Japan (2015) – Wakayama – Ein bisschen Sashimi

Japan (2015) - Thunfisch ShowBislang hatte ich es immer versäumt, mal einen Fischmarkt oder ähnliches aufzusuchen und dies, obwohl Japan ja wirklich ein ausgesprochenes Fisch-Land ist.

Nun war ich hier in Wakayama, und dieser Ort ist für seinen Thunfisch bekannt. Da bot es sich an, sich einmal mit diesem Thema zu beschäftigen. Zumindest mit dem Teil, der sich mit der Filetierung des Fisches beschäftigte.

So planten wir für diesen Tag einen Ausflug zu einem Freizeitpark, bei dem es auch eine „Fisch-Halle“ mit Verkauf und einer Show des fachgerechten Zerlegens eines Thunfischs gab.


Doch zum Beginn einer jeden Unternehmung stand am Morgen das Frühstück auf dem Programm.

Im vergangenen Hotel gab es,  ebenso wie in diesem,  das Frühstück in Form eines Buffets. Doch schon als wir dieses Hotel betraten, wurde mir klar, dass sicherlich Welten zwischen dem letzten Hotel und diesem liegen würden.

Das letzte Hotel schmückte sich zwar mit einem durchgängigen 80er Jahre Charme, doch das Frühstück war ein Knaller.

Ich gebe zu, für einen Europäer mag es eine Herausforderung sein, dort zu frühstücken, denn das Angebot war nämlich ganz auf den japanischen Geschmack ausgerichtet. D.h., es gab viel Fisch, Suppen, und natürlich Reis, halt alles was einem Japaner lieb und teuer ist.

Ich selber liebe zwar mein deutsches Frühstück, kann mich aber auch trefflich mit anderen Angeboten anfreunden und diese genießen und das hatte ich auch im letzten Hotel getan.

Das aktuelle Hotel war brandneu und sehr funktionell eingerichtet. Dies sah man besonders an der Frühstücksecke. Es wirkte sehr klinisch und steril eingerichtet. Das erwartete ich dann auch vom angebotenen Frühstück.

Es kam dann, wie erwartet; oder war vielleicht  meine Begeisterung vom letzten Hotel so groß, dass dieses nur schlechter abschneiden konnte ?

Auch in diesem Hotel war alles auf den japanischen Magen ausgerichtet und so gab es auch hier: Fisch, Reis und Suppe, aber halt alles sehr einfach und vergleichsweise lieblos präsentiert.

Es gab natürlich auch Onigiri, doch in diesem Hotel sahen die für mich extrem wild aus. Dies lag sicherlich an dem Nori-Blatt (Algen-Blatt), welches nicht mehr knackig und knusprig war, sondern feucht und durchweicht (allerdings ist dies durchaus eine beliebte Darreichungsform). Aber auch an der Art,  wie der Reis damit umhüllt worden war, nämlich in etwa so, als würde ich ein Geschenk einpacken, d.h. es sieht absolut unfachmännisch und unordentlich aus.

So wild es aussah und so einfach es präsentiert wurde, es schmeckte am Ende und erfüllte seinen Zweck, dem Tag   damit eine gute Grundlage zu geben .

Gut gestärkt ging es zum Bus, und, obwohl wir wirklich früh an der Haltestelle waren, hatte sich schon eine schöne lange Menschen – Schlange gebildet. Als der Bus schließlich kam, hieß es natürlich drinnen stehen zu bleiben. Was prinzipiell kein Problem wäre, wenn die Teile nicht so verdammt klein wären und sich jeder Fahrgast immer von hinten bis nach vorne zum Fahrer durcharbeiten muss, um dort am Ende seiner Fahrt den Obolus für den Transport entrichten zu können .

In Japan steigt man nämlich oft hinten in den Bus ein, zieht eine Art „Fahrtbeginn-Schein“ und wenn die Fahrt zu Ende ist, geht es nach vorne zum Fahrer, wo man das Geld abgezählt in einen Schlitz zu werfen hat, um schließlich aus zusteigen.

So quetschten sich diverse Leute an mir vorbei, so dass ich regelmäßig im Gesicht eines der sitzenden Fahrgäste hing, was wohl für beide Teile wenig attraktiv war. Es wurde von den anderen Fahrgästen jedoch tapfer ertragen.

Als ein Platz frei wurde, forderte mich meine Frau auf, mich auf jeden Fall hinzusetzen; dies käme allen zu Gute, denn nicht zuletzt würde der Brocken von Mann, der ich nun mal bin, aus dem Wege kommen und ich könnte es mir irgendwie gemütlich machen – na ja, nicht wirklich.

Bis zum unserem Ziel leerte sich der Bus zusehends und dadurch wurde die Fahrt merklich angenehmer.

Dem Bus entstiegen, ignorierten wir den Freizeitpark und gingen direkt in die Fisch-Halle. Dort war es noch sehr leer und so konnte ich einmal ganz in Ruhe eine Runde drehen und ich musste feststellen, dass dem geneigten Fischliebhaber hier sicherlich das Wasser im Munde zusammen laufen würde.

Japan (2015) - FischhalleDeutlich vor der offiziellen Anfangszeit der Thunfish-Filitier-Show, fanden wir uns am Ort des Geschehens ein, doch, wie nicht anders zu erwarten war,
hatte sich schon ein kleine Traube an Menschen gebildet. Trotzdem schaffte ich es, ganz vorne einen Platz bei den Kindern zu ergattern und so hatte ich freie Sicht auf die Show.

Japan (2015) - FischhallePünktlich begann das Ganze, und mit geübten Schnitten ging der Präsentator ans Werk.

Irgendwie hatten wir ja gehofft der Thunfisch wäre etwas größer, doch ich sah ein, dass die Bühne keinen Platz für einen monstermäßig großen Thunfisch hatte, sondern gerade einmal für diesen 25 Kg Brummer.

Japan (2015) - FischhalleJedes Mal, wenn ein Stück aus dem Thunfisch fachgerecht heraus getrennt worden war, wurde den Zuschauern genau gezeigt wie das Ergebnis aussah. Natürlich gab es noch allerlei zusätzliche Informationen, doch da mein Japanisch nicht existiert, bekam ich natürlich nichts mit. Dafür konnte ich mich aber genauer auf die Präsentation konzentrieren.

Nach etwa 15 Minuten waren 50% des Fisches zerlegt und die Show zu Ende.

Ich wollte nicht wissen, wie schnell der Mann diese Arbeit erledigen konnte, wenn er nicht jeden Handschlag erklärte. Es war wirklich sehr beeindruckend.

Im Anschluss an die Show konnte man den frischen Fisch erwerben und auch direkt zum Verzehr zubereiten lassen. Ich selber hatte noch nie ganz frischen Thunfisch gegessen. Ich kannte nur die Version aus der Dose und das hatte nicht wirklich etwas mit der hier angebotenen Qualität zu tun.

So erstanden wir ein schönes Stück und ließen es uns als Sashimi zubereiten, d.h. der Fisch wurde ganz roh verzehrt, ohne das ganze drumherum, welches man vom Sushi her kennt.

Japan (2015) - SashimiWir hockten uns mit dem Mahl an eine angebotenen Sitzgelegenheiten vor der Fischhalle und verzehrten den Fisch.  Für mich war es wirklich etwas sehr leckeres, doch irgendwie bin ich doch mehr der Sushi- als der Sashimi Fan.

Mittlerweile hatte sich die Fischhalle deutlich mehr mit Menschen befüllt, doch auch das hatte seinen Charme und so arbeiteten wir uns noch einmal durch die Halle und betrachteten erneut die angebotenen Produkte.

Nun stellte sich die Frage was noch zu machen sei. In den Freizeitpark wollen wir beide nicht und das lag nicht unbedingt an der Tatsache, dass wir beide die Fahrgeschäfte nicht verkraftete, sondern mehr, dass wir nicht wirkliches Interesse an seinem Angebot hatten. Stattdessen spazierten wir einmal um den gesamten Park und das stellte sich als wirklich spannend heraus.

Japan (2015) - Freizeitpark Japan (2015) - FreizeitparkSicherlich hatte dieser Park sein beste Zeit hinter sind und so waren die Besucherzahlen, zumindest an diesem Tag wirklich überschaubar. Kaum eines der Fahrgeschäfte war im Betrieb oder nur ab und zu sah man etwas Bewegung.

Auch wenn ich diese Umrundung wirklich spannend fand, so lag dies sicherlich eher an dem grandiosen Wetter als an den zu sehenden Attraktionen.

Der Weg um die Anlage dauerte wahrlich nicht lange und schon waren wir wieder zurück im „Europa Dorf“, so nannte sich nämlich das ganze Gebilde.

Japan (2015) - ObsthalleHier gab es neben der Fischhalle noch eine kleinere Halle in der Früchte feil geboten wurden. Das Gebiet hier ist bekannt für seine „Manieren“ und so gab es sie in dieser Halle für kleinen Preis. Dazu schmeckten sie auch noch ausgesprochen lecker.

Schließlich  war der Zeitpunkt der Rückfahrt in die Stadt gekommen und um nicht wieder die halbe Strecke stehen zu müssen, machten wir uns wirklich früh auf dem Weg zur Haltestelle. Diese Vorgehensweise bewährte sich, denn wir waren ganz vorne in der Schlange und bekamen schließlich sogar noch einen der wenigen bequemen Sitzplätze.

Da es sich nun abzeichnete dunkel zu werden und das passierte etwa gegen 17 Uhr, ließen wir diesen Tag ganz langsam ausklingen und ich war froh, es nun endlich mal geschafft zu haben eine Fischhalle, auch wenn sie sehr Touristisch ausgelegt war, besucht zu haben.

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