Japan (2013/14) – Nara – Bekanntes und Neues

20140117_054555_IMG_0313_jiGerade aus Hiroshima zurück, hatte ich den Wunsch geäußert nochmals einen Ausflug nach Nara zu unternehmen. Dies würde dann auch der letzte Ausflug während dieses Urlaubes sein, denn danach hatten wir uns intensiv um das Packen unserer Koffer und dem Aufräumen unserer Unterkunft in Kobe zu kümmern.

Doch für diesen Tag wollten wir nicht an die Abreise denken, sondern uns ganz auf den Besuch von Nara einlassen. Insgeheim hofften wir in einer Mochi Manufaktur zu erleben wie mit purer Muskelkraft diese zähe, für Japaner extrem schmackhafte Speise hergestellt wird.

Bezüglich der Anreise machten wir uns etwas Sorge, denn der Zug war gerne sehr voll. Doch diese Sorge bewahrheitete sich nicht und so konnten wir wirklich bequem und mit ausreichend Platz unsere Fahrt bis ans Ziel genießen.

In Nara angelangt ging es erst einmal in die Touristeninformation, wo wir uns mit hilfreichen Tipps und einem Stadtplan eindeckten. So ausgestattet, ging es das erste Mal zu der Mochi Manufaktur. Doch leider wurde aktuell kein Mochi produziert.

Wir wollten dem Laden noch eine zweite Chance geben, es war ohnedies fast Mittag, also suchten wir uns ein kleines Restaurant in der Nähe und gönnten uns unser Mittagsmal. In dem Restaurant war das Essen wirklich lecker, wenngleich nicht spektakulär.

Als wir das Lokal wieder verließen, welches sich in einer überdachten Einkaufsstraße befand. Versuchte gerade ein Fahrzeug durch diese Einkaufsstraße, die wirklich eine Art “Fußgängerzone” darstellte, zu fahren. Alle Fußgänger schauten etwas verwirrt, doch die Fahrerin wollte unverdrossen ihren Weg fortsetzen. Sie vertraute voll und ganz ihrem Navigationssystem, welches in diesem Falle wirklich daneben lag.

Kurze Zeit später erreichten wir wieder die Mochi Manufaktur, doch auch jetzt gab es keine Aktivitäten zu verzeichnen. Ich war mir auch nicht sicher, dass wir heute noch etwas zum Sehen bekommen würden, denn wir waren in der Nebensaison und da gab es einfach zu wenige Touristen.

20140117_042250_IMG_9911_jiUnverdrossen, setzten wir unseren Weg und liefen zum Tōdai-ji Tempel, den wir schon einmal besucht hatten, doch freute ich mich ihn erneut sehen zu können, denn er war mit seiner gigantischen Statue (Daibutsu / Buddha) wirklich sehr beeindruckend gewesen.

Wir liefen durch einen Park und hatten hier die ersten Kontakte mit den Rehen die den Ort Nara bevölkerten. Uns ließen sie eigentlich in Frieden, doch andere Menschen die nur Ansatzweise nach Essen rochen, oder gar etwas zum Essen dabei hatten, wurden als potentielle Futterquelle bestürmt.

Beim Tōdai-ji Tempel angelangt, war ich mir im ersten Moment nicht sicher, ob es das Gelände war, welches wir in der Vergangenheit besucht hatten, denn es gab keine Verkaufsstände und wirklich wenige Menschen – ja, es war wirklich Nebensaison. Doch ich fand es gut und ich genoss diesen Besuch noch mehr.

20140117_045253_IMG_0007_jiLeider entschied das Wetter etwas unfreundlicher zu werden, denn es begann zu nieseln und schließlich zu Regnen. Wir hatten für unsere Kameras einen schicken Regenschutz dabei und so konnten wir erst einmal unseren Besuch so fortsetzten wie als wäre nichts.

Im Hauptgebäude des Tempel angelangt traf ich wieder auf den 15 Meter großen Daibutsu. Mit seinen 450 Tonnen Kupfer war es wirklich ein gewichtiges Monument. Aber auch die anderen Skulpturen waren nicht weniger eindrucksvoll.

Wenn man sich einer so besonderen zum besinnlichen Herumlaufen auffordernde Umgebung befindet, erwartete ich nicht, dass es etwas zum schmunzeln, Kopfschütteln oder gar Lachen gab. Doch es gab ein wirklich belustigendes Erlebnis.

Im Tempelgebäude gab es einen der Pfeiler, der ein Loch aufwies und durch das man krabbeln konnte, um wie neu geboren auf der anderen Seite herauszukommen. Mit diesem Loch setzte sich ein junger Mann auseinander, der wohl seine Freundin beeindrucken wollte. Doch weiter als bis zu den Schultern kam er nicht in das Loch hinein und ich fürchtete schon er würde stecken bleiben. Ich war aber beeindruckt von seiner Beharrlichkeit, denn erst nach dem 5ten oder 6ten Versuch gab er auf. Er versicherte seiner Freundin aber noch, dass er schon einmal hindurchgekommen war.

20140117_060043_IMG_0353_jiIch schätzte dieses Loch war bestenfalls für Kinder geeignet oder Schlangenmenschen. Also meine Hochachtung vor seinen Bemühungen.

Vom Haupt-Tempel spazierten wir wieder etwas durch einen Park, sahen zu wie Leute mit den Rehen rangen oder wir genossen einfach nur die Umgebung. Als wir an einem kleinen Lokal vorüber kamen war klar, dort mussten wir rein, doch nicht wegen des Essens, sondern uns war nur fürchterlich kalt. Auch regnete es noch und fiel die Entscheidung einzukehren wirklich leicht.

Ich gönnte mir ein Mahl aus Mochi und ich muss sagen in manchen Zubereitungsarten hatte ich wirklich Freude daran es zu verzehren.

20140117_063518_IMG_0421_jiWährend wir in dem Lokal auftauten, besserte sich auch das Wetter und so fiel es schließlich nicht schwer wieder aufzubrechen und eine anderes Gebäude der Tōdai-ji Tempel Anlage aufzusuchen. Dieses Gebäude lag etwas höher am Hang eines Hügels oberhalb des Hauptgebäudes. Es bedeutete mal wieder Treppen zu überwinden, doch es lohnte sich. Dieses Gebäude war wirklich hübsch mit seinen vielen Laternen seiner Holzkonstruktion. Dazu bekam man noch einen schicken Ausblick auf die Landschaft geboten. Es war wirklich ein Ort zum Verharren und Genießen.

20140117_070955_IMG_0488_jiMit diesem Besuch starteten wir den Rückweg zum Bahnhof. Den Weg legten wir so, dass wir noch am Kōfuku-ji Tempel vorüber kamen. Diesen kannten wir auch schon, doch es war auch heute nicht weniger spannend hier zu sein. Zudem legte sich die Abendsonne auf die Anlage, was alles in eine herrliches Licht tauchte.

20140117_083707_IMG_0755_ji20140117_084311_IMG_0797_jiBevor wir den Bahnhof erreichten, ging es natürlich nochmal  zur Manufaktur, doch auch jetzt wurde kein Mochi mehr produziert, sondern nur verkauft. So nutzten wir die Gelegenheit und erwarben zwei und ließen sie uns auch gleich schmecken und ich muss sagen, es war wirklich schmackhaft.

Wir erreichten den Bahnhof zur Rush-Hour und trotzdem bekamen wir ohne Problem einen Sitzplatz. Doch das Glück eines leeren Zuges hielt nur eine Haltestelle, dann stiegen wahre Heerscharen ein und es wurde sehr kuschelig auf der Sitzbank. Es besserte sich auch nicht während der rund 90minütigen Heimfahrt.