Japan (2011) – Kyoto – 02-03 – Viel Tee gegessen (Matcha)

20110404_095325-IMG_2640_ji 3 Matratzen, japanischer Art :-), waren so das Minimum, was mir die Nacht erträglich machte. Dennoch spürte ich meinen Rücken, als ich am Morgen das Aufstehen in Angriff nahm. Zeit zum Jammern blieb allerdings nicht viel, denn wir wollten heute das “10 Yen Gebäude” ansehen.

Natürlich hieß das Gebäude nicht so, sondern es handelte sich um den Byōdō-in Tempel, der lediglich heute seine Fassade auf dem Rückseite des 10 Yen Stück zeigt und aus meiner Sicht ein wirklich hübsches Gebäude darstellt.

Vor der Bewunderung der Schönheit stand ersteimal wieder die Anreise. Da das Gebäude nicht im Zentrum Kyotos zu finden ist, war Zug fahren angesagt. Wir waren glücklicherweise so früh am Zug, so dass es keine Probleme gab einen Sitzplatz zu ergattern.

20110404_043817-IMG_2197_ji Am Reiseziel angelangt, entdeckte ich vor dem Bahnhof ein paar putzige Frauen Figuren. Eri erklärte mir, dass wir hier in einer sehr berühmten Gegend für die Produktion von grünem Tee wären und es sich bei den Figuren um Abbilder von Frauen in den Teefeldern handelt. Wie ich im weiteren noch feststelle, drehte sich hier wirklich sehr viel um das Thema Tee.

Schon der erste Snack, eine Art frittierter Keks, war in seiner Grundmasse ordentlich mit grünem Tee durchsetzt. Es schmeckte wahrlich lecker. So ließ sich der weitere Weg, mit dem Snack in der Hand, durch eine der engen Straßen, die zudem durch Reparaturarbeiten verengt wurde, ertragen, denn Fußgänger, Radfahrer und Autos teilten sich den verbliebenen spärlichen Platz.

Auf letzten Metern zum Byōdō-in Tempel reihten sich Geschäfte, Restaurants und Teehäuser aneinander. Bei fast allen spielte das Thema grüner Tee eine sehr bedeutende Rolle.

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Der Byōdō-in Tempel zeichnete sich für mich durch seine sehr hübsche Parkarchitektur und das sehr ästhetisch schön anmutende Hauptgebäude aus. Ich bedauerte lediglich, dass hier der Frühling noch nicht so weit Einzug gehalten hatte, dass all die Pflanzen in voller Pracht dieses malerische Gelände mit Farbe füllten. Dennoch gefiel es mir so gut, dass wir uns außergewöhnlich lang hier aufhielten.

20110404_060213-IMG_2314_ji Besonders Freude hatte ich an den erblühten Kirschblüten. Um diese wenigen frühen Boten des Frühlings scharrten sich die Besucher und fotografierten was das Zeug hielt. Da wurde selbst ich, mit meinem stets zuckenden Finger, in den Schatten gestellt.

Wir streiften noch durch das in der Anlage befindliche Museum und zu den anderen Gebäuden. Doch alles überstrahlte das Hauptgebäude, das egal aus welcher Richtung man es anschaute, einen großen Eindruck auf mich vermittelte.

Es war vorgerückter Nachmittag, als der Hunger zu drücken begann und wir eines vor den Türen des Tempels liegenden Restaurants aufsuchten. Wir besuchten eines, in dem hausgemachte Nudeln in Suppe angeboten wurden. Natürlich waren diese Nudel auch durchsetzt mit grünem Tee und was soll ich sagen, es schmeckte lecker.

20110404_084155-IMG_2453_ji Selbst das Eis, welches sich Eri als Nachtisch gönnte und das wie ein kleines Kunstwerk einher kam, konnte dem grünen Tee nicht entkommen. Doch es schmeckte ihrer Informationen zu Folge ebenfalls ausgesprochen gut.

So konnten wir bis zu diesem Zeitpunkt wahrlich behaupten, dass wir reichlich Tee an diesem Tag gegessen hatten.

Als nächstes Ziel stand der Ujigami-jinja Schrein auf unsere zu besuchenden Sehenswürdigkeiten. Um zu ihm zu gelangen galt es den örtlichen Fluss zu überqueren. Dies zu bewältigen gab es zwei Möglichkeiten, zum einen eine Autobrücke oder über hübsche rote Bücken zu denen im Fluss liegenden Inseln.

20110404_085343-IMG_2471_ji Dass wir uns für die Inselvariante entschieden war zweifelsfrei. Besonders, da es dort hübsche Kirschbäume gab. So flanierten wir am Fluss entlang und genossen die Pracht der Kirschblüten.

Auf den Ujigami-jinja Schrein waren wir schon sehr gespannt, denn er war  von der UNESCO zum Weltkulturerbe Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu) ernannt. Natürlich wollten wir erkunden warum dies so war.

Obwohl es sich nicht um ein atemberaubend beeindruckendes Gebäude handelte, verströmte es seinen Charme und als historisches Gebäude, hatte es auf jeden Fall die Auszeichnung zum Weltkulturerbe verdient.

20110404_092922-IMG_2566_ji Was mich etwas verwunderte, waren die beiden Sandhügel in der Anlage. Ich dachte spontan man hätte irgendwelche Reparaturarbeiten. Ach, wie peinlich war diese Überlegung. Nein, es war Sand, dem an erwarb und dann wieder verstreute, um dadurch seine Seele zu reinigen. Tja, so geht es einem, wenn man sich nicht auskennt.

Damit endete unser Ausflug ins historische Kyoto für diesen Tag. Nun galt es nur noch wieder zum Hotel zurückzukehren. Was erneut bedeutete Zug zu fahren. Da nun die Rushhour begann, war der Zug relativ voll und dennoch ergatterten wir einen bequemen Sitzplatz.

20110404_103057-IMG_2712_ji In Kyoto stürmten wir nur noch einen Supermarkt in dem wir uns für den Abend verpflegten. Doch die Preise in diesem Markt  schlugen uns etwas auf den Magen und so machte dieser Einkauf nicht wirklich Spaß. Trotzdem verließen wir mit vollen Tüten das Geschäft und überließen uns einem ruhigen und gemütlichen Abend mit Blick auf den beleuchteten Tō-ji Tempel.

 

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9 Gedanken zu „Japan (2011) – Kyoto – 02-03 – Viel Tee gegessen (Matcha)“

  1. Hallo Andre
    Auch wenn ich nicht jedesmal einen Kommentar abgebe, ich lese deine Beiträge regelmässig. Und je länger ich mit dir in Japan herumziehe, desto mehr reizt es mich, dieses land mal selber zu bereisen.
    Wünsche dir weiterhin eine gute Zeit.
    Liebe Grüsse aus Bern,
    Ruedi

  2. …ach ja, die Bilder im Text wünschte ich mir etwas weniger komprimiert (oder mit Link zu einer grösseren Version. Sie sind zu schön, um nur als pixelige Icons gezeigt zu werden.

  3. :-))) … die Bilder im Text sind alle in der Galerie die über den Link (Bild) am Ende jedes Artikels zu erreichen ist 🙂 .. also keine Sorge, dir entgeht nichts 🙂 … Nur die Bilder die nicht ganz so wichtig sind haben keine Galerie.

  4. @Ruedi :-)) … Bin immer froh zu sehen, dass sich die Mühe lohnt. Also wenn es Dich reizt hier her zu reisen. Mach es. Es ist ein Land mit krassen Gegensätzen. Einmal die Historischen Ecken und auf der anderen Seite der brutale Kapitalismus, der sich mindestens in der chaotischen Bausubstanz der Städte widerspiegelt. Hat aber auf jeden Fall auch seine Reize.

  5. Hallo,
    die Bilder vom Tempel und die Kirschblüten sind sehr schön. Hoffentlich erholt sich dein Rücken – denke an die Hochzeitsnacht -.
    Seid ihr schon aufgeregt?

    Alles Gute.
    Annette

  6. @Annette .. Ich hatte bislang unterschlagen, dass ich in unserer Wohnung auch den Boden bewohne 🙂 .. der Hügel an Matratzen usw. wurde im Laufe der Zeit immer größer. Doch zu Beginn nutzte ich eine normale japanische Matratze … puuuhhh … was für Nächte.

    > Seid ihr schon aufgeregt?
    Na, eigentlich mehr im Vorbereitungsstress. Zum Glück ist es nur eine Hochzeitsparty, denn sonst würden wir in anderen Liga spielen und wahrscheinlich völlig am Rad drehen …. Schau mal hier .. Heiraten in Japan

  7. Hallo Andre,
    oh mein Gott. Hätte nicht gedacht, dass Heiraten in Japan eine soooo große Sache ist. Das kann sich ja fast kein Mensch leisten. Ich wünsche Euch jedenfalls viel Spaß bei Eurer Party .. Soll ja noch etwas Geld für die Rückreise übrigbleiben.

    Bis denn.
    Annette

  8. @Annette … genau wegen des Geldes, besonders für die Gäste, die sehr tief in die Tasche greifen müssten, machen wir eine Party 🙂 … Auch wenn jeder 50 Euro bezahlen muss. Das ist so wenig, dass uns alles noch Geschenke geben wollen 🙂 und man sogar den Partner mitbringt. Was man sich bei einer Hochzeit eher schenkt.
    Für die Rückreise hab ich ja schon ein bezahltes Ticket :-)) .. also kein Problem
    Andre

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