Japan (2010) – Kobe – Spaziergang im Regen & Wie bezahle ich richtig

20100511_063249-IMG_0384_ji Auch ich bleibe von Regentagen nicht verschon. Zähle ich sie alle zusammen, bin ich zwar noch immer eindeutig auf der Sonnenseite des Urlaubs, doch diese Tage sind durch ihren dauernd anhaltenden Regen doch etwas frustrierend. Manchmal beginnt es nur ganz leicht zu nieseln, doch wenn es rightig zu regnen beginnt, kommt schon ordentlich etwas an Wassermenge herunter.

Schaut man aus dem Fenster, so sieht es nicht so viel aus und auch unter dem Regenschirm kommt es einem auf den ersten Blick nicht überwältigend vor, doch sehr schnell merkt man, dass sich leichte Ströme an Wasser vom Schirm lösen und unaufhörlich vor sich hin plätschern.

Trotz dieser Widrigkeiten machte ich mich auf – zumeist wenn es noch trockener war und ich knipste mich durch die nähere Umgebung der Wohnung. Doch recht schnell ist Hemd, Hose und Schuhe so nass, dass ich pitsche patsche Nass freiwillig den Rückzug zur Wohnung antrete.

20100511_064808-IMG_0404_ji So bleibt hier die Gelegenheit einmal davon zu berichten, wie man an einer japanischen Kasse richtig bezahlt. Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas verwirrt war, bis ich das gesamte System durchschaut hatte. Natürlich gibt es wie überall Variationen, aber im Prinzip bleibt es gleich.

Zumeist bestehen Kassen aus dem Warenscanner und der Kasse. Eigentlich nicht ungewöhnlich. Doch beim Scanner wird direkt beim Erfassen der Waren angezeigt was man so alles zu bezahlen hat – nebenbei erwähnt kommen da schnell Summen zusammen die einen schwindelig werden lassen. So drängte sich mir Anfangs bei diesem System der Eindruck auf, dass der Scanner auch die Kasse sei.

Ist der Scann Vorgang abgeschlossen wird der Betrag an die Kasse übertragen.

Beschäftigt sich der Kunde nun mit dem Heraussuchen des Geldes, wird schon der nächste Kunde eingescannt. Dass man seine Suche nach Geld abgeschlossen hat, erkennt der Beschäftigte daran, dass man seinen Obolus in die dafür vorgesehene Schale gelegt hat. Nun wendet sich der Angestellte wieder mir zu, um den Bezahlvorgang zu beginnen.

Bekommt man neben Kleingeld auch Papiergeld zurück, so wird dies zusammengestellt, mir aufgefächert präsentiert und aufs genauste vorgezählt. Danach gibt es das Kleingeld. Im optimalen Fall wird auch hier das Kleingeld in der Schale so verteilt, dass man jede einzelne Münze sehen kann, um sich zu vergewissern, dass alles rechtens ist.

Ist diese Prozedur abgeschlossen wird sofort wieder weiter gescannt.  Handelt es sich im übrigen, einen Laden mit hoher Kundenzahl, so gibt es meist einen Menschen der Scannt und einen der Abkassiert. Das beschleunigt den Bezahlprozess zusätzlich.

Vergleicht man das Arbeiten hier mit Deutschland haben deutsche Kassiererinnen ein echt geruhsamen Job.

20100511_065621-IMG_0420_ji Oh, dann gibt es auch noch die voll automatischen Kassen. Die werden zwar auch durch den/die Kassierer(in) bedient, doch wird Papiergeld durch einen Eingabeschlitz eingeführt und Kleingeld in eine Schale geworfen . Alles verschwindet anschließend in der Kasse und dann wird über Laufbänder usw. das korrekte Wechselgeld ausgegeben und mir durch den Beschäftigten ausgehändigt. – Ja das hat was 🙂

 

Japan (2010) – Kobe – Tetsujin 28-gō

Eri erzählte mir etwas von einer “Iron Man” Statue und wie man so ist, verband ich es mit dem amerikanischen Iron man, der akt. auch die Kinos  beherrscht. Doch natürlich ging es nicht um diese amerikanische Figur, sondern um eine japanische Comic Figur namens “Tetsujin”.

20100508_053301-IMG_0011_ji So recht etwas darunter vorstellen konnte ich im Vorfeld nicht was ich erwarten sollte und war um so begeisteter, als ich schließlich zu Füßen dieses 18 Meter großen Kolosses stand.

Ich fand es so spannend, dass ich mir etwas mehr Aufenthaltszeit wünschte, um mir Tetsujin aus allen Richtungen genau anzusehen. Auch fand ich es sehr spannend die anderen Besucher bei ihrem Besuch zu beobachten.

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20100508_080021-IMG_0245_ji Anschließend schlenderten Eri und ich noch etwas durch die nahegelegenen Straßen. Auf diesem Rundgang kamen wir an einem Restaurant vorüber an dessen Fassade viele beschriftete Lampions hingen. Ich fand es ein hübsches Schmuckwerk, doch erklärte Eri mir, dass es sich da bei um die Speisekarte des Lokales handelt. Also diese Idee fand ich wirklich originell und schön.

Dem nicht sehr ausschweifenden Spaziergang folgte die Rückfahrt in die Innenstadt, denn heute wollten wir endlich ins Kino gehen. Als ich die Rechnung sah, wurde ich doch etwas blass, denn 17 Euro pro Person, ohne Extras wie Popcorn, ist schon stattlich.

20100508_085826-IMG_0264_ji Den Preisschock verdaute ich bei einem Spaziergang durch die Stadt, bis die Vorstellung beginnen sollte. Dabei kamen wir an einem wirklich ansehnlichen Schrein vorüber der sich so unscheinbar zwischen die Hochhäuser duckte, dass ich ihn alleine sicherlich übersehen hatte. Auch wenn die allgegenwärtige rote Farbe ihn deutlich sichtbar machte.

Nicht nur, dass ich das Gebäude sehr ansehnlich fand zusätzlich hatte ich Glück, dass an diesem Tag für eine Zeremonie geübt wurde. So kam ich zu dem Genuss diesen Übungen zuschauen zu können. Es sah alles sehr anmutig und elegant aus.

Ich genoss diesen Aufenthalt sehr, doch dann ging es wieder in Richtung Kino.

20100508_090455-IMG_0296_jiDort angelangt, wollten wir uns noch mit Popcorn eindecken. In Japan herrscht gesalzenes und mit Karamell Überzogenes Popcorn vor. Da ich ohnehin die salzige Version bevorzuge, war ich um diesen Umstand nicht traurig. Etwas missmutiger stimmte hier die lange Schlange vor dem Schalter. Doch Glück gehört auch zum Leben, denn gerade als wir uns anstellen wollten, wurden 2 weitere Kassen geöffnet.

Der Kinosaal sah aus wie alle die Säle die ich bislang gesehen hatte, nur war alles wesentlich ausführlicher bezeichnet und beschriftet. Die Sitzreihen boten sehr viel Platz für die Beine, doch dafür schienen mir die Sessel einen hauch schmaler zu sein, so dass ich ernstliche Zweifel hatte je wieder aufstehen zu können. Ich steckte einfach nur fest.

Vor dem Film gab es noch allerlei Unterweisungen, z.B. welches Loch in der Lehne zum entsprechenden Platz gehört und ähnliches. Das Werbevorgeplänkel fiel wohl einen hauch kürzer aus als in Deutschland, doch wirklich ins Gewicht fiel es nicht.

Eri und ich hatte uns für Alice entschieden, der in 3D gezeigt wurde. Ich musste zwar die 3D Bille aufsetzen, damit mir von den Doppelbildern nicht schlecht wurde, doch von 3D sah ich nix. Das lag aber nicht am Film, sonder einfach an der Tatsache, dass ein Auge futsch ist. Somit wird diese Innovation für mich wirklich keine Rolle spielen.

Ob es an den Sitzen lag oder irgend etwas anderem, das Sitzen entwickelte sich zu einer sehr schmerzhaften Aktion und es war mehr als schwierig bis zum Ende des Films auszuhalten.

Ahhh … Ende vom Film. Während in Deutschland die ersten Zeilen des Abspanns zu Laufen beginnen, ist das Kino im Grunde schon leer. Nicht so in Japan. Hier blieb der Größte Teil wirklich sitzen, bis der Abspann abgelaufen war und das Licht anging. Besonders in unserer Reihe schienen Verfechter dieser Variante zu sitzen, so blieb nichts anderes übrig als, dass auch wir bis zum bitteren Ende hocken bleiben mussten.

20100508_091855-IMG_0338_jiVerschweigen möchte ich nicht, dass ich erfreulicher Weise ohne weitere Probleme mich aus der Umklammerung durch den Sessel befreien konnte.

Auf dem Heimweg kamen wir im Übrigen noch an der örtlichen Baumkuchen Backstube zurück. Sie war wohl mal von einen deutschen gegründet worden und er ist damit wohl auch wirklich erfolgreich geworden.

 

Japan (2010) – Nara – Die alte Kaiserstadt

20100505_033544-IMG_8831_ji Da Kobe sehr viel von einer modernen Großstadt hat und man das, was Besucher nach Japan zieht, ein wenig suchen muss, hat sich Eri gedacht, warum nicht nach Nara in die alte Kaiserstadt. Auch wenn diese Stadt gerade mal von 710 bis 784 Hauptstadt des Landes war, entstanden dort eine große Vielzahl an grandiosen Gebäuden. Für den geneigten Japan Besucher gibt es an diesem Ort unendlich viel zu entdecken.

Wir haben uns die Tatsache zu nutze gemacht, dass es von Kobe bis nach Nara gerade mal 90 Min. Fahrt mit der Bahn sind. Zudem feiert die Stadt in diesem Jahr 1300 jähriges Bestehen, was uns zu einem herrlich günstigen Ticket verhalf.

Da dies der letzte Tag der golden Week (goldenen Woche) war, war natürlich der Zug entsprechend mit anderen Ausflüglern gefüllt. Was aber nicht tragisch war, denn wir hatten einen Sitzplatz ergattert. Nun bekam ich von der Fahrt nicht wirklich viel mit, denn schon kurz nach verlassen des Bahnhofs war ich eingeschlafen.

Unser erster Stopp erfolgte nicht in der Stadt, sondern zwei Stationen früher, denn hier ergab sich die Möglichkeit die rekonstruierte Heijō-kyō („Kaiserliche Residenzstadt Friedensburg“) zu besuchen.

20100505_020817-IMG_8701_ji Dass man hier auf große Besuchermassen eingerichtet war, merkte ich schon im Bahnhof. Denn es gab allerlei Personal, welches via Lautsprecher einen dort hin leitete wo man sie hin haben wollte. Dies behütete gehen war über die gesamte Strecke möglich und so brauchte man sich als Fußgänger nicht viele Gedanken machen, denn alle irgendwie kritischen Stellen waren mechanisch und mit Helfern abgesichert. Dieses betüddelt werden war wirklich etwas, was ich hier sehr zu schätzen gelernt habe.

20100505_023545-IMG_8714_ji Auf unserem 10-15minütigen Weg knallte uns die Sonne so brutal auf den Kopf, dass ich wirklich froh war, als wir am Heijō-kyō eintrafen. So lockten die Zelte mit Kälteduschen schon sehr, doch wir marschierten dann doch gleich erst mal zum Gebäude. Dort reihten wir uns in die Schlange aus Menschen ein und glitten langsam mit den Strom ins Gebäude.

Eri hatte aufgeschnappt, dass dies ein wirklich ruhiger Tag sein sollte. Ich mochte das einsehen, war aber schon zufrieden, dass es nicht mehr war.

I20100505_031211-IMG_8775_jim Gebäude hatte man tatsächlich Gelegenheit sich in Ruhe umzusehen, denn in der Schlange war es so gnadenlos weiter gegangen, dass ein Umschauen nicht möglich gewesen war. Beim Betrachten der Architektur, der Gemälde und der Empore für den Kaiser konnte ich mir gut vorstellen welch einen Eindruck und Macht es vermittelt hatte.

Vor dem Gebäude fand eine Kampfsport Unterweisung statt und ich muss wirklich sagen, dass mir die Teilnehmer mehr als leid taten, denn sie saßen in der prallen Sonne und konnten der Hitze kaum entkommen. Da half es auch kaum, dass vereinzelt Helfer herum liefen und kühlenden Nebel verteilten.

Ich zumindest musste mich kurz unter einen Baum hocken und sah zu, dass ich wieder etwas Normaltemperatur annahm. Ich war nun schon so fertig, dass ich fast auf einen weiteren Besuch der Stadt hätte verzichten wollen, doch das wäre ein gewaltiger Fehler gewesen.

20100505_070127-IMG_8958_ji Ich machte aber nicht schlapp und so kam ich noch in den Genuss die verschiedenste Tempel sehen zu können.

Den Anfang bildete der buddhistische Tempel Kōfuku-ji. Mit seiner Pagode wirkte er wirklich majestätisch und Eindruck einflößend.

Oh, hier bekam ich auch das erste mal die Hirsche zu sehen, für die Nara bekannt ist. Sie sahen schon putzig aus und ließen sich wirklich allerlei von den Touristen gefallen. Sie hatten wirklich ein buddhistisches Gen. Dass sie nicht ganz so harmlos waren, lernte ich an einem Informationsschild, auf dem der Besucher auf alle möglichen Gefahren durch das Tier hingewiesen wurde. Bedachte mach jedoch, was die Tiere so alles über sich ergehen ließen, war es wohl ok, dass es zur ein oder anderen Entgleisung kommt.

20100505_083441-IMG_9134_ji Den Abschluss unseres Besuches bildetete ein weiterer buddhistische Tempel der Tōdai-ji. Ein Tempel der besonderen Art, denn es handelt sich bei ihm um das größte rein aus Holz gebaute Gebäude. Er beherbergt darüberhinaus eine gigantische Buddha Statue. Dieses Monument wollten neben uns beiden auch noch viele andere Menschen sehen und so galt es wieder mit den Massen auf das Gebäude zugetrieben zu werden, wie ein Stück Holz im Fluss.

Dennoch blieb Zeit links und rechts des Weges die Unmengen an Händlern mit ihren Snacks und sonstigen Angeboten zu betrachten. Also mir lief jedes Mal das Wasser im Munde zusammen.

20100505_081809-IMG_9100_ji Bevor wir den eigentlichen Tempel erreichten galt es ein riesiges Holztor zu durchschreiten. In denen Geisterskulpturen standen, die das Böse von was von Außen kommen könnte abschrecken soll. Als ich mir diese Skulpturen ansah, meinte ich erst es seinen Gemälde. Erst bei genauerem hinsehen konnte ich erkennen, dass es wirkliche Skulpturen waren, doch selbst jetzt schaute ich immer wieder hin, denn die Verwirrung war sehr groß, ob dieses merkwürdigen Eindrucks.

Noch eindrucksvoller als diese Geister war natürlich der riesige Buddha im Tempel. Auch wenn ich persönlich keinerlei Bezüge zu dieser Religion pflege, so ist es allemal wirklich eindrucksvoll, was hier im Namen dieser Religion geschaffen wurde.

20100505_084332-IMG_9161_ji Während ich den Buddha umrundete ließ ich dieses riesige Gebäude und die Tatsache, dass es rein aus Holz entstanden ist auf mich wirken und das machte den Eindruck noch intensiver.

Kurz vor Ende meines Rundganges kam ich an einem der Stützpfeiler für das Gebäude vorüber. Hier hatte sich eine doch beachtliche Schlange an Menschen gebildet. Ich fragte mich warum. Die Lösung kam, als ich den Pfeiler erreichte.

An seinem Fuß gab es ein Loch, durch das sich all die hindurchzwängten, die davon ausgingen nicht stecken zu bleiben. Für mich wäre es ein unmögliches Unterfangen geworden. Wahrscheinlich wäre ich schon mit dem Kopf stecken geblieben.

20100505_075356-IMG_9044_jiBevor wir den Tempel verließen überredete mich Eri mir einen Glückszettel zu erwerben. Dazu schüttelte man eine Dose mit Stäben drin. Dann versuchte man einen der Stäbe hinaus zu schütteln. Auf ihm stand dann eine Nummer und über diese Nummer bekam man seinen Zettel. Nun waren meine Prophezeiungen eher wischi waschi und nicht wirklich gut. Aber man brauchte mit ihnen nicht leben, denn in der Nähe gibt es immer einen Baum, Stange oder ähnliches, wo man seinen Zettel festmacht, so dass die Prophezeiung dort verbleibt. Also überhaupt kein Problem, selbst wenn man die Pest an den Hals vorhergesagt bekäme.

Wir verließen den Tempel, als die Tore geschlossen wurden. Es war erstaunlich wie schnell sich die Menschenmassen, die mich am Tage noch etwas erschreckt hatten in nichts auflösten. Man fühlte sich plötzlich völlig allein und konnte alles in Ruhe genießen.

20100505_103903-IMG_9392_ji Bevor wir Nara verließen hielten wir in der örtlichen Fußgängerzone an einem Laden der Eingelegte Gemüse anbot.  Auch wenn das ein oder andere etwas seltsam aussah, es schmeckte alles lecker. Eines der Angebote wirkte auf mich fast wie Fleisch und Wurstwaren, doch es waren eingelegte Melonen, Gurken usw. Leider war es mir etwas zu teuer, sonst hätte ich sicherlich davon etwas mitgenommen.