Japan (2015) – Kōya-san – Tempel-Tag

Japan (2015) - Koyasan - DaimonIn Hashimoto sah der Tag wirklich vielversprechend aus, doch in Kōya-san angekommen, hatte es sich so richtig eingeregnet. Mal viel mehr, mal etwas weniger Regen, doch im Moment schien es nicht so, als wolle es irgendwann aufhören.

Wir hatten schon verschiedentlich Erfahrungen gesammelt, um im Regen zu fotografieren, doch einfach ist es auf keinen Fall. Als gute Hilfsmittel erwiesen sich Duschhauben, die in Japan erfreulicherweise zur Badezimmer  –  Ausstattung gehören (natürlich Einmal- Duschhauben). Daneben  noch die Gegenlichtblende des Objektives. Damit kann man trefflich verhindern, dass das Objektiv immer gleich mit Regentropfen übersät ist und die Duschhaube, na ja, für den Weg zwischen den Fotos.

Nachdem wir am gestrigen Tag den Waldfriedhof genossen hatten, und noch immer von den Eindrücken überwältigt waren, wollten wir uns heute die bedeutendsten, der rund 120 Tempel, in Kōya-san ansehen.

Japan (2015) - KoyasanWir ließen uns mit dem Bus zum anderen Ende von Kōya-san bringen, wo sich ein großes Tor „Daimon“ befand und den Zugang zum Gebiet bildete.

Bevor wir uns jedoch das Tor selber ansahen, ging es noch zu einem kleinen „Jizoo„, dort soll dem Besucher ein Wunsch erfüllt werden. Diese Gelegenheit wollten wir uns nicht entgehen lassen und setzten diesen Besuch gleich an den Anfang unserer Tagesetappe.

Wir liefen,  von Bäumen geschützt,  dort hin und so kam kurz die Illusion auf, der Regen sei vorüber, doch sobald man keine schützenden Bäume über dem Kopf hatte, war die Illusion sofort verflogen.

Japan (2015) - KoyasanNach der Äußerung des Wunsches,  fühlten wir uns gewappnet den Tag anzugehen und es ging zurück zum Daimon Tor.

Das Tor leuchtete mit in seinem herrlichen Rot auch an diesem trüben Tag sehr positiv und das schlug sich auch auf meine etwas gedrückte Stimmung nieder. Doch der Regen sorgte dafür, dass ich alsbald,  wie ein begossener Pudel,  unter dem Tor stand und Regentropfen zählte.

Nun ist Regentropfen – zählen ähnlich einschläfernd wie das Zählen von Schafen und so zogen wir es vor,  die nächste Tempelanlage zu besuchen.

Japan (2015) - Koyasan - DaimonAls wir das dortige Tor betraten, war kaum zu erahnen,  wie lange wir hier verweilen würden, denn es gab so viele Gebäude und Kleinigkeiten zu sehen.

Ich würde hier sehr gerne mehr zu den Tempeln sagen, doch das Internet schweigt sich auf den deutsch und englischsprachigen Seiten dazu aus (offizielle Webseite der Region).

Was jedoch merkwürdig war, ist die Tatsache, dass es in der Standseilbahn Ansagen auf französisch gab und sich herausstellte, dass es überproportional viele französische hier Besucher gab. Dieser Umstand ist uns bislang noch ein Rätsel, da der Ort anscheinend so bekannt in Frankreich ist, aber ansonsten kaum Informationen zu finden sind.

Japan (2015) - Koyasan - DaimonUm wieder auf den leidigen Regen zurück zu kommen, er veranlasste uns recht schnell wieder Schutz unter einem der Gebäude zu suchen und uns von dort einen Überblick über die Anlage zu verschaffen.

Hier schien nun jemand Mitleid mit uns zu haben,  und der Regen ließ nach und wir begannen sogleich unseren Besuch fortzusetzen.

Japan (2015) - KoyasanBesonders begeisterten mich ein paar goldende Laternen,  die eines der Gebäude schmückten.

Wir nutzten diesen Regen auch für eine kleine Mittagspause,  und während wir uns unser Essen schmecken ließen, konnte ich meinen Blick über die Anlage Streifen lassen,  und ich staunte nicht schlecht, dass ich immer mehr herrliche Kleinigkeiten entdeckte,  die mich in ihren Bann zogen.

Japan (2015) - KoyasanEines der herausragenden Gebäude ist die „Konpon Daito Pagode“ . Auch sie war so leuchtend mit ihrer roten und weißen Farbgebung und es war eine Freude,  sie in den Himmel ragend vor sich zu sehen.

Japan (2015) - KoyasanWährend des Aufenthaltes änderte sich das Wetter immer wieder. Natürlich begann es wieder zu regnen, aber es zog auch ein bisschen Nebel auf, was die gesamte Anlage kurzzeitig in ein mystisches, fast romantisches Licht,  tauchte.

Trotz der widrigen Umstände blieben wir fast 2 Stunden in der Anlage und ich bin sicher, wir haben nicht alles entdeckt, was es zu entdecken gegeben hätte .

Japan (2015) - KoyasanDen Abschluss an diesen Tag bildete der Besuch des Kongobu-ji Tempel. Hier entschieden wir uns auch,  den Obolus für einen Besuch des Inneren zu entrichten, auch wenn klar war, dass das meiste davon nicht fotografiert werden durfte.

Japan (2015) - Koyasan - Kongobu-ji Tempel Japan (2015) - Koyasan - Kongobu-ji TempelDoch wir konnten die herrlichen Papiertüren,  mit ihren darauf befindlichen Zeichnungen,  sehen und die Kunst der vergangenen Zeit auf uns wirken lassen.

Zu unserer großen Freude gab es auch einen Aufenthaltsraum, in dem gut geheizt war und in dem einem ein Tee und ein Gebäck gereicht wurde.

Wir nutzten dieses Angebot ausgiebig, und wir versuchten,  wieder etwas Temperatur in die steifen und kalten Knochen zu bekommen.

Mir wurde es durchaus wärmer, doch diese Wärme drang nicht bis in meinen inneren Kern vor – ok, ein weiter Weg – und so war mir noch immer irgendwie kalt, als wir  unseren Rundgang fortsetzten.

Innerhalb des Komplexes gab es auch einen Steingarten zu bestaunen. Es sollte einer der größten Steingärten Japans sein. Hier hielten wir uns dann auch einige Zeit auf und versuchten den Zauber, den dieser Garten hatte,  auf uns einwirken zu lassen und mit etwas Glück auch im Foto einzufangen.

Japan (2015) - Koyasan - Kongobu-ji Tempel Japan (2015) - Koyasan - Kongobu-ji TempelZwischenzeitlich hatte der Regen nochmals zugenommen,  und so entschieden wir uns schweren Herzens,  die Rückfahrt zu unserer Unterkunft anzutreten.

Schon als wir den Bus bestiegen, drängte sich mir der Verdacht auf, dass es vielen anderen Besuchern ebenso erging, denn sowohl der Bus, als auch die Standseilbahn waren super voll. Wir bekamen für die Fahrt mit der Standseilbahn noch nicht einmal einen Sitzplatz. Was bei grandiosen 5 Minuten Fahrt mehr als zu verkraften war.

In Hashimoto angekommen, waren wir hungrig und ich brauchte auch etwas für meine Seele. So ging es ins Kuru-Kuru Sushi Restaurant.

Japan (2015) - KuruKuru SushiHier futterte ich mich durch das Angebot,  und alsbald war ich glücklich gesättigt.

Zum Abschluss gönnte ich mir ein Wasabi-Eis. So recht konnte ich mir nicht vorstellen,  wie das schmecken sollte, also galt es, dies auszuprobieren.

Das Eis kam und beim ersten Löffelchen, welches den Weg in meinen Mund fand, schmeckte es wie normales „Vanille-Eis“. Erst etwas später spürte ich eine ganz leichte Schärfe des Wasabi.

Auf dem Eisbecher hatte man vermerkt, dass es eine gute Idee sei,  den Geschmack mit süßer Sojasauce zu verbessern.

Japan (2015) - Wasabi Eis - Hier Variante mit süßer Sojasauce
Japan (2015) – Wasabi Eis – Hier Variante mit süßer Sojasauce

Also hieß die Devise auch das auszuprobieren, doch es stellte sich als nicht wirklich lecker heraus. Auch die Gegenprobe durch Eri erbrachte denselben,  nicht so leckeren Eindruck. Also ich würde meinen, Wasabi-Eis ist ok, doch eindeutig ohne die Sojasauce.

Damit fand ein Tag, mit wirklich vielen Eindrücken und nassen Klamotten,  ein Ende und ich hatte die leichte Hoffnung, der nächste Tag sei etwas gnädiger zu uns.

Foto Galerie
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