.

Die Strecke vom Hotel bis zum Flughafen bewältigten wir schließlich in rund 30 Minuten und so war es etwa 23:00 Uhr als ich schließlich am Schalter des Flughafens stand. Mein Gepäck brachte es auf rund 24 Kg und so hatte sich die Mühe mit der Umorganisation durchaus gelohnt, doch ganz sicher dass ich nicht irgendetwas im Hotel vergessen hatte, war ich mir nicht. Ich erkundigte mich, wie voll die Maschine sei und ob ich einen guten Platz hätte. Der Mann hinterm Schalter buchte mich dann noch mal kurz um und dann konnte ich von Dannen ziehen. Im Gegensatz zu meinem Flug von Deutschland nach Hawaii hatte ich nun auch alle Bordkarten für den gesamten Flug in der Hand. Das beruhigte schon etwas.

Nun hieß es die Flughafengebühr zu entrichten und nachdem diese Formalie erledigt war machte ich mich auf in Richtung Personenkontrolle. Dort war ich im Moment die einzige Person und so kam ich schnell an die Reihe. Im Grunde hatte ich hier keine Probleme. Nur einige Teile in meinem Fotorucksack hatten das Aufsehen des Personals geweckt. Es wären natürlich die Stativköpfe. Es bedurfte einiges an Erklärung, bis ich dem Mann klar gemacht hatte, welche Funktion diese Teile hatten, doch dann lies er mich unbehelligt ziehen, nachdem ich mühsam wieder alles so im Rucksack verstaut hatte, dass ich ihn auch schließen konnte.

Im Warteraum war es erstaunlich leer, doch begann er sich nun langsam mit den Passagieren der Maschine zu füllen, mit der ich meine Rückreise beginnen würde. Alle Passagiere hatten ihren Sitzplatz räumen müssen und sogar ihr gesamtes Gepäck mitbringen dürfen und als ob das nicht genug wäre, durften sie noch eine Personenkontrolle hinter sich bringen. Ich war nun froh, es schon hinter mir zu haben, denn in diesen Menschenmassen wollte ich nicht die Kontrolle hinter mich bringen.

Als das Einsteigen in den Flieger näher rückte, platzierte man die Waage zur Überprüfung des Gewichtes des Handgepäcks so akkurat, dass ich mir Sorge machte wirklich einmal solch eine Kontrolle über mich ergehen zu lassen. Hier kam mir nun sicherlich zu Gute, dass erst einmal die Transit Passagiere den Flieger besteigen durften und danach erst die hinzugekommenen. Auch war ich nicht einer der Ersten, denn meine Sitzreihe wurde erst zum Schluss aufgerufen. So wurden, als ich an der Waage vorüber kam, schon etliche andere Personen kontrolliert auch mussten etliche ihr Gepäck öffnen um zu zeigen was sich darin befand. Ich versuchte so teilnahmslos wie nur möglich an den Kontrollören vorbei zu kommen und ich schaffte es einfach nur so durchzuschlüpfen.

Im Flieger hatte ich einen recht schönen Platz am Gang und der Sitz neben mir blieb auch leer, so stand dem Flug nach Los Angeles eigentlich nichts im Wege. Nachdem alle Passagiere saßen, begann der Flug recht zügig. Auch verging nicht viel Zeit, bis ein kleines Essen serviert wurde. So recht würdigen konnte ich es allerdings nicht, denn es hatte sich mittlerweile eine lähmende Müdigkeit meiner bemächtigt und so schlief ich nach dem Essen direkt ein. Auch wenn es mir etwas unbequem war und ich nur bedingt gut schlief, bekam ich von den 9 Stunden Flug nicht all zu viel mit. Erst kurz vor der Versorgung mit einem weitern Mal vor der Landung, erwachte ich.

Eine kleine Anmerkung zum Flieger und Service. So viel Glück ich mit meinem Platz und dem Platzangebot hatte, so viel Pech hatte ich mit dem Stewart auf meiner Seite des Gangs. Er hörte bei den Bestellungen nie zu und man bekam im Grunde nicht das was man bestellte. Zumindest betraf es mich und einen Mann auf der anderen Seite des Gangs. So kam ich mit ihm kurz ins Gespräch. Es stellte ich heraus, dass er aus Tonga war und hier geschäftliche Verbindungen aufbauen wollte. Doch mehr als über seine Absichten für die USA unterhielten wir uns über unseren Flugbegleiter, der uns beide mehr als schlecht versorgte. Seine Schlampigkeit mussten dann die anderen Personen des Flugpersonals ausgleichen. Es war uns zwar etwas peinlich, doch verdursten wollten wir auch nicht.

Mir standen nur 2 Stunden für das Umsteigen in Los Angeles zu Verfügung und so nahm ich mit Freude zu Kenntnis, dass wir rund 30 Minuten früher ankamen als es der Flugplan vorsah. So hoffte ich, dass ich ohne zu Hetzen die Einreiseformalitäten, die ich auch als Transitpassagier über mich ergehen lassen musste, hinter mich bringen konnte. Auch verlor der Weg bis zu meinem Terminal etwas an Schrecken. Doch der Zeitgewinn war für die Katz, denn unser Anlegepunkt war noch von einem anderen Flugzeug belegt und so standen wir auf dem Rollfeld herum und warteten mehr als die 20 Minuten, bis wir schließlich andockten und die Passagiere den Flieger verlassen durften.

 

81./82. Tag – Dienstag/Mittwoch 12./13.04.05

Los Angeles – München – Berlin – Gepäck weg

Wetter: sehr gemischt, warm, schwül, Regen

Vom Flugzeug ging es auf direktem Wege zu den Schaltern für die Einreiseformalitäten in die USA. Mir grauste nur insofern davor, da ich nur so wenig Zeit zum Umsteigen hatte und neben den Einreiseformalitäten auch noch mein Gepäck in Empfang nehmen musste, um es erneut wieder aufzugeben.

Nun kann ich nicht behaupten, dass es am Einreiseschalter nicht spaßig war. Vor mir ging nämlich ein Frau mit ihren 2 kleinen Söhnen. Um diese besser unter Kontrolle halten zu können, hatte sie ein Stück Schnur genommen und das eine Ende am einen und das andere Ende am anderen befestigt. Sie hielt die Schnur in der Mitte und so sah es aus, als würde sie die kleinen Gassi führen. An für sich war das schon amüsant genug, doch die kleinen schafften es die Mutter schier um ihren Verstand zu bringen. Sie versuchten stetig dort hin zu laufen wohin die Mutter nicht wollte. Um den Menschenmassen vor dem Schalter etwas besser Herr zu werden, hatte man einen im Zickzack führenden Zugang geschaffen. Gebildet wurde dieser Zugang aus Absperrbändern und den entsprechenden Stützen. Soweit so gut. Hier arbeiten sich die anderen Leute, ich mich und diese Frau langsam in Richtung Schalter vorwärts. Hier hatte die Frau ihre Kinder noch weitestgehend unter Kontrolle. Das Chaos begann, als sie an einer Frau vorüber kam, die kontrollierte, ob alle Unterlagen für die Einreise komplett seien. Hier stellte sich heraus, dass sie noch nicht alles bereithielt. Also musste sie stehen bleiben und ihre Taschen durchsuchen. Diese Gelegenheit nutzten die beiden Kleinen um um die Stützen der Absperrung herumzulaufen. Dabei schlug auch jeder schön eine andere Richtung ein. Der eine links und der andere rechts herum. Das Bänderwirrwarr das hier entstand ist kaum vorstellbar. Auch beim entwirren waren die kleinen keine Hilfe und so dauerte es relativ lange bis alles entwirrt war. Nachdem alles wieder in Ordnung war, konnte ich hinter der Frau direkt bis zum Schalter vorrücken.

Sie wurde dann auch alsbald zum Schalter gerufen, doch sie war so runter mit den Nerven, dass sie glatt am Schalter vorüber lief und es auch nicht schaffte dort hin zurückzukehren. Der Beamte machte nun einen äußerst genervten Eindruck. So rief er mich an seinen Schalter und lies seinen Unmut durchaus an mir aus. Nachdem ich mein Foto und die Fingerabdrücke abgegeben hatte und es in das Hirn des Manns hinter dem Schalter vorgedrungen war, dass ich nur Transitpassagier war, bekam ich meinen Stempel in meinen Ausweis und konnte zu den Gepäckbändern um mein Gepäck einzusammeln.

Am Gepäckband musste ich ganz schön lange warten, bis ich irgendwann mein Gepäckstück an mir vorübergleiten sah. Hier verkürzte mir die Mutter mit ihren Kindern auch wieder die Zeit. Dieses Mal hatte sie die Kleinen auf einen Gepäckwagen gesetzt und fuhr mit ihnen an mir vorüber, um dann am Band ihre Parkposition einzunehmen. Nun sollte man meinen, dass es hier kaum die Möglichkeit geben würde, dass sie Unfug treiben könnten. Doch weit gefehlt. Erst saßen sie noch brav auf dem Wagen, dann kletterte einer der Beiden unter dem Haltegriff des Wagens nach hinten. Das Chaos schien seinen Lauf zunehmen, doch erkannte die Mutter was los war und versuchte den kleinen wieder dazu zu bewegen zurückzuklettern, doch dies war eine wahrlich schwierige Aufgabe. Ich war froh, dass mein Gepäck nun kam und ich zusehen konnte dass es weiter ging.

An der Gepäckkontrolle kam ich ohne Probleme vorbei und so musste ich nur noch zum Gepäcktransitschalter, um dort mein Gepäck wieder aufzugeben. Dort standen so viele Leute, dass ich mich brav hinten anstellen konnte. Allerdings ging es hier etwas zügiger, denn man wurde nur gefragt, ob das Gepäck verschlossen und das meinige sei und schon konnte ich von dannen ziehen.

Nun hieß es den Weg zum anderen Terminal zu finden. Eine grobe Vorstellung hatte ich ja schon, doch war ich mir nicht ganz klar darüber ob ich das Gebäude nach rechts oder links verlassen müsse. Die Frage wurde mir dann abgenommen, denn als ich durch die Tür trat wurde ich von einem der Männer in empfang genommen die einem so hilfsbereit Auskunft gaben, aber am Ende für irgendwelche seltsamen Dinge Spenden haben wollte. Ich meinte gleich, dass ich kein Geld hätte worauf er meinte, er hätte doch gar nicht vom Geld gesprochen. Ich erklärte ihm, dass ich noch lebhaft wüsste wie es hier abläuft. Trotzdem erklärte er mir wohin ich gehen wollte und schenkte sich am Ende den Versuch mir Geld abringen zu wollen. Mein Weg zu meinem Terminal dauerte rund 15 – 20 Minuten und ich sah die Zeit immer schneller davonrasen. Im Terminal angekommen, hielt ich mich dann auch nicht lange auf, sondern begab mich sogleich zur Personenkontrolle.

Dort war klar, dass man wieder in den USA war, denn es hieß wieder die Schuhe auszuziehen. Das Ehepaar hinter mir regte sich so richtig über die Umstände hier auf. Ich hingegen war schließlich nur froh, dass ich meinen Rucksack nicht öffnen musste, weil es irgend welche Fragen gegeben hätte. Ich vermutete aber, dass dies nur daran lag, da ich die USA verlies und in Richtung Europa flog. Als ich mein Gate erreichte, dauerte es nur noch 15 Minuten bis zum Einchecken. Da auf meiner Boardkarte einige Daten fehlten ging ich an den dortigen Schalter und erkundigte mich nach einem für mich besser geeigneten Platz. Hier stellte sich heraus, dass ich noch ein paar Formalitäten zu erledigen hätte und ich bekam trotzdem einen vermeintlich besseren Platz für mich.

Im Flieger angekommen stellte sich schnell heraus, dass aus dem bequemeren Platz nichts wurde, denn zum einen wurde an der Beinfreiheit echt geknausert und auch die Armlehnen machten mir einen Strich durch die Rechnung. Ich konnte sie zwar hochklappen, aber nicht zwischen den Sitzen versenken. Somit war es egal, ob sie heruntergeklappt waren oder nicht. Es war schon sehr verdrießlich.

Der Anfang des Fluges stellte sich als Lufthansa Werbeveranstaltung heraus. Lufthansa da, Lufthansa dort, es wurde bald extrem nervtötend. Zu allem Überfluss fiel schließlich noch das Entertainmentsystem aus und man vertröstete uns auf einen erneuten Startversuch des Unterhaltungssystems in 2 Stunden. So nahm ich mir den Verkaufskatalog für den Verkauf im Flugzeug vor. Im Gegensatz zu den anderen Fluggesellschaften, außer vielleicht von Japanese Airlines, wo man einen Katalog in der Stärke eines Verstandhauses bekam, war dies ein sehr umfangreiches Heft. Im Grunde blätterte ich nur kurz durch, denn Parfüm, Uhren, Brillen usw. sind zumeist nicht mein Ding. Doch stolperte ich über einen Kopfhörer der mein Interesse weckte. Dieser Kopfhörer besaß nämlich ein Rauschunterdrückungssystem, welches dafür sorgte, dass die Außengeräusche so gut wie möglich eliminiert werden und man somit von ihnen abgeschottet wurde und sich der so entstehenden Ruhe, oder der eingespielten Musik vollends widmen konnte.

Der Preis lag auch in einem Segment was ich bereit war zu entrichten und so kaufte ich ihn schließlich.

Wie sich herausstellte war dieser Kauf eine wirklich tolle Sache. Zum einen konnte man sich durch den Kopfhörer wirklich sehr gut vom Lärm des Flugzeuges abschotten und auch die eingespielten Dinge z.B. die Sprache vom Film konnte man viel besser verstehen. Der Kauf hatte sich somit schon jetzt gelohnt.

Obwohl es sich um einen rund 10stündigen Flug handelte, verzichtete ich darauf zu schlafen. Ich sah mir die Filme an oder lief ab und zu mal durch die Gegend. Ich gebe zu einmal nickte ich für rund eine Stunde ein, doch damit war mein Ruhebedürfnis jedoch schon wieder erfüllt. Das einzige was mir zunehmend zu Schaffen machte war meine Krankheit, die ich seit Samoa mitschleppte. Die Nase lies immer weniger Luft durch und auch der Druckausgleich in meinen Ohren klappte irgendwann überhaupt nicht mehr. Ich japste dann schon etwas, um vernünftig an Luft zu kommen.

In München angekommen blieb mir auch hier nicht all zu viel Zeit, bis zu meinem Weiterflug und so war ich froh, dass die Einreiseformalitäten mehr als reibungslos von statten gingen. Um mein Gepäck brauchte ich mich hier noch nicht zu kümmern, denn ich brauchte es erst in Berlin in Empfang zu nehmen. So konnte ich mich erstmal um die Vervollständigung meiner Bordkarte kümmern. In meinem Ankunftsterminal war die Lufthansa Hausherr und so war es kein Problem einen entsprechenden Schalter zu finden. Ich lies meine Bordkarte bestätigen und alle noch nötigen Daten aufnehmen und bekam anschließend eine neue in die Hand gedrückt. Ob es mit einem schönen Platz in dem Flieger klappen würde, konnte man hier noch nicht sagen, deshalb sollte ich am Gate mich nochmals erkundigen.

Bis zu meinem Gate musste ich schließlich ein ganz schönes Stückchen laufen und ich war durchaus erstaunt wie groß die Anlage war. Erfreulicherweise saßen gerade ein paar Personen am Schalter meines Gates. So nutze ich die Gelegenheit mich noch mal nach meinem Platz zu erkundigen. Wie sich herausstellte hatte der Mann hinterm Schalter wirklich Ahnung und eine gute Vorstellung wie der Flieger weiter ausgebucht werden würde. Er wies mir daher einen anderen Platz zu, bei dem die Wahrscheinlichkeit, dass der Nebenplatz frei bliebe besonders hoch war und so bekam ich schon wieder eine neue Bordkarte.

Mir ging es mittlerweile so schlecht, dass ich sogar begann den kostenlos bereitgestellten Tee zu trinken und zu hoffen, dass er etwas bewirken würde. Er sorgte jedoch nur dafür, dass ich noch öfters auf die Toilette verschwinden musste als ohne ihn. So verging die Zeit bis zum Abflug rasend schnell auch wenn sich der Abflug um rund 30 Minuten verspätete.

Um welches Modell von Flugzeug es sich handelt weis ich nicht, doch das jüngste schien es nicht zu sein. Man hatte nicht einmal probiert dem Flieger von innen den Anschein zu verpassen, dass es etwas neueren Datums war. Doch dieser Umstand belastete mich nicht so sehr, mehr ärgerte mich, dass die Staufächer so mickrig waren, dass mein Rucksack nicht hineinpasste. Mir blieb deshalb nichts anderes übrig als ihn unterm Sitz zu meinen Füßen zu verstauen.

Erstaunt war ich auch über die kurze Flugdauer, die gerade mal mit 60 Minuten angegeben wurde, denn wenn ich mich richtig erinnerte waren für meinen Flug von Berlin nach Frankfurt 70 Minuten nötig gewesen. Im Grunde war es mir aber recht, denn so war ich etwas schneller zu Hause.

Nach Berlin schaffte ich es so gerade noch, doch als der Flieger angelegt hatte, sah ich nur zu, dass ich losflitzte um ins Flughafengebäude zu kommen. Die Natur forderte nachhaltig ihren Tribut. Als ich an meinem Gepäckband ankam, wurde gerade ein Schild aufgestellt auf dem stand „Ausladen beendet“. Das störte mich insofern, da ich weit und breit mein Gepäck nicht entdeckte. Ich erkundigte mich bei einem Mann der augenscheinlich etwas mit dem Entladen des Fliegers zu tun hatte. Er erklärte mir nur, dass nichts mehr im Flugzeug sei und dass ich mich nun an die Stelle für vermisstes Gepäck wenden solle.

Ich verlies daher diesen Bereich und schaute nach, ob mein Bekannter mich tatsächlich abholen würde. Tatsächlich entdeckte ich ihn gleich zwischen den anderen Wartenden. Die Begrüßung viel kurz aus, denn im Moment lag mir mein vermisstes Gepäck noch schwer im Magen.

Als wir das Büro für vermisste Gegenstände erreichten, mussten wir beide gleich mal Grinsen, denn es gab ganze 4 Schalter für die Abwicklung. Das lies nichts gutes Erahnen, wenn man so viele Schalter bräuchte. Vor mir wurde noch ein anderer Fall abgewickelt und dieser zog sich etwas in die Länge. Das lies erahnen, wie es mir ergehen würde. Als ich schließlich dran kam, stellte sich schnell heraus, dass mein Gepäck zumindest bis jetzt noch nicht gefunden worden war. Man wollte von mir meine gesamten Bordkarten aller Flüge haben. Das war schwierig. Sie steckten zwar irgendwo, doch wer konnte schon damit rechnen, dass man schließlich noch alle Flüge nachweisen können musste. Danach ging es in die Beschreibung und die Aufnahme meiner Daten.

Als ich mich erkundigte was zu machen sei, wenn das Gepäck verschwunden sei, meinte die Frau nur, dass man ihnen erstmal 24 Stunden Zeit geben sollte, um das Gepäck zu finden, denn in diesem Zeitraum tauchten wohl viele der Gepäckstücke wieder auf. So machte ich mich zusammen mit meinem Bekannten auf, auf das ich nach Hause käme.

Im Grunde wäre die Reise nun zu Ende, doch es blieb ja noch abzuwarten was aus meinem Gepäck würde. Man hatte mir angeboten, dass ich am Abend nochmals anrufen könne, doch den Termin verschlief ich. Ich rief stattdessen am nächsten Tag an, doch das Gepäck war noch nicht aufgetaucht. Erst gegen Abend des selben Tages klingelte mein Telefon und es wurde mir mitgeteilt, dass mein Gepäck aufgetaucht sei. Wo es nun geblieben war, konnte mir nicht gesagt werden, aber man würde mir mein Hab und Gut am Abend vorbeibringen. So war es dann auch und so konnte ich meinen Urlaub an diesem Abend als beendet erklären.