Südamerika (2009) – Brasilien – 11. Tag – Der Arche Noha sehr nah (17.08.2009)

Noch nie war ich dem Freischwimmerdabzeichen innerhalb eines Zeltes so nah wie in dieser Nacht. Was war passiert?

Als ich am vergangenen Abend im Bett verschwand war es so heiß, dass ich großzügig auf eine Decke verzichtete. Auch hatte ich nur das Innenzelt aufgebaut, um so etwas mehr Luft im Zelt zu haben. Um etwaigen Wetteränderungen Rechnung zu tragen, hatte ich das Zelt in einem der überdachten Flächen anvertraut. Doch all dies erklären aber noch nicht den Wassereinbruch im Zelt.

Ich hatte schon mitbekommen, dass in der Nacht die heiß und trocken begonnen hatte, viele Wetterleuchten den Himmel erhellten. Ich dachte aber darüber nicht weiter nach, vor allem was dies bedeuten könnte. Ich drehte mich stets um und schlief weiter. Irgendwann setzte ein heftiger Wind ein und ich merkte, dass das Wetterleuchten in ein ordentliches Gewitter, mit gewaltigen Sturmböen gewechselt hatte. Auch das ignorierte ich noch, denn ich hatte mein Zelt ja untergestellt.

Irgendwann ließ sich der Sturm und er Regen nicht weiter ignorieren, denn der Regen fiel mittlerweile waagerecht und wurde durch den Sturm gegen das Zelt gepeitscht. Das führte schließlich dazu, dass irgendwann der Wasserpegel in meinem Zelt zu steigen begann. Ich gebe zu, besonders aufregen tat mich das nicht, sonder ich nahm mein Handtuch, was sehr saugfähig sein sollte, und wischte alles fleißig auf. So hielt ich das Unangenehme an dieser Situation etwas in Grenzen.

Irgendwann hatte ich kleine Lust mehr zu wischen. Ich stellte meine Ausrüstung einfach so zusammen, dass die empfindlichen Dinge keinen Schaden bekommen, kroch unter die trockene Seite des Schlafsacks, zog die Beine ein, damit sie nicht in der Pfütze lagen und schlief ein und weiter.

Am Morgen sah ich mir die Bescherung an und stellte mit Befriedigung fest, dass es nicht mehr viel schlimmer geworden war und mein Handtuch fleissige Saugarbeit geleistet hatte.

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Diese Wolke zeigte am Morgen genau das was ich von der Nacht gehalten hatte.
Ein großer Daumen nach unten

Das Element Wasser blieb an diesem Tag weiter bestimmend, doch auf wesentlich angenehmere Weise. Wir wollten am Oberlauf des Rio da Prata schnorcheln gehen und dabei den Fischreichtum des Gewässer kennen lernen.

Das einzige was mir diesbezüglich etwas Sorge bereitete war die Tatsache, dass ein Neoprenanzug getragen werden musste. Ich hatte große Zweifel, dass es einen in meiner Größe gäbe. Um es vorweg zunehmen, es gab einen und durch ein Wunder bekam ich ihn mit Hilfe auch zu. Doch eine ordentlich geschnürte Salami oder Leberwurst gibt sicherlich ein hübscheres Bild ab als ich.

Den Ausflug ins Wasser mußte ich mir leider noch hart erlaufen, denn zum Einstieg in den Fluß mussten rund 40 Min. Fußweg bei großer Hitze in einem Neoprenanzug und zu großen Neoprenschuhen zurück gelegt werden. Das brachte mich wirklich ordentlich ins Schwitzen und meine Konzentration ließ dabei durchaus etwas nach. So blieb ich an einer Wurzel hängen und knallte voller Länge auf den Waldboden. Ich fühlte mich wie einer der Urwaldriesen die hier sicherlich irgendwann einmal umgehaut wurden.

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Der Schnorchelausflug wurde wirklich toll. Nach einer kurzen Einweisung, ließen wir uns mit der Strömung treiben, bei 25 Grad Wassertemperatur sehr angenehm. An Fischen gab es wirklich sehr viel zu sehen und auch wenn überwiegen die dicken Brocken ihre Aufmerksamkeit auf sich zogen, so gab es neben ihnen noch sehr viele kleine Fische zu entdecken.

Apopo „kleine Fische“. In diesem Gewässer gibt es einen wirklich sehr unangenehmen Zeitgenossen – der vielleicht im ein oder anderen deutschen Freibad eingesetzt werden sollte. Dieses Fischchen findet es total toll, sollte jemand ins Wasser urinieren, dem Strahl zu folgen und in den Menschen einzudringen. Hat man ihn mal als Gast, so kann er nur noch via Operation entfernt werden. Also achtete jeder peinlichst darauf, dass einem kein Missgeschick passierte.

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Richtig spannend wurde die Reise den Fluß hinunter, wenn sich Baumstämme durchs Wasser zogen oder das Wasser so flach wurde, dass ich mir wie ein strandender Wal vorkam.

Ich gebe zu, dieses Vergnügen hätte den ganzen Tag noch so weiter gehen können. Doch nach diesem Ausflug war ich rechtschaffen hungrig und müde. Beidem wurde in der Lodge Rechnung getragen. Es gab ein Büfett mit schicken Leckereien und danach konnten wir uns in die bereitgestellten Hängematten legen und ein Erholungs- / Verdauungsschläfchen einlegen.

Auf der Rückfahrt zum Zeltplatz entdeckten wir wieder allerlei Tiere und da immer angehalten wurde, konnten wir sie auch beobachten. Leider waren sie zumeist etwas weiter weg, doch das tat dem herrlichen Ausblick keinen Abbruch.

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Neben Wildtieren gab es auch Rinder zu sehen

Den restlichen Nachmittag verlebte jeder wie er mochte. Die meisten die noch kein Außenzelt über ihrem Zelt hatten, so wie ich, nahmen dies erst einmal nach.

 

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