Japan (2013/14) – Ise Bucht – Auf ans Meer

IMG_3446_ji Nun geht es das erste Mal hinaus aus der Stadt und ans Meer. Doch nicht nur, dass es an den Ozean geht, nein, es ist eine Art Geheimtipp, diese Bucht von Ise. So freute ich mich um so mehr mal etwas anderes sehen zu können.

Natürlich war die Reise dort hin ein klein wenig beschwerlich, denn es hieß wieder U-Bahn und Zug fahren und etwas mit einem Bötchen schippern. Doch alles stellte sich als weniger übel an als gedacht. Besonders freute mich, dass es im Zug in der Gepäckablage über unseren Köpfen genügend Platz gab, um unserem Gepäck Raum zu bieten. Auch für die Beine war genügend, wenn nicht gar reichlich Platz.

Was mir noch besonders in Erinnerung geblieben war, war, dass nachdem der Zug in den Sackbahnhof von Kyoto und zum Stehen gekommen war, gesch etwas merkwürdiges. Im Zug begannen sich auf magische Weise alle Sitzbänke zu bewegen. Erst war ich verdutzt, dann wunderte ich mich. Doch plötzlich verstand ich es. Alle Sitze drehten sich automatisch um 180 Grad, so dass sie alle samt in Fahrtrichtung ausgerichtet waren. So dass jeder Fahrgast eine Sitzplatz in Fahrtrichtung hatte. Das fand ich irgendwie sehr Kundenorientiert.

IMG_3064_ji Nach einer wirklich angenehmen Zugfahrt, die mir wieder ein paar interessante Aussichten auf Japan vermittelt hatten, erreichten wir Toba (Mie), den Ausgangspunkt für den Ausflug in die Ise Bucht.

IMG_3149_ji Dank des überragenden Wetters – kalt war es trotzdem – genoss ich gleich nach der Ankunft am Hafen das Blau des Meeres und des Himmels und ich wollte ich kaum satt sehen an der Umgebung und den vielen großen und kleinen Kleinigkeiten die es zu Entdecken gab.

Bis zur Abfahrt des Botes zu unserem eigentlichen Ziel der Insel gönnten wir uns noch ein kleines Mittägliches Mahl. Dieses Risiko konnten wir eingehen, nicht dass wir uns Sorgen wegen der Qualität machten, die war wie immer unstrittig gut, doch auch die See war so ruhig, dass keine Komplikationen mit dem Magen zu erwarten waren.

IMG_3160_ji Die Überfahrt verlief dann auch so ruhig wie erwartet. Sehen konnten wir allerdings nicht viel, denn die Passagiere konnten sich nur im Bootsinneren aufhalten und auch von dort war die Aussieht mehr als eingeschränkt. Also legte ich gleich mal ein Schläfchen ein.

Auf Toushi angekommen wurden wir gleich vom Hotelbesitzer in Empfang genommen und via Bus, in den ich wirklich Probleme hatte hineinzupassen, zum Hotel gefahren. Die Fahrt dauerte nicht nur gefühlte, sondern echt 2 Minuten.

Vor einem kleinen 2 stöckigen Haus wurde halt gemacht und wir wurden sehr freundlich herzlich willkommen geheißen und wir erfuhren sogleich, dass wir für diesen Tag die einzigen Gäste waren. Welche Vorzüge uns das brachte erfuhren wir später.

Als wir unser Zimmer bezogen, wusste ich, es wird schmerzhaft aber schön. Bei dem Raum handelte es sich um ein im rein japanischen traditionellen Stiel eingerichteten Raum. Also man hatte auf dem Bode zu sitzen und zu schlafen. Beides war für mich kaum realisierbar und wir mussten uns einiges einfallen lassen, damit ich den Raum so genießen konnte ich ich es gerne wollte. Denn im Grunde fand ich es toll auf diese Weise untergekommen zu sein.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten starteten wir unseren ersten Ausflug ins Örtchen.

IMG_3205_ji Neben der Hauptstraße, auf der mit viel Mühe 2 Fahrzeuge aneinander vorbei kamen, gab es noch die fast nur 2 Personen engen Gassen zwischen den Häusern des Ortes. Die Hotelbesitzerin hatte uns abgeraten uns dort hinein zu wagen, denn man könne sich leicht verlaufen und dennoch wagten wir es, nachdem wir de Hafen ausführlich genossen hatten.

Erfreulicher Weise schafften wir es nicht nur uns etwas durch die Gassen zu arbeiten, sondern auch gleich den einzig richtigen Weg zu finden der uns hinauf auf die Hügel brachte, die sich gleich hinter den ersten Häuserreihen in den Himmel aufrichteten.

Dort ging es steil und stetig über Stufen hinauf und es brachte mich doch einigermaßen ins Schnaufen.

IMG_3399_ji Bei diesem Weg handelte es sich nicht nur um eine Gefälligkeit für Touristen, sondern dieser Weg, wie viele Andere seiner Art, hatten einen lebenswichtigen Sinn. Es waren die Wege über die die Bewohner bei einem Tsunami retten konnten. Sie brachten sie so weit wie möglich in die Höhe, weg vom Meeresspiegel.

Uns wurde durch die Wege nette Aussichten auf das Umland und das Meer geboten, was wir wirklich sehr genossen.

Bei einem der Aussichtspunkte gab es sogar eine Gedänkstätte in form eines Baumes. Dort hatte ein Japansicher General seinen Kopf, nach verlorener Schlacht, verloren.

Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont entgegen und so entschieden wir uns lieber den Weg zurück in die Herberge anzutreten, denn einen Abstieg in der Dunkelheit wollten wir nicht unternehmen.

Bevor die Herberge erreichten, entdeckten wir noch den örtlichen Supermarkt. Dort konnten wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, damit für unser leibliches Wohl an diesem Abend und dem kommenden Morgen gesorgt war. Der Laden war wirklich putzig und hatte sicherlich alles, was der Bewohner so mal eben auf die Schnelle einkaufen wollen würde.

IMG_3493_ji Im Hotel angekommen, kamen wir in den Genuss die einzigen Gäste zu sein, denn es gab dort keine Badezimmer oder ähnliches, sondern nur ein großes Gemeindschaftsbad mit Gemeindschaftswanne.

So konnten wir das Bad direkt und als erste und einzige genießen.

Auf den ersten Blick hört sich es etwas seltsam an, dass man eine Wanne mit andern teilen soll, doch das war kein Problem, denn in der Wanne wurde sich nicht gewaschen, sondern nur gebadet.

Bevor man die die Wanne steigen darf, hockte man sich brav auf seinen kleinen Plasitkhocker und wäscht sich ausgiebig, in dem man mit einer Schüssel Wasser wie in einer Dusche über sich rauschen lässt.

Das Wasser war herrlich heiß und das war auch wichtig, denn ansonsten gab es nur kaltes Wasser und auf den Gängen usw. war es wirklich eiselig kalt.

Unseren Raum konnten wir zwar via Klimaanlage heizen, doch so richtig gemütlich wurde es nicht und musste man in der Nacht hinaus aufs Örtchen, wurde es wirklich sehr frisch.

Alsbald breiteten wir unsere Schlafmatten auf dem Boden unseres Zimmers aus uns überließen uns unsern Täumen und versanken in die erste Nacht auf dieser Insel.

 

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Ein Gedanke zu „Japan (2013/14) – Ise Bucht – Auf ans Meer“

  1. Drehende Sitzplätze in Fahrtrichtung im Zug? Bei uns bekommt die Bahn noch nicht mal ihre bestellten Züge rechtzeitig ausgeliefert – und wenn, dann arbeiten u.a. die Klimaanlagen nicht einwandfrei. Mööp!

    Sehr viele schöne Bilder, die einen guten Eindruck vermitteln. Deine Bilder aus dem Zug erinnern mich an die A61 bei Mutterstadt mit Blick auf die Pfalz.

    Die Friedhöfe am Straßenrand also auch die vielen Klimaanlagen beindrucken.

    LG, Josef

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