Japan (2017) – Kobe – Mikage Danjiri Matsuri

Durch Zufall waren wir bei einem unserer Spaziergänge durch unseren Stadtteil auf das diesjährige Straßenfest „Mikage Danjiri Matsuri“ gestolpert. Es war sofort klar, dass dieses Fest besucht werden muss.

Das Fest fand in der „Golden Week“ statt und hatte ich durchaus große Befürchtung, dass große Menschenmassen das Fest besuchen würden. Zum Glück bewahrheitete sich die Befürchtung nicht und das Fest ließ sich herrlich genießen. Nur die Sonne die vom Himmel stach, war für mich eine Herausforderung.

Auch wenn ich schon vor mich hin schwitzte, mochte ich mir nicht vorstellen, wie stark die Sonne den Leuten zu schaffen machten, die die Danjiri (Holzwagen mit kunstvollen Aufbauten welche Schreine oder Tempeln nachempfunden sind) durch die Straßen bewegten. Dabei ging es ja nicht nur immer schön eben, sondern auch manches Mal steil Berg an.

Am Vormittag bewegte sich die Danjiri Parade auf den Yuzuruha Schrein zu, wo sich die 8 Danjiri, die sich am Morgen auf dem Weg gemacht hatten, treffen sollten.

Kurz vor dem Schrein stellte sich eine besondere Herausforderung, denn der Weg führte durch eine schmale Straße, die von Bäumen gesäumt war und deren Äste so niedrig waren, dass die Wagen nicht ohne weiteres dort vorwärts kommen konnten. So war es wahrlich ein Unterfangen die Wagen so geschickt zu bewegen, dass man die Hinternisse überwinden konnte, ohne die Bäume zu schädigen.

Im Schrein selber kam es schließlich zum großen Stau und es dauerte lange, bis alle Wagen schließlich das Torii durchqueren konnte und im Schrein ankamen.

Mir war es zwischenzeitlich wirklich zu warm und so zog ich es lieber vor zurück zur Wohnung zu gehen, als zu warten bis sich der Stau auflöste und auch ich mit Kinderwagen den Schrein betreten konnte. Zudem schien es mir angezeigt, dass mein Sohn und ich uns etwas erholen. Lang ließ ich die Pause aber nicht währen, denn zu spannend war der Umzug und so ging es alsbald zurück in die pralle Mittagshitze.

Die Frage war nur, wo würden im Moment die Wagen sein. Kurz entschlossen ging es zum Schrein und auch wenn die Wagen das Gelände schon verlassen hatten, waren sie gut zu hören, denn auf den Wagen wurden große Trommeln (Taiko) geschlagen und so waren sie weithin hörbar und ich fand sie sehr einfach.

Auch wenn die Besuchermengen im Vergleich zum Morgen deutlich zugenommen hatten, war es noch immer einfach und angenehm sich alles in Ruhe ansehen zu können.

Wolle ich einmal eine andere Position in der Prozession anlaufen und war einfach kein Platz zum Fortkommen vorhanden, war dies kein Problem, denn hier gab es unendlich viele kleine Straße (durch sie passte gerade mal ein Auto) und so konnte man schnell und einfach die Parade überholen und einfach an einer gewünschten Stelle wieder auf sie stoßen.

Bis zum Ende begleitete ich die Veranstaltung nicht, denn es war mir persönlich einfach zu warm und es war zu erwarten, dass am Abend, wenn die Veranstaltung sein Ende finden würde, es deutlich mehr Menschen das Event besuchen würden.

Zu Beginn war ich nicht sicher, ob ich mich aufraffen würde den Umzug zu besuchen, war nun am Ende mehr als froh, dass ich den Ausflug unternommen hatte.